Die jüngste Freigabe von Akten zu Jeffrey Epstein durch das amerikanische Justizministerium hat auch die Zweifel an einem Suizid des Sexualstraftäters in einer New Yorker Gefängniszelle befeuert. Wie die Dokumente belegen, versäumte es die Gefängniswärterin Tova Noel, in der Nacht von Epsteins Tod im August 2019 alle 30 Minuten seine Zelle zu kontrollieren. Die Überwachungskameras funktionierten nicht. Zudem erhielt die frühere Soldatin in den Monaten vor dem Tod des Sechsundsechzigjährigen wiederholt vierstellige Summen, deren Herkunft weiterhin offen bleibt. Laut den sogenannten Epstein-Akten soll Noel schon etwa 40 Minuten vor der Entdeckung des Leichnams durch ihren Kollegen Michael Thomas zu „Neues von Epsteins Gefängnisaufenthalt“ im Internet recherchiert haben. Die für Donnerstag geplante Anhörung Noels durch den Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses in Washington wurde derweil abgesagt. Wie der „Miami Herald“ schreibt, soll die Neununddreißigjährige in den vergangenen fast sieben Jahren nur einmal zu Epsteins Tod befragt worden sein. Wegen Unregelmäßigkeiten bei Epsteins Überwachung in der Nacht seines Todes hatten sich Noel und der mit ihr angeklagte Wachmann Thomas im Frühjahr 2021 mit der Staatsanwaltschaft auf Sozialstunden anstelle einer Haftstrafe geeinigt. Epstein soll sich mit einem Strick aus Stofffetzen erhängt haben Die Gerichtsmedizin hatte Epsteins Tod als Suizid eingestuft. Der New Yorker, der Anfang Juli 2019 auf einem Flugplatz in New Jersey verhaftet wurde, soll sich mit einem aus Strick aus Stofffetzen erhängt haben. Wie Noel später zu Protokoll gab, hatte sie Epstein aber keine Kleidung oder Bettwäsche überlassen. Kurz nach der Obduktion waren Zweifel an einem Suizid aufgekommen. Der renommierte Pathologe Michael Baden, der die Obduktion im Auftrag von Epsteins Angehörigen beobachtete, führte damals Beweise für einen Mord wie Knochenbrüche an Epsteins Hals an. Wie die Ermittlungen gegen Epstein zeigten, hatte der frühere Mathematiklehrer jahrzehntelang Mädchen und junge Frauen vergewaltigt und zu Sex mit Bekannten gezwungen. Zu Epsteins prominenter Entourage, die mit ihm zu seinen Anwesen in der Karibik, Paris, New Mexico, Florida und Manhattan reiste, gehörten Andrew Mountbatten-Windsor, Bill Gates, Naomi Campbell sowie die amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump.
