|
24.03.2026
10:07 Uhr
|
Bundespräsident kritisiert Vorgehen der Regierung +++ Israel attackiert Vororte von Beirut, Iran feuert Raketen ab +++ Einschläge in Tel Aviv +++ alle Entwicklungen im Liveblog

US-Außenminister Rubio reist zum G7-Treffen US-Außenminister Marco Rubio nimmt am Freitag an Beratungen mit seinen G-7-Amtskollegen zur Lage im Irankrieg teil, um \"wichtige US-Interessen voranzubringen\" und \"gemeinsame Sicherheitsanliegen sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erörtern\". Das teilte das amerikanische Außenministerium am Dienstag in Washington mit. „Zu den Schwerpunkten gehören der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, die Lage im Nahen Osten sowie weltweite Bedrohungen für Frieden und Stabilität\", heißt es in der Mitteilung weiter. Zu dem Treffen hat Frankreich eingeladen, das derzeit den Vorsitz der G-7-Staaten hat. Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) wird erwartet. Für Rubio ist es die erste Auslandsreise seit dem Beginn des Irankriegs am 28. Februar. Am Samstag hatten die G7-Außenminister den Iran zu einem „sofortigen und bedingungslosen Ende“ seiner Angriffe aufgefordert. Neben den USA und Frankreich zählen auch Deutschland, Großbritannien, Kanada, Italien und Japan zu den G-7-Staaten.
Roter Halbmond: Zehntausende zivile Einrichtungen in Iran beschädigt Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen in Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 82.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 62.000 Wohnungen sowie 281 medizinische Zentren, Krankenhäuser und Apotheken, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand.Koliwand zufolge wurden insgesamt 498 Schulen beschädigt – bei direkten Angriffen oder bei Angriffen, die Zielen in der Nähe galten. Der Rote Halbmond ist nach seiner Darstellung auch Ziel von Angriffen geworden. Neben 17 Rettungswachen seien zwölf Rettungswagen direkt von Raketen getroffen worden.
Qatar verneint Vermittlerrolle zwischen Iran und USAQatar ist nach eigenen Angaben nicht als direkter Vermittler zwischen den USA und Iran aktiv. Das Emirat unterstütze jedoch alle diplomatischen Kanäle zur Beendigung des Krieges, sagte der Sprecher des qatarischen Außenministeriums, Majed al-Ansari. Das Land stehe in engem Kontakt mit der amerikanischen Regierung, um eine Deeskalation zu erreichen und einen Ausweg aus der Krise zu finden. Al-Ansari fügt hinzu, Qatar habe seit Jahren gesagt, eine ungebremste Eskalation in der Region werde nicht nur zu einer Ausweitung des Konflikts führen, „sondern zu einem umfassenden Krieg, der uns alle erfasst. Und genau da sind wir jetzt.“
Hizbullah will Besetzung des Südlibanons verhindernDie Hizbullah kündigt Widerstand gegen die von Israel geplante Besetzung des südlichen Libanons an. Eine solche Besetzung würde eine „existenzielle Bedrohung“ für den Libanon als Staat darstellen, sagt der Hizbullah-Abgeordnete Hassan Fadlallah der Nachrichtenagentur Reuters. Man werde kämpfen, um dies zu verhindern. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat erklärt, dass sein Land eine Pufferzone von der Grenze bis zum Fluss Litani plane.
Irans Militärführung kündigt „Kampf bis zum vollständigen Sieg\" an Irans Militärführung hat im Krieg gegen Israel und die USA Kompromisse und eine Kapitulation kategorisch ausgeschlossen. „Die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte werden die Souveränität des Landes standhaft verteidigen und diesen Weg bis zum vollständigen Sieg fortsetzen“, sagte der Sprecher des iranischen Oberkommandos, Ali Abdollahi Aliabadi, laut dem staatlichen Rundfunk. Einer Meldung der Nachrichtenagentur AP zufolge erklärte der General allerdings nicht, wie ein „vollständiger Sieg“ aussehen würde.
Libanon weist iranischen Botschafter ausDas libanesische Außenministerium hat dem iranischen Botschafter nach eigenen Angaben die Akkreditierung entzogen und ihn zur unerwünschten Person erklärt. Der Diplomat müsse das Land bis Sonntag verlassen, teilt das Ministerium mit. Zur Begründung verweist es auf Verstöße Teherans gegen diplomatische Normen und etablierte Gepflogenheiten zwischen den beiden Ländern. Zudem ruft das Ministerium seinen eigenen Botschafter in Iran zu Konsultationen in Libanon zurück. Iran ist einer der wichtigsten Unterstützer der radikal-islamischen Hizbullah-Miliz, gegen die Israel im Libanon Krieg führt. Israel hat die libanesische Regierung wiederholt aufgefordert, die Hizbullah zu entwaffnen.
Staatliche Medien: Iran ernennt neuen Chef des Sicherheitsrates Nach der Tötung von Ali Larijani ist in Iran ein neuer Generalsekretär für den Obersten Nationalen Sicherheitsrat ernannt worden. Mohammad Bagher Ghalibaf, ein Brigadegeneral im Ruhestand, wurde nach Zustimmung durch die Staatsführung und per Erlass durch den Präsidenten für das Amt ernannt, berichteten iranische Medien. Sie bezogen sich dabei auf einen X-Post von Mehdi Tabatabai, Vize-Kommunikationschef im Präsidialamt.Über Solghadr ist wenig bekannt. Er wurde Mitte der 1950er-Jahre geboren und ist ein Veteran des Iran-Irak-Kriegs (1980–1988). Seine militärische Karriere absolvierte er bei den Revolutionsgarden. Zuletzt war er ein führendes Mitglied des sogenannten Schlichtungsrats, eines einflussreichen Schiedsorgans im iranischen Machtapparat.
Wadephul: Gespräche der USA mit Iran könnten „Wendepunkt“ sein Außenminister Johann Wadephul sieht Gespräche zwischen den USA und Iran als Chance, den Irankrieg zu beenden. „Das könnte ein Wendepunkt in diesem Konflikt sein“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag dem MDR zu Spekulationen über mögliche direkte Kontakte zwischen Washington und Teheran. Was Deutschland zu einem Erfolg beitragen könne, werde man tun. Man habe den USA angeboten, ihnen diplomatisch zur Seite zu stehen, falls dies gewünscht sei.Wadephul betonte mit Blick auf widersprüchliche Berichte über direkte Gespräche, dass „etwas stattfindet“. „Das ist doch gut in dieser Zeit, in der es immer mehr Eskalationsgefahren gab als die Möglichkeit, diesen Konflikt irgendwie unter Kontrolle zu bringen.“ Der Außenminister sprach von einem „zarten Pflänzchen“, aber dies sei ein Anfang.Wadephul begrüßte zudem, dass US-Präsident Donald Trump die angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke für fünf Tage zurückgestellt habe. „Jeder würde sich mehr wünschen in der Sache und auch von der Frist her, aber immerhin“, sagte er. Dies seien fünf Tage, in denen viele miteinander sprechen könnten.
Verteidigungsminister: Israel wird Kontrolle im Südlibanon bis Fluss Litani übernehmen Beim Vorgehen gegen die Hizbullah-Miliz wird Israel laut Aussage von Verteidigungsminister Israel Katz im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Nach der Sprengung von fünf Brücken über den Fluss werde das israelische Militär „die restlichen Brücken und die Sicherheitszone bis zum Litani kontrollieren“, sagte Katz am Dienstag beim Besuch eines Militärstützpunkts in Israel. Zudem bekräftigte er, dass die aus Südlibanon vertriebenen hunderttausenden Bewohner nicht in das Gebiet südlich des Flusses zurückkehren würden, bis die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels „garantiert“ sei.
Staatliche Medien: 466 Festnahmen in Iran wegen Untergrabung der nationalen SicherheitIn Iran wurden staatlichen Medien zufolge 466 Menschen wegen Online-Aktivitäten zur Untergrabung der nationalen Sicherheit festgenommen. Die Polizei erklärte, die Festgenommenen stünden mit „feindlichen“ Netzwerken in Verbindung, die auf eine interne Destabilisierung abzielten. Den Berichten zufolge handelt es sich um eine der größten Sicherheitsaktionen seit Beginn des Krieges mit Israel und den USA.
Raketen mit 4000 Kilometern Reichweite?Zwei iranische Raketenabschüsse auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean haben die Öffentlichkeit aufgeschreckt: Hat Iran Waffen entwickelt oder so umgebaut, dass es neuerdings auch Städte in Westeuropa treffen könnte? Noch ist zwar unklar, welche Raketen Iran gegen Diego Garcia gestartet hat, sicher ist jedoch: Auch mit seinen bisher bekannten Waffensystemen könnte das Regime in Teheran Ziele in Südosteuropa treffen, und Raketen mit Reichweiten bis nach Deutschland oder Italien galten schon vorher als wahrscheinlich. Eine Analyse von F.A.Z.-Redakteur Gregor Grosse.
Tote bei Angriff auf kurdische Kämpfer im IrakBei einem Raketenangriff auf einen Stützpunkt der kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Irak sind am Dienstag sechs Kämpfer getötet worden. Die Regierung der autonomen Kurdenregion machte Iran für den Angriff verantwortlich. Iran habe „sechs ballistische Raketen“ auf die Peschmerga abgefeuert. Dabei seien sechs Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden.Der Angriff sei am Dienstag in der Region Soran nahe der Grenze zu Iran erfolgt, sagte ein Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Die Peschmerga sind die Streitkräfte der autonomen Kurdenregion im Nordirak. Es war der erste Angriff auf sie seit Beginn des Irankriegs.Raketen und Drohnen fliegen seit Kriegsbeginn immer wieder über den Irak hinweg oder treffen Ziele in dem Land.
Südkorea ruft Bevölkerung zum Energiesparen aufSüdkoreas Präsident Lee Jae-myung ruft wegen der Risiken für die Öl- und Gasversorgung durch den Irankrieg zum Energiesparen auf. Die Bevölkerung wird gebeten, im Alltag mehrere Maßnahmen zu beherzigen – etwa kürzeres Duschen oder das Aufladen von Handys und E-Autos nur während des Tages. Das Wäschewaschen oder Staubsaugen soll auf das Wochenende gelegt werden. Öffentliche Einrichtungen sollen Dienstwagen weniger nutzen. Einschränkungen für Privatfahrzeuge seien vorerst freiwillig, sagt Energieminister Kim Sung-whan. Dies könnte bei einer höheren Energiealarmstufe aber überdacht werden. Zudem werde die Regierung die 50 Unternehmen mit dem größten Ölverbrauch auffordern, ihren Verbrauch zu drosseln. Um die Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) zu verringern, will die Regierung in Seoul zudem bis Mai fünf Atomreaktoren wieder anfahren, Beschränkungen für Kohlekraftwerke lockern und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.