FAZ 22.07.2026
21:54 Uhr

Liveblog Irankrieg: Nach Trumps Drohung: Iran kündigt Vergeltung und Ölblockade an


Irans Außenminister: „Auge um Auge“ +++ US-Präsident bekräftigt Drohungen gegen zivile Infrastruktur +++ Huthi-Drohungen setzen Schifffahrt unter Druck +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Nach Trumps Drohung: Iran kündigt Vergeltung und Ölblockade an

USA starten neue Angriffe gegen IranDas US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen militärische Ziele in Iran gestartet. Diese hätten um 17.30 US-Ostküstenzeit (1.00 Uhr Ortszeit in Iran) begonnen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer, wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten sie ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. „Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein“, betonte er - was sich als indirekte Drohung interpretieren ließ.

Behörde: Schiff im Roten Meer beschossenIm Roten Meer hat die Besatzung eines Tankers Beschuss gemeldet. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit. Die Besatzung bekämpfe das Feuer, es seien keine Verletzten gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 70 Seemeilen (knapp 130 Kilometer) südwestlich von Al-Schukaik in Saudi-Arabien. Die Herkunft des Schiffes war unklar.Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz in Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer verletzt hätten. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden. Ob die beiden Mitteilungen sich auf den gleichen Vorfall beziehen, war nicht klar.

Trump: Bombardierung für jedes angegriffene Schiff in der Straße von HormusDie USA werden nach den Worten von US-Präsident Donald Trump künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk in Iran „bombardieren und zerstören“, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Das teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Es würden auch Ziele in Teheran und Umgebung ins Visier genommen. 

Bulgarien erlaubt Stationierung von US-TankflugzeugenDas bulgarische Parlament billigt die vorübergehende ⁠Stationierung von US-Tankflugzeugen auf dem Militärstützpunkt Besmer. Die Abgeordneten stimmen mit 136 zu 13 Stimmen bei zwei Enthaltungen für den Plan, bis zu acht Maschinen vom Typ KC-135 ‌und 250 Soldaten vom 24. Juli bis zum 1. Oktober aufzunehmen. Verteidigungsminister Dimitar Stojanow weist Drohungen Irans zurück, wonach der Schritt Bulgarien zu einem Mitschuldigen an „Aggression und ‌Kriegsverbrechen“ mache. Es würden keine ‌offensiven Waffensysteme stationiert, und die Präsenz mache das Land nicht zu einer Kriegspartei, sagt Stojanow. Die USA hätten zugesagt, die Risiken für die nationale Sicherheit zu minimieren. Fünf Bürgermeister aus ​der Umgebung des Stützpunktes haben aus Sicherheitsbedenken Beschwerde ⁠gegen den Plan eingelegt. Die USA und Iran verstärken derzeit ihre Angriffe, nachdem eine vor einem Monat ​geschlossene Waffenruhe gescheitert ist. Das US-Militärkommando EUCOM teilt mit, man werde weiterhin mit Bulgarien bei der Überwachung ⁠und Abwehr potentieller Bedrohungen ‌zusammenarbeiten. 

Huthi-Drohungen setzen Schifffahrt unter DruckNach der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus könnte die Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemens zur nächsten Gefahr für die Schifffahrt werden. Das Risiko eines „doppelten Engpasses“ steige, berichtete der Datenanbieter am Mittwoch mit Blick auf den Schiffsverkehr in den beiden Seewegen. Das Vertrauen für den Schiffsbetrieb dort sei „unter Druck“. An beiden Meerengen sei der Verkehr am Dienstag deutlich zurückgegangen.Die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel, wo es im Irankrieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, steht seit Monaten im Fokus. Im Westen der Halbinsel liegt zudem vor Jemens Küste das Bab al-Mandab („Tor der Tränen“). Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus etwa bei Ölexporten Saudi-Arabiens zunehmend an Bedeutung gewonnen.Am Dienstag sei der Verkehr in der Straße von Hormus um 31 Prozent im Vergleich zum Vortag gesunken, teilte Kpler mit, und am Bab al-Mandab um 34 Prozent. Im Golf von Aden, der zum Bab al-Mandab führt, seien mindestens vier Schiffe nach jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz im Jemen umgekehrt, berichtete Kpler. Dies deute darauf hin, dass Betreiber auch hier vorsichtiger würden. 

Jordanien fängt Raketen aus Iran ab Jordanien hat den Beschuss mit sechs weiteren Raketen aus Iran gemeldet. Die Flugabwehr habe sechs iranische Raketen registriert und umgehend darauf reagiert, nachdem sie in den eigenen Luftraum eingedrungen seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf Militärkreise. Vier Raketen seien abgefangen worden und zwei weitere in abgelegenen Gebieten niedergegangen. Schäden oder Opfer habe es nicht gegeben.Videos zeigten, wie im Raum der jordanischen Küstenstadt Akaba Rauch aufsteigt. Erst vor wenigen Tagen wurden hier mehrere iranische Angriffe gemeldet. Das Königreich wurde im Krieg bisher weniger angegriffen als etwa Kuwait oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Jordanien beheimatet aber US-Truppen und Flugzeuge der US-Luftwaffe und ist damit zum möglichen Ziel Irans bei Vergeltungsangriffen in der Region geworden. Jordanien liegt zudem auf der Fluglinie zwischen Iran und Israel, die sich seit 2024 gegenseitig immer wieder auch direkt angriffen. 

Iran und USA greifen einander weiter an Iran und die Vereinigten Staaten haben sich ​auch am Mittwoch gegenseitige Angriffe geliefert. In der iranischen Hauptstadt Teheran ⁠waren nach Angaben von Bewohnern in den frühen Morgenstunden Explosionen zu hören. Die iranische Luftabwehr wurde aktiviert, wie die halbstaatliche ‌Nachrichtenagentur Fars meldete. In der Provinz Buschehr seien drei Orte Ziel von US-Angriffen gewesen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung ‌auf einen Behördenvertreter. ‌Getroffen worden sei unter anderem ein Stromverteiler in der Nähe des einzigen iranischen Atomkraftwerks.Das US-Militär teilte mit, bei der elften Nacht in ​Folge mit Angriffen auf den ⁠Iran seien militärische Einsatzzentralen, maritime Kapazitäten, Flugzeughangars, Lager für Drohnen sowie militärische Logistikinfrastruktur attackiert worden. ​Damit solle die Fähigkeit Irans, Handelsschiffe in der Straße von Hormus ⁠zu bedrohen, weiter ‌geschwächt werden.Im Gegenzug griff die iranische Armee nach eigenen Angaben am frühen Morgen US-Militärstützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain mit ⁠Drohnen an. ⁠Dabei seien Unterkünfte und Materiallager auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak getroffen worden. ⁠Später ​habe das ⁠iranische Militär Materiallager und Wartungshangars ​für Flugzeuge auf dem Scheich-Isa-Stützpunkt in Bahrain mit ‌Drohnen attackiert.

25 hingerichtete Männer wegen Protesten im JanuarIn Iran ist wieder ein Mann im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar exekutiert worden. Dem Mann sei zur Last gelegt worden, bei den Massenprotesten Anfang des Jahres an einem bewaffneten Aufstand beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Wann das Todesurteil genau vollstreckt wurde, ging aus dem Bericht nicht hervor. Die letzten Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Protesten erfolgten offiziellen Angaben zufolge am Sonntag. Die iranische Justiz hat bis heute mindestens 25 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen Anfang des Jahres hingerichtet.

Explosionen in Teheran – Flugabwehr im EinsatzErstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Irankrieg ist in der Hauptstadt Teheran wieder die Flugabwehr aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf herrschte wieder Ruhe – und das US-Militär gab das Ende seiner Angriffswelle bekannt.

US-Militär meldet neue Angriffswelle gegen IranDas US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe auf militärische Ziele in Iran gestartet. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus angreifen zu können, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angreifen. Die genauen Ziele der neuen Angriffe machte Centcom nicht bekannt.US-Präsident Donald Trump hatte Iran Stunden zuvor mit weiteren Angriffen gedroht und dabei konkret ein Areal rund um eine Anlage genannt, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht“, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus.

Iran droht mit Gegenangriffen bei Angriff auf AtomanlagenDas oberste Militärkommando Irans droht ​mit Angriffen auf Ziele der USA und ihrer Verbündeten, sollte Washington iranische Atomanlagen attackieren. Dies berichten staatliche Medien. Die Erklärung des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija folgt auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach ⁠die USA „sehr bald“ die Region um „Pickaxe Mountain“ angreifen würden. Gemeint ist das stark befestigte Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang rund um die iranischen Atomanlagen.

Trump sagt Libanon Unterstützung bei Bemühung um Frieden zuUS-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch seines libanesischen Amtskollegen Joseph Aoun im Weißen Haus Libanon Unterstützung bei seinen Bemühungen um einen Frieden mit Israel zugesagt. Libanon sei „sehr schlecht behandelt“ und seit Jahrzehnten „hart getroffen“ worden, sagte Trump an der Seite von Aoun im Oval Office am Dienstag vor Journalisten. Libanon sei „wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht ein gefährlicher Ort“, sagte Trump weiter. „Aber sie lieben ihr Land und wir werden ihm helfen. Wir werden ihm sehr helfen“, betonte er.   Aoun forderte seinerseits, dass die libanesischen Streitkräfte (LAF) unterstützt werden müssen. „Ohne die LAF wird alles zusammenbrechen“, sagte er. Die Armee sei das „Rückgrat der Sicherheit und Stabilität“ des Landes.   Aoun bedankte sich bei seinem Gastgeber zudem für den „historischen Besuch und den gemeinsam mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens erzielten historischen Erfolg“. Sein „oberstes Ziel sei es, den Zustand der Feindschaft zwischen Libanon und Israel ein für alle Mal zu beenden“, erklärte er.

Irankrieg soll USA 37,5 Milliarden Dollar gekostet habenDer Krieg der USA ​in Iran hat nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bislang 37,5 Milliarden Dollar gekostet. Dies sei ein Anstieg um fast acht Milliarden seit der letzten offiziellen Schätzung, sagt ⁠Hegseth vor dem Haushaltsausschuss des Senats. Die Summe umfasst auch die voraussichtlichen Kosten bis zum 30. September. Es ist das erste Mal, dass sich Hegseth und US-Generalstabschef Dan Caine öffentlich den Fragen von Parlamentariern stellen, seit das US-Militär Anfang des Monats seine Einsätze gegen den Iran wieder aufgenommen hat.

Anti-Kriegsproteste stören Anhörung von Verteidigungsminister HegsethUS-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist bei einer Anhörung im US-Parlament von Protesten gestört worden. Gleich mehrmals nacheinander wurde er von Demonstranten unterbrochen, die ein Ende des Irankriegs forderten. Sicherheitsbeamte führten die Protestler aus dem Raum im Kapitol.Die im April vereinbarte Waffenruhe und das Rahmenabkommen über vertiefte Verhandlungen zwischen USA und Iran wurden in den vergangenen Tagen durch gegenseitige Angriffe überschattet.Verteidigungsminister Hegseth, der sich selbst Kriegsminister nennt, kam zur Anhörung, um für Mittel im Nachtragshaushalt für die Verteidigung Amerikas zu werben.