FAZ 28.07.2026
12:13 Uhr

Nach Erdbeben in Japan: Dutzende Menschen in Einkaufszentrum eingeschlossen


Durch das Beben mit der Stärke 7,1 kam es in einem Einkaufszentrum in Japan zu einer Explosion. Dutzende Menschen sollen darin eingesperrt sein. Premierministerin Takaichi spricht von „Todesfällen“ infolge des Erdbebens.

Nach Erdbeben in Japan: Dutzende Menschen in Einkaufszentrum eingeschlossen

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,1 im Südwesten Japans sind Dutzende Menschen verletzt worden und mutmaßlich einige gestorben. Der japanische Fernsehsender NHK berichtete von mindestens 50 Verletzten und einer toten Person in der besonders schwer betroffenen Präfektur Kumamoto auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu. Straßen und Gebäude wurden teils schwer beschädigt. Zudem entgleiste nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo ein Güterzug. Die Start- und Landebahnen am Flughafen Aso Kumamoto wurden bis auf weiteres gesperrt. In einem großen Einkaufszentrum in Kumamoto kam es dem Sender NHK zufolge zudem zu einer Explosion. Daraufhin soll die Decke des zweiten Stockwerks eingebrochen sein. Auf Luftaufnahmen des Senders sind enorme Schäden an dem Gebäude zu sehen. Mehrere Personen sollen im Gebäude eingeschlossen worden sein. Derweil suchen Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. Nach Informationen von Kyodo sowie dem Fernsehsender NHK gab es am späten Abend weiter keinen Kontakt zu 20 bis 30 Mitarbeitern. Es ist unklar, wodurch die Explosion genau zustande gekommen ist. Es gibt noch keine genauen Angaben zu Verletzten. Einem Bericht des Senders TBS zufolge soll aber eine „beträchtliche Zahl“ von Menschen dabei ums Leben gekommen sein. Japans Premierministerin Sanae Takaichi teilte im Onlinedienst X mit, es seien „Todesfälle“ und „mehrere Verletzte“ infolge des Erdbebens bestätigt worden. „In einigen Regionen kommt es zu Stromausfällen und Bränden; zudem wurden Straßen und Brücken beschädigt und Gebäude sind eingestürzt“, erklärte sie weiter. Unterdessen hob die nationale Wetterbehörde eine Warnung vor einem bis zu einem Meter hohen Tsunami wieder auf. In rund 48.000 Haushalten in Kumamoto sei der Strom ausgefallen, hieß es weiter. Unter den Verletzten befinden sich laut NHK auch etwa zehn Bewohner eines Pflegeheims. Bei den Atomkraftwerken wurden der Atomaufsichtsbehörde zufolge zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt. Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power hatten rund 45.000 Haushalte und Einrichtungen in der Region Kumamoto keinen Strom. Drei zu dem Zeitpunkt in der Region in Betrieb befindliche Atomreaktoren setzten demnach ihren normalen Betrieb fort. Das Bebenzentrum lag in der Region Kumamoto in einer Tiefe von zehn Kilometern. Kurz nach dem ersten Beben kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben. Die Region Kumamoto war vor zehn Jahren von einem ebenfalls schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Dutzende Menschen waren dabei damals direkt ums Leben gekommen. Auch damals gab es schwere Schäden an Gebäuden, darunter an der berühmten Burg von Kumamoto.