FAZ 17.08.2026
16:55 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump droht Oman: Werden sie in Grund und Boden bombardieren


US-Präsident warnt, dass Maskat auf Linie Washingtons bleiben soll +++ Revolutionsgarde: USA muss Pflichten aus Abkommen erfüllen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump droht Oman: Werden sie in Grund und Boden bombardieren

Erdoğan fordert Trump zu weiteren Gesprächen mit Iran aufDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ​hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat zu direkten Gesprächen ⁠mit Iran aufgefordert. Erdogan habe erklärt, es sei von großer Bedeutung, bei den Spannungen zwischen ‌Iran und den USA die Diplomatie bestmöglich zu nutzen, teilte das türkische Präsidialamt am Dienstag mit. Die Türkei ‌hoffe auf eine Fortsetzung ‌der Gespräche und werde die Friedensbemühungen weiter unterstützen. Die Türkei, die über die zweitgrößte Armee der NATO verfügt und an ​Iran grenzt, hat wiederholt ein ⁠Ende des Krieges gefordert.

Kushner: Verhandlungen mit Iran verlaufen „sehr positiv“Die Gespräche zwischen Washington und Teheran über ein Ende des Irankrieges kommen nach Angaben des US-Gesandten Jared Kushner voran. Beide Seiten führten „sehr positive Gespräche“, sagte der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump am Montag dem Fernsehsender Fox News. Er schränkte zugleich aber ein, dass es „nach all den Jahren eigentlich kaum Vertrauen zwischen den USA und Iran“ gebe. Trump werde in den Verhandlungen „sehr geduldig sein“, sagte Kushner weiter. Der Präsident wolle „nichts überstürzen“. Er werde „das richtige Abkommen schließen, sobald das richtige Abkommen bereit ist“.

Washington vergibt Auftrag für Tomahawk-RaketenNach Berichten über Engpässe bei den Raketenbeständen der USA infolge des Irankrieges hat das Pentagon einen milliardenschweren Auftrag zur Herstellung von Tomahawk-Raketen vergeben. Der Vertrag mit dem US-Unternehmen Raytheon mit einem Volumen von 22,9 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 19,8 Milliarden Euro) werde die Lieferung der Geschosse an die US-Streitkräfte „in beispiellosem Tempo beschleunigen“, erklärte der geschäftsführende Marine-Staatssekretär Hung Cao am Montag.Es sei von „entscheidender Bedeutung sicherzustellen, dass unsere Marine und die Streitkräfte insgesamt über die nötige Feuerkraft verfügen, die sie zur Abschreckung und zum Schutz des Heimatlandes brauchen“, erklärte Cao weiter. Das Pentagon nutze „alle verfügbaren Mittel, um den Anforderungen unserer derzeitigen Einsätze gerecht zu werden“. 

Huthi setzen Angriffe fortDie von Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben mehrere Kriegsschiffe Saudi-Arabiens im Roten Meer angegriffen. Ein saudi-arabisches Landungsschiff und vier begleitende Patrouillenboote seien vor der Küste des Jemen nahe der Hafenstadt Mokka mit mehreren ballistischen Raketen beschossen worden, erklärte Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Montag. Jemenitischen Armeekreisen zufolge haben die Huthi zudem Ziele in der Nähe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab angegriffen. Die mit Iran verbündete Miliz habe fünf ballistische Raketen auf Stellungen der international anerkannten jemenitischen Regierung gefeuert, hieß es weiter. Um welche Ziele es sich dabei genau handelte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Es war den Angaben zufolge zunächst unklar, ob es dabei Schäden oder Opfer gab. 

60-Tage-Frist des Rahmenabkommens abgelaufenIn diesen Tagen endet die sechzigtägige Frist, die sich Iran und die USA gesetzt hatten, um eine langfristige Vereinbarung über die Beendigung des Irankriegs zu schließen. Lange hielt das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen allerdings nicht. Ein ranghoher Vertreter der Revolutionsgarde äußerte am Montag nun, dass der Krieg auf der Grundlage dieses Abkommens beendet werden müsse. „Die Öffnung der Straße von Hormus wird erst erfolgen, wenn die Amerikaner ihre Verpflichtungen aus diesem Abkommen erfüllen“, sagte Yadollah Javani in einem Interview mit dem Klub junger Journalisten, der zum staatlichen iranischen Medienapparat gehört. Javani betonte aber auch: „Die Straße von Hormus und die sie regelnden Vorschriften werden nie wieder so sein wie vor dem Krieg.“ Dazu, ob es weitere Verhandlungen mit den USA gibt, äußerte er sich nicht. Der Klub junger Journalisten zitierte außerdem den Sprecher des iranischen Außenministeriums damit, dass die 60-Tage-Frist theoretisch hätte verlängert werden können. Doch Ismail Baghaei sagte auch: „Es wurden keine Verhandlungen aufgenommen, weil die USA gegen die Vereinbarung verstoßen haben.\"Das Mitte Juni zwischen Iran und den USA geschlossenen das Rahmenabkommen sollte eine Waffenruhe, eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus und eine langfristige Friedenslösung bringen. Zu den strittigen Fragen gehörten unter anderem Irans Atomprogramm und die Verwaltung der Straße von Hormus. 

Kreise: Kushner mit Netanjahu zusammengetroffen Im Ringen um die Umsetzung des US-Friedensplans für den Gazastreifen ist der US-Sondergesandte Jared Kushner mit dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Aus Diplomatenkreisen wurde der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass das Treffen des Sondergesandten und Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump mit Netanjahu am Montagvormittag begonnen habe. Es wurde erwartet, dass Netanjahu auch mit Nickolay Mladenov, dem Gaza-Gesandten des von Trump ins Leben gerufenen „Friedensrat“, zusammentreffen würde. Diesen hatte Kushner bereits am Sonntag in Ägypten getroffen. Israelischen Medien zufolge sollte zudem der ehemalige britische Premierminister Tony Blair an den Gesprächen beteiligt sein. Ein Vertreter der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas sagte, die Hamas habe Kushner mitgeteilt, dass Druck auf Netanjahu ausgeübt werden solle. Dessen Regierung solle sich an die getroffenen Vereinbarungen halten und diese umsetzen.

Iranischer Angriff auf kurdischen Ministerpräsidenten im IrakDer Ministerpräsident der autonomen Region Kurdistan im Irak, Masrur Barsani, ist nach eigenen Angaben in der Nacht zum Montag zum Ziel eines iranischen Drohnenangriffs geworden. Dabei seien sein Büro und das Haus des örtlichen Geheimdienstchefs in der Ortschaft Pirmam nahe Erbil ins Visier genommen worden, erklärte Barsani am Montag auf der Plattform X. Opfer habe es nicht gegeben.Der Regierungschef verurteilte „die unverantwortlichen und inakzeptablen Angriffe aufs Schärfste“. Sie stellten eine „gefährliche Eskalation“ dar und seien eine „direkte Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in der Region“.  Kurdischen Einheiten zufolge erfolgte die Attacke um kurz nach Mitternacht (Ortszeit). Dabei seien „zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen des Typs Hadid 110“ zum Einsatz gekommen. Seit Beginn des Irankriegs wurde die autonome Kurdenregion im Nordirak mehrfach beschossen. Die Angriffe richteten sich dabei auch gegen iranisch-kurdische Exil-Oppositionsgruppen und US-Stützpunkte. 

Trump begrüßt Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien, Türkei und PakistanEs waren symbolstarke Bilder, als die drei Anführer wichtiger islamischer Mächte vor anderthalb Wochen ihren Schulterschluss zelebrierten. Nun hat US-Präsident Donald Trump das zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan geschlossene Verteidigungsabkommen begrüßt. „Es zeigt, wie der Nahe Osten zusammenkommt und wie die Länder endlich in der Lage sein werden, sich auf bedeutendere Weise zu verteidigen“, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er bezeichnete das Vorgehen als einen „große, mutigen, wichtigen ersten Schritt“.Die mehrheitlich sunnitischen Staaten Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan hatten das „Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka“ am 7. August bekanntgegeben. Sie schlossen es infolge des Irankriegs und seiner Folgen. Die Hintergründe des Abkommens haben unsere Korrespondenten Friederike Böge und Christoph Ehrhardt aufgeschrieben:

Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht nach Angriffen zurückDer Schiffsverkehr durch die Straße ‌von ‌Hormus geht nach Angriffen auf Tanker und ins Stocken ​geratenen Friedensgesprächen zwischen ⁠den USA und Iran deutlich zurück. Am ​Wochenende passierten den ⁠Daten des Analyseunternehmens Kpler ‌zufolge nur fünf Frachtschiffe die Meerenge, wobei an ⁠einem Tag ⁠sogar kein einziges Schiff registriert ⁠wurde. ​Am ⁠vorangegangenen Wochenende waren ​es noch 31 Schiffe. 

Trumps Gesandter Kushner trifft mit Hamas-Anführern zusammen Im Bemühen um die Umsetzung des US-Friedensplans für den Gazastreifen ist der US-Sondergesandte Jared Kushner mit führenden Vertretern der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas zusammengetroffen. Bei dem Treffen in Ägypten am Sonntag forderte der Sondergesandte und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump die Hamas abermals zu einer überprüfbaren Entwaffnung auf, wie aus mit den Gesprächen vertrauten Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP verlautete. Eine Rolle der Hamas bei einer künftigen Regierung des Gazastreifens schloss Kushner demnach weiter aus. Zudem habe er betont, dass der Gazastreifen „nie wieder eine Quelle des Terrors gegen Israel“ werden dürfe. Die Hamas beteuerte den Angaben zufolge bei dem Treffen ihr Bekenntnis zu dem Friedensplan, der von Israel zurückgewiesen wird. Die Hamas, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird, wurde bei dem Treffen unter anderem durch ihren neuen Anführer Chalil al-Hajja vertreten.Vertreter von acht mehrheitlich muslimischen Staaten verurteilten derweil die Zurückweisung des Gaza-Friedensplans durch Israel. In einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung kritisierten die Außenminister von Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Pakistan, Indonesien, Katar, der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate „die von Israel erklärte Zurückweisung des Rahmenplans“ sowie eines Palästinenserstaats. Sie warfen Israel vor, die Umsetzung des Plans sowie „die gemeinsamen Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden“ im Gazastreifen zu torpedieren. Die Likud-Partei des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu beschuldigte die Unterzeichner daraufhin, Netanjahu „zur Strecke bringen“ zu wollen.

Israel meldet Tötung eines ranghohen Hizbullah-KommandeursDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen ranghohen Kommandeur der libanesischen Hizbullah-Miliz gezielt getötet. Der Befehlshaber sei am Samstag bei einem Angriff in Deir al-Sahrani im Südlibanon getroffen worden. Aus dem Ort waren nach offiziellen libanesischen Angaben vier Tote und 17 Verletzte gemeldet worden. Von der  Hizbullah gab es zunächst keine offizielle Mitteilung zur Tötung des Kommandeurs. 

Qatar streitet Gefangennahme iranischer Piloten abQatar hat die Darstellung Irans zurückgewiesen, Piloten aus dem Land gefangenzuhalten. Der Sprecher des Außenministeriums, Madschid al-Ansari, drückte in einer Mitteilung auf der Plattform X zugleich Verwunderung über die „irreführenden Aussagen“ zu einem Zeitpunkt aus, in der diplomatische Bemühungen liefen, um die Spannungen in der Region zu deeskalieren.  Qatar vermittelt neben Pakistan im Konflikt zwischen Iran und den USA.Iranische Medien hatten am Samstag eine Stellungnahme des Leiters des Ausschusses für vermisste Personen beim Generalstab der iranischen Streitkräfte verbreitet. Darin wird behauptet, dass die qatarischen Streitkräfte drei iranische Piloten gefangen nahmen, nachdem ihre Kampfflugzeuge kurz nach Beginn des Irankriegs abgestürzt waren. Das Schreiben, in dem nach iranischen Medienberichten auch angeprangert wurde, dass die qatarische Regierung den angeblichen Gefangenen nicht erlaube, ihre Familien oder mit ihrem Fall befasste iranische Vertreter zu kontaktieren oder zu treffen, soll an das internationale Rote Kreuz gerichtet worden sein. 

Mindestens neun Tote in Südlibanon nach Angriff IsraelsIm Süden Libanons sind bei israelischen Luftangriffen ​dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge mindestens elf Menschen getötet worden. Allein sieben Menschen seien ums Leben gekommen, als Kampfflugzeuge im Morgengrauen ein Haus in dem Dorf ⁠Ansar bombardierten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Samstag. 19 Menschen seien verletzt worden. Unter den Toten seien drei Kinder und zwei Frauen. Zwei weitere Menschen kamen demnach außerdem bei einem Angriff auf das Dorf Deir el-Zahrani ums Leben. Elf Menschen seien zudem verletzt worden. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten in der Nacht zum Samstag in einer von ihnen als Sicherheitszone bezeichneten Region in Südlibanon Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hizbullah-Miliz attackiert. Das israelische Militär sprach von ‌einer Reaktion auf Aktionen gegen seine Soldaten. „Die ‌Märtyrer des israelischen Angriffs auf das Dorf Ansar sind keine 'militärische Infrastruktur', und die dabei getöteten Frauen und Kinder sind keine militärischen Ziele“, erklärte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam auf der Plattform X.Es ist einer der Angriffe mit den meisten Todesopfern, seit Libanon vor einigen Wochen ​einem von den USA vermittelten Rahmenabkommen für einen Frieden mit ⁠Israel zugestimmt hat. Die Vereinbarung sieht vor, dass israelische Truppen im von ihnen besetzten Süden Libanons entwaffnet ist und die libanesische Armee die ​Kontrolle übernimmt. 

Iran: Ölteppich nahe der Insel GeschmNach Monaten der Gefechte um die Schifffahrt in der Straße von Hormus kämpft der Iran nach eigenen Angaben gegen eine Ölverschmutzung im Meer nahe der Insel Gheschm. Erste Maßnahmen zur Eindämmung eines Ölteppichs seien eingeleitet, berichtete die iranische Zeitung „Etemad“.Bereits am Freitag hatte der staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, dass 3,2 Hektar eigene Küste sowie neun Hektar der Küstengewässer betroffen seien. Es seien unter anderem Mangrovenwäldern betroffen. Vorher hatte es von offiziellen Stellen noch geheißen, die Ölverschmutzung sei bereits eingedämmt.In dem Irna-Bericht hieß es, auch Brutgebiete für Meeresschildkröten seien betroffen. Man gehe davon aus, dass die Ölverschmutzung vom Meer aus an die Küste getrieben worden sei. Die genaue Ursache sei bisher nicht ausgemacht, hieß es bei „Etemad“.Um faktisch die Schifffahrt durch die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus zu blockieren, hatten Streitkräfte der Islamischen Republik seit Ausbruch des Irankriegs viele Frachter attackiert. Die USA reagierten mit einer Seeblockade für iranische Schiffe und feuerten ebenfalls mehrfach auf sie, um sie manövrierunfähig zu machen.Auch an der Küste Omans breitet sich ein Ölteppich aus. Dort war der Tanker „Caroline Bezengi“ auf Grund gelaufen, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht. Er droht nach Experteneinschätzung auseinanderzubrechen. Ob die Ölverschmutzung an der iranischen Küste mit der „Caroline Bezengi“ in Zusammenhang steht, war zunächst unklar.