FAZ 28.05.2026
05:35 Uhr

Liveblog Irankrieg: Kuwait meldet neuen Angriff mit Raketen und Drohnen


Die Luftabwehr sei im Einsatz, meldet Kuwaits Militär +++ Die USA greifen erneut ein Ziel in Iran an +++ US-Präsident Trump: Bislang nicht zufrieden mit Verhandlungen mit Iran +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Kuwait meldet neuen Angriff mit Raketen und Drohnen

Zehn Jahre Haft wegen geplanten Anschlags auf prominente Kritikerin TeheransWegen eines geplanten Anschlags auf eine prominente Teheran-Kritikerin ist in den USA ein Mann zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde vor einem Gericht in New York schuldig gesprochen, an der Planung eines Anschlagsversuches auf die US-iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinedschad beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben des US-Justizministeriums kam der Mordauftrag aus der iranischen Regierung.„Teheran versuchte, eine US-Journalistin in den Vereinigten Staaten zu ermorden - schlicht und einfach deshalb, weil sie einige der vielen Missstände dieses Regimes aufgedeckt hat“, erklärte der für die nationale Sicherheit zuständige stellvertretende Generalstaatsanwalt John Eisenberg.Der verurteilte Jonathan Loadholt hatte sich in dem Prozess teilweise schuldig bekannt. Der 37-Jährige und ein Mittäter wurden beschuldigt, 100.000 Dollar angenommen zu haben, um die in den USA lebende Alinedschad zu ermorden. Die beiden Männer wurden im November 2024 festgenommen, bevor sie ihre Anschlagspläne in die Tat umsetzen konnten. Der Komplize wurde im Januar bereits zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Dissidentin Alinedschad hatte Iran im Jahr 2009 verlassen. Die 49-Jährige kritisiert offen die Führung in Teheran und fordert unter anderem ein Ende des Kopftuchzwangs imnIran. Im März war die Frauenrechtlerin in Frankfurt am Main mit dem ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie ausgezeichnet worden.

Iranischer Politiker betont Einhaltung roter Linien in VerhandlungenIran hält nach Aussagen eines Politikers bei den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende an Kernforderungen fest. Iran werde sich durch US-Präsident Donald Trumps Rhetorik nicht von seinen „roten Linien“ abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, in der Nacht auf der Plattform X. Trump hatte den Verhandlungsstand zuvor als für ihn noch nicht zufriedenstellend bezeichnet. Azizi nannte als rote Linien für sein Land das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen. Der Politiker ist – soweit bekannt – nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden.Azizi schrieb auf X: „Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung“. 

USA greifen erneut Ziel in Iran anTrotz der Waffenruhe und den laufenden Verhandlungen für ein Kriegsende haben die USA nahe der Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Zudem seien vier Drohnen abgeschossen worden, die eine Bedrohung für die USA darstellten, teilte ein US-Beamter mit. Die angegriffene Stellung in der Stadt Bandar Abbas sei gerade dabei gewesen, eine fünfte Drohne abzufeuern. „Diese Maßnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, den Waffenstillstand aufrechtzuerhalten“, hieß es weiter. Die Angaben des US-Militärs zu dem Vorfall ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Iranische Medien hatten zuvor von Explosionsgeräuschen in der Nähe von Bandar Abbas berichtet. Östlich der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform Telegram. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden.Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans im Golfraum und an der Straße von Hormus.

Trump: \"Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht\"US-Präsident Donald Trump macht sich nach eigenen Worten keine Sorgen über die politischen Folgen eines anhaltenden Konflikts mit ⁠Iran. Die iranische Führung habe sich getäuscht, wenn sie geglaubt habe, die Zwischenwahlen im November würden ihn zu einem Abkommen zwingen. „Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht“, sagte im Weißen Haus. Trump hatte ursprünglich gesagt, der Krieg würde ‌etwa vier Wochen dauern, nun nähert er sich dem vierten Monat. Zeitweise deutete Trump an, der Konflikt könne binnen Tagen beendet sein, um später anzudeuten, der Konflikt könnte noch einige Zeit andauern.

Trump: Bislang nicht zufrieden mit Verhandlungen mit Iran  Donald Trump begann die Kabinettssitzung am Mittwoch damit, die Erfolge seiner Regierung aufzuzählen. Zum Thema Iran kam er erst später. Wer darauf gehofft hatte, der Präsident werde im Weißen Haus am Mittwoch Erfolge in den Verhandlungen mit Teheran ankündigen, der wurde enttäuscht. Iran wolle eine Einigung, behauptete Trump abermals, man sei bislang aber „nicht zufrieden damit“. Dann fügte er in Bezug auf die Militäroperation an: „Vielleicht müssen wir zurückkehren und es beenden, vielleicht nicht.“ Die Verhandler Steve Witkoff und Jared Kushner machten einen guten Job, aber Iran dürfe nie eine Atomwaffe besitzen „und das werden sie nicht“.Außerdem werde „niemand“ die Straße von Hormus kontrollieren, sagte er auf Nachfrage eines Journalisten. Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor einen Entwurf für einen Deal veröffentlicht, in dem es hieß, die Meerenge werde künftig von Iran in Zusammenarbeit mit Oman kontrolliert.

Staatsfernsehen: Entwurf für Abkommen mit USA sieht Öffnung der Straße von Hormus vor Iran liegt einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge ein Entwurf für ein Rahmenabkommen mit den USA vor. ‌Demzufolge sollen die USA ihre Truppen in unmittelbarer Nähe zum Iran abziehen. Zudem würden sie die Seeblockade aufheben. Im ‌Gegenzug verpflichte sich ‌Teheran, die Anzahl der Handelsschiffe, die die Straße von Hormus passieren, innerhalb eines Monats wieder auf das Vorkriegsniveau zu bringen. ​Diese Absichtserklärung sei aber noch nicht ⁠finalisiert. Ohne Bestätigung werde der Iran keine Schritte unternehmen. Zuvor hieß es im Staatsfernsehen, dass die USA und Israel weiter die Führung des Iran stürzen wollten. „Der Feind“ verfolge nun mit anderen Mitteln das Ziel, das er zu Beginn des Iran-Krieges „offen verkündet“ habe, er aber durch militärische Mittel „nicht erreichen konnte“, hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung des Geheimdienstministeriums. Das Ministerium erklärte weiter, es habe Hinweise darauf erhalten, dass die USA und Israel versuchen würden, den „wirtschaftlichen Druck zu verstärken“, religiöse und ethnische Gruppen zu spalten sowie Sabotageakte und andere „terroristische Operationen“ auszuführen. Dazu würden im großen Stil „Waffen, Munition und illegale Kommunikationsmittel, insbesondere Starlink-Geräte“ für den Zugang zum Internet per Satellit geschmuggelt. 

Neue Evakuierungsanordnung für NabatiehDie israelischen Streitkräfte haben eine Evakuierungsanordnung für die südlibanesische Stadt Nabatieh herausgegeben. Die Einwohner sollten ihre Häuser unverzüglich verlassen, und sich vor anstehenden Bombardements in Gegenden nördlich des Zahrani-Flusses in Sicherheit bringen, hieß es. Die Stadt ist in den vergangenen Tagen von heftigen israelischen Luftangriffen getroffen worden. Sie ist eine Hochburg der von Iran gelenkten Schiitenmiliz Hizbullah, liegt aber weit jenseits der von Israel ausgegeben „Pufferzone“ im Landesinneren. In den Außenbezirken der Stadt wurden laut libanesischen Presseberichten auch israelische Militärfahrzeuge gesichert. Die militärische Konfrontation an der Libanon-Front ist in den vergangenen Tagen merklich eskaliert. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu trotz eines nominellen Waffenstillstands angekündigt, ihre Operationen gegen die Hizbullah auszuweiten.  Am Mittwoch gab es neue Luftangriffe in Südlibanon und in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes.

Iran will im Krieg beschädigten internationalen Flughafen wiedereröffnenDer Betrieb am internationalen Flughafen Shahid Madani in Täbris soll am Mittwoch nach „umfangreichen Reparaturarbeiten“ wieder aufgenommen werden. Das berichtet die iranische Nachrichtenagentur WANA unter Berufung auf Luftfahrtbeamte.Dem Bericht zufolge war der Flughafen während des Krieges „häufigen Angriffen“ ausgesetzt, wobei die Angriffe „schwere Schäden“ an der Start- und Landebahn sowie am Flugsicherungsturm verursachten.Der Flughafen ist laut WANA der drittgrößte internationale Verkehrsknotenpunkt des Iran und zählt Istanbul, Dubai und Hamburg zu seinen Zielen. In Täbris befindet sich ein unterirdischer Raketenkomplex, den die Amerikaner und Israelis während des Kriegs angriffen.

Revolutionsgarde: Aufflammen des Kriegs unwahrscheinlichEin Aufflammen des Krieges zwischen Iran und den USA ist einem Vertreter der iranischen Revolutionsgarde zufolge unwahrscheinlich. „Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ist gering wegen der Schwäche des Feindes“, sagte Mohammed Achbarsadeh, ein ranghoher Vertreter der Marine der Revolutionsgarden, laut der Nachrichtenagentur Tasnim am Mittwoch vor dem Hintergrund der diplomatischen Verhandlungen über ein Ende des Krieges.Zugleich betonte er die anhaltende Kampfbereitschaft des Iran: „Die Streitkräfte halten sich bereit, mit vollen Magazinen.“ „Das Gebiet von Tschabahar bis Mahschahr“ an der Südküste des Iran könne „in einen Friedhof für Aggressoren“ verwandelt werden, sagte er.Ungeachtet einer eigentlich geltenden Waffenruhe hatten die US-Streitkräfte am Montag iranische Raketenstellungen und Schiffe angegriffen. 

UN-Sicherheitsrat verurteilt Angriff auf Atomkraftwerk in den VAEDer UN-Sicherheitsrat ‌hat den Angriff auf das Atomkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) verurteilt. ‌Der ‌Angriff verstoße gegen das Völkerrecht, teilte das Gremium in einer Erklärung mit. Verantwortliche ​für die ⁠Attacke nannte der Rat nicht. Die VAE hatten vergangene Woche ​mitgeteilt, aus dem Irak seien sechs ⁠Drohnen gestartet, von ‌denen eine das Kraftwerk getroffen habe. Im Irak hatten sich ⁠von Iran unterstützte Milizen ⁠während des Krieges zwischen den ⁠USA, Israel ​und ⁠Iran zu ​Angriffen auf „feindliche Stützpunkte im Irak ‌und in der Region“ bekannt. 

Libanon meldet mehr als 30 Tote durch israelische Angriffe Bei israelischen Angriffen auf Ziele in Libanon sind nach Angaben der Regierung in Beirut am Dienstag mehr als 30 Menschen getötet worden. Es habe mindestens 31 Todesopfer gegeben, teilte am Abend das libanesische Gesundheitsministerium mit. Unter ihnen seien vier Kinder und drei Frauen. Etwa 40 Menschen seien zudem verletzt worden.

Iran verurteilt US-Angriffe Irans Außenministerium hat die jüngsten US-Angriffe als groben Verstoß gegen die Waffenruhe verurteilt und mit Vergeltung gedroht. „Zweifellos wird die Islamische Republik Iran keinen provokativen Akt unbeantwortet lassen und nicht das geringste Zögern bei der Verteidigung der nationalen Souveränität Irans dulden“, hieß es in einer Erklärung. Diese parallel zum von Pakistan vermittelten Friedensprozess gestarteten aggressiven Handlungen hätten den „boshaften Willen“ der US-Regierung offenbart. Das US-Militär hatte zuvor nach eigenen Angaben im Süden des Landes iranische Raketenstellungen sowie Boote angegriffen, die in der Straße von Hormus Minen verlegen wollten. Ein Sprecher des zuständigen Regionalkommandos der US-Streitkräfte erklärte, die jüngsten „Angriffe zur Selbstverteidigung“ dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch iranische Kräfte. 

Israel: Neuer Hamas-Chef eine Woche nach Ernennung im Gazastreifen getötetRund anderthalb Wochen nach dem tödlichen Angriff auf den Chef des bewaffneten Hamas-Arms Essedin-al-Qassam-Brigaden hat Israel nach Regierungsangaben auch dessen Nachfolger im Gazastreifen getötet. Der Angriff habe sich gegen Mohammed Odeh gerichtet, „den neuen Kommandeur des Flügels der Hamas-Terrororganisation und einen der Architekten des Massakers vom 7. Oktober“, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz.Bei dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation und ihrer Verbündeten am 7. Oktober 2023 war Odeh der Erklärung zufolge Chef des Hamas-Geheimdienstes. Vor gut einer Woche wurde er zum Nachfolger von Essedine al-Haddad ernannt, der wenige Tage zuvor bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen getötet worden war. Odeh war demnach verantwortlich „für die Ermordung, Entführung und Verletzung zahlreicher israelischer Zivilisten und Soldaten“. „Wir werden weiterhin alle verfolgen, die an dem Massaker vom 7. Oktober beteiligt waren“, erklärten Netanjahu und Katz. „Früher oder später wird Israel sie alle zur Rechenschaft ziehen.“

Iranische Nachrichtenagentur: Iran lässt 25 Schiffe Straße von Hormus passieren Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden passieren in den vergangenen 24 Stunden ​25 Öltanker, Containerschiffe und andere Handelsschiffe die Straße von Hormus mit Erlaubnis Irans. Dies meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Marine der Elitetruppe.