FAZ 26.03.2026
21:30 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump verlängert abermals Iran-Ultimatum


Die Frist laufe nun bis zum 6. April +++ US-Präsident: Zehn Öltanker haben Straße von Hormus passiert +++ Iran soll Gegenvorschlag auf US-Plan übersandt haben +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump verlängert abermals Iran-Ultimatum

Agentur: Thailändisches Frachtschiff läuft vor iranischer Insel auf GrundEin unter thailändischer Flagge fahrendes Frachtschiff ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim vor der Insel Keschm auf Grund ‌gelaufen. Die „Mayuree Naree“ war Anfang des Monats in der Straße von Hormus bereits von unbekannten Geschossen getroffen worden. Thailändischen Angaben zufolge ‌hatte die ‌omanische Marine 20 Besatzungsmitglieder gerettet, nachdem eine Explosion im Heck des Frachters ein Feuer im Maschinenraum ausgelöst hatte.

Blatt: Pentagon prüft Entsendung von 10.000 weiteren SoldatenDas US-Verteidigungsministerium prüft einem Zeitungsbericht zufolge die ‌Entsendung von bis zu 10.000 zusätzlichen Bodentruppen in den Nahen Osten. Damit solle US-Präsident Donald ‌Trump ‌mehr militärische Optionen erhalten, auch wenn er Friedensgespräche mit der Regierung in Teheran erwäge, berichtet das „Wall ​Street Journal“ unter ⁠Berufung auf Insider aus dem Pentagon.

Agentur: Selenskyj trifft saudischen Kronprinzen in DschiddaDer saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ‌und der ‌ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beraten nach Angaben der staatlichen ​saudischen Nachrichtenagentur ⁠in Dschidda über die regionale Eskalation und den ​Krieg in der Ukraine. Weitere ⁠Einzelheiten wurden zunächst ‌nicht genannt. Selenskyj hatte Anfang des Monats ⁠nach einem Gespräch ⁠mit dem Kronprinzen das ⁠Angebot Kiews ​erneuert, ⁠bei der ​Abwehr iranischer Drohnen zu helfen.

Trump empfindet Deutschlands Äußerung zum Irankrieg als „unangemessen“US-Präsident Donald Trump hat Deutschland wegen der ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Er habe es als „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: „Das ist nicht unser Krieg“, sagte der Republikaner während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Trump nannte keinen konkreten Namen, schrieb die Äußerung aber der Spitze zu („the head of Germany“).So oder so ähnlich hatten sich jüngst mehrere führende deutsche Politiker geäußert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte bei einem Besuch in Norwegen: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte: „Es ist nicht unser Krieg.“ Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) äußerte sich in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland: „Ich sage sehr klar: Das ist nicht unser Krieg.“Trump schilderte als seine Reaktion auf die von ihm zitierte Haltung, er habe gesagt: „Nun, die Ukraine ist nicht unser Krieg.“Der US-Präsident hatte die Nato-Verbündeten um Hilfe bei der militärischen Absicherung der durch den Irankrieg quasi blockierten Schifffahrt durch die Straße von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig für den weltweiten Ölhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, hat er sie wiederholt mit scharfen Worten kritisiert. 

Israel droht mit Tötung iranischer Führungsfiguren Israels Armee hat nach der Tötung des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden, Admiral Aliresa Tangsiri, damit gedroht, weitere wichtige Führungsfiguren in Iran ins Visier zu nehmen. Die Tötungen würden nicht aufhören, sagte Militärsprecher Effie Defrin am Abend. „Wir werden weiterhin jeden verfolgen, der Israel bedroht.“ Aus Iran gab es zunächst keine Bestätigung für den Tod des Marine-Kommandeurs.Israels Armee teilte am Abend außerdem mit, die israelische Luftwaffe habe am Mittwoch in Kermanschah und Desful Waffenlager, Raketenabschussrampen sowie dort tätige Iraner ins Visier genommen. Zudem habe das israelische Militär am Mittwoch sowie in der Nacht zu Donnerstag in Teheran und im Zentrum des Irans Waffenproduktionsstätten angegriffen.„Bislang haben wir mehr als 1.000 Ziele der iranischen Rüstungsindustrie angegriffen“, sagte Defrin weiter. Ziel sei es, die Bedrohung durch Drohnen und Raketen langfristig zu beseitigen.Iran feuerte im Laufe des Tages derweil in zehn Wellen Raketen auf Israel. Allein in der Küstenmetropole Tel Aviv mussten die Einwohner etliche Male Schutz suchen. Defrin betonte am Abend, dass die Zahl der von Iran abgeschossenen Raketen seit dem ersten Kriegstag vor fast einem Monat jedoch kontinuierlich abgenommen habe. 

Lagarde: Energieengpässe durch Nahost-Krieg könnten Jahre andauern EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnt vor langjährigen Störungen der Energieversorgung durch den Krieg im Nahen Osten. Die Erwartung einer raschen Rückkehr zur Normalität sei möglicherweise zu optimistisch, sagt sie in einem Interview mit dem Magazin \"The Economist\". Es sei bereits zu viel Energieinfrastruktur beschädigt worden. Der Schock für die Weltwirtschaft falle womöglich größer aus als ​von Experten derzeit angenommen, die Folgen dürften sich jedoch erst nach und nach zeigen. 

Iran lässt sich kein US-Ultimatum stellen Iran wird sich laut Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf keinem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump beugen. „Niemand kann Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen“, erklärte er auf der Plattform X. Die Kinder Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und diesen Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen.Trump hatte Iran damit gedroht, Kraftwerke und Energieanlagen zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen „sehr guter und produktiver Gespräche“ für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.Iran hatte gedroht, dass er im Gegenzug Energieanlagen anderer Länder in der Golfregion angreifen würde. Außerdem beharrt die Führung in Teheran darauf, die alleinige Kontrolle über die für den globalen Energiehandel zentrale Passage zu haben. Zuletzt blieb Trump jedoch vage, ob er an der Frist festhält. Während einer Kabinettssitzung sagte er, seine Entscheidung hänge von Einschätzungen seines Teams ab – darunter Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner. 

Norwegen senkt Steuern auf Kraftstoffe Das norwegische Parlament verabschiedet ein Gesetz zur vorübergehenden Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel. Damit sollen die infolge des Krieges im Nahen Osten stark gestiegenen Kraftstoffkosten abgefedert werden. Die von April bis September befristete Maßnahme führt nach Angaben von Finanzminister Jens Stoltenberg zu Mindereinnahmen von mindestens 3,3 ​Milliarden norwegischen Kronen (etwa 295 Millionen Dollar). Zudem billigen die Abgeordneten eine Reduzierung der CO2-Steuer. Dies bedeutet weitere Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe 

Barrot: Moskau hilft Iran, US-Ziele ins Visier zu nehmen Beim G7-Außenministertreffen nahe Paris haben die Außenminister die aktive russische Militärhilfe für Iran angeprangert. Der gastgebende französische Außenminister Jean-Noel Barrot sagte, Moskau helfe dabei, US-amerikanische Ziele in der Region ins Visier zu nehmen. Die Außenminister haben darüber beraten, wie sie die Straße von Hormus absichern können. Deutschland erwartet beim G7-Außenministertreffen in Vaux-de-Cernay Einblicke in die Ziele der Vereinigten Staaten in Iran. „Für die Bundesregierung ist es von großer Bedeutung, dass wir genau wissen, was unsere amerikanischen Partner beabsichtigen“, sagte Außenminister Wadephul. Er sprach sich für eine „abgestimmte Politik“ aus. Er sei zuversichtlich, dass eine „gemeinsame Position“ mit Washington definiert werden könne. Für die USA nimmt Außenminister Marco Rubio an dem Treffen teil, das am Freitag fortgesetzt wird. 

35 Staaten wollen Koalition für Sicherungsmission in der Straße von Hormus bilden Die Generalstabschefs aus 35 Staaten haben am Donnerstag über den Aufbau einer Koalition zur Sicherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus beraten. Wie das französische Verteidigungsministerium erklärte, war das Ziel der Gespräche eine „koordinierte Initiative“, um eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Das Vorgehen sei „losgelöst von den laufenden Militäreinsätzen“ in der Region. Das britische Verteidigungsministerium hatte das Treffen am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP angekündigt. Demnach sollten die Armeechefs derjenigen Länder daran teilnehmen, die in der vergangenen Woche einen vorläufigen Stopp der Angriffe gegen Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie in der Golfregion gefordert und ihre Bereitschaft zur Sicherung der Straße von Hormus erklärt hatten. Neben Deutschland hatten Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Japan die Erklärung unterzeichnet. Später schlossen sich rund 30 weitere Staaten an - darunter die seit Wochen von Iran attackierten Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain. Berichten mehrerer britischer Medien zufolge hat Großbritannien eine internationale Konferenz in der Hafenstadt Portsmouth vorgeschlagen, um dort eine Koalition für eine Sicherungsmission in der Straße von Hormus zu schmieden. 

Trump: Kontrolle über Irans Öl sei eine „Option“US-Präsident Donald Trump hat es als Option bezeichnet, die Kontrolle über das iranische Öl zu übernehmen. Während einer Kabinettsitzung im Weißen Haus von einem Journalisten darauf angesprochen, sagte er: „Ich würde nicht darüber sprechen. Aber es ist eine Option.“Die USA hatten kürzlich iranische Militärstandorte auf der für den iranischen Ölexport wichtigen Insel Charg im Persischen Golf angegriffen. Am vergangenen Montag ordnete Trump wegen laufender Gespräche mit Iran dann an, die Energieinfrastruktur des Landes für fünf Tage nicht anzugreifen. 

Golf-Staaten kritisieren iranische AngriffeDie Golf-Staaten haben die iranischen Angriffe auf arabische Länder am Golf stark kritisiert. Irans Verhalten sei destabilisierend und habe roten Linien überschritten, sagte der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats, Dschasim al-Budaiwi, einem Bericht des saudischen Fernsehsenders Al-Arabija zufolge vor Diplomaten. Dazu gehöre, die Straße von Hormus zu schließen und Gebühren für deren Passage zu verlangen.Im laufenden Krieg habe Iran 85 Prozent seiner Raketen auf Golf-Staaten abgefeuert, sagte al-Budaiwi den Angaben zufolge. Seine Region übe „größtmögliche Zurückhaltung gegenüber der iranischen Aggression“. Die Staaten hätten entschieden, nicht zu reagieren, um den Konflikt nicht auszuweiten.Der Golf-Kooperationsrat vertritt seit 1981 die gemeinsamen Interessen von Kuwait, Qatar, Oman, Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Iran antwortet angeblich mit Gegenvorschlag auf den 15-Punkte-PlanIran hat laut einem Medienbericht mit einem Gegenvorschlag auf den von der US-Regierung vorgelegten 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges am Golf geantwortet. Die iranische Reaktion auf den US-Plan sei Washington am Mittwochabend über Vermittler übersandt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.Dem Bericht zufolge legte die iranische Regierung einen fünf Punkte umfassenden Gegenvorschlag vor. Dieser fordere ein Ende der „Aggression“ gegen Iran, die Schaffung eines Mechanismus, der die USA und Israel von einem erneuten Krieg abhalten soll, finanzielle Wiedergutmachung für die Kriegsschäden und ein Ende der Kämpfe an allen Fronten. Dies würde heißen, dass Israel auch den Kampf gegen die pro-iranische Hisbollah im Libanon und möglicherweise auch gegen die Hamas im Gazastreifen einstellen soll. Zudem fordere die iranische Führung, dass ihr die Aufsichtshoheit über die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zuerkannt wird.

Zehn Öltanker sollen die Straße von Hormus passiert habenIran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zehn Öltanker die Straße von Hormus passieren lassen. Darunter seien Schiffe unter pakistanischer Flagge gewesen, sagt Trump bei ​einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Die iranische Seite habe das angeboten, um in den Verhandlungen mit den USA ihre Zuverlässigkeit zu untermauern, so Trump. „Wir haben es wohl mit den richtigen Leuten zu tun“, sagte er. Zugleich wirft er dem Land vor, eine Maut für die Durchfahrt zu erheben. Dies dürfe Iran eigentlich nicht tun. Vor seinen Bemerkungen fragte Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff am Kabinettstisch, ob er die Informationen teilen dürfe - offenbar weil es sich um vertrauliche Angaben handelt. „Ich hoffe, ich habe deine Verhandlungen nicht vermasselt“, sagte Trump in Richtung Witkoff. Trump hatte am Dienstag von einem „großen Geschenk“ Irans im Zusammenhang mit der Straße von Hormus gesprochen, das sich auf Öl und Erdgas beziehe. Einzelheiten nannte er nicht. ⁠Eine iranische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.