FAZ 26.03.2026
16:35 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump: Zehn Öltanker haben Straße von Hormus passiert


Darunter angeblich Schiffe unter pakistanischer Flagge +++ Iran soll Gegenvorschlag auf US-Plan übersandt haben +++ Trump: Iran bettelt um einen „Deal“ +++ Israel: Haben Irans Marinekommandeur getötet +++  alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump: Zehn Öltanker haben Straße von Hormus passiert

Lagarde: Energieengpässe durch Nahost-Krieg könnten Jahre andauern EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnt vor langjährigen Störungen der Energieversorgung durch den Krieg im Nahen Osten. Die Erwartung einer raschen Rückkehr zur Normalität sei möglicherweise zu optimistisch, sagt sie in einem Interview mit dem Magazin \"The Economist\". Es sei bereits zu viel Energieinfrastruktur beschädigt worden. Der Schock für die Weltwirtschaft falle womöglich größer aus als ​von Experten derzeit angenommen, die Folgen dürften sich jedoch erst nach und nach zeigen. 

Iran lässt sich kein US-Ultimatum stellen Iran wird sich laut Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf keinem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump beugen. „Niemand kann Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen“, erklärte er auf der Plattform X. Die Kinder Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und diesen Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen.Trump hatte Iran damit gedroht, Kraftwerke und Energieanlagen zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen „sehr guter und produktiver Gespräche“ für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.Iran hatte gedroht, dass er im Gegenzug Energieanlagen anderer Länder in der Golfregion angreifen würde. Außerdem beharrt die Führung in Teheran darauf, die alleinige Kontrolle über die für den globalen Energiehandel zentrale Passage zu haben. Zuletzt blieb Trump jedoch vage, ob er an der Frist festhält. Während einer Kabinettssitzung sagte er, seine Entscheidung hänge von Einschätzungen seines Teams ab – darunter Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner. 

Norwegen senkt Steuern auf Kraftstoffe Das norwegische Parlament verabschiedet ein Gesetz zur vorübergehenden Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel. Damit sollen die infolge des Krieges im Nahen Osten stark gestiegenen Kraftstoffkosten abgefedert werden. Die von April bis September befristete Maßnahme führt nach Angaben von Finanzminister Jens Stoltenberg zu Mindereinnahmen von mindestens 3,3 ​Milliarden norwegischen Kronen (etwa 295 Millionen Dollar). Zudem billigen die Abgeordneten eine Reduzierung der CO2-Steuer. Dies bedeutet weitere Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe 

Barrot: Moskau hilft Iran, US-Ziele ins Visier zu nehmen Beim G7-Außenministertreffen nahe Paris haben die Außenminister die aktive russische Militärhilfe für Iran angeprangert. Der gastgebende französische Außenminister Jean-Noel Barrot sagte, Moskau helfe dabei, US-amerikanische Ziele in der Region ins Visier zu nehmen. Die Außenminister haben darüber beraten, wie sie die Straße von Hormus absichern können. Deutschland erwartet beim G7-Außenministertreffen in Vaux-de-Cernay Einblicke in die Ziele der Vereinigten Staaten in Iran. „Für die Bundesregierung ist es von großer Bedeutung, dass wir genau wissen, was unsere amerikanischen Partner beabsichtigen“, sagte Außenminister Wadephul. Er sprach sich für eine „abgestimmte Politik“ aus. Er sei zuversichtlich, dass eine „gemeinsame Position“ mit Washington definiert werden könne. Für die USA nimmt Außenminister Marco Rubio an dem Treffen teil, das am Freitag fortgesetzt wird. 

35 Staaten wollen Koalition für Sicherungsmission in der Straße von Hormus bilden Die Generalstabschefs aus 35 Staaten haben am Donnerstag über den Aufbau einer Koalition zur Sicherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus beraten. Wie das französische Verteidigungsministerium erklärte, war das Ziel der Gespräche eine „koordinierte Initiative“, um eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Das Vorgehen sei „losgelöst von den laufenden Militäreinsätzen“ in der Region. Das britische Verteidigungsministerium hatte das Treffen am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP angekündigt. Demnach sollten die Armeechefs derjenigen Länder daran teilnehmen, die in der vergangenen Woche einen vorläufigen Stopp der Angriffe gegen Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie in der Golfregion gefordert und ihre Bereitschaft zur Sicherung der Straße von Hormus erklärt hatten. Neben Deutschland hatten Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Japan die Erklärung unterzeichnet. Später schlossen sich rund 30 weitere Staaten an - darunter die seit Wochen von Iran attackierten Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain. Berichten mehrerer britischer Medien zufolge hat Großbritannien eine internationale Konferenz in der Hafenstadt Portsmouth vorgeschlagen, um dort eine Koalition für eine Sicherungsmission in der Straße von Hormus zu schmieden. 

Trump: Kontrolle über Irans Öl sei eine „Option“US-Präsident Donald Trump hat es als Option bezeichnet, die Kontrolle über das iranische Öl zu übernehmen. Während einer Kabinettsitzung im Weißen Haus von einem Journalisten darauf angesprochen, sagte er: „Ich würde nicht darüber sprechen. Aber es ist eine Option.“Die USA hatten kürzlich iranische Militärstandorte auf der für den iranischen Ölexport wichtigen Insel Charg im Persischen Golf angegriffen. Am vergangenen Montag ordnete Trump wegen laufender Gespräche mit Iran dann an, die Energieinfrastruktur des Landes für fünf Tage nicht anzugreifen. 

Golf-Staaten kritisieren iranische AngriffeDie Golf-Staaten haben die iranischen Angriffe auf arabische Länder am Golf stark kritisiert. Irans Verhalten sei destabilisierend und habe roten Linien überschritten, sagte der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats, Dschasim al-Budaiwi, einem Bericht des saudischen Fernsehsenders Al-Arabija zufolge vor Diplomaten. Dazu gehöre, die Straße von Hormus zu schließen und Gebühren für deren Passage zu verlangen.Im laufenden Krieg habe Iran 85 Prozent seiner Raketen auf Golf-Staaten abgefeuert, sagte al-Budaiwi den Angaben zufolge. Seine Region übe „größtmögliche Zurückhaltung gegenüber der iranischen Aggression“. Die Staaten hätten entschieden, nicht zu reagieren, um den Konflikt nicht auszuweiten.Der Golf-Kooperationsrat vertritt seit 1981 die gemeinsamen Interessen von Kuwait, Qatar, Oman, Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Iran antwortet angeblich mit Gegenvorschlag auf den 15-Punkte-PlanIran hat laut einem Medienbericht mit einem Gegenvorschlag auf den von der US-Regierung vorgelegten 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges am Golf geantwortet. Die iranische Reaktion auf den US-Plan sei Washington am Mittwochabend über Vermittler übersandt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.Dem Bericht zufolge legte die iranische Regierung einen fünf Punkte umfassenden Gegenvorschlag vor. Dieser fordere ein Ende der „Aggression“ gegen Iran, die Schaffung eines Mechanismus, der die USA und Israel von einem erneuten Krieg abhalten soll, finanzielle Wiedergutmachung für die Kriegsschäden und ein Ende der Kämpfe an allen Fronten. Dies würde heißen, dass Israel auch den Kampf gegen die pro-iranische Hisbollah im Libanon und möglicherweise auch gegen die Hamas im Gazastreifen einstellen soll. Zudem fordere die iranische Führung, dass ihr die Aufsichtshoheit über die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zuerkannt wird.

Huthi drohen mit Eingreifen in Irankrieg Der Anführer der jemenitischen Huthi-Miliz hat mit einem Eingreifen seiner Kämpfer in den Irankrieg gedroht. „Sollte sich der Konflikt auch nur ansatzweise so entwickeln, dass eine militärische Reaktion erforderlich wird, werden wir unverzüglich eingreifen (...), so wie wir es bereits in früheren Phasen getan haben“, erklärte Abdul Malik al-Huthi am Donnerstag.Die von Iran unterstützten Huthis sind wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hizbullah in Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.Nach Beginn des durch den Hamas-Angriff auf Israel ausgelösten Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023 hatten die Hutis Israel mit Raketen und Drohnen angegriffen. Zudem attackierten sie immer wieder Schiffe, die angeblich mit Israel in Verbindung standen. Seit Beginn einer Waffenruhe im Gazastreifen am 10. Oktober vergangenen Jahres haben die Huthis keine Angriffe auf Israel oder auf Schiffe mehr für sich reklamiert. 

Trump: Iran bettelt um einen „Deal“US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass die Iraner „großartig im Verhandeln“ seien. Er sei sich aber nicht sicher, ob die USA willens seien, ⁠einen „Deal“ mit dem Iran zu schließen, erklärte er am Donnerstag. Es seien die Iraner, die um einen Deal bettelten, nicht er. Man müsse sehen, dass man einen richtigen Deal erziele und die Straße von Hormus geöffnet werde. Der Iran müsse einem Deal zustimmen oder sich auf weitere Angriffe einstellen.Der US-Sondergesandte Steve Witkoff sagte während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus, es gebe Anzeichen, dass Teheran an einer Einigung interessiert sei. Iran suche nach einem Ausweg. Die Vereinigten Staaten hatten Teheran eine 15 Punkte umfassende Aktionsliste als Grundlage für Verhandlungen zur Beendigung des aktuellen Konflikts übermittelt.

Russland weist Bericht über Drohnen-Lieferung an Iran zurück  Moskau hat einen Bericht über eine russische Drohnen-Lieferung an den Iran als „Lüge“ zurückgewiesen. Die Medien verbreiteten „so viele Lügen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Zuvor hatte die „Financial Times“ unter Berufung auf westliche Geheimdienstmitarbeiter berichtet, dass Russland Drohnen nach Teheran liefere.

Trump droht NATO-StaatenUS-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegenüber NATO-Staaten, die Washington im Irankrieg nicht unterstützen würden, wiederholt. In Großbuchstaben schrieb er auf seiner Plattform „Truth Social“: „Die USA brauchen nichts von NATO, aber sie werden niemals diesen sehr wichtigen Zeitpunkt vergessen!“

Pakistan: Indirekte Gespräche zwischen Washington und TeheranDas pakistanische Außenministerium ​erklärte auf der Plattform X, dass indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran im Gange seien. Pakistan übermittle Nachrichten zwischen beiden Seiten, so der Außenminister Ishaq Dar. Islamabad habe auch den 15-Punkteplan von Washington an Teheran übermittelt. Die Türkei und Ägypten würden ⁠die Bemühungen unterstützen, heißt es in dem Beitrag. „Dialog und Diplomatie sind der einzige Weg nach vorn!“

Israel: Haben Irans Marinekommandeur getötetIsrael hat Irans Kommandeur der Marine der Revolutionsgarden nach eigenen Angaben bei einem Angriff am Donnerstag getötet. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte laut einer Mitteilung seines Büros – aus der die US-Zeitung „New York Times“ zitiert -, das Militär habe Alireza Tangsiri bei einem „präzisen und tödlichen“ Angriff getötet. Er sei „zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos“ ausgeschaltet worden. Aus dem Iran gab es dazu zunächst keine Bestätigung. Einem israelischen Militärsprecher zufolge wurde Tangsiri bei einem Luftangriff am Mittwochabend getötet.Katz sagte, Tangsiri habe bei Irans Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf eine wichtige Rolle gespielt. Er sei für die Vermienung verantwortlich gewesen. Laut dem US-Finanzministerium, das ihn 2023 und 2019 mit Sanktionen belegt hatte, beaufsichtigte Tangsiri die Tests der Marine mit Drohnen und Marschflugkörpern.