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23.03.2026
20:58 Uhr
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Iran widerspricht Trumps Darstellung +++ Netanjahu sieht Chancen für Abkommen mit Iran +++ Merz: Habe Trump Bedenken vorgetragen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Mehrheit skeptisch bei Aufnahme weiterer iranischer FlüchtlingeDie Eskalation im Iran-Krieg hat eine Diskussion über mögliche Flüchtlingsbewegungen aus der Region ausgelöst. In Deutschland sind 73 Prozent der Menschen der Meinung, dass ihr Land mit der Aufnahme weiterer iranischer Flüchtlinge nicht gut zurechtkommen würde, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und „RTL“ ergab. Demnach sind Anhänger der CDU/CSU mit 80 Prozent überwiegend dieser Meinung, unter den Wählern der AfD sind es 98 Prozent. Aber auch bei Anhängern der SPD (63 Prozent) und der Linken überwiegt die Skepsis. Allein Unterstützer der Grünen sehen den Angaben zufolge mehrheitlich in dieser Frage keine größeren Probleme auf Deutschland zukommen.
Bericht: USA sehen in Irans Parlamentspräsidenten möglichen Partner Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf als möglichen Partner und sogar als künftigen Staatschef in Betracht. Zumindest einige Vertreter im Weißen Haus sähen in ihm einen geeigneten Ansprechpartner, der Iran führen und in der nächsten Phase des Krieges mit US-Präsident Donald Trump verhandeln könnte, berichtet das Nachrichtenportal „Politico“ unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter. Stellungnahmen aus Washington und Teheran liegen zunächst nicht vor.
Selenskyj: Russland liefert Iran GeheimdienstinformationenDer ukrainische Militärgeheimdienst verfügt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj über unwiderlegbare Beweise dafür, dass Russland Iran Geheimdienstinformationen liefert. Russland nutze dafür seine eigenen Fähigkeiten zur elektronischen Aufklärung sowie Daten von Partnern aus der Region. Dies helfe Iran, präzisere Angriffe auszuführen, und verlängere den Krieg im Nahen Osten, erklärt Selenskyj auf der Plattform X. Die Regierung in Moskau hat in der vergangenen Woche einen Bericht des „Wall Street Journal“ über die Weitergabe von Satellitenbildern und Drohnentechnologie an Iran als Falschmeldung zurückgewiesen.
Netanjahu sieht Chance für Abkommen, hält an Offensive festIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich erstmals zu von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran über eine mögliche Vereinbarung im Iran-Krieg geäußert. „Präsident (Donald) Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen – ein Abkommen, das unsere vitalen Interessen schützt“, sagte er in einer Videobotschaft. „Vorhin habe ich mit unserem Freund Präsident Trump telefoniert“, erklärte Netanjahu darin weiter. Israels Regierungschef sagte zugleich, dass die Angriffe auf den Iran fortgesetzt würden. „Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm“. Den Angaben nach will Israel auch weiterhin gegen die Hizbullah-Miliz im Libanon militärisch vorgehen.
Lufthansa-Airlines fliegen bis Herbst nicht nach NahostDie Airlines des Lufthansa-Konzerns meiden wegen des Irankriegs viele Ziele in Nahost noch für längere Zeit. Einzelne Flughäfen wie Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran sollen bis zum 24. Oktober nicht mehr angeflogen werden, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilt. Es führt dafür Sicherheitsrisiken und betriebliche Gründe an. Eine kürzere Frist wählt in dieser Flughafen-Gruppe nur die Direktflugtochter Eurowings, die Beirut und Erbil zunächst nur bis zum 30. April ausgesetzt hat.Die genannten Fristen gelten für die Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Edelweiss und Lufthansa Cargo. Die Flughäfen in Dubai und Tel Aviv sollen sie bis zum 31. Mai nicht anfliegen. Frachtflüge der Lufthansa Cargo und Eurowings-Passagierflüge in Israels Metropole pausieren zunächst bis zum 30. April.
Israelischer Angriff auf Stützpunkt in TeheranDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen von der Basidsch-Miliz genutzten Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden in Teheran angegriffen. Der Angriff vom Montag sei „Teil der aktuellen operativen Phase, die darauf abzielt, die zentralen Systeme und Sicherheitsfähigkeiten des iranischen Terrorregimes weiter zu schwächen“, teilte die israelische Armee mit. Erst kürzlich hatte Israel unter anderem den Chef der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet.Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Iran-Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Zwei weitere indische Tanker passieren Straße von HormusZwei weitere unter der Flagge Indiens fahrende Tanker haben nach indischen Angaben die von Iran faktisch blockierte Straße von Hormus passiert. Die „Jag Vasant“ und die „Pine Gas“, die zusammen etwa 92.000 Tonnen Autogas (LPG) geladen haben, würden voraussichtlich zwischen Donnerstag und Samstag indische Häfen erreichen, erklärte das indische Schifffahrtsministerium am Montag. Zwei weitere indische Tanker hatten die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus bereits zuvor passiert.Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist der von den iranischen Revolutionsgarden kontrollierte Seeweg, über den rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch gesperrt. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion infolge der Angriffe der USA und Israels auf Iran ließen die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe schnellen.
Israels Außenminister kritisiert deutschen Botschafter scharfIsraels Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert – und dafür Widerspruch aus Berlin geerntet. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schrieb Saar auf der Plattform X. „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.“ Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hizbullah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland und erwähnte dabei auch, dass es zuvor zum Tod eines Siedlers gekommen war.Wegen der Kritik an Siedlergewalt warf Saar Seibert „Besessenheit“ vor, die ihn hindere, den Tod eines Juden durch Palästinenser zu verurteilen.Das Auswärtige Amt in Berlin stellte sich klar hinter den Botschafter. „Es ist ganz klar, dass es auch die Aufgabe unseres Botschafters ist, Themen anzusprechen, bei denen wir Differenzen haben“, sagte ein Sprecher. Außenminister Johann Wadephul (CDU) habe Saar am Sonntagabend angerufen und betont, dass Seibert ein überzeugter Unterstützer Israels sei. „Damit ist die Sache auch ausgeräumt“, ergänzte der Sprecher.
Bericht: Witkoff und Kushner führen Verhandlungen Nach Darstellung des amerikanischen Präsidenten sind die Verhandlungen mit Iran zur Beendigung des Krieges weit fortgeschritten. Der Abschluss eines Abkommens stehe möglicherweise kurz bevor, sagte Donald Trump am Montag vor Reportern in Florida. Sein Nahost-Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner hätten am Sonntag mit Vertretern der Islamischen Republik gesprochen, die Verhandlungen sollten noch diesen Montag fortgesetzt werden. Teheran dementiert die Gespräche. Nach Informationen des Nachrichtenportals „Axios“ verhandeln Witkoff und Kushner mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Baker Kalibaf. Vermittler versuchten, noch in dieser Woche ein Treffen mit Kalibaf, Witkoff, Kushner sowie dem amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance in Islamabad einzuberufen, berichtete „Axios“ unter Berufung auf eine israelische Quelle.
Merz: Habe Trump Bedenken gegen Angriffe vorgetragen Bundeskanzler Friedrich Merz hat den amerikanischen Präsidenten Donald Trump nach eigenen Angaben vor Angriffen auf iranische Kraftwerke gewarnt. Er habe am Sonntag mit Trump telefoniert und ihm seine „Bedenken im Hinblick auf die angekündigten Angriffe auf die Kraftwerke im Iran vorgetragen“, sagte der CDU-Politiker am Montag. „Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat, dass er das noch einmal um fünf Tage verschiebt.“ Trump habe nun die Möglichkeit für unmittelbare und direkte diplomatische Kontakte mit der iranischen Führung eröffnet, fügte der Kanzler hinzu.
Israels Militär: Angriffe im Zentrum von Teheran Israel greift nach eigenen Angaben Teheran an. Die Attacken richteten sich auf das Zentrum der iranischen Hauptstadt, teilte das Militär mit.
Teheran dementiert Gespräche mit den USAIran hat der Darstellung Donald Trumps widersprochen, wonach es in den vergangenen beiden Tagen „sehr gute und konstruktive Gespräche“ zwischen Amerika und Iran gegeben habe. Das Außenministerium in Teheran teilte laut der Nachrichtenagentur Mehr mit: „Es gibt keine Gespräche zwischen Teheran und Washington.“Die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten müssten als Versuch gewertet werden, die Energiepreise zu senken „und Zeit für seine militärischen Pläne zu gewinnen“. Es gebe Bemühungen von Ländern in der Region zur Deeskalation. Teherans Antwort darauf sei: „Wir sind nicht diejenigen, die den Krieg begonnen haben. Alle solche Anfragen sollten an Washington gerichtet sein.“Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Fars eine „iranische Quelle“ mit der Aussage zitiert: „Es gibt weder direkten Kontakt zu Trump noch über irgendwelche Vermittler. Trump hat zurückgezogen, nachdem er gehört hat, dass unsere Angriffsziele alle Kraftwerke in Westasien sein würden.“Iranische Staatsmedien reagierten mit Genugtuung auf die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, wonach das amerikanische Militär vorerst keine iranischen Kraftwerke bombardieren werde. Das Staatsfernsehen kommentierte: „Trump rudert nach Irans entschlossener Warnung zurück.“ Teheran hatte unter anderem mit Vergeltungsschlägen auf Kraftwerke in der Region gedroht.