FAZ 29.03.2026
04:21 Uhr

Liveblog Irankrieg: Pentagon soll Bodenoffensive vorbereiten


„Washington Post“: US-Verteidigungsministerium hat fortgeschrittene Pläne für wochenlange Bodenoffensive in Iran +++ Iran droht mit Angriffen auf israelische und US-Unis +++ Angriff auf Residenz von Kurden-Präsident im Nordirak +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Pentagon soll Bodenoffensive vorbereiten

Israelischer Soldat im Libanon getötetBeim Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon ist erneut ein israelischer Soldat getötet worden. Der 22-jährige Fallschirmjäger sei „bei Kampfhandlungen im Südlibanon gefallen“, erklärte die Armee am Sonntag. Der Soldat war das fünfte Todesopfer in den Reihen der israelischen Armee bei den im Zuge des Iran-Kriegs wieder aufgeflammten Kämpfen mit der pro-iranischen Hizbullah-Miliz. 

Mindestens zwei Explosionen in TeheranDie iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen erneut von heftigen Explosionen erschüttert worden. Wie ein AFP-Reporter berichtete, waren um 7.20 Uhr im Norden der Stadt mindestens zwei Detonationen zu hören, während die Luftabwehr im Einsatz war. Zunächst war nicht ersichtlich, welche Orte getroffen wurden.

Huthi-Miliz feuert erneut Raketen und Drohnen auf Israel abDie mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat eigenen Angaben zufolge einen zweiten Luftangriff seit Eintritt in den Iran-Krieg auf Israel geflogen. Die Miliz habe „Raketen und Drohnen auf mehrere wichtige militärische Ziele“ in Israel abgefeuert, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Samstag. Die Huthi-Miliz, die weite Teile des Jemen kontrolliert, hatte am Vortag bereits eine Rakete auf Israel abgefeuert, die abgefangen wurde. Die von Iran unterstützte Miliz ist wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hizbullah in Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.  

Iran droht mit Angriffen gegen israelische und US-UnisIran droht mit Angriffen auch gegen israelische und US-amerikanische Hochschuleinrichtungen. Israelische und amerikanische Universitäten in der Region würden Ziel iranischer Vergeltungsmaßnahmen, zitierte die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform X. Iran greift seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe vor einem Monat als Gegenreaktion nicht nur Ziele in Israel an, sondern nimmt auch auf Golfstaaten, die US-Stützpunkte beherbergen, unter Beschuss.

Angriff auf Residenz von Kurden-Präsident im NordirakIn der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks ist die Residenz des Präsidenten, Nechirvan Barsani, angegriffen worden. Barsani sagte dem kurdischen Medienportal „Rudaw“, der Angriff auf seine Residenz in der Stadt Duhok am Samstag stelle „eine gefährliche Eskalation für den gesamten Irak“ dar. Zur selben Zeit wurden in der Region Kurdistan laut „Rudaw“ mehr als ein halbes Dutzend Drohnenangriffe registriert. Bislang hat sich niemand zu den Angriffen bekannt. Zuletzt hatten sowohl Iran als auch proiranische Milizen im Irak Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert. Die USA machten „Stellvertretern der iranischen Terror-Milizen im Irak“ dafür verantwortlich.Barsani forderte laut „Rudaw“ die irakische Regierung dazu auf, das Problem der illegalen, bewaffneten Gruppen, „ernsthaft anzugehen“. Der irakische Ministerpräsident Mohammed al-Sudani ordnete die Einsetzung eines Komitees an, um den Vorfall zu untersuchen.

Iran lässt pakistanische Schiffe Straße von Hormus passierenDer Iran erlaubt nach pakistanischen Angaben die Durchfahrt von 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge durch die ​Straße von Hormus. Wie der pakistanische Außenminister Ishaq Dar mitteilt, dürfen künftig zwei dieser Schiffe pro Tag die Meerenge passieren.

Weitere US-Marinekräfte in Nahost-Region eingetroffenDas amphibische Angriffsschiff „USS Tripoli“ erreichte nach Angaben des hauptsächlich für den Nahen Osten zuständigen US-Regionalkommandos Centcom am Freitag dessen Einsatzgebiet. Es dient als Flaggschiff einer kombinierten Seestreitkraft mit etwa 3.500 Einsatzkräften.Die USA haben bereits Tausende Marinesoldaten in den Nahen Osten verlegt. Nach früheren US-Angaben befinden sich mehr als 50.000 Soldaten in der Region. Israel und die USA griffen vor vier Wochen den Iran an, der mit Gegenangriffen in der Region zurückschlug. Seit Kriegsbeginn wurden laut Angaben von Centcom vom Samstag von US-Kräften mehr als 11.000 Ziele getroffen. Mehr als 150 iranische Schiffe seien entweder zerstört oder beschädigt worden. 

Metallwerk in den Emiraten beschädigt Mehrere Golfstaaten haben abermals Schäden nach Angriffen aus Iran gemeldet. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach Angaben des Betreibers bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff ein Metallwerk schwer beschädigt. Das Werk befindet sich in der Khalifa Industrial Zone Abu Dhabi. Zwei Mitarbeiter seien verletzt worden, hieß es vom Betreiber.Aus Qatar hieß es am frühen Abend (Ortszeit), das Golfemirat sei im Laufe des Tages Ziel eines Angriffs mit mehreren aus Iran gestarteten Drohnen gewesen. Alle anfliegenden Drohnen seien erfolgreich abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit.Davor hatte bereits Kuwait von Angriffen berichtet. Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums vom frühen Samstagabend wurden in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 15 feindliche Drohnen registriert. Einige der Angriffe hätten auf die Umgebung des internationalen Flughafens von Kuwait gezielt und erhebliche Schäden am Radarsystem verursacht. Menschen seien nicht verletzt worden. 

Selenskyj schließt weitere Abkommen mit GolfstaatenNach einem Abkommen ​mit Saudi-Arabien hat die Ukraine auch eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen ⁠Emiraten und Qatar im Bereich Verteidigung vereinbart. Es gehe unter anderem um den Austausch von Expertise bei der Abwehr von Raketen und unbemannten Flugsystemen, teilte ‌Qatars Verteidigungsministerium am Samstag mit. Das Abkommen wurde während eines Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgestellt, der aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ‌angereist war. Dort hatte ‌er den Präsidenten, Scheich Muhammad bin Zayed Al Nahyan, getroffen und ebenfalls eine Kooperation vereinbart. Die Einzelheiten dieses Abkommens würden noch ausgearbeitet, teilte Selenskyj mit. Die staatliche Nachrichtenagentur ​der Emirate, WAM, meldete, auch über ⁠ein umfassendes Wirtschaftsabkommen sei gesprochen worden. 

Israel: Weitere Angriffswelle auf Ziele in Teheran Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele der iranischen Führung in der Hauptstadt Teheran angegriffen. Eine weitere Angriffswelle sei abgeschlossen worden, teilte das Militär mit. Details zu den genauen Zielen und möglichen Auswirkungen gab es zunächst nicht. In Israel wurde derweil über neue Raketenangriffe aus Iran berichtet, in mehreren Gegenden im Süden des Landes gab es Raketenalarm. 

Journalisten in Libanon getötet Bei einem israelischen Angriff in Südlibanon sind eine Reporterin und ein Reporter von zwei Hizbullah-nahen Fernsehsendern getötet worden. Der TV-Sender der von Iran gelenkten Hizbullah Al-Manar meldete, dass ihr langjähriger Korrespondent Ali Schuaib bei einem Angriff bei Dschesin im Süden des Landes ums Leben kam. Zudem berichtete der proiranische Sender Al-Majadin, der auch der Hizbullah nahe steht, dass bei dem Angriff ihre Reporterin Fatima Fatuni getötet wurde. Das israelische Militär gab an, einen „gezielten“ Angriff auf Schuaib verübt zu haben. Die Armee warf ihm vor, Mitglied der Hizbullah-Eliteeinheit Radwan gewesen zu sein. Er habe sich als „Journalist getarnt“, hieß es. In dem Zuge habe er über Standorte von israelischen Truppen berichtet, die im Süden Libanons im Einsatz waren. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Fatuni äußerte sich das Militär zunächst nicht.Der libanesische Informationsminister Paul Morcos verurteilte den Angriff scharf. Seinen Angaben zufolge ist dabei auch der Kameramann und Bruder Fatunis, Mohammed Fatuni, getötet worden. „Wir verurteilen auf das Schärfste Israels wiederholte und vorsätzliche Angriffe auf Journalisten“, betonte Morcos.Auch im Gaza-Krieg hat das israelische Militär mehrfach Journalisten getötet. Das Journalistenschutzkomitee CPJ wirft dem israelischen Militär unter anderem vor, es verfolge eine „langwährende, dokumentierte Praxis, Journalisten als Terroristen zu beschuldigen, ohne glaubhafte Beweise vorzulegen“. 

Huthi-Rebellen attackieren IsraelDie Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben im Irankrieg erstmals Israel angegriffen und sich damit in den Konflikt eingeschaltet. Der ⁠Raketenangriff sei eine Reaktion auf die fortgesetzte Zerstörung von Infrastruktur in Iran, in Libanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten, teilt die mit Iran verbündete Islamisten-Miliz am Samstag mit. Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die „Aggression“ an allen Fronten beendet sei. Zuvor hatte das ‌israelische Militär erklärt, es habe eine Rakete aus dem Jemen abgefangen. Der Vorfall schürt die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts in der Nahost-Region. Die Huthi-Miliz hatte bereits im Gazakrieg zur Unterstützung der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas, die ebenfalls mit dem Iran verbündet ist, Israel ‌mehrfach mit Raketen beschossen und im Zuge dessen ‌auch die Schifffahrt im Roten Meer mit Angriffen gestört. 

Erstmals seit Kriegsbeginn: Israel meldet Raketenangriff aus dem JemenZum ersten Mal seit Beginn des Irankriegs vor einem Monat ist israelischen Angaben nach aus dem Jemen eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Die Flugabwehr sei im Einsatz, teilte die israelische Armee am frühen Morgen auf Telegram mit. Die Rakete wurde Medienberichten zufolge erfolgreich abgefangen, Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben. Die Huthi reklamierten den Angriff für sich. Sie hätten eine Salve ballistischer Raketen gegen „sensible militärische Ziele“ in Südisrael gefeuert, meldete der Huthi-nahe TV-Sender Al-Masirah unter Berufung auf einen Sprecher. Demnach kündigte die Miliz an, ihre Angriffe fortsetzen zu wollen.Die von Iran unterstützten Huthi sind wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hizbullah in Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Oman: Mindestens ein Verletzter bei DrohnenangriffBei einem Drohnenangriff auf einen der größten Häfen des Oman ist mindestens ein Mensch verletzt worden. Der Hafen von Salaha im Süden des Landes sei mit zwei Drohnen attackiert worden, erklärten die omanischen Behörden am Samstag laut der amtlichen Nachrichtenagentur des Golfstaats. Dabei sei ein ausländischer Arbeiter verletzt worden. Außerdem sei „begrenzter“ Schaden an einem Kran entstanden.