FAZ 02.08.2026
04:53 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump setzt neue Angriffe auf den Iran vorerst aus


Trump: Grund sind „Umrisse einer Einigung“ mit Iran +++ Sieben Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen gemeldet +++ Israel: Mehrere Hizbullah-Kämpfer in Südlibanon getötet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump setzt neue Angriffe auf den Iran vorerst aus

Iran: Werden bei neuen US-Angriffen entschlossen reagierenIrans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Gespräch mit seinem saudi-arabischen Kollegen Faisal bin Farhan vor einer neuen militärischen Eskalation im Krieg mit den USA gewarnt. Die schlagkräftigen Streitkräfte seines Landes würden auf jeden Akt der Aggression entschlossen reagieren, schrieb Araghtschi auf der Plattform Telegram. Im Falle neuer Angriffe müssten die USA, Israel sowie beteiligte Staaten in der Golfregion die volle Verantwortung dafür tragen, warnte er. Angesichts von US-Medienberichten über einen geplanten neuen Großangriff auf Ziele im Iran hat Teheran bereits mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Staaten am Persischen Golf gedroht. Die von US-Präsident Donald Trump erwogene neue Angriffswelle könnte den Berichten zufolge auch Attacken auf Irans Energieinfrastruktur umfassen. 

Hamas-Zivilschutz: Sieben Tote bei israelischen Angriffen im GazastreifenBei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes sieben Menschen getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien bei den Angriffen im Verlauf des Samstag verletzt worden, sagte ein Zivilschutz-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens erklärte, bei den Angriffen seien auch mehrere Lager für Medikamente zerstört oder beschädigt worden.Die israelische Armee sprach von Einsätzen gegen Waffenlager der Hamas. Eines der Waffenlager habe sich neben einem Krankenhaus befunden und habe als Versteck für „Hamas-Terroristen“ gedient. Israel wirft der Hamas immer wieder vor, zivile Einrichtungen zu nutzen, um Kämpfer und Waffen zu verstecken.Die Angriffe vom Samstag erfolgten nur einen Tag, nachdem die Hamas einer Entwaffnung zugestimmt hatte. Hamas-Vertreter hatten am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, dass eine Einigung „in der Frage der Waffen“ erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas“, über die auch Israel „sehr glücklich“ sei.Eine offizielle Bestätigung von israelischer Seite steht noch aus. Dass die Hamas schrittweise ihre Waffen abgibt, ist ein Teil der zweiten Phase des von Trump initiierten Friedensplans für den Gazastreifen.

Israel tötet nach eigenen Angaben mehrere Hizbullah-Kämpfer in SüdlibanonDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz im Süden Libanons getötet. Diese „Terroristen“ hätten sich in der „Sicherheitszone“ im Gebiet des Gebirgskamms Ali al-Taher befunden und seien in der Nacht „eliminiert“ worden, teilte die Armee am Samstag mit. Bei dem Einsatz sei auch ein israelischer Soldat verletzt worden. Eine Reaktion der pro-iranischen Schiitenmiliz lag zunächst nicht vor. Die Hizbullah hatte Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Irankrieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon, die von der Hizbullah aber nicht anerkannt wird.Ein im vergangenen Monat unterzeichnetes und von den USA vermitteltes Abkommen sieht vor, dass die libanesische Armee die Hizbullah entwaffnet. Zudem soll sich die israelische Armee aus „Testgebieten“ zurückziehen, in denen anschließend libanesische Soldaten stationiert werden sollen. Die Hizbullah lehnt auch die Verhandlungen Beiruts mit Israel ab.

Kuwait meldet DrohnenabschussKuwait ⁠hat nach eigenen Angaben am Samstag feindliche Drohnen in seinem Luftraum zerstört. Die kuwaitische Armee sprach von einem iranischen Angriff, bei dem eine Regierungseinrichtung ‌im Norden des Landes und ziviles Eigentum eines Unternehmens auf der Insel Bubiyan getroffen worden seien. Herabfallende Trümmer hätten Sachschäden verursacht. Opfer habe es ‌nicht gegeben. 

Huthis wollen saudische Tanker zur Umkehr gezwungen habenDie von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben acht saudische Öltanker zu einem Kurswechsel gezwungen. Diese müssten nun vom Roten Meer über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika fahren, um ans Ziel zu kommen – bei einer Fahrt vom Roten Meer in Richtung Asien ein langer und teurer Umweg. Eine Bestätigung von Saudi-Arabien gab es zunächst nicht. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, sechs saudische Öltanker würden den Umweg um den afrikanischen Kontinent nehmen.Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Miliz. Im Zuge des Irankriegs ist auch deren Konflikt neu eskaliert. Die Huthi kontrollieren vom Jemen aus die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Es wird befürchtet, dass auch dieses Nadelöhr wie die Straße von Hormus durch Angriffe faktisch geschlossen wird – mit noch schwereren Folgen für den Welthandel und Energiepreise.

Tanker in Straße von Hormus angegriffen  – Maschinenraum beschädigtIn der Straße von Hormus ist vor der Küste des Omans erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es gebe keine Verletzten oder Umweltschäden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima. Iran verlangt, dass Schiffe in der Straße von Hormus eine Route entlang seiner Küste nehmen. Teheran hat wiederholt erklärt, nur die vom Iran vorgegebene Route durch die Meerenge sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist ein wesentlicher Grund, warum der Krieg zwischen den USA und Iran zuletzt wieder eskalierte. 

Trump erwägt neue Angriffe  – Iran droht mit GegenschlägenDie USA stehen US-Medienberichten zufolge kurz vor dem Beginn einer der größten Angriffswellen auf Iran. Diese könnten bereits an diesem Wochenende starten und auch iranische Infrastruktur oder Energieanlagen zum Ziel haben, berichtete etwa CBS News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch Israel könne dabei wieder in den Krieg einsteigen. Das „Wall Street Journal“ berichtete, Trump habe bereits neue und mehrtägige Angriffe befohlen, könnte seine Meinung aber noch bis zur letzten Minute ändern. Angesichts der Medienberichte drohte der Iran umgehend mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die USA müssten sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und in Katar innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es bei Fars weiter. Auch Anlagen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden genannt. 

Iran sei fast besiegt US-Präsident Donald Trump hat am Freitag in seiner Residenz Camp David eine Kabinettssitzung einberufen. Dabei  kündigte er weitere Angriffe auf Iran an. „Wir werden sie sehr hart treffen“, sagte er. Einen Zeitrahmen nannte er nicht und wurde auch sonst nicht konkret. „Wissen Sie, irgendwann werden sie es nicht mehr aushalten können.“ Iran hätte nach den bisherigen Angriffen noch etwas militärische Kapazitäten, bald jedoch nicht mehr, betonte er. Die militärische Lage dort sei „sehr besorgniserregend“, sagte Trump weiter. Nach fünf Kriegsmonaten behauptete er abermals, die iranischen Luft- und Seestreitkräfte seien „zerstört“, die Raketenkapazitäten sowie die Produktion von Drohnen und Raketen seien „fast vollständig ausgeschaltet“ worden. Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Kriegs gab Trump sich frustriert. Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und würden Gesprächsinhalte öffentlich falsch darstellen, kritisierte er erneut. „Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.“ In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär keine neuen Angriffe auf den Iran gemeldet.  

Medien: Iran könnte hinter Cyberangriff auf US-Infrastruktur steckenIn den USA wird es Medienberichten zufolge für wahrscheinlich gehalten, dass iranische Hacker hinter einem koordinierten Cyberangriff auf Dutzende Wasserversorgungssysteme im US-Bundesstaat Minnesota stecken. Die „Washington Post“ berichtete, Geheimdienste gingen davon aus; die „New York Times“ bezog sich auf Ermittler. Beide Zeitungen stützten sich dabei auf US-Beamte und wiesen jeweils darauf hin, dass die Befunde noch nicht endgültig seien. Der Angriff ereignete sich in dieser Woche. In der Folge sei mindestens ein System kurzzeitig offline gewesen, es gebe aber keine ausdrückliche Aufforderung an die Einwohnerinnen und Einwohner von Minnesota, ihren Trinkwasserverbrauch anzupassen, hieß es. US-Präsident Donald Trump sagte bei einer Kabinettsitzung auf dem Landsitz Camp David, er glaube nicht, dass Iran dahinterstecke. Er würde die Schuld bei dem Bundesstaat und dessen Gouverneur Tim Walz von den Demikarten sehen. Trump, der Walz in verschiedenen Kontexten immer wieder kritisiert, warf der Führung Minnesotas Inkompetenz vor. Iran habe größere Probleme als sich um Minnesota zu sorgen, sagte er. 

Unicef: Mehr als 2.500 Kinder unter KriegsopfernDas Kinderhilfswerk Unicef hat sich besorgt über Berichte geäußert, nach denen die Zahl der in Iran verletzten oder getöteten Kinder 2.500 überschritten habe. Durch den von den USA und Israel begonnenen Krieg wurden laut Mitteilung der UN-Organisation in sechs Ländern der Region mehr als 4.000 Kinder verwundet oder getötet.Kinder würden „weiter an den Orten getötet und verstümmelt, an denen sie eigentlich am sichersten sein sollten – in ihren Häusern, Schulen und Gemeinden“, sagte Abdul Fofana, Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten. Allein in Iran kamen nach Angaben, die das Hilfswerk zitiert, 386 Kinder ums Leben, 2.117 weitere wurden verletzt.„Die Konfliktparteien dürfen das Leid der Kinder nicht zur Normalität werden lassen, denn sie sind nach wie vor am stärksten von Konflikten betroffen, die sie nicht ausgelöst haben und die sie nicht beenden können“, sagte Fofana. Alle Konfliktparteien müssten ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommen, Waffenstillstandsvereinbarungen uneingeschränkt einhalten und alles Zumutbare tun, um die Gewalt zu beenden und Kinder zu schützen. 

Kuwaits Armee: Iranische Drohnen abgefangenDie kuwaitischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben iranische Drohnen abgefangen. Sie sollen auf militärische und andere wichtige Einrichtungen gerichtet gewesen sein, so eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Durch herabfallende Trümmer soll es teilweise zu Sachschäden gekommen sein – Menschen seien aber nicht verletzt worden, hieß es weiter. Das iranische Militär hatte zuvor mitgeteilt, man habe Ziele in den Golfstaaten Kuwait und Bahrain mit Drohnen angegriffen.Das kuwaitische Außenministerium verurteilte die Angriffe scharf. Diese stellten „einen eklatanten Verstoß gegen die Souveränität des Staates Kuwait, eine direkte Bedrohung für seine Sicherheit und Stabilität sowie einen schweren Verstoß gegen die Regeln des Völkerrechts“ dar, so eine Mitteilung. 

Multinationale Militärkoalition zum Schutz der Schifffahrt Saudi-Arabien hat angekündigt, eine internationale Koalition zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer einzurichten. Die saudische Botschaft in den Vereinigten Staaten veröffentlichte am Donnerstag eine Stellungnahme der Gründerstaaten. Demnach habe es ein Treffen in der saudischen Hauptstadt Riad gegeben. Vertreter aus 43 Ländern und der Europäischen Union hätten an ‌einem Treffen teilgenommen, bei dem die Pläne erörtert wurden, teilte das Verteidigungsministerium in Riad ebenfalls am Donnerstag mit.Wie das Ministerium mitteilte, hätten 14 afrikanische und asiatische Staaten ihre Teilnahme zugesagt, darunter die Türkei, Kuwait, Ägypten und Pakistan. Die EU sei mit Vertretern bei dem Treffen gewesen, habe sich aber nicht dazu geäußert, hieß es bei Al Jazeera. Die Europäische Union betreibt in der Seeregion bereits die Operation Aspides, die die Schifffahrt gegen mögliche Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen sichern soll. Aspides arbeitet in enger Abstimmung mit der von den USA geführten internationalen Operation Prosperity Guardian, die dasselbe Ziel verfolgt. Bei Al Jazeera hieß es jedoch, es werde erwartet, dass die Vereinigten Staaten der Koalition beitreten werden.Was nun der Unterschied der saudischen Koalition zu den beiden anderen Missionen ist, war zunächst unklar. Das Königreich werde die neue Koalition als Gründerstaat leiten, hieß es. Das Hauptquartier solle in Riad angesiedelt werden. In der Stellungnahme auf der Plattform X hieß es, die Koalition sei defensiv ausgerichtet. Es gehe unter anderem um das Teilen von Geheimdiensterkenntnissen, Operationsplanung und gemeinsame Übungen.

Iran hindert zwei Tanker an Passage der Straße von Hormus Die iranische Revolutionsgarde hat zwei Tanker an ⁠der Durchfahrt der Straße von Hormus gehindert. Vier weitere Tanker hätten umgedreht, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Fars. 

Neue iranische AngriffeDie iranische Armee hat nach eigenen Angaben Einrichtungen des US-Militärs in Kuwait ‌mit Drohnen angegriffen. Ziel sei der Stützpunkt Ahmed al-Dschaber gewesen, berichten iranische Staatsmedien unter Berufung auf die Armee. ‌Der Angriff sei ‌eine Antwort auf die jüngsten Attacken der USA auf ein Wohnhaus auf der Insel Keschm und andere Ziele ​in Iran.