Nach mehr als 100 angezeigten Masernfällen hat die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, den Notstand für den Bundesstaat erklärt. Wie die Demokratin am Montag mitteilte, dürfen neben Ärzten in den kommenden Wochen auch Apotheker, Hebammen und Sanitäter Schutzimpfungen gegen die Erkrankung vornehmen, um weitere Ansteckungen einzudämmen. Der Leiter der New Yorker Gesundheitsbehörden, James McDonald, rief die etwa 20 Millionen Bewohner des Bundesstaates im Nordosten der Vereinigten Staaten zudem auf, ihren Impfstatus zu prüfen. „Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln stellt immer noch den besten Schutz dar“, sagte der Mediziner. Laut den Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) erleben die Vereinigten Staaten den heftigsten Masernausbruch seit dem Jahr 1991. Insgesamt wurden für das Jahr 2026 bislang mehr als 3900 Erkrankungen gemeldet. In New Yorks Nachbarstaat Pennsylvania, der mehr als 1000 Fälle zählte, starben seit Beginn des Jahres fünf Menschen. Keiner der Verstorbenen war geimpft worden. Auch Bundesstaaten wie Ohio, Texas und South Carolina werden seit dem vergangenen Jahr von schwereren Masernausbrüchen heimgesucht als in früheren Jahrzehnten. Viele amerikanische Mediziner schreiben die Rückkehr der Infektionskrankheit einer geringen Impfquote in vielen Bundesstaaten zu. Die sogenannte Herdenimmunität, eine Barriere gegen das schnelle Ausbreiten der Masern, liegt bei einer Impfquote von etwa 95 Prozent. In New York betrug der Wert zu Beginn des Jahres knapp 81 Prozent. Viele machen für die Impfmüdigkeit auch den amerikanischen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. verantwortlich. Zu Beginn seiner Amtszeit im vergangenen Jahr hatte der Jurist die Entscheidung für eine MMR-Impfung als „persönliche Angelegenheit“ bezeichnet.
