FAZ 25.03.2026
13:10 Uhr

Liveblog Irankrieg: USA und Iran stehen offenbar über mögliches Kriegsende in Kontakt


USA verlegen offenbar 2000 Fallschirmjäger in den Nahen Osten +++ Iran antwortet wohl auf 15-Punkte-Plan der USA +++ Reiche warnt vor Treibstoffmangel im Falle eines langen Krieges +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: USA und Iran stehen offenbar über mögliches Kriegsende in Kontakt

Wadephul: Hoffentlich wird Gesprächen Chance auf Erfolg eingeräumt  Außenminister Johann Wadephul begrüßt das Bestreben von US-Präsident Donald Trump, Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran aufzunehmen. Er hoffe, dass den Gesprächen eine Chance auf Erfolg eingeräumt ​werde, sagt Wadephul bei einem Besuch seines tunesischen Amtskollegen Mohamed Ali Nafti in Berlin. „Es ist lobenswert, dass der US-Präsident sein Ultimatum an das iranische Regime um einige Tage verschoben hat und nun Verhandlungen anstrebt“, sagt Wadephul. „Das iranische Regime wäre gut beraten, jetzt darauf zu reagieren. Wenn es also eine Chance für Diplomatie gibt, sollten wir den Gesprächen ⁠auf jeden Fall eine Chance geben.“ 

Iran will sich Kriegsende nicht diktieren lassenIran hat nach Angaben eines Insiders einen Vorschlag der USA zur Beendigung des Krieges geprüft. Die Bedingungen seien überzogen, berichtet der iranische Fernsehsender \"Press ​TV\" unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Demnach werde Iran den Krieg nur zu einem Zeitpunkt seiner Wahl beenden, sofern seine Bedingungen erfüllt seien. 

Libanons Armee: Iranische Raketenteile im Libanon abgestürzt Im Libanon sind nach ersten Militärangaben Teile einer iranischen Rakete abgestürzt. Die libanesische Armee teilte auf der Plattform X mit, dass das eigentliche Ziel außerhalb des libanesischen Territoriums gelegen haben müsse. Die Rakete sei in großer Höhe explodiert. Als mögliche Ursachen würden eine technische Fehlfunktion oder der Abschuss durch eine Abfangrakete in Betracht gezogen, hieß es weiter. Der Vorfall ereignete sich am gestrigen Dienstagnachmittag.

Bundeskanzler Merz sieht keine iranische VerhandlungsbereitschaftIn der Regierungsbefragung im Bundestag fragt die SPD-Abgeordnete Derya Türk-Nachbaur den Kanzler, welche Maßnahmen er ergreife, um auf eine Beendigung des Irankrieges und eine Rückkehr zur Diplomatie hinzuwirken. Merz antwortet, man versuche derzeit, alles dafür zu tun, die USA und Israel zu einer Beendigung des Krieges zu bewegen. Für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch bräuchte es allerdings die Bereitschaft aller Beteiligten dafür – und die sehe er derzeit bei Iran nicht.Auf Nachfrage, ob es Optionen für Deutschland gebe, sich nach Beendigung des Krieges an der Sicherung der Region zu beteiligen, sagt Merz: „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir nach dem Ende der Kampfhandlungen Beiträge leisten wollen.“ Dafür brauche man in letzter Konsequenz die Zustimmung des Parlaments. „Es steht also unter mehrfachem Vorbehalt und das letzte Wort haben Sie hier im Bundestag“, sagt Merz.

Hizbullah lehnt Gespräche mit Israel abDie Hizbullah lehnt Gespräche mit Israel ab, solange sie unter Beschuss steht. Das käme einer erzwungenen Kapitulation nahe, erklärte Hizbullah-Anführer Naim Qassem in ​einer in seinem Namen verlesenen Fernsehansprache. Er rief zur \"Einheit gegen Israel\" auf. In der Rede, die auf einem der Hizbullah nahestehenden Fernsehsender ausgestrahlt wurde, hieß es, die \"Hizbullah-Kämpfer\" seien bereit, \"uneingeschränkt weiterzukämpfen\". 

Golfstaaten warnen vor existenzieller Bedrohung durch iranische Angriffe auf InfrastrukturDie arabischen Golfstaaten warnen vor einer existenziellen Bedrohung durch iranische Angriffe auf ihre Infrastruktur. „Es besteht eine existenzielle Bedrohung für die internationale ​und regionale Sicherheit. Dieses aggressive Vorgehen untergräbt das Völkerrecht und die Souveränität“, sagte Kuwaits Botschafter Naser Abdullah H. M. Alhayen vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Andere Golfstaaten erklärten, die Handlungen Irans zielten darauf ab, Terror zu verbreiten.Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Jamal Jama ⁠al Muscharach, verurteilte den „Versuch Irans, die internationale Ordnung durch rücksichtsloses expansionistisches Vorgehen zu destabilisieren“. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte, Irans Angriffe könnten Kriegsverbrechen darstellen. „Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen ein Ende haben. Sind sie vorsätzlich, können solche Angriffe Kriegsverbrechen darstellen“, sagte er vor dem Menschenrechtsrat.

Berichte: Frankreich und Großbritannien wollen Gespräche über Öffnung der Straße von Hormus ausrichten Großbritannien und Frankreich wollen britischen Medienberichten zufolge Gespräche zur Wiederöffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus ausrichten. Ein Treffen mit Vertretern aus rund 30 Ländern solle noch diese Woche stattfinden, zitierte der „Guardian“ am Mittwoch einen Verteidigungsbeamten. „Ich gehe davon aus, dass es in naher Zukunft eine Sicherheitskonferenz zur Straße von Hormus geben wird“, sagte er demnach. Ziel ist es den Berichten zufolge, eine Koalition zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bilden. Die Meerenge ist seit Beginn des Irankrieges faktisch von Iran weitgehend geschlossen.Die „Times“ berichtete, Großbritannien habe angeboten, nach dem ersten Treffen zur Straße von Hormus später einen Gipfel in Portsmouth oder London auszurichten, um Einzelheiten auszuarbeiten und die Koalition aufzubauen. Diese solle sicherstellen, dass die Wasserstraße wieder geöffnet werden könne – „sobald die Bedingungen stimmen“.

Iranisches Militär: Raketen in Richtung von US-Flugzeugträger abgefeuert Iran hat nach Militärangaben Raketen in Richtung des US-Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ abgefeuert. Der Flugzeugträger sei dadurch gezwungen worden, seine Position zu ändern, zitierte das Staatsfernsehen aus einer Erklärung des Militärs. Marinekommandant Shahram Irani drohte mit weiteren Angriffen, sollten sich feindliche Schiffe in Reichweite der iranischen Streitkräfte befinden. Jedoch haben die USA den Beschuss ihres Flugzeugträgers nicht bestätigt. Anfang März hatte das US-Zentralkommando (Centcom) Berichte aus Iran zurückgewiesen, wonach der Flugzeugträger \"USS Abraham Lincoln\" im Arabischen Meer von Raketen getroffen worden sein soll. Die vom Iran abgefeuerten Geschosse seien nicht einmal in die Nähe des Schiffs gelangt, teilte das Zentralkommando auf der Plattform X seinerzeit mit. 

Israel greift Ziele im Libanon an und Hizbullah feuert Raketen in Richtung Israel ab Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge weiter gegen die Hizbullah im Libanon vor. In der Nacht habe das Militär unter anderem eine Kommandozentrale in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut, Mitglieder der Miliz sowie Tankstellen, die sie zur Finanzierung nutze, angegriffen. Die israelische Armee teilte zudem mit, dass sie ihre „gezielten Bodeneinsätze“ im Südlibanon fortsetze, um in der Nähe zur israelischen Grenze gegen die Hizbullah vorzugehen. Unterdessen feuerte die vom Iran unterstützte schiitische Terrororganisation mehrfach Drohnen und Raketen in Richtung Israel. Die Miliz gab bekannt, dass sie mehr als hundert Raketen Richtung Israel und auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert habe.

Israel warnt Bürger vor erhöhter Terrorgefahr im Ausland Wegen des Krieges mit Iran sind Israelis im Ausland nach Einschätzung ihres nationalen Sicherheitsrates einer erhöhten Gefahr terroristischer Anschläge ausgesetzt. Insbesondere für die bevorstehenden Pessach-Feiern rief die Behörde am Mittwoch Israelis im Ausland auf, keine Veranstaltungen zu besuchen, die nicht gesichert sind oder an öffentlichen Orten stattfinden.Es sei zu erwarten, dass Iran seine Bemühungen verstärke, Anschläge gegen israelische und jüdische Ziele weltweit zu verüben. Bereits in den vergangenen Wochen seien mehrere Anschläge vereitelt worden, darunter von durch Iran inspirierten Einzeltätern, so der Sicherheitsrat in seiner Warnung. Er rief Israelis weltweit zu erhöhter Vorsicht auf.Insbesondere für Irans Nachbarländer, etwa die Türkei und Georgien, werde dringend vom Besuch von Orten abgeraten, „die mit Israel oder dem Judentum in Verbindung stehen“. Von einem Besuch der Halbinsel Sinai in Ägypten wird gänzlich abgeraten. Als weitere Vorsichtsmaßnahme empfiehlt die Behörde, keine Echtzeit-Informationen zum jeweiligen Aufenthaltsort oder Reiseplänen in Sozialen Netzwerken zu teilen. 

Israel meldet neuen Raketenbeschuss aus Iran Iran hat am Vormittag israelischen Angaben zufolge abermals Raketen auf das Land gefeuert. Israels Polizei meldete mehrere Einschläge im Land. Bislang gebe es keine Berichte über Opfer, teilten die Polizei sowie der Rettungsdienst Magen David Adom mit. In mehreren Landesteilen gab es Raketenalarm, in der Küstenmetropole Tel Aviv heulten am Vormittag gleich zweimal hintereinander die Warnsirenen. Iran bestätigte die Raketenwelle laut staatlichem Rundfunk. 

Iran warnt USA vor Invasion mit Bodentruppen Iran hat die USA vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen gewarnt. „Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere Truppenverlegungen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. „Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht auf die Probe“, fügte der frühere General hinzu.

Irak: Sieben Soldaten bei Luftangriff getötetBei einem Luftangriff im Westen des Irak sind staatlichen Angaben zufolge sieben Soldaten getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte das irakische Verteidigungsministerium mit. Der Angriff traf demnach eine Militärklinik und eine technische Abteilung eines Armeestützpunkts in der Provinz Anbar. Es gab keine Angaben dazu, von wem der Angriff stammen könnte. Es handle sich um „einen eklatanten und schwerwiegender Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen, die Angriffe auf medizinische Einrichtungen verbieten“, erklärte das Ministerium.