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24.03.2026
16:41 Uhr
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F.A.Z.-Korrespondent am Einschlagsort im Zentrum der Stadt +++ Mutmaßliche Russland-Spione in Deutschland und Spanien festgenommen +++ Russland startet Satelliten als Starlink-Ersatz +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Ein Toter nach russischen Angriffen auf die UkraineBei einem russischen Angriff im südukrainischen Gebiet Odessa sind nach Angaben der Rettungsdienste ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. Der Angriff habe sich am späten Dienstagabend ereignet. Ein Privathaus sei beschädigt worden, es sei ein Feuer ausgebrochen, wodurch sechs weitere Gebäude in der Nähe ebenfalls beschädigt worden seien. Inzwischen sei der Brand gelöscht. Auch aus dem nordukrainischen Gebiet Tschernihiw wurde ein russischer Angriff gemeldet. Dabei wurde nach Angaben eines regionalen Stromanbieters von Mittwochmorgen eine Energieanlage beschädigt. Fast 150.000 Kunden müssten deshalb ohne Elektrizität auskommen. Mit der Reparatur soll begonnen werden, sobald es die Lage zulässt.
Bürgermeister Sadowyj: 17 Menschen verletzt im KrankenhausIn der westukrainischen Großstadt Lemberg (Lwiw) sind mehrere Menschen nach Behördenangaben durch russische Drohnenangriffe verletzt worden. Bürgermeister Andrij Sadowyj zufolge werden 17 Menschen in Krankenhäusern der Stadt behandelt. Er schrieb von Einschlägen an mehreren Stellen der Stadt, ein Wohnhaus sei zweimal getroffen worden.
Fast 1000 Drohnen seit MontagabendRussland hat die Ukraine nach Angaben der dortigen Luftwaffe seit Montagabend mit 948 Drohnen angegriffen. Tagsüber seien es 556 gewesen, von denen die ukrainische Flugabwehr 541 abgefangen habe, heißt es weiter.
Tote und Verletzte in Kursk und Iwano-FrankiwskIn Russland und der Ukraine gibt es nach offiziellen Angaben bei gegenseitigen Drohnenangriffen Tote und Verletzte. In der russischen Region Kursk werden demnach bei einer ukrainischen Attacke ein Mensch getötet und 13 weitere verletzt, während in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk bei einem russischen Angriffen zwei Menschen sterben und vier weitere verletzt werden. Dies geben die jeweiligen regionalen Gouverneure bekannt.
Historische Kirche getroffenBei einem russischen Drohnenangriff auf die westukrainische Stadt Lemberg (Lwiw) wurde ukrainischen Angaben zufolge die zum Unesco-Welterbe gehörende St.-Andreas-Kirche aus dem 17. Jahrhundert getroffen. Russland greife am helllichten Tag ein belebtes Stadtzentrum an, erklärt Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko auf der Kurznachrichtenplattform X. Bei der für die Tageszeit ungewöhnlichen Attacke werden nach Angaben örtlicher Behörden zwei Menschen verletzt. Das historische Zentrum von Lwiw ist für seine gut erhaltene mittelalterliche Architektur bekannt.
Zwei Festnahmen wegen Russland-SpionageIn Spanien und Nordrhein-Westfalen wurden am Dienstag zwei Personen festgenommen, die in Deutschland für einen russischen Geheimdienst spioniert haben sollen. Darüber informierte die Bundesanwaltschaft am Dienstagnachmittag in einer Pressemitteilung. Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich demnach um eine Rumänin und einen Ukrainer. Beide werden verdächtigt, ab Dezember 2025 eine Person in Deutschland ausgespäht zu haben, die Drohnen und Bauteile in die Ukraine lieferte. Laut der Mitteilung \"sammelte der Beschuldigte im Internet Informationen und fertigte Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz des Betroffenen an\". Später habe die Beschuldigte die Beobachtung der Zielperson übernommen und dessen Wohnort mit dem Mobiltelefon gefilmt. Beide sollen bald einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, um eine Untersuchungshaft zu prüfen. Die Ermittlungen führte das Bayerische Landeskriminalamt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz.
Abgestürztes Flugobjekt in Litauen war ukrainische DrohneBei einem im Südosten des baltischen EU- und NATO-Mitglieds Litauen abgestürzten Flugobjekt handelt es sich nach Angaben der Regierung in Vilnius um eine ukrainische Drohne. Regierungschefin Inga Ruginiene teilte mit, der Vorfall habe sich im Zusammenhang mit einer Operation der Ukrainer gegen Russland ereignet. „Wir können schon mit Sicherheit sagen, dass es sich um eine verirrte Drohne handelte“, sagte sie nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Vilnius. Die Drohne war in der Nacht zu Montag im Bezirk Varena nahe der Grenze zu Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen und auf einem zugefrorenen See abgestürzt. Sie war weder von Militärradargeräten erfasst noch vom Grenzschutz bemerkt worden. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera, die der litauische Rundfunk veröffentlichte und die den Vorfall zeigen sollen, sind eine Explosion und brennende Trümmer zu sehen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.Nach Angaben von Verteidigungsminister Robertas Kaunas gehörte die Drohne nach ersten Erkenntnissen zu einem Drohnenschwarm, der für einen Angriff auf den Hafen von Primorsk im Nordwesten Russlands eingesetzt wurde. Höchstwahrscheinlich sei sie durch russische elektronische Abwehrmaßnahmen fehlgeleitet worden. Die Drohne flog Kaunas zufolge tief, weshalb sie weder von belarussischer noch von litauischer Seite gesichtet worden sei. Ruginiene und Kaunas betonten, Litauen habe zusätzliche Radargeräte zur Erkennung tieffliegender Drohnen bestellt.
Russland startet Satelliten als Starlink-ErsatzRussland hat die ersten 16 Satelliten ins All gebracht, die eines Tages im Rahmen eines Programms namens „Rasswet“ (Morgengrauen) eine Internetverbindung auf der Erde gewährleisten und den amerikanischen Anbieter Starlink ersetzen sollen. Das Luft- und Raumfahrtunternehmen „Büro 1440“ veröffentlichte am Dienstagmorgen Bilder, die zeigen sollen, wie sich Satelliten von der Trägerrakete abkoppeln. Diese war laut dem auf Weltallthemen spezialisierten russischen Blogger Vitalij Jegorow am Montagabend vom Weltraumbahnhof Plessezk des Verteidigungsministeriums gestartet, der im nordwestrussischen Gebiet Archangelsk liegt. „Büro 1440“ teilte weiter mit, jetzt würden die Satelliten auf die Zielumlaufbahn gebracht und sollten dann eine Verbindung herstellen. Zu erwarten seien „Dutzende Starts und Hunderte Satelliten“, um von einer erdnahen Umlaufbahn aus eine „globale Abdeckung“ zu gewährleisten. Starlink, das Vorbild des Projekts „Rasswet“, verfügt derzeit über mehr als 10.000 Satelliten und es sollen noch mehr werden.
Sicherheitskräfte in Moskau in erhöhter AlarmbereitschaftDer russische Inlandsgeheimdienst FSB, die Polizei und die Nationalgarde in Moskau sind in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA berichtet. Grund seien Hinweise, wonach die Ukraine Sabotageakte und Angriffe auf Regierungsvertreter, Angehörige des Verteidigungsministeriums und Polizisten plane. In dem seit vier Jahren andauernden Krieg haben beide Seiten immer wieder Ziele weit hinter der Front angegriffen. Dabei setzten sie Drohnen und Sabotageeinheiten ein, um Menschen zu töten und kritische Infrastruktur zu attackieren.
Moldau meldet Unterbrechung wichtiger StromverbindungRussische Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine wirken sich auf die benachbarte Republik Moldau aus. Die wichtigste Stromverbindung zwischen dem Land und Europa sei gekappt, teilt Präsidentin Maia Sandu auf X mit. „Es gibt alternative Routen, aber die Lage bleibt fragil. Russland allein ist dafür verantwortlich.“
Tote nach Explosion in Wohnhaus auf der KrimIn der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind in der Nacht bei einer schweren Explosion in einem Wohnhaus nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet worden. „Weitere acht Menschen wurden verletzt, die Ärzte leisten ihnen alle nötige Hilfe“, schrieb Sewastopols Gouverneur Michail Raswosschajew bei Telegram. Die Ursache der Detonation werde noch untersucht.Die Wucht der Explosion hat Behördenangaben nach zu einem Teileinsturz des Gebäudes geführt. Auch ein Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen und daher ebenfalls evakuiert.In der Nacht gab es ukrainische Drohnenangriffe auf die Krim. Auch in Sewastopol selbst wurde Luftalarm ausgelöst. Es ist allerdings unklar, ob die Drohnen die Explosion ausgelöst haben. Sewastopol gilt als strategisch wichtiger Hafen mit einer Reihe von Militärobjekten. Die Krim dient dem russischen Militär als Nachschubbasis für den Krieg vor allem im Süden der Ukraine.
Tote in der Ukraine bei russischen AngriffenBei russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht mehrere Menschen getötet worden. In Saporischschja habe es einen Toten und fünf Verletzte gegeben, teilt Regionalgouverneur Iwan Fedorow mit. Bei den schweren Angriffen seien zudem unter anderem Wohnhäuser, ein Hotel und Industrieanlagen beschädigt worden. In der Region Poltawa starben nach Behördenangaben zwei Menschen, elf weitere wurden verletzt. Bei einem Drohnenangriff auf einen Zug in der Region Charkiw wurde der örtlichen Staatsanwaltschaft zufolge ein Fahrgast getötet. Der Zug befand sich an einem Bahnhof in dem Dorf Slatyne. In fast der gesamten Ukraine galt nach Angaben von ukrainischen Behörden wegen russischer Angriffe Raketenalarm. In allen Regionen außer Odessa wurde der Luftalarm ausgelöst, wie die ukrainischen Behörden am Dienstagmorgen mitteilten. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Montagabend unter Berufung auf Geheimdienstinformationen vor einem unmittelbar bevorstehenden Großangriff Russlands gewarnt.
Ukraine fordert Waffen für Angriffe auf russische DrohnenfabrikenDie Ukraine hat russische Produktionsstätten für Drohnen als legitime militärische Ziele bezeichnet und den Westen zur Lieferung weitreichender Waffen aufgefordert. Russlands Lieferung modernisierter Drohnen an den Iran mache Moskau zu Teherans wichtigstem Komplizen im Krieg, sagte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk vor dem Weltsicherheitsrat. Die Lieferungen modernisierter Versionen der iranischen Schahed-Drohnen an Teheran stellten eine beispiellose Eskalation dar, die es dem Iran ermögliche, Golfstaaten und US-Streitkräfte in der Region über längere Zeit anzugreifen.„Russische Drohnenproduktionsstätten sollten als legitime Ziele für Militärschläge im Kampf gegen das Mullah-Regime betrachtet werden“, sagte Melnyk. Die Ukraine greife bereits russische Drohnenfabriken an, könne jedoch mit neuen Waffen und Ressourcen effektiver sein. Die Bereitstellung von Waffen für Angriffe in der Tiefe und die Unterstützung der ukrainischen Produktion von Langstreckenraketen würden die kollektiven Bemühungen um Frieden im Nahen Osten unterstützen.