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27.03.2026
13:40 Uhr
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Katz: Armee wird Angriffe „eskalieren“ +++ Pistorius: Deutschland ist vor Irans Raketen sicher +++ Flugzeugträger USS Gerald R. Ford auf dem Weg nach Split +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Staatsmedien: Angriff auf Schwerwasserreaktor in Iran Bei einem Angriff der USA und Israels im Zentrum Irans ist nach Angaben der iranischen Staatsmedien ein Schwerwasserreaktor getroffen worden. Die Atomanlage in Chondab sei in zwei Wellen angegriffen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Fars am Freitag unter Berufung auf die Verwaltung der Provinz Markasi. Es habe keine Verletzten gegeben, auch Radioaktivität sei nicht ausgetreten.
Wadephul: Haben gemeinsame Linie mit den USA zum Iran-KriegNach Angaben von Außenminister Johann Wadephul haben die G7-Staaten eine gemeinsame Linie zum Iran-Krieg gefunden - und damit auch mit den USA. Zugleich wies er nach einem Treffen der G7-Außenminister in der Nähe von Paris den Eindruck eines Zerwürfnisses zwischen Washington und Deutschland zurück. „Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten“, betonte der CDU-Politiker. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Kritik an der Position der Bundesregierung geäußert, für den Iran-Krieg der USA und Israels keine Unterstützung zu leisten.Wadephul betonte, dass die Bundesregierung diplomatisch aktiv sei, man stimme sich eng miteinander ab. „Für ein Szenario danach habe ich unsere prinzipielle Bereitschaft bekundet, dass wir über so etwas miteinander sprechen können, wenn es sinnvoll ist, wenn es notwendig ist.“ Während er zuvor gesagt hatte, dass er mit US-Außenminister Marco Rubio bereits über diese Frage gesprochen habe, sagte Wadephul nach dem G7-Treffen, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so weit sei, über eine Nachkriegs-Hilfe zu sprechen. Auf die Frage, ob die G7-Staaten mit US-Außenminister Rubio eine gemeinsame Linie gefunden hätten, antwortete er mit „Ja“.
Bericht: Stahlwerke in Iran beschädigt Bei US-israelischen Luftangriffen auf Iran sind iranischen Medienberichten zufolge zwei wichtige Stahlwerke beschädigt worden. „Vor wenigen Minuten hat der amerikanisch-zionistische Feind in separaten Angriffen auf die Stahlfabriken Chusestan (im Südwestiran) und Mobarakeh in Isfahan (im Zentraliran) gezielt“, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Fars am Freitag. Rettungskräfte hätten sich unmittelbar vor Ort begeben, hieß es weiter. Auch der staatliche Rundfunk Irib berichtete über die Angriffe. Ersten Informationen zufolge seien in der Fabrik von Mobarakeh „ein Umspannwerk und eine Produktionslinie für legierten Stahl“ angegriffen worden, berichtete Fars. In der Fabrik von Chusestan sei ein Lager getroffen worden. Stahl ist für die Produktion zahlreicher industrieller und militärischer Güter unverzichtbar, darunter Raketen, Drohnen und Schiffe.
Iran-nahe Gruppe hat wohl Mail-Account des FBI-Chefs gehacktHacker mit Verbindungen zu Iran haben sich nach eigenen Angaben Zugang zum E-Mail-Account des FBI-Direktors Kash Patel verschafft und angebliches Material daraus veröffentlicht. Auf ihrer Website teilte die Hackergruppe Handala Hack Team mit, der Chef der US-Bundespolizei werde „nun seinen Namen auf der Liste der erfolgreich gehackten Opfer finden“. Ein Beamter des Justizministeriums bestätigte Reuters, dass Patels E-Mails kompromittiert worden seien, nannte aber keine Details. Später sagte eine Quelle aus dem Ministerium, das Material scheine echt zu sein.
Iran wirft den USA vor, Landminen einzusetzenIran hat den Vereinigten Staaten vorgeworfen, im Krieg Landminen einzusetzen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim behauptete, das amerikanische Militär habe die Sprengfallen über den Vororten von Schiras im Süden des Landes abgeworfen; dies habe bereits zu mehreren Toten geführt. Demzufolge seien die Minen „etwas größer als Thunfischdosen“. Die Agentur veröffentlichte mehrere Bilder, die die Minen zeigen sollen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden; die amerikanische Regierung äußerte sich dazu zunächst nicht. Der Einsatz von Landminen wird kritisiert, weil sie noch nach Jahren eine Gefahr für Zivilisten darstellen können. Landminen ist der Oberbegriff für am Boden verlegte Sprengfallen und umfasst sowohl Antipersonenminen als auch Panzerabwehrminen. Die Vereinigten Staaten sind der Ottawa-Konvention, die den Einsatz von Antipersonenminen verbietet, nie beigetreten. Es gibt aber auch keine Hinweise, dass diese Art von Minen in Iran eingesetzt wurde. Vielmehr gehen Fachleute davon aus, dass auf den veröffentlichten Bildern Panzerabwehrminen des Typs BLU-91/B zu sehen sind. Sie werden von Kampfflugzeugen abgeworfen und in der Regel ausgelöst, wenn sich ihnen ein größeres Fahrzeug nähert. Die Minen können auch so programmiert werden, dass sie sich innerhalb von Stunden oder Tagen selbst zerstören. Das Investigativmedium Bellingcat hat nach eigenen Angaben einige der Minen im Dorf Kafari lokalisiert, was sich mit den iranischen Angaben decken würde. Die Sprengfallen liegen demnach zwei Kilometer von einem Standort entfernt, an dem sich ein unterirdischer Raketenstützpunkt befinden soll. Die Vereinigten Staaten könnten dort auf Minen setzen, um Fahrzeugen den Zugang zu erschweren. Die USA sind nach öffentlichen Informationen die einzige Kriegspartei im Irankrieg, die über BLU-91/B verfügen. Laut „Washington Post“ wäre es der erste bekannte Einsatz solcher Waffen durch die USA seit mehr als zwei Jahrzehnten. Das Fachportal „The War Zone“ weist jedoch darauf hin, dass nicht völlig ausgeschlossen sei, dass auch Teheran an die Minen gelangt sei oder Nachbildungen produziert habe und sie nun zu Propagandazwecken platziert.
Wadephul um Entspannung gegenüber Amerika bemühtAußenminister Johann Wadephul bemüht sich nach der US-Kritik gegen Deutschland und Europa wegen des Iran-Kriegs um eine Entspannung des Verhältnisses zu Washington. „Die Stimmung ist eine Arbeitsatmosphäre. Sie ist ernst, weil die Lage ernst ist“, sagte der CDU-Politiker nach ersten Beratungen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio im Kreis der Außenminister der G7-Partner wirtschaftsstarker Demokratien in der Nähe von Paris. Da man sehe, „dass Iran und Russland auf das Engste zusammenarbeiten, da müssen wir noch enger zusammenstehen“.In einem ersten bilateralen Gespräch mit Rubio am Rande der G7-Beratungen habe er verdeutlichen können, dass es „durchaus eine Bereitschaft Deutschlands gibt, nach Ende der Kampfhandlungen auch eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sicherzustellen“, sagte Wadephul. Den Austausch über dieses Thema werde man sicherlich vertiefen.
Bericht: USA haben seit Kriegsbeginn über 850 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert Das US-Militär hat einem Bericht der „Washington Post“ zufolge in den vier Wochen des Krieges mit Iran über 850 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert. Damit seien diese Präzisionswaffen in einem Tempo verbraucht worden, das einige Vertreter des Pentagon alarmiert und interne Diskussionen darüber ausgelöst hat, wie man den Vorrat aufstocken könnte, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Reuters konnte den Bericht nicht sofort bestätigen. Das US-Verteidigungsministerium und das Weiße Haus reagierten nicht sofort auf Anfragen von Reuters nach einer Stellungnahme.
Basidsch-Miliz stoppt drei Schiffe in der Straße von HormusDie Basidsch-Miliz in Iran hat drei Containerschiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus verwehrt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündete die Passage verboten sei.Trump hatte zuvor abermals sein Ultimatum zur Wiedereröffnung der Meerenge verlängert. Die angekündigten Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur verschob er um zehn Tage – auf den 6. April 2026. Zuvor hatte er die Passage von zehn Öltankern als „Geschenk“ Teherans bezeichnet und als Zeichen des guten Willens dargestellt.
Kuwait: Größter Hafen bei Drohnenangriff beschädigt Kuwaits größter Handelshafen ist am Freitag bei einem Drohnenangriff beschädigt worden. Der Hafen von Schuwaich sei am Morgen „von feindlichen Drohnen“ angegriffen worden, teilte die kuwaitische Hafenbehörde im Onlinedienst X mit. Es gebe Hinweise auf Sachschäden, aber keine Opfer. Nach Regierungsangaben wurde zudem ein zweiter Hafen angegriffen, der sich derzeit im Bau befindet. Der Hafen von Mubarak al-Kabeer sei durch Drohnen und Raketen getroffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben.
Iran: USA und Israel haben Genozid vor Teherans Außenminister Abbas Araghtschi warnt vor einem Völkermord durch Israel und die Vereinigten Staaten in seinem Land. In einer Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf verwies er auf zahlreiche Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen in seinem Land. „Das Vorgehen der Aggressoren, gepaart mit ihrer Rhetorik, lässt kaum Zweifel an ihrer klaren Absicht, Völkermord zu begehen“, sagte er in einer Videobotschaft an das Gremium. Der Menschenrechtsrat tagte zu dem Angriff auf eine Mädchenschule in Minab im Süden des Landes, bei dem nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen, Mitarbeiter und Angehörige getötet wurden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat dazu eine Untersuchung angekündigt.Laut iranischen Angaben sind seit Kriegsbeginn insgesamt mehr als 1.900 Zivilisten getötet und Zehntausende verletzt worden, wie der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, berichtete. In allen Provinzen seien Wohnhäuser, Schulen, Gerichte, Verkehrsnetze und Energieanlagen getroffen worden, sagte er im Menschenrechtsrat. Es bestehe deshalb „Anlass zu ernster Besorgnis“, ob der Schutz der Zivilbevölkerung eingehalten werde, wie es das humanitäre Völkerrecht vorschreibe, sagte Türk.
Tote bei Luftangriff auf Ghom Bei einem Luftangriff auf Ziele in der iranischen Stadt Ghom sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 15 Menschen getötet worden. Weitere zehn Personen seien verletzt, sagte der stellvertretende Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mortesa Heidari, der staatlichen Nachrichtenagentur Isna. Die Rettungskräfte suchten im Stadtviertel Pardisan weiterhin nach Verschütteten. Die Zahl der Todesopfer könne daher noch steigen.Es liegen keine Angaben über die getroffenen Ziele vor, und es gibt keine unabhängige Bestätigung.Ghom gilt als religiöses Zentrum im Iran und zählt zu den wichtigsten schiitischen Wallfahrtsorten weltweit. Die Region ist zudem wegen strategischer Industrie- und Atomanlagen von strategischer Bedeutung.
Wadephul: Bald direkte Gespräche zwischen USA und IranIn den Bemühungen um ein Ende des Irankriegs gibt es nach Aussage von Außenminister Johann Wadephul Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten und Irans. „Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden“, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Vorher habe es nach seinen Informationen indirekte Kontakte gegeben. Er bezeichnete das als „erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht“.„Man hat offensichtlich schon erste Positionen schriftlich ausgetauscht über Dritte.“ Weiter sagte Wadephul, er wisse nicht genau, „wer das alles fazilitiert hat“. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio werde das „vielleicht heute auch noch etwas genauer darstellen“. Es helfe aber auch gar nicht, so etwas allzu öffentlich zu diskutieren.Wadephul trifft sich heute im französischen Vaux-de-Cernay mit den G-7-Außenministern, um über einen Weg aus dem Irankrieg zu beraten. Auch Rubio nimmt an diesem zweiten Tag der Beratungen teil.Bei dem jetzigen Treffen der Allianz der „Gruppe der Sieben“, zu denen neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA gehören, wolle er besprechen, wie man zu einem Ende der Kampfhandlungen komme, sagte Wadephul. Es gehe darum, etwas über die Vorgehensweise und Interessenlage der USA zu erfahren.„Wir werden natürlich auch unsere Interessenlage dort zur Geltung bringen“, ergänzte er. Dabei gehe es etwa um die Begrenzung wirtschaftlicher Folgen des Krieges. Als Beispiel nannte er die Erhöhung der Spritpreise. Diese werde man nicht durch gesetzliche Regelungen begrenzen können, „sondern nur dadurch, dass dieser Konflikt beigelegt wird“.
Wadephul: Keine konkrete Hilfsanfrage der USADie Vereinigten Staaten haben nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul keine konkrete Hilfsanfrage an die Bundesregierung im Irankrieg gestellt. „Nein“, sagte Wadephul am Freitag im Deutschlandfunk auf eine entsprechende Frage. Es gebe im Übrigen keine rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass Deutschland während des Krieges einen Beitrag leisten könne. Die Bundesregierung habe aber mehrfach angeboten, dass sie zur Unterstützung nach einem Kriegsende bereit sei. Wadephul äußerte sich vor Gesprächen mit dem amerikanischen Außenminister Marco Rubio bei einem G-7-Außenministertreffen bei Paris. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte sich zuvor unzufrieden damit geäußert, dass Deutschland keine Unterstützung leiste. Wadephul nannte die Kritik aus den Vereinigten Staaten „irritierend“.Wadephul äußerte sich zurückhaltend gegenüber direkten Gesprächen etwa Deutschlands mit der iranischen Führung. Ein vielstimmiger Chor bringe wenig. Es gebe Kontakte der Vereinigten Staaten mit Iran über Pakistan. „Der Iran ist potentiell auch für uns eine Gefahr. Deswegen haben wir natürlich einfach auch ein Interesse, zu einer gemeinsamen Position mit den USA zu kommen und darum wird es hier heute gehen“, sagte er zu den G-7-Gesprächen. Auch der saudische und der indische Außenminister sind zum Treffen der Außenminister der wichtigsten westlichen Industriestaaten angereist. Wadephul unterstrich mit Hinweis auf die wirtschaftlichen Folgen des Krieges, dass die Kampfhandlungen am besten schnell enden sollten.Abermals sagte der CDU-Politiker, dass etwa das von Rubio geäußerte Kriegsziel, die militärischen Fähigkeiten Irans zu dezimieren, auch ein Ziel sei, das deutschen Sicherheitsinteressen diene.
USS Gerald R. Ford auf dem Weg nach SplitDer größte Flugzeugträger der amerikanischen Marine, die USS Gerald R. Ford, hat die Souda-Bucht auf Kreta wieder verlassen und nach Informationen aus Militärkreisen Kurs auf das kroatische Split genommen. Dies berichten übereinstimmend griechische Medien.Während des Einsatzes im Roten Meer hatte es an Bord einen Brand gegeben. Nach Angaben der amerikanischen Marine brach das Feuer Anfang März in der Wäscherei aus. Es stand nicht im Zusammenhang mit Kampfhandlungen und konnte unter Kontrolle gebracht werden. Amerikanische Medien berichteten zudem von erheblichen Problemen mit den Toiletten sowie im Bereich der Unterkünfte der Besatzung.In Split soll der Flugzeugträger nun die Marinebasis Lora anlaufen. Sie verfügt über spezialisierte Kapazitäten für anspruchsvolle technische Arbeiten und gilt als wichtiger Standort für multinationale Übungen der NATO. Eine Bestätigung der Marine lag zunächst dazu nicht vor. Zuvor war das Schiff in die Souda-Bucht auf Kreta eingelaufen, wo erste Reparaturen vorgenommen wurden. Parallel hatten linke Parteien und Gruppierungen gegen die Präsenz des Flugzeugträgers auf Kreta demonstriert. Beobachter in griechischen Medien verwiesen darauf, dass die Behörden offenbar vermeiden wollten, dass es bei Landgängen von rund 4.500 Besatzungsmitgliedern in der vergleichsweise kleinen Stadt Chania zu Zwischenfällen kommt.