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12.05.2026
06:18 Uhr
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Angebot der ukrainischen NATO-Botschafterin +++ Deutschland finanziert Militärausbildung in der Ukraine +++ Luftangriff auf Kiew nach Auslaufen von Waffenruhe +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Pistorius: Ukrainer machen „riesige Fortschritte“Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht Anzeichen für eine Kehrtwende im schwierigen Abwehrkampf der Ukraine gegen russische Angreifer. Zugleich machte er nach einem Besuch ukrainischer Gefechtsstände im Osten des Landes deutlich, dass er aus den Erfahrungen der Ukraine beim Kampfeinsatz unbemannter Waffensysteme weitere Schlüsse für die Bundeswehr ziehen will.„Ich glaube, dass die Ukrainer tatsächlich ein Momentum haben. Russland hat eine Phase der Schwäche, sowohl wirtschaftlich als auch innenpolitisch, als auch auf dem Gefechtsfeld“, sagte Pistorius, der am Dienstag in den Gebieten von Saporischschja und Dnipro unterwegs war. Und: „Die Ukrainer machen riesige Fortschritte. Die Schläge gegen russische Militärinfrastruktur im Hinterland werden empfindlicher und hinterlassen Wirkung.“Pistorius wurde in Kommandostellen der Ukrainer erklärt, wie Drohnen zur Aufklärung und Bekämpfung russischer Waffensysteme und Soldaten genutzt werden. Die Ukraine hat vor allem seit dem vergangenen Jahr Fähigkeiten entwickelt, von denen auch die Bundeswehr als Teil einer strategischen Partnerschaft profitieren soll. „Heute reden viele von einer entscheidenden Phase des Krieges, möglicherweise zugunsten der Ukraine“, sagte Pistorius. Eine für die Ukraine sehr pessimistische Prognose über den weiteren Kriegsverlauf werde heute nicht mehr geteilt. Das erkläre vielleicht auch, warum der russische Präsident Wladimir Putin über ein baldiges Ende des Krieges spreche, obwohl er selbst ihn sofort beenden könne.
Ukraine arbeitet mit Palantir zusammenDie Ukraine setzt bei dem Wettrüsten in der Nutzung Künstlicher Intelligenz auf dem Schlachtfeld auf Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Konzern Palantir. Die Zusammenarbeit mit dem Datenanalyse-Spezialisten solle ausgebaut werden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Treffen mit Palantir-Chef Alex Karp am Dienstag mit. „Palantir ist ein renommiertes globales Unternehmen mit großem Potential“, schrieb er auf der Online-Plattform X. Es gebe sicherlich Bereiche, in denen man sich gegenseitig nützlich sein und die Verteidigung der Ukraine, der Vereinigten Staaten und der Partner stärken könne.Die Regierung in Kiew hat mit Palantir das Projekt „Brave1 Dataroom“ ins Leben gerufen. Dabei soll auf Grundlage von Kampfdaten, die seit der russischen Invasion im Jahr 2022 gesammelt wurden, eine KI zur Abwehr von Drohnen entwickelt werden. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärte nach seinem Treffen mit Karp auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, Technologie, Datenanalyse und Berechnungen der Kriegsführung hätten direkte Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Schlachtfeld. Nach seinen Angaben trainieren bereits über 100 Unternehmen mit mehr als 80 Modellen zur Erkennung und zum Abfangen von Luftzielen.In Zusammenarbeit mit Palantir habe die Ukraine ein System zur detaillierten Analyse von Luftangriffen entwickelt, hieß es weiter. Zudem seien KI-Lösungen für die Verarbeitung großer Mengen an Geheimdienstdaten implementiert und die Technologien in die Planung ukrainischer Angriffe tief im feindlichen Hinterland integriert worden.
Deutschland finanziert Militärausbildung in der UkraineDeutschland beteiligt sich mit mehr als zehn Millionen Euro an einer EU-Initiative zum Aufbau militärischer Ausbildungszentren in der Ukraine. Mit dem Beitrag finanziert die Bundesrepublik die Infrastruktur für eine komplette Ausbildungseinrichtung, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Rande eines Besuchs in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sagte.Diese Ausbildungseinrichtungen in der Ukraine sollen nach seinen Worten dafür sorgen, dass die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Armee hoch bleibt - auch nach einem möglichen Friedensschluss mit Russland, das vor gut vier Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Pistorius sagte weiter, dies sei eine von mehreren Maßnahmen zu künftigen Abschreckung. Bislang seien fast 27.000 ukrainische Soldaten in Deutschland ausgebildet worden.
Luftangriff auf Kiew nach Auslaufen von WaffenruheRussland hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge in der Nacht mehr als 200 Drohnen auf sein Land abgefeuert. „Russland selbst hat beschlossen, das mehrere Tage andauernde teilweise Schweigen zu beenden“, erklärt er auf der Online-Plattform X. An frühen Dienstagmorgen hatten die Behörden in der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen russischen Luftangriff gemeldet. „Derzeit befinden sich feindliche Drohnen über Kiew“, schrieb der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. Er rief die Bewohner auf, bis auf Weiteres Schutz zu suchen. Es war der erste Luftalarm in Kiew seit Freitag. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine verkündet, die am Samstag in Kraft trat. Kiew und Moskau warfen sich gegenseitig eine Verletzung der Feuerpause vor.
Russland senkt Prognose für Wirtschaftswachstum von 1,3 auf 0,4 ProzentRussland hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2026 voraussichtlich nur noch um 0,4 Prozent wachsen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak der Zeitung „Wedomosti“. Zuvor war die Regierung in Moskau von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 nahm Nowak die Erwartungen zurück: Die Wirtschaft werde dann voraussichtlich noch um 1,4 Prozent zulegen, nach zuvor prognostizierten 2,8 Prozent. Für 2029 rechne die Regierung mit einem Wachstum von 2,4 Prozent. Die der Haushaltsplanung zugrunde liegende Prognose für den Ölpreis bleibe für 2026 unverändert bei 59 Dollar pro Barrel. Für die Jahre 2027 bis 2029 sei sie auf 50 Dollar gesenkt worden.
Ukrainische Behörden: Korruptionsermittlungen gegen Selenskyjs früheren StabschefDie ukrainischen Behörden haben den früheren Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, am Montag im Zusammenhang mit einer Korruptionsuntersuchung als Verdächtigen eingestuft. Jermak werde verdächtigt, Teil einer kriminellen Vereinigung zu sein, teilten die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden mit. Diese soll rund 10,5 Millionen Dollar durch ein Luxus-Wohnprojekt außerhalb der Hauptstadt Kiew gewaschen haben. Die Behörden nannten Jermak in Übereinstimmung mit dem ukrainischen Recht nicht namentlich, er wurde jedoch von lokalen Medien identifiziert. Gegenüber dem ukrainischen Sender Radio Liberty bestritt Jermak, Immobilien in dem Projekt zu besitzen, äußerte sich jedoch nicht weiter. Ein Sprecher Selenskyjs erklärte, es sei zu früh für eine Stellungnahme.Jermak galt lange als die zweitmächtigste Person in der Ukraine nach Selenskyj und als dessen rechte Hand. Der frühere Filmproduzent war zudem der führende Unterhändler Kiews bei den von den Vereinigten Staaten unterstützten Friedensgesprächen mit Russland. Er trat im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einer weitreichenden Untersuchung von Korruption auf hoher Ebene zurück.
Neue EU-Sanktionen sollen russische Rüstungsindustrie treffenDie Europäische Union nimmt mit einem 21. Sanktionspaket, über das die Mitgliedstaaten derzeit beraten, die russische Rüstungsindustrie ins Visier. Das teilt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bei Beratungen der Außenminister in Brüssel mit. Zudem könnten die Mitgliedstaaten Vorschläge zum Vorgehen gegen die sogenannte Schattenflotte einbringen, fügt sie hinzu. Im vergangenen Monat hat die EU das 20. Sanktionspaket gegen Russland sowie einen Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro gebilligt.
Selenskyj kündigt mehr Rüstungsprojekte mit Deutschland anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf weitere Gemeinschaftsprojekte mit Deutschland bei der Rüstungsproduktion. Derzeit gebe es sechs Projekte, „aber das ist nur der Anfang“, sagte Selenskyj in Kiew bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. „Lasst das für die Russen eine Überraschung sein“, so Selenskyj. Was sich Pistorius von einer ausgeweiteten Kooperation erhofft, lesen Sie in unserem aktuellen Bericht aus Kiew.
Bundesregierung: Russland beauftragt Kriminelle mit MordenDass die russische Regierung mit der Organisierten Kriminalität zusammenarbeitet, ist keine neue Erkenntnis. Die Bundesregierung aber weist jetzt noch einmal sehr deutlich darauf hin, dass die russischen Geheimdienste zunehmend Aufträge an kriminelle Strukturen auslagerten – und dass es dabei auch um Mordaufträge gehe: „Eine Zusammenarbeit russischer Stellen mit Akteuren der Organisierten Kriminalität (OK) bietet sich dabei insbesondere bei disruptiven Aktivitäten wie Sabotage- oder Tötungsoperationen an“, schreibt das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, die der F.A.Z. vorliegt. Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet. Die Russisch-Eurasische Organisierte Kriminalität – zu der Netzwerke in Ländern der ehemaligen Sowjetunion gezählt werden – verfüge über enge und mannigfaltige Kontakte in die russische Regierung. Ihre Aktivitäten würden durch die russischen Behörden toleriert, im Gegenzug seien die kriminellen Organisationen gezwungen, im Bedarfsfall mit diesen zu kooperieren, schreibt das Innenministerium. „Es gibt Hinweise auf entsprechende Verbindungen auch in Deutschland.“ Ein Vorteil der Zusammenarbeit mit Kriminellen liegt laut Bundesregierung in der „plausiblen Abstreitbarkeit einer russischen Urheberschaft“: Anders als bei „hauptamtlichen“ Geheimdienst-Mitarbeitern kann der Kreml die Verantwortung für eine Aktion viel einfacher abstreiten, selbst wenn die Täter gefasst oder ermittelt werden. Zudem verfügten Kriminelle über „nutzbare Fähigkeiten“ für Sabotage- und Tötungsoperationen.
Kriegsende? Bundesregierung sieht „keinen substanziellen Fortschritt“Die Bundesregierung hält die jüngsten Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht für glaubwürdig. Es gebe „keinen substanziellen Fortschritt“, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Putin hatte am Wochenende angedeutet, dass sich der Krieg seinem Ende nähern könnte. Zugleich schlug Putin Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler vor. Kornelius will sich zu der Personalie konkret nicht äußern. Putin wisse, wer in Europa seine Ansprechpartner seien, sagt er lediglich. Europa stehe bereit, an Verhandlungen teilzunehmen. Dazu müsse Putin aber seine wirkliche Bereitschaft deutlich machen, etwa mit einer sofortigen Waffenruhe.
Krichbaum: Schröder ließ sich durch Putin vereinnahmen Der Staatsminister im Auswärtigen Amt Gunther Krichbaum hält den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht für einen „ehrlichen Makler“ in Verhandlungen mit Russland. Schröder habe sich „sicherlich sehr vereinnahmen lassen durch Herrn Putin“, sagte der CDU-Politiker vor einem Treffen der EU-Außenminister in Büssel, bei dem er Johann Wadephul vertrat. „Enge Freundschaften mögen überall legitim sein auf dieser Welt, aber sie tragen nicht dazu bei, dass man deshalb auch als lauterer Verhandlungspartner dann wahrgenommen werden kann.“ Es war die bisher deutlichste Zurückweisung seitens der Bundesregierung eines Vorschlags von Präsident Wladimir Putin, Schröder als Vermittler einzusetzen. Zahlreiche weitere Außenminister machten in Brüssel deutlich, dass es Russland nicht zustehe, den Vertreter Europas in möglichen Verhandlungen über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine zu benennen. Zugleich wurden Unterschiede hinsichtlich des richtigen Zeitpunkts von direkten Gesprächen deutlich. Auf der einen Seite sagte die österreichische Ministerin Beate Meinl-Reisinger, es sei der „richtige Weg, aktiv in Verhandlungen einzusteigen und ein Verhandlungsteam zu nominieren“. Auf der anderen Seite sagte die schwedische Vertreterin Maria Malmer Stenergard, dass Verhandlungen derzeit „nicht realistisch“ seien. Putin versuche, „unsere Aufmerksamkeit auf die falschen Dinge zu lenken“, sagte sie. Auch die Vertreter der baltischen Staaten forderten, nun über das nächste Sanktionspaket gegen Russland statt über Verhandlungen zu reden.
Ukraine: Drohnenangriffe und Gefechte trotz WaffenruheTrotz der von den USA vermittelten Waffenruhe hat die Ukraine russische Drohnenangriffe und Gefechte an der Front gemeldet. In der südöstlichen Region Saporischschja sei ein Mensch getötet und zwei weitere seien verletzt worden, teilt der dortige Gouverneur mit. In Cherson habe es zwei Tote und zwei Verletzte gegeben. Drei Menschen seien in der Region Mykolajiw verletzt worden, fünf in Charkiw und vier in Donezk, heißt es von den örtlichen Behörden weiter. Der ukrainische Generalstab registrierte nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 180 Gefechte entlang der Frontlinie. Zudem hätten russische Truppen am Sonntag 8037 sogenannte Kamikaze-Drohnen gegen Siedlungen und militärische Stellungen eingesetzt. Eine Stellungnahme Moskaus lag zunächst nicht vor.
Kallas gegen Schröder als Vermittler Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat sich skeptisch über den Vorschlag von Kreml-Chef Wladimir Putin geäußert, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler in den Friedensverhandlungen mit der Ukraine einzusetzen. Angesichts Schröders Vergangenheit als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei „klar“, warum Putin ihn als Vermittler haben wolle, sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Der Altkanzler würde dann „auf beiden Seiten des Verhandlungstisches“ sitzen.Grundsätzlich wäre es „nicht sehr weise“, Russland die Ernennung eines Vermittlers „in unserem Namen“ zu überlassen, fuhr Kallas fort. Die Europäer müssten zunächst untereinander diskutieren, worüber sie mit den Russen sprechen wollen, argumentierte die EU-Außenbeauftragte. Dies werde beim Treffen der Außenministerinnen und Außenminister Ende Mai in Schweden besprochen.Putin hatte hinsichtlich der Bemühungen um eine Beendigung des Ukrainekriegs am Samstag Schröder als seinen bevorzugten Vermittler von europäischer Seite genannt.
Freilassung Gefangener: Trump dankt Lukaschenko für FreundschaftRussland und Belarus haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Gefangene freigelassen. „Wir haben soeben die Freilassung von drei polnischen und zwei moldauischen Gefangenen aus belarussischer und russischer Haft erwirkt“, schreibt Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. „Mein Freund, der polnische Präsident Karol Nawrocki, hat sich im vergangenen September mit mir getroffen und mich gebeten, dabei zu helfen, Andrzej Poczobut aus einem belarussischen Gefängnis freizubekommen.“ Dieser sei nun frei. „Die USA liefern Ergebnisse für unsere Verbündeten und Freunde. Ich danke Präsident Alexandr Lukaschenko für seine Kooperation und Freundschaft. Sehr schön!“ Wer die anderen Freigelassenen sind und welche Umstände zu den Freilassung führten, teilt Trump nicht mit.