FAZ 27.03.2026
17:26 Uhr

Manager beim F.A.Z.-Kongress: Krösches Rückhalt für Riera


Sportvorstand Markus Krösche spricht beim F.A.Z.-Kongress über das Geschäftsmodell der Eintracht – und erklärt, warum es herausfordernder ist als früher. Trainer Riera spricht er sein Vertrauen aus.

Manager beim F.A.Z.-Kongress: Krösches Rückhalt für Riera

Eintracht Frankfurt wird an Trainer Albert Riera unabhängig vom Saisonergebnis des Fußball-Bundesligaklubs festhalten. „Albert wird nicht gemessen daran, was am Ende dieser Saison dabei rauskommt. Wir bewerten, wie wir Fußball spielen. Wir wollen versuchen, die internationalen Plätze zu erreichen in diesem Jahr“, sagte Sportvorstand Markus Krösche am Freitag auf dem F.A.Z.-Kongress in Frankfurt und fügte an: „Man kann die Arbeit nur mittel- bis langfristig bewerten.“ Der Spanier Riera hatte Dino Toppmöller im Februar abgelöst. Vor dem nächsten Bundesligaspiel am Ostersonntag gegen den 1. FC Köln steht die Eintracht auf Rang sieben. In der Champions League schied sie in der Gruppenphase aus. „Diese Saison ist zäh. Es fühlt sich nicht gut an“, sagte Krösche zum Ergebnis auf dem Rasen. Dass der neue Coach polarisiere, konterte er mit einem Lob: „Er ist nach innen und außen überzeugt von dem, was er tut. Er kommt mit den Jungs gut klar.“ Multi-Klub-Strukturen treiben die Preise Im Gespräch mit der F.A.Z. wies Krösche auf ein Problem bei der Verpflichtung von Talenten hin. Die Ausgaben für junge Spieler mit großem Potential haben sich demnach in kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Der Grund sei, dass immer mehr Vereine dem Geschäftsmodell folgten, das auch die Eintracht pflegt: junge Spieler zu finden und nach relativ kurzer Zeit teuer zu verkaufen. Auch Multi-Klub-Strukturen, Vereine, die mehrere Profiteams besäßen, trieben die Preise: „Ein Spieler mit demselben Talentlevel, Spielzeit, Alter, Vertragslänge, der vor ein paar Jahren neun Millionen Euro kostete“, berichtet Krösche mit Blick auf seine jüngsten Verhandlungen, „wechselt heute für 22 Millionen Euro.“ Auch der hessische Profiklub profitierte von der Entwicklung, als er Omar Marmoush für 75 Millionen Euro nach Manchester oder Hugo Ekitiké für 95 Millionen Euro nach Liverpool verkaufte. Die Premier League als „Super League 2.0.“? In den vergangenen fünf Jahren verdiente kein anderer deutscher Fußballklub mehr Geld mit Transfers als die Eintracht. Unter Krösche hatte die Profiabteilung diese „Nische“ entwickelt, weil es darum gehe, die Balance zu finden zwischen „erfahrenen Spielern, die bleiben“, und „jungen, die du ausbilden kannst“. Zu diesen erfahrenen Spielern zählt auch der frühere Nationalspieler Mario Götze, der bald 34 Jahre alt wird und mit dem die Eintracht einen neuen Vertrag aushandeln will. Die Frage, ob Götze schon verlängert habe, beantwortete der Sportvorstand ausweichend. Krösche sieht die Premier League in England weiterhin als das Maß der Dinge. Auf die Frage, ob sie als „Super League 2.0“ betrachtet werden könne, für deren Einführung sich unter anderem Topklubs der Champions League bis vor Kurzem noch erwärmten, sagte er: „Wenn man sich die Transfers aus den europäischen Ligen nach England anschaut, dann ist das so.“