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08.05.2026
20:31 Uhr
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US-Präsident verkündet eine dreitägige Waffenruhe +++ Wadephul: „Sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen“ +++ Waldbrand bei Tschernobyl +++ Ukraine gehen Flugabwehrraketen aus +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Trump erwägt Verlegung von US-Truppen aus Deutschland nach PolenUS-Präsident Donald Trump stellt in Aussicht, US-Truppen, die aus Deutschland abgezogen werden, nach Polen zu verlegen. Zudem spricht er sich für eine Verlängerung der dreitägigen Feuerpause im Krieg zwischen Russland und der Ukraine aus. „Ich würde mir eine deutliche Verlängerung der Waffenruhe wünschen“, sagte Trump.
Wadephul: „Sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen“Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine Verhandlungsinitiative Europas im Ukrainekrieg angekündigt. „Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen – mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten.“ Russland zeigte sich offen für Gespräche mit europäischen Staaten. „Putin ist bereit, mit jedem zu verhandeln. Das hat er wiederholt erklärt“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow mit Blick auf einen Bericht der „Financial Times“ (FT). Die Zeitung meldete, EU-Vertreter bereiteten sich auf Gespräche mit Russland vor. EU-Ratspräsident Antonio Costa sehe Potential für Verhandlungen der Staatengemeinschaft mit Putin. Die EU habe zudem die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser Schwenk geht laut „FT“ auf die Frustration der Europäer über die bisher von US-Präsident Donald Trump geführten Verhandlungen zurück.
Waldbrand bei Tschernobyl In der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei am Vortag durch zwei russische Drohnen ausgelöst worden, teilte die Zonenverwaltung mit. Die Brandfläche werde auf mehr als 1.100 Hektar geschätzt. Trockenes Wetter, starker Wind und Minengefahr erschweren demnach die Löscharbeiten. Das ukrainische Innenministerium teilte mit, dass die Strahlenbelastung am Vormittag im Normbereich gelegen habe.
Ukraine gehen Flugabwehrraketen ausDer Ukraine gehen nach eigenen Angaben wegen der russischen Angriffe im Winter die Flugabwehrraketen aus. Die Abschussanlagen einiger Einheiten seien gelinde gesagt halbleer, zitiert die Nachrichtenagentur Ukrinform den Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ihnat. Wegen Lieferproblemen müsse Kiew seine Verbündeten teils um lediglich fünf bis zehn Raketen für Systeme wie NASAMS und IRIS-T bitten, sagt er. Die Ukraine ist bei der Raketenabwehr stark auf ausländische Systeme angewiesen, die derzeit jedoch auch im Irankrieg in großem Umfang eingesetzt werden.
Selenskyj erwartet Besuch der US-Unterhändler in KiewNach Gesprächen in den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs erwartet Kiew in den nächsten Wochen Gesandte von US-Präsident Donald Trump. Als Termin für den Besuch nannte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Zeitspanne bis zum Beginn des Sommers, derzeit liefen die Absprachen dazu, schrieb er in sozialen Medien.
Gedenken während des LuftalarmsDie Ukraine gedenkt heute ihrer Gefallenen. In einem Dorf, etwa zwei Stunden von Kiew entfernt, beginnt der Morgen mit einem Gedenkgottesdienst am Denkmal zum 2. Weltkrieg. Ein Pope singt, viele der Anwesenden haben Tränen in den Augen. Mitten im Gedenken ertönt die Sirene des Luftalarms. Niemand lässt sich davon beirren, die Veranstaltung geht einfach weiter. Es sind vor allem Frauen gekommen, sie legen Blumen ab.Da heute auch Muttertag in der Ukraine ist, ehrt der Landkreis die Mütter der seit 2022 gefallenen und vermissten Soldaten noch einmal extra. Namentlich werden die Frauen aufgerufen. Sie erhalten Blumen, kleine Geschenke und einen gerahmten Dankesbrief. „Vielen Dank, dass Sie einen Held großgezogen haben“, steht drauf. Es ist ein berührender Moment, fast allen laufen Tränen über die Wangen.
Selenskyj: 81 Jahre nach Weltkriegsende wieder gezwungen, das Böse zu stoppenZum Jahrestag des Weltkriegsendes vor 81 Jahren hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verteidigung der Ukraine gegen Russland mit dem Kampf gegen die Nationalsozialisten verglichen. Millionen Ukrainer, die damals in verschiedenen Staaten der Anti-Hitler-Koalition gedient hätten, hätten sichergestellt, dass das „absolute Böse“ der Nationalsozialisten besiegt worden sei, schrieb Selenskyj am Freitag auf der Plattform X. „Leider sind wir 81 Jahre später erneut gezwungen, das Böse zu stoppen – ein Böses, das ebenso absolut ist.“ Es beruhe auf einer ähnlichen Ideologie der Feindseligkeit, so der ukrainische Präsident: „Eine aktualisierte Version des Nationalsozialismus, gekennzeichnet mit: ‚Made in Russia'.“
Russland wirft der Ukraine Luftangriffe vorIn der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen. Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.
Selenskyj: Nicht mal symbolischer Versuch einer Waffenruhe Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, die vom Kreml ausgerufene Waffenruhe gebrochen zu haben. „Im Laufe der vergangenen Nacht griff die russische Armee weiterhin ukrainische Stellungen an“, teilte Selenskyj am Freitagmorgen in sozialen Medien mit. „Bis 7 Uhr morgens wurden mehr als 140 Angriffe auf Stellungen an der Front verzeichnet“, schrieb er weiter. Außerdem habe es mehr als 850 Angriffe mit Drohnen gegeben.„All dies zeigt deutlich, dass es auf russischer Seite nicht einmal einen symbolischen Versuch gab, an der Front einen Waffenstillstand einzuhalten\", äußerte Selenskyj, Er kündigte an, dass die Ukraine entsprechend reagieren werde. \"Wir werden unsere Stellungen und das Leben unserer Menschen verteidigen\", so der Präsident.
Von Russland ausgerufene einseitige Waffenruhe tritt in KraftIm Ukrainekrieg trat am Freitag (00.00 Uhr Ortszeit, Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) eine von Russland ausgerufene einseitige Waffenruhe in Kraft. Nach Angaben des Kremls soll sie bis Samstag gelten. Anlass sind die Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Am Samstag findet in Moskau die traditionelle Parade zum Sieg über Nazi-Deutschland statt. Aus Angst vor ukrainischen Angriffen sollen anders als in den vergangenen Jahren keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät bei der Parade auffahren. Kiew bezeichnete die von Russland ausgerufene Feuerpause angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Ukraine als „blanken Zynismus“. Das Gegenangebot Kiews, am Mittwoch die Waffen ruhen zu lassen, blieb von Moskau unbeantwortet.
Russland: Mehr als 50 Drohnen im Anflug auf Moskau abgefangenDie russische Luftabwehr hat nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin mehr als 50 Drohnen im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen. Die Abschüsse erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden bis in die Nacht, teilt Sobjanin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Rettungskräfte untersuchen demnach Trümmerteile am Boden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet zudem den Abschuss von 95 ukrainischen Drohnen über zentralen und südlichen Regionen des Landes.
Wadephul kritisiert Russlands DrohungenMit scharfer Kritik hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf indirekte Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew reagiert. Die Drohungen seien „inakzeptabel“, sagte er der „Bild“. Wadephul sprach mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin von einem „Zeichen der Panik, die in Moskau umgeht, weil die Konsequenzen der endlosen Kette schwerster Fehlentscheidungen Putins nicht mehr zu verstecken sind“. Der Krieg gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine, mit jedem weiteren Tag aber auch ein Beweis der absoluten „Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten, die als Kanonenfutter zu Tausenden in verlorene Schlachten geschickt werden“, sagte der Außenminister. „Das Regime weiß genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden kann.“
Selenskyj warnt vor Teilnahme an Weltkriegsparade in MoskauDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vertreter mit Russland verbündeter Staaten davor gewarnt, am Samstag an der Weltkriegsparade in Moskau teilzunehmen. „Wir haben auch Meldungen aus einigen an Russland angrenzenden Staaten erhalten, wonach deren Vertreter vorhaben, nach Moskau zu reisen“, sagte Selenskyj am Donnerstag in seiner allabendlichen Videoansprache und fügte an: „Ein seltsamer Wunsch, gerade in diesen Tagen. Wir raten davon ab.“ Unterdessen wiederholte Russland seine Drohung von Gegenschlägen auf Kiew, sollte die Ukraine angreifen. „Wir erinnern die Zivilbevölkerung von Kiew und die Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen erneut daran, dass sie die Stadt rechtzeitig verlassen müssen“, erklärte das Verteidigungsministerium am Donnerstag. Im Falle eines ukrainischen Angriffs werde Moskau „mit gleicher Münze zurückzahlen“.
Weniger ausländische Ehrengäste zur Parade in Moskau erwartetZur Moskauer Parade zum „Tag des Sieges“ von 1945 erwartet der Kreml am Samstag weniger ausländische Ehrengäste als in den Jahren 2023 und 2024, als er ebenfalls keine „runden“ Jahrestage feierte. Jurij Uschakow, der außenpolitische Berater von Präsident Wladimir Putin, gab am Donnerstagnachmittag die diesjährige Gästeliste bekannt. Wie schon 2024 stehen darauf die Machthaber von Belarus, Alexandr Lukaschenko, und Laos, Thongloun Sisoulith. Letzterer ist 80 Jahre alt, hat noch zu Sowjetzeiten in Leningrad und Moskau studiert und bekleidet in dem Einparteienstaat neben dem Präsidentenamt auch das des Generalsekretärs der Laotischen Revolutionären Volkspartei. Außerdem kommen Uschakow zufolge der König von Malaysia, die „Präsidenten“ der abtrünnigen georgischen Gebiete Abchasien und Südossetien (die Moskau als Staaten anerkannt hat), der Führer der zu Bosnien-Hercegovina gehörenden bosnischen Serbenrepublik Siniša Karan und dessen Vorgänger, „unser wohlbekannter Freund Milorad Dodik“, sowie der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Letzterer hat aber schon angekündigt, nicht die Parade auf dem Roten Platz besuchen zu wollen, sondern lediglich einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer niederlegen zu wollen. So hatte es Fico schon im vergangenen Jahr gehalten. Der Besuch Ficos, dem einzigen Regierungschef eines EU- und NATO-Mitgliedslandes unter den voraussichtlichen Gästen, ist für den Kreml, dem stets an westlichen Renegaten gelegen ist, besonders prestigereich. Allerdings hat Fico vor Kurzem geäußert, die Slowakei unterstütze den EU-Beitritt der Ukraine, „denn wir wollen, dass die Ukraine, unser Nachbar, ein stabiles und demokratisches Land ist“, den Wunsch nach „freundschaftlichen Beziehungen“ zwischen beiden Ländern geäußert und einen Besuch in Kiew angekündigt. Es wirkt, als spiegele sich die militärisch derzeit für Moskau eingetrübte Lage im Angriffskrieg gegen die Ukraine auch in den Beziehungen zu Ländern, die dem Kreml sonst gewogen sind.