FAZ 25.03.2026
21:04 Uhr

Liveblog UkraineKrieg: Selenskyj: USA knüpfen Sicherheitsgarantie an Ukraine-Rückzug aus Donbass


Das sagte der ukrainische Präsident in einem Interview mit Reuters +++ Merz: Ukraine hat eigene Langstreckenwaffen +++ Ukrainische Drohnen gehen in Lettland und Estland nieder +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog UkraineKrieg: Selenskyj: USA knüpfen Sicherheitsgarantie an Ukraine-Rückzug aus Donbass

Orbán will Gasdurchleitungen in die Ukraine stoppen Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat angekündigt, die Durchleitung von Erdgas in die Ukraine ab Juli einzustellen. Eine diesbezügliche Verordnung wurde in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtsblatt veröffentlicht. Der Ungar will damit nach eigenen Angaben den Druck auf das von Russland angegriffene Nachbarland erhöhen, die durch einen russischen Angriff beschädigte Erdölleitung Druschba schneller wieder in Betrieb zu nehmen.„Solange die Ukraine uns kein Öl gibt, solange bekommt sie aus Ungarn kein Gas“, hatte  Orbán  am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Die Blockade der Gasdurchleitung in die Ukraine wirft schwerwiegende juristische und europarechtliche Fragen auf. Der Gashandel liegt in den Händen privater Firmen, darunter Unternehmen, die mit dem Energieträger handeln und solchen, die den Transport durch Röhren bewerkstelligen. In Ungarn ist dies der Pipeline-Betreiber FGSZ, eine Tochter des Mineralölkonzerns MOL.Die Händler erwerben bei den Pipeline-Betreibern Kapazitäten für die Durchleitung, die diese bei Auktionen vergeben.  Orbáns Verordnung untersagt es nun dem ungarischen Betreiber FGSZ, ab Juli Kapazitäten für die Durchleitung zu den Übertrittspunkten in die Ukraine anzubieten. Die Kapazitäten für das zweite Quartal (April bis Juni) hat das Unternehmen bereits verkauft. Ein Eingriff in diese Verträge hätte für die Regierung enorme Schadenersatzforderungen zur Folge. Orbáns Verordnung kann prinzipiell jederzeit zurückgenommen werden. Die Ukraine erhielt im vergangenen Jahr nach Angaben des staatlichen Gasnetzbetreibers rund 44 Prozent ihrer Gasimporte über Ungarn. Weitere wichtige Transitländer für den ukrainischen Gasimport sind Polen und die Slawakei. Orbáns Verordnung könnte jederzeit auch zurückgenommen werden.Der Ungar steht am 12. April vor einer Parlamentswahl. Zuletzt blockierte Orbán in der EU einen für die Ukraine überaus wichtigen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro. Orbán gilt als wichtigster Verbündeter Russlands in der EU. 

Hafen- und Energieanlagen bei Angriff in Odessa beschädigtIn der südukrainischen Region Odessa sind bei einem russischen Angriff in ⁠der Nacht Hafen-, Energie- und Industrieanlagen beschädigt worden. Eine Person sei verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Der Angriff habe in einigen Siedlungen zu einer Unterbrechung der Stromversorgung geführt. ‌Die kritische Infrastruktur sei auf Notstrom umgestellt worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. 

Belarus und Nordkorea unterzeichnen „Freundschaftsvertrag“Beim ersten offiziellen Besuch des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko in Nordkorea haben beide Länder einen „Freundschafts- und Kooperationsvertrag“ unterzeichnet. „Dank einer umfassenden und stetigen Entwicklung treten wir heute in eine grundlegend neue Phase ein“, sagte Lukaschenko nach der Unterzeichnung des Vertrages laut der belarussischen Nachrichtenagentur Belta. Anschließend besuchten beide Staatschefs laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA den „Kumsusan-Palast der Sonne“, wo die einbalsamierten Leichname von Kims Vater Kim Jong Il und seinem Großvater Kim Il Sung aufgebahrt werden. Dort habe Lukaschenko auch im Namen des russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Blumenstrauß niedergelegt. Bei einer weiteren Zeremonie habe Lukaschenko am „Befreiungsturm“ einen Kranz niedergelegt und gemeinsam mit Kim eine Schweigeminute eingelegt, „im Gedenken an die gefallenen Kämpfer der Sowjetarmee, die ihr kostbares Leben dem heiligen Befreiungskrieg Koreas gewidmet haben“\" berichtete KCNA unter Bezug auf das Ende der japanischen Kolonialherrschaft im Jahr 1945. 

Drohnentrümmer fallen auf rumänisches GebietTrümmer einer abgeschossenen Drohne sind dem Verteidigungsministerium in Bukarest zufolge auf rumänischem Territorium niedergegangen. Die Teile seien am Rande ⁠des Dorfes Parches im Grenzbezirk Tulcea gefunden worden, teilt das Ministerium mit. Schäden seien nicht bekannt. Die Drohne sei von der ukrainischen Luftabwehr während eines nächtlichen russischen Angriffs auf die Ukraine abgefangen und zerstört worden. Seit Beginn des großangelegten russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor ‌über vier Jahren sind wiederholt Drohnenteile auf rumänischem Staatsgebiet niedergegangen. Rumänien ist Mitglied der NATO und der Europäischen Union. 

Nordkoreas Machthaber Kim empfängt belarussischen Staatschef LukaschenkoDer belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko ist am Mittwoch von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang empfangen worden. Kim habe Lukaschenko bei dessen ersten offiziellen Besuch in Nordkorea „freudig“ empfangen und „herzlich“ willkommen geheißen, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Eine Willkommenszeremonie für Lukaschenko fand demnach auf dem Kim-Il-Sung-Platz in der nordkoreanischen Hauptstadt statt.Sowohl Minsk als auch Pjöngjang gehören zu den wichtigsten Unterstützern des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.

Britische Regierung erlaubt Armee Beschlagnahmung von Schiffen russischer SchattenflotteDie britische Regierung hat der Armee des Landes die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer habe zugestimmt, „dass die britischen Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden nun Schiffe stoppen können, die vom Vereinigten Königreich sanktioniert wurden und britische Gewässer durchqueren“, teilte die britische Regierung am Mittwoch mit.Großbritannien erhöhe den Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, erklärte Downing Street. London werde „die Schattenflotte weiter in die Zange nehmen, indem es britische Gewässer, einschließlich des Ärmelkanals, für sanktionierte Schiffe sperrt“. Das werde die Betreiber der Schiffe „zwingen, entweder auf längere, finanziell schmerzhafte Routen auszuweichen oder zu riskieren, von britischen Kräften festgesetzt zu werden.“

Vier Tote bei gegenseitigen AngriffenBei russischen Angriffen auf die nordostukrainische Stadt Charkiw und die umliegende Region kommen ‌zwei Menschen ums Leben. Eine in der Stadt verletzte Frau erliegt ihren Verletzungen im Krankenhaus, teilen ‌die Staatsanwälte der ‌Region auf Telegram mit. Eine russische Drohne tötet einen Mann in seinem Auto in einem Bezirk näher an ​der Grenze. Insgesamt werden ⁠neun Menschen bei Angriffen auf zwei Stadtbezirke verletzt. Die rund 30 Kilometer ​von der Grenze entfernte Stadt ist häufiges Ziel russischer ⁠Angriffe. Im südwestukrainischen Donauhafen ‌Ismail werden bei einem Angriff Hafen- und Energieanlagen beschädigt, melden örtliche Behörden.Auf russischer Seite meldet der ⁠Gouverneur der Region ⁠Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, zwei Tote durch ukrainische Drohnenangriffe - einen 18-jährigen ⁠Motorradfahrer ​in ⁠einem grenznahen Dorf und eine ​Autofahrerin in der Stadt Graiworon. Moskaus Bürgermeister ‌Sergej Sobjanin teilt mit, 17 ukrainische Drohnen seien am ​Mittwoch auf dem Weg ​in die Hauptstadt abgefangen und zerstört worden.

15 Simbabwer bei Kämpfen in Ukraine getötetIm Ukrainekrieg sind nach Angaben der Regierung von Simbabwe 15 Staatsangehörige des Landes getötet worden, die für Russland gekämpft haben. Die Männer seien unter falschen Versprechungen angeworben worden, sagt Informationsminister Zhemu Soda. Er spricht von Menschenhandel, der unter anderem über soziale Medien laufe. Weitere 16 ​Simbabwer seien aus dem Kriegsgebiet zurückgekehrt und würden medizinisch versorgt. Die russische Botschaft in der Hauptstadt Harare lehnt eine Stellungnahme ab.

Merz sieht keine Notwendigkeit für Taurus-LieferungBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht angesichts technologischer Fortschritte in der Ukraine keine Notwendigkeit mehr zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern. Die Ukraine verfüge heute selbst über Langstreckenwaffen, „die sie selbst gebaut“ habe und „die wesentlich wirkungsvoller sind als die relativ kleine Zahl von Taurus-Marschflugkörpern, die wir hätten liefern können“, sagte Merz am Mittwoch bei einer Regierungsbefragung im Bundestag.Die Ukraine sei heute „waffentechnologisch weit, weit vorangekommen gegenüber dem, was wir damals diskutiert haben, als dieser Krieg angefangen hat“, sagte Merz. Seine frühere Forderung, der von Russland angegriffenen Ukraine Taurus zu liefern, habe er zu einem Zeitpunkt geäußert, „wo ich angenommen habe, dass es in den Beständen der Bundeswehr genügend funktionsfähige Taurus-Marschflugkörper gibt, die wir auch an die Ukraine liefern können“. Die Ukraine sei „heute besser bewaffnet als je zuvor“, betonte der Kanzler. Das Land habe dabei allerdings erhebliche Finanzierungsschwierigkeiten. „Und deswegen lösen wir im Augenblick kein Problem mit zusätzlichen Waffen.“ Die Waffen seien da, „aber wir müssen Geld mobilisieren für die Ukraine, damit diese Waffen auch weiter gebaut werden können“. 

EU will Zulauf von Verteidigungstechnologie beschleunigenDie EU will die Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien beschleunigen und dafür ein Förderprogramm in Höhe von 115 Millionen Euro auflegen. Kriege und Schlachtfelder „ändern sich auf dramatische Art und Weise“, sagte EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius bei der Vorstellung des „Agile“ genannten Programms am Mittwoch in Brüssel. Die Streitkräfte bräuchten „neue Technologien, schnelle Lieferungen und sehr wettbewerbsfähige Preise“, erläuterte Kubilius den Hintergrund der Initiative. „Wir müssen bereit sein, die Kriege von morgen zu gewinnen und nicht nur die Kriege von gestern zu führen“, betonte Kubilius. „Wir müssen schlauer und schneller als unsere Gegner sein.“EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen erklärte, „Agile“ solle „unsere kreativsten Technologie-Unternehmen“ der Rüstungsindustrie näher bringen. 

Ukrainische Drohnen gehen in Estland und Lettland niederZwei verirrte ukrainische Militärdrohnen sind in der Nacht auf Mittwoch von Russland her in den Luftraum ​der NATO-Staaten Estland und Lettland eingedrungen. Eine davon flog um 3.43 Uhr Ortszeit gegen den Schornstein eines Kraftwerks in Estland, ⁠während die andere in Lettland abstürzte, wie die Regierungen der beiden baltischen Länder mitteilten. Die Drohnen seien Teil eines größeren ukrainischen Angriffs auf Ziele in Russland gewesen, erklärten die Behörden. Verletzte oder größere Schäden ‌habe es bei dem Vorfall an dem estnischen Ölschieferkraftwerk Auvere, das nur zwei Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt, nicht gegeben. Die Ukraine hatte am Mittwoch unter anderem zwei ‌russische Ostseehäfen mit Drohnen attackiert.Der estnische Außenminister Margus Tsahkna erklärte, die Drohne sei nicht auf Estland gerichtet gewesen. „Dies ist eine konkrete Folge des ⁠umfassenden Angriffskrieges ‌Russlands.“ Auch der lettische Präsident Edgars Rinkevics bestätigte, dass es sich bei der in seinem Land abgestürzten Drohne um eine ukrainische gehandelt habe.

Orbán will Gaslieferungen an die Ukraine einstellenIm Streit über den Ausfall russischer Öllieferungen durch die Ukraine kündigt Ungarn den Stopp seiner Gaslieferungen an das Nachbarland an. Ungarn werde sie so lange einstellen, bis die Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline wieder ​aufgenommen würden, sagte Ministerpräsident Viktor Orbán. „Wir stellen die Gaslieferungen von Ungarn in die Ukraine schrittweise ein und werden das Gas, das uns noch verbleibt, in Ungarn lagern“, erklärte er in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Die Lieferungen durch die Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei sind seit Ende Januar ausgesetzt. Die Regierung in Kiew macht ⁠einen russischen Angriff auf die Anlagen der Pipeline in der Westukraine dafür verantwortlich. Die Slowakei und Ungarn geben dagegen der Ukraine die Schuld an der Unterbrechung. 

Feuer in russischem Ölhafen nach ukrainischen DrohnenangriffenNach einem ukrainischen Drohnenangriff ist im russischen Ostsee-Ölhafen Ust-Luga ​den Behörden zufolge ein Feuer ausgebrochen. Opfer habe es keine gegeben, teilte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, mit. Das Ausmaß des Schadens war zunächst unklar. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wurde das Terminal ⁠abgeriegelt, Öldepots seien in Brand geraten. Das russische Verteidigungsministerium meldet wieder einen größeren Drohnenangriff. Landesweit seien in der Nacht 389 ukrainische Drohnen abgeschossen worden, unter anderem über der Region Moskau. Die Ölexporte von Ust-Luga und dem ebenfalls am Finnischen Meerbusen gelegenen Hafen Primorsk waren erst am Montag wieder aufgenommen worden, nachdem sie am Sonntag nach Drohnenangriffen ausgesetzt worden waren. 

Ein Toter nach russischen Angriffen auf die UkraineBei einem russischen Angriff im südukrainischen Gebiet Odessa sind nach Angaben der Rettungsdienste ​ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. Der Angriff habe sich am späten Dienstagabend ereignet. Ein Privathaus sei beschädigt worden, es sei ein Feuer ausgebrochen, wodurch sechs weitere Gebäude in der Nähe ebenfalls beschädigt worden seien. Inzwischen ⁠sei der Brand gelöscht. Auch aus dem nordukrainischen Gebiet Tschernihiw wurde ein russischer Angriff gemeldet. Dabei wurde nach Angaben eines regionalen Stromanbieters von Mittwochmorgen eine Energieanlage beschädigt. Fast 150.000 Kunden müssten deshalb ohne Elektrizität auskommen. Mit der Reparatur soll begonnen werden, sobald es die Lage zulässt.