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24.03.2026
18:31 Uhr
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Wirtschaftsministerin warnt vor Engpässen +++ Iran ernennt neuen Chef des Sicherheitsrats +++ Bundespräsident Steinmeier nennt Irankrieg „völkerrechtswidrig“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Israel will wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran getroffen habenIsraels Armee hat eigenen Angaben zufolge die wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran angegriffen. Sie sei schon im Krieg im vergangenen Jahr Ziel eines Bombardements gewesen, teilte das Militär am Abend mit. Irans Führung sei in den vergangenen Monaten jedoch dabei gewesen, die Fähigkeiten der Anlage in Isfahan wieder herzustellen.Die israelische Luftwaffe habe im Laufe des Tages Dutzende Ziele im Iran ins Visier genommen, darunter Raketenabschussrampen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.In Israel gab es am Abend erneut Raketenbeschuss aus dem Iran, unter anderem in der Küstenmetropole Tel Aviv heulten Warnsirenen. Israelischen Medien zufolge soll eine der aus dem Iran abgefeuerten Raketen mit Streumunition bestückt gewesen sein. Der Iran hatte den Einsatz der international weitgehend geächteten Munition zuletzt selbst bestätigt. Im Großraum Tel Aviv gab es laut Israels Polizei Einschläge. Der Rettungsdienst Magen David Adom meldete mehrere Verletzte, darunter ein Kind, in einem Vorort von Tel Aviv. Dort wurde Berichten zufolge ein Wohnhaus getroffen.
Trump: Iraner wollen unbedingt ein AbkommenIm Krieg mit den USA und Israel dringt der Iran nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf ein Abkommen. „Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschließen“, sagte Trump in Washington. In die Verhandlungen seien auf US-Seite Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance involviert, sagte Trump. „Und die andere Seite, das kann ich Ihnen sagen, die würde gerne einen Deal machen.“Trump hatte zuvor angedrohte Angriffe auf Irans Kraftwerke verschoben und dies mit „sehr guten und produktiven“ Gesprächen über eine Beilegung der Feindseligkeiten begründet. Die iranische Seite hatte dagegen Verhandlungen dementiert.
„Wall Street Journal“: 3.000 Fallschirmjäger sollen in den Nahen Osten entsendet werdenDas Pentagon plant nach US-Medienberichten eine Verlegung von Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten. Die US-Spezialkräfte sind darauf trainiert, aus der Luft mit Fallschirmen einzugreifen. Der Plan sehe vor, dass etwa 3.000 Soldaten in den Nahen Osten geschickt werden, um Einsätze gegen den Iran zu unterstützen, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf nicht genannte US-Beamte. Wie konkret die Pläne sind, blieb unklar.Das „Wall Street Journal“ berichtete demnach, dass noch keine Entscheidung darüber getroffen worden sei, Bodentruppen in den Iran selbst zu entsenden. Die Verlegung der Soldaten eröffneten US-Präsident Donald Trump jedoch mehrere strategische Optionen.
Hizbullah kritisiert Ausweisung des iranischen BotschaftersDie Hizbullah-Miliz verurteilt die Entscheidung der libanesischen Regierung, den iranischen Botschafter zur unerwünschten Person zu erklären und ihm die Akkreditierung zu entziehen. Diese Entscheidung diene nicht der nationalen Einheit und öffne die Türen für Spaltungen im Libanon, erklärt die mit dem Iran verbündete Miliz.
Iran lässt wenige Schiffe in der Straße von Hormus passierenDer Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bleibt stark eingeschränkt. Nach Angaben des Datenanbieters Kpler passierten am Dienstag nur drei Schiffe mit eingeschaltetem automatischen Identifikationssystem das Nadelöhr im Persischen Golf. Nach Angaben eines Sprechers des indischen Ministeriums für Häfen, Schifffahrt und Wasserstraßen ließ der Iran zwei Flüssiggastanker ohne Zwischenfälle durchfahren. Bereits Mitte des Monats waren zwei Gastanker mit indischer Flagge durchgefahren.Dagegen verweigerten die Revolutionsgarden (IRGC) dem Containerschiff „Selen“ – unter der Flagge des karibischen Inselstaates St. Kitts und Nevis – die Durchfahrt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete Marine-Kommandeur Ali-Resa Tangrisi dies mit fehlenden Genehmigungen. Demnach sei die Nutzung der Straße von Hormus nur in Abstimmung mit iranischen Behörden erlaubt. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Montag, die Straße von Hormus sei grundsätzlich offen – außer für Schiffe der „Aggressoren“ USA und Israel sowie deren Unterstützer.
Chinas Außenminister spricht mit iranischem AmtskollegenChinas Außenminister Wang Yi hat in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen zu schnellen Friedensgesprächen aufgerufen. Das teilte sein Ministerium mit. Laut eigenen Angaben betonte Wang in dem Gespräch mit Irans Außenminister Abbas Araghchi, dass die Kriegsparteien alle Möglichkeiten dafür nutzen sollten. „Reden ist besser als zu kämpfen“, sagte Wang laut der Erklärung zu Araghchi. „Alle Parteien sollten jede Gelegenheit zum Frieden nutzen und so bald wie möglich Gespräche aufnehmen\", heißt es in der Mitteilung. Das berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Bloomberg. Irans Außenminister hob im Telefonat mit Wang hervor, dass \"die iranische Seite sich für eine umfassende Beendigung des Konflikts einsetzt, nicht nur für einen vorübergehenden Waffenstillstand\". Der Mitteilung des chinesischen Außenministeriums zufolge fand das Gespräch \"auf Wunsch\" der \"iranischen Seite\" statt.
Israelische Angriffe auf Alma im LibanonIsrael hat die überwiegend von Christen bewohnte Stadt Sahel Alma nördlich von Beirut angegriffen. Das berichtet der staatliche Rundfunk im Libanon. Die Region ist im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz bislang verschont geblieben. Berichte über Opfer liegen zunächst nicht vor. Augenzeugen sagen der Nachrichtenagentur Reuters, sie hätten mehrere Explosionen gehört und weißen Rauch über der Stadt gesehen.
Ein Toter und mehrere Verletzte bei iranischen Angriffen auf Bahrain Bei iranischen Angriffen auf Bahrain kommt nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ein marokkanischer Zivilist ums Leben. Zudem werden mehrere Soldaten aus Bahrain und den VAE verwundet, wie die bahrainische Armee auf der Plattform X mitteilt. Zuvor hatte das Militär in Bahrain den Toten fälschlicherweise als emiratischen Soldaten identifiziert. Das Ministerium der VAE stellt nun klar, dass es sich bei dem Opfer um einen zivilen Vertragsarbeiter aus Marokko handelt.
Medienbericht: Saudi-Arabiens Kronprinz drängt Trump zu Fortsetzung des IrankriegsLaut einem Bericht der „New York Times“ soll der saudi-arabische Kronprinz Muhammad bin Salman (MbS) den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in mehreren Gesprächen dazu gedrängt haben, den Krieg gegen Iran fortzusetzen. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf anonyme US-Beamte, der Kronzprinz sehe in dem Krieg eine „historische Gelegenheit“, das Machtgleichgewicht im Nahen Osten neu zu gestalten. Iran stelle aus seiner Sicht eine langfristige Bedrohung für die Golfstaaten dar, die nur durch einen Sturz des Regimes in Teheran beseitigt werden könne. Dies habe bin Salman in einer Reihe von Gesprächen mit Trump in der vergangenen Woche deutlich gemacht, schreibt die „New York Times“. Diese Darstellung weist ein Sprecher der saudischen Regierung gegenüber der Zeitung zurück. Regierungsvertreter stünden „in engem Kontakt\" mit der Trump-Regierung und ihre Bemühungen für eine Beilegung des Konfliktes bleibe „unverändert“, heißt es. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass Saudi-Arabiens Führung den USA erlaubt, die Luftwaffenbasis „King Fahd“ auf der Westseite der Arabischen Halbinsel zu nutzen. Diesen Schritt hatte man in Riad zunächst ausgeschlossen, um nicht weiter in den Krieg hineingezogen zu werden. Nachdem iranische Raketen und Drohnen Ziele im Land, darunter die Hauptstadt Riad, getroffen haben, scheint die Regierung jedoch eine Kehrtwende zu vollziehen: Dem „Wall Street Journal“ zufolge erwägt der saudische Kronprinz, aktiv in den Krieg einzugreifen, um die Abschreckungsfähigkeit seines Landes wieder herzustellen.
Vereinte Nationen: Mehr als eine Million Menschen im Libanon auf der Flucht Mehr als eine Million Menschen sind nach UN-Angaben seit Anfang März vor dem Krieg zwischen Israel und der proiranischen Miliz Hizbullah innerhalb des Libanons geflüchtet. Weitere 130.000 Menschen hätten die Grenze zu Syrien überschritten, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mit. Der Krieg im Nahen Osten führe zu immer mehr Vertreibungen und Grenzübertritten in der Region, hieß es.
Pakistan bietet sich als Vermittler an Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif bringt sein Land als Vermittler im Irankrieg ins Spiel. „Vorbehaltlich der Zustimmung der USA und Irans ist Pakistan bereit und fühlt sich geehrt, als Gastgeber für sinnvolle und abschließende Gespräche zur umfassenden Beilegung des andauernden Konflikts zu fungieren\", schreibt Sharif auf der Plattform X. „Pakistan begrüßt und unterstützt die laufenden Bemühungen um einen Dialog zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten im Interesse von Frieden und Stabilität in der Region und darüber hinaus\", heißt es in dem Post weiter.
Pistorius grenzt sich von Steinmeier abBundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat auf die Aussage von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dass der Irankrieg „völkerrechtswidrig“ sei, mit Zurückhaltung reagiert. Während eines Besuchs im südostasiatischen Singapur sagte der Minister auf die Frage eines Journalisten, ob er dies ähnlich sehe, dass er die Rede des Bundespräsidenten erst einmal nachlesen wolle. „Dass die völkerrechtliche Zulässigkeit dieses Krieges allgemein infrage gestellt wird, ist ja offenkundig. Aber das ist im Augenblick, ehrlich gesagt, eine Frage eher für akademische Kreise“, so der Minister, der sich derzeit auf einer ausgedehnten Indopazifik-Reise befindet, die ihn zuvor nach Japan und von Mittwoch bis Freitag auch nach Australien führen wird. Der Minister begründete seine Aussage damit, dass der Krieg schließlich im Gange sei und schnell beendet werden müsse. „Das Leiden muss beendet werden, die Bombardierungen müssen beendet werden und damit vor allem auch ein Ende gesetzt werden den wirtschaftlichen Folgen, die das für die ganze Welt hat“, sagte der Minister. Dies sei das, was ihm gerade am meisten Sorgen mache. Auf eine weitere Journalistenfrage nach US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke anordnen zu wollen, sagte Pistorius, da müsse man „abwarten“. „Ich weiß nicht, was morgen passiert. Klar wünscht man sich mehr Berechenbarkeit und Klarheit und strategische Weitsicht, generell - jetzt nicht nur in diesem Fall - aber ich wünsche mir auch andere Dinge“, sagte der Minister.
Philippinen erklären den nationalen Energie-Notstand Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat am Dienstag den nationalen Energie-Notstand ausgerufen. Der Konflikt im Nahen Osten habe zu schwerwiegenden Störungen der Lieferketten geführt und stelle eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit der Philippinen dar, heißt es in einem Erlass, der Reuters und der BBC vorliegt. Deshalb sei, so Marcos weiter, ein Krisenstab gebildet worden, der die Verfügbarkeit und geordnete Verteilung von Treibstoff, Lebensmitteln, Medikamenten, landwirtschaftlichen Erzeugnissen und anderen Grundgütern überwachen und sicherstellen solle. Die Verordnung gilt für ein Jahr. Die philippinische Energieministerin Sharon Garin erklärte, das Land verfüge derzeit über Kraftstoffvorräte für etwa 45 Tage.