FAZ 27.03.2026
10:46 Uhr

McLaren meldet sich zurück: Piastri verdrängt Silberpfeile


Oscar Piastri fährt in Suzuka die schnellste Runde des Tages. Nach einem katastrophalen Saisonstart wächst bei McLaren die Hoffnung auf den Befreiungsschlag.

McLaren meldet sich zurück: Piastri verdrängt Silberpfeile

Oscar Piastri hat zum Auftakt des Rennwochenendes in Japan die Bestzeit gesetzt und McLaren zurück in den Kreis der Sieganwärter geführt. Der Australier drehte in 1:30,133 Minuten die schnellste Runde des Tages auf dem Traditionskurs in Suzuka und verwies dabei die bislang dominierenden Mercedes-Piloten Kimi Antonelli und WM-Spitzenreiter George Russell auf die Plätze zwei und drei. Titelverteidiger Lando Norris folgte im zweiten McLaren auf Rang vier. Für die Konstrukteursweltmeister der Vorsaison war es bislang ein Jahr zum Vergessen. Nachdem Piastri bei seinem Heimrennen in Melbourne aufgrund eines Unfalls auf der Installationsrunde noch vor dem Start ausgeschieden war, verpassten dann sogar beide McLaren mit technischen Problemen eine Teilnahme am Grand Prix von China. Der starke Eindruck in Japan schürt nun Hoffnungen auf den ersehnten Befreiungsschlag. „Insgesamt war es ein guter Tag für uns“, sagte Piastri, der „gute Fortschritte“ sah: „Die Stimmung ist positiv, und wir haben wertvolle Daten gesammelt, die uns in eine solide Position bringen.“ Zuvor hatte Norris bereits betont, dass er „großes Vertrauen in das Team“ habe und „glaube, dass wir dieses Jahr das beste Auto haben können“. „Kein Vertrauen“ bei Hamilton Doch während Piastri und Norris mit Zuversicht in das Qualifying am Samstag (7.00 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky) gehen, bereitete bei Ferrari der Trainingstag nur Kopfzerbrechen. Bei den ersten beiden Rennen klar zweite Kraft hinter Mercedes, kämpften Charles Leclerc und Lewis Hamilton nun mit ihren Boliden. „Ich habe kein Vertrauen“, funkte der Rekordweltmeister an die Box, am Ende lag er als Sechster direkt hinter Leclerc. Noch schlechter erging es aber mal wieder Max Verstappen. Am Tag nach dem Eklat um einen Journalisten, den der Niederländer aus seiner Medienrunde geworfen hatte, erreichte der viermalige Champion mit über einer Sekunde Rückstand nur den zehnten Platz. „Wir sind sehr weit weg“, haderte Red Bulls Teamchef Laurent Mekies: „Uns fehlt einiges an Leistung.“ Nico Hülkenberg schaffte derweil mit seinem Audi den Sprung auf Platz sieben. Der einzige deutsche Formel-1-Pilot hofft in Suzuka auf seine ersten Punkte mit dem neuen Rennstall, der zuletzt durch den plötzlichen Abschied von Teamchef Jonathan Wheatley kräftig durcheinander gewirbelt worden war.  Das Ausrufezeichen Piastris verspricht große Spannung für den weiteren Verlauf des Rennwochenendes, auch wenn das Mercedes-Duo mit Antonelli und Russell weiterhin klar favorisiert ist. „Wir wissen, dass noch Arbeit vor uns liegt“, sagte der Australier und übte sich in Zurückhaltung, „und es ist klar, dass einige unserer Konkurrenten, insbesondere Mercedes, sehr stark sind.“ Nach der Zeitenjagd am Samstag steht am Sonntag (7.00 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky) der dritte Grand Prix des Jahres an, bevor sich die Königsklasse des Motorsports in eine längere Pause verabschiedet: Aufgrund der kriegsbedingten Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi Arabien geht es erst Anfang Mai in Miami weiter.