FAZ 09.09.2026
05:38 Uhr

Liveblog Irankrieg: Irans Revolutionsgarde greift zehn Schiffe im Golf an


Teheran: Reaktion auf US-Angriff auf fünf iranische Tanker +++ USA melden Zerstörung von fünf iranischen Tankern +++ Jordanien: Fast zwei Dutzend iranische Raketen abgefangen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Irans Revolutionsgarde greift zehn Schiffe im Golf an

Jordanien: Fast zwei Dutzend iranische Raketen abgefangenJordanien hat eigenen Angaben zufolge 20 ballistische Raketen aus Iran erfolgreich abgefangen. 18 seien zerstört worden, zwei weitere in entlegene Gebiete gestürzt, teilte die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra in der Nacht mit. Es habe keine Verletzten gegeben. Zu den Zielen der Angriffe gab es keine Angaben. Die iranische Revolutionsgarde hatten zuvor laut der Nachrichtenagentur Fars von „schweren Raketenangriffen“ auf die US-Militärbasis Al-Asrak gesprochen.Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gab es mehrere Explosionen auf zwei US-Stützpunkten in Jordanien. Eine Bestätigung dafür gab es weder vonseiten des US-Militärs noch von jordanischer Seite. Iran sprach von Vergeltung für Angriffe des US-Militärs auf iranische Öltanker. Die US-Streitkräfte erklärten, die Attacken auf die Tanker seien Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf ein US-Kriegsschiff gewesen.

Iran will US-Unterwasserdrohne in Straße von Hormus abgefangen habenDie iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben am Eingang zur Straße von Hormus eine unbemannte US-Unterwasserdrohne abgefangen. Laut staatlichen Medien handelt es ‌sich um ein Modell vom Typ Dive-LD des US-Rüstungsunternehmens Anduril. Man habe eine der modernsten Unterwasserdrohnen der US-Armee in die Falle gelockt, ‌die mit neuester Technologie ‌ausgestattet sei, teilt die Marine der Revolutionsgarden mit. Das US-Verteidigungsministerium erklärt dagegen, eine Unterwasserdrohne sei bereits vor mehr als einem Tag wegen eines Defekts ​ausgefallen. Es handele sich um ⁠ein älteres Modell, das weder sensible Daten gesammelt noch geheime Sonar- oder Radarausrüstung an Bord gehabt ​habe.

USA zerstören fünf iranische ÖltankerDas US-Regionalkommando ‌Centcom meldet die Zerstörung von fünf iranischen Rohöltankern am 8. September. Dies sei die ‌Reaktion ‌auf versuchte Raketenangriffe, teilt das Militär mit. Die iranische Revolutionsgarde hätte in den vergangenen ​zwei Tagen zweimal ⁠ein US-Kriegsschiff mit ballistischen Raketen ins Visier genommen. Das Schiff ​wich den Angriffen laut Centcom erfolgreich ⁠aus. US-Außenminister Marco Rubio ‌warnt Iran unterdessen, dass die USA als Vergeltung weiterhin iranische ⁠Öltanker attackieren werden. ⁠Während eines Besuchs in Kolumbien erklärte Rubio, ⁠dass ​das ⁠Land jedes Mal, wenn ​Iran versuche, Schiffe ‌der US-Marine zu treffen, Tanker verlieren werde.

Iranische Medien: Explosionen auf Insel Kharg und nahe DschaskIranische Medien haben mehrere Explosionen auf der Insel Kharg im Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus gemeldet. Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Kharg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. Offizielle Informationen zu Ursprung und Ursache der Explosionen sowie über mögliche Schäden lagen demnach zunächst nicht vor.Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die iranische Agentur Tasnim berichtet, wurde ein kleiner iranischer Tanker vor der ⁠Insel Kharg von einer US-Rakete getroffen worden. Es habe keine Verletzten gegeben und die Besatzung sei evakuiert worden.Auch nahe der Hafenstadt Dschask im Südosten des Irans an der Straße von Hormus seien Explosion zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zahl der Todesopfer nach Angriffen Israels im Libanon steigt  Die Opferzahl nach israelischen Angriffen im Südlibanon ist nach Behördenangaben auf zwölf gestiegen. Bei einem Angriff auf ein Wohngebäude in Kfar Rumman im Raum Nabatija am Morgen seien elf Menschen getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Darunter waren demnach auch zwei Kinder und zwei Frauen. Es habe acht Verletzte gegeben. Bei einem weiteren Angriff auf ein Fahrzeug im gleichen Ort sei ein Sanitäter des der Hisbollah nahestehenden Risala-Gesundheitsdienstes getötet worden. 

Iran kritisiert mögliche Unterstützung der USA durch SüdkoreaIrans Außenministerium übt scharfe Kritik an einer möglichen Unterstützung der US-Marine durch Südkorea. „Jede operative Beteiligung oder jede weitere militärische Präsenz anderer Parteien im Persischen Golf und in der Straße von Hormus“ werde als „direkte Unterstützung der angreifenden Partei“ betrachtet, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.Bereits am Freitag hatten mehrere koreanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass die Regierung in Seoul auf Druck von Trump die Entsendung eines Schiffs sowie mehrerer Aufklärungsflugzeuge für einen Einsatz in der Straße von Hormus vorbereitet. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht. Am Montag teilten sowohl das südkoreanische Verteidigungs- als auch das Außenministerium unabhängig voneinander mit, dass man derzeit im engen Austausch mit der internationalen Gemeinschaft stehe, um einen konkreten Beitrag zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu leisten. Eine Entscheidung ist demnach bisher nicht gefallen. 

Iran setzt neue Anti-Schiffs-Rakete einIran hat im Persischen Golf nach eigenen Angaben eine neue Anti-Schiffs-Rakete gegen die US-Marine eingesetzt. In einem Interview mit dem staatlichen Rundfunk berichtete der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, vom erstmaligen Einsatz eines neuartigen Seezielflugkörpers. „Dies ist eine wichtige Warnung an den Feind und bedeutet, dass die Seeblockade verwundbar ist“, sagte der General.Das US-Militär hatte am Samstag drei iranische Öltanker angegriffen und außer Betrieb gesetzt. Zuvor hatten iranische Revolutionsgarden nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom ballistische Raketen auf zwei US-Kriegsschiffe abgefeuert.Resai wies in dem Interview die US-Darstellung zurück, wonach die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr wieder offen sei. „Die Straße von Hormus ist vollständig geschlossen, und die Behauptung der USA, dass Schiffe und Öltanker sie passieren, ist eine Lüge“, sagte er. Schiffe, die mit ausgeschalteter Navigation versuchten, die Meerenge zu passieren, würden meist angegriffen.

Tote nach Angriffen Israels im LibanonBei israelischen Luftangriffen auf eine Stadt in Südlibanon ​sind am frühen Montagmorgen mindestens elf Menschen getötet worden. Unter den Opfern in ⁠Kfar Rumman seien auch zwei Kinder und zwei Sanitäter, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Kurz nach Mitternacht habe ein israelisches Kampfflugzeug ein Wohngebäude in ‌dem Ort getroffen. Dabei seien neun Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Bei einem weiteren Drohnenangriff auf ein ziviles Fahrzeug dort seien zudem ‌zwei Sanitäter ums Leben ‌gekommen.Die Attacken auf den Ort erfolgten, ohne dass das israelische Militär zuvor im Internet zur Evakuierung aufgerufen hatte. Die israelischen Streitkräfte reagierten zunächst nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur ​Reuters zu den Vorfällen, insbesondere dazu, ⁠ob ihnen die Anwesenheit von Sanitätern und Kindern bekannt war und warum keine Warnung erging. ​Die israelische Armee rief jedoch gegen 02.00 Uhr Ortszeit zur Evakuierung von Gebieten um ein Gebäude ⁠in einer ‌anderen südlibanesischen Ortschaft auf, in der Stellungen der Hizbullah-Miliz unter Beschuss genommen werden sollten. Am Sonntag waren bei israelischen Luftschlägen mindestens sieben Menschen getötet worden.

Netanjahu ordnet Räumung ungenehmigter Siedler-Außenposten an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat offenbar die Räumung nicht genehmigter Siedler-Außenposten im Westjordanland angeordnet. Das berichten mehrere israelische und internationale Medien. Der israelischen Nachrichtenwebsite Ynet zufolge erfolgte die Anweisung auf Druck der USA. Finanzminister Bezalel Smotrich bestätigte eine entsprechende Anweisung Netanjahus für zwei Gebiete, in denen mehrheitlich ​Palästinenser leben. Zuvor hatte der ⁠amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, gewalttätige Siedler als Terroristen verurteilt und harte Konsequenzen gefordert.

Israel fordert Einwohner zu Verlassen von Gebiet in Südlibanon auf Israels Armee hat die Einwohner eines Ortes im Süden Libanons am Montagmorgen aufgerufen, ein bestimmtes Gebiet vor den Angriffen auf die von Iran unterstützte Hizbullah zu verlassen. In einer auf Arabisch verfassten Mitteilung warnte die israelische Armee vor einem Angriff auf eine „terroristische Einrichtung der Hisbollah“. Wer sich weiterhin in dem Gebiet Deir Sahrani aufhalte, sei in Gefahr.Zur Begründung erklärte die Armee, es sei eine mit Sprengstoff bestückte Drohne auf ihre Soldaten abgefeuert worden. Die „terroristischen Aktivitäten der Hizbullah zwingen die IDF dazu, entschlossen dagegen vorzugehen“. Der Hizbullah-Fernsehsender Al-Manar berichtete später von israelischen Luftangriffen in Deir Sahrani.

Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Angriffen ein Nach gegenseitigen ‌Angriffen der USA und Irans auf Tanker ist der Schiffsverkehr in der ‌Straße von ‌Hormus auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen zehn Tagen passierten ​im Durchschnitt nur ⁠noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus ​Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht. Am Samstag ⁠durchquerten demnach lediglich zwei ‌Schiffe die wichtige Handelsroute, am Sonntag waren es sechs. Ein Tanker ⁠aus Saudi-Arabien habe ⁠beim Versuch, die Meerenge zu verlassen, ⁠umkehren müssen, ​zeigten LSEG-Daten. ⁠Zudem habe laut ​Kpler seit Mittwoch kein ‌einziger Supertanker die Straße von Hormus verlassen.

Iran erhöht Benzinpreise für VielfahrerIran erhöht den Benzinpreis für Autofahrer, die ⁠mehr als 110 Liter pro Monat verbrauchen. Von Dienstag an kostet jeder weitere Liter 100.000 Rial, was etwa 3,4 Euro-Cent entspricht, wie Regierungssprecherin Fatemeh Mohajerani mitteilte. Der Preis für die ersten ‌110 Liter bleiben unverändert. Das Land gehört zu den Staaten mit den weltweit niedrigsten Kraftstoffpreisen. Die Regierung in Teheran will mit der Maßnahme die Folgen von Krieg und US-Wirtschaftssanktionen abfedern. Ein ‌solcher Schritt hatte 2019 zu ‌Massenprotesten geführt. 

Iran plant neues Sperrgebiet vor der Straße von HormusIran wird Staatsmedien zufolge in den kommenden Tagen ein neues Sperrgebiet vor der Straße von Hormus ankündigen. Die Zone beginne an der ‌Blockadelinie der US-Marine und erstrecke sich über Teile des Golfs, zitieren die Medien den Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai. Jedes Schiff, das diese ‌Gewässer befährt, werde ‌auf eine Sanktionsliste gesetzt. 

Neue Angriffe: Libanons Präsident ruft zu internationale Gemeinschaft zu „dringendem Handeln\" aufAngesichts neuer israelischer Angriffe im Süden Libanons hat Präsident Joseph Aoun die USA und die internationale Gemeinschaft zu „dringendem Handeln“ aufgerufen. Die jüngsten Angriffe, bei denen nach libanesischen Angaben vier Menschen getötet wurden, seien „eine gefährliche Eskalation“, erklärte Aoun am Sonntag. Die israelische Armee hatte ihre neuen Angriffe mit Drohnen-Attacken der von Iran unterstützten Hizbullah-Miliz auf ihre Soldaten begründet.Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut am Sonntag zwei Frauen in der Stadt Arab Salim getötet und zwei weitere Menschen in Nabatije. Weitere 20 Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere Frauen und drei Kinder. Ein stillgelegtes Krankenhaus wurde laut Gesundheitsministerium „komplett zerstört“ und mehrere Regierungsgebäude beschädigt. Unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hatten sich Israel und Libanon Ende Juni auf eine Rahmenvereinbarung geeinigt, die den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Die israelische Armee teilte mit, „Terroristen“ der Hizbullah hätten zwei Drohnen auf in Südlibanon stationierte israelische Soldaten abgefeuert. Es seien keine Soldaten zu Schaden gekommen, der Vorfall sei aber ein „eklatanter Verstoß“, weshalb mit Gegenangriffen reagiert werde. Ferner erklärten die israelischen Streitkräfte, dass sie Hizbullah-Mitglieder und die Infrastruktur der Miliz ins Visier genommen hätten. Darunter seien Waffenlager und „terroristische Strukturen“ gewesen sowie eine „Hizbullah-Kommandozentrale in einem Gebäude, das zuvor als Krankenhaus genutzt worden war“.