FAZ 03.08.2026
17:18 Uhr

Liveblog Irankrieg: Iran widerspricht Trump und erteilt Gesprächen eine Absage


Teheran: Derzeit nur Verhandlungen mit Oman +++ Trump will „größten Angriff seit Zweitem Weltkrieg“ abgesagt haben +++ Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Iran widerspricht Trump und erteilt Gesprächen eine Absage

Iran richtet zwei Männer hinIm Iran sind zwei weitere Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Nach Angaben der mit der Justiz verbundenen Nachrichtenagentur Misan sollen sie während der militärischen Auseinandersetzungen mit den USA und Israel Koordinaten und Fotos sensibler Militär- und Sicherheitsstandorte an „mit dem israelischen Geheimdienst Mossad verbundene Kanäle“ weitergegeben haben. Dabei soll es sich den Angaben zufolge um ein nicht näher bezeichnetes internationales Satellitennetzwerk handeln. Weiter hieß es, der oberste Gerichtshof habe der Todesstrafe zugestimmt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw werfen die Vorwürfe angesichts der weitreichenden Internetabschaltungen während des Konflikts und fehlender öffentlich überprüfbarer Beweise ernsthafte Fragen auf. Zudem seien Festnahme, Strafverfolgung und Hinrichtung unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne eine unabhängige rechtliche Überprüfung erfolgt. Die im Staatsfernsehen ausgestrahlten „Geständnisse“ seien unter Folter und starkem Druck erzwungen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. 

Schifffahrtsdaten: Tanker mit saudischem Öl verlassen Rotes Meer – Verkehr sinktAus aktuellen Schifffahrtsdaten geht hervor, dass am Wochenende nur zwei mit saudischem Öl ‌beladene Tanker das Rote Meer verlassen haben. Zudem zeigen die Daten einen deutlich verlangsamten Schiffsverkehr in der Straße ‌von Hormus nach Berichten ‌über Angriffe an. Die Tanker „Lesvos“ und „Desh Vaibhav“ passierten die Meerenge Bab al-Mandab demnach mit abgeschalteten AIS-Transpondern. Die von Iran ​unterstützten Huthi-Rebellen haben am 20. ⁠Juli ein See-Embargo gegen Saudi-Arabien verhängt und damit ihre Angriffe auf Schiffe ausgeweitet. ​Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete zuletzt drei weitere Angriffe auf ⁠Tanker. Die Zahl ‌der Frachtschiffe, die die Straße von Hormus passieren, sank den Daten zufolge von 19 auf zehn.

Hoffnung auf Iran-Abkommen drückt Ölpreise deutlichDie Aussicht auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den ​USA und Iran hat die Ölpreise am Montag deutlich fallen lassen. US-Präsident ⁠Donald Trump verzichtete auf einen neuen Angriff auf das Land, um ein schnelles Abkommen zur Beendigung des iranischen Atomprogramms und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu ‌erreichen. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank um 4,08 Dollar oder 4,64 Prozent auf 83,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Die US-Sorte WTI verbilligte sich um ‌4,01 Dollar oder ‌4,74 Prozent auf 80,66 Dollar. Trump hatte am späten Samstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social erklärt, Iran und andere Länder im Nahen Osten hätten um Zeit gebeten, um eine ​Vereinbarung abzuschließen. Diese solle zu einer sofortigen ⁠und vollständigen Öffnung der wichtigen Meerenge sowie einem Ende der nuklearen Bedrohung durch Iran führen.

Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldetIn der Straße von Hormus hat sich nahe eines Tankers offenbar eine Explosion ereignet. Der Kapitän des Tankers habe gemeldet, dass er eine „Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes“ gehört habe, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst X. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge 20 Seemeilen (37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. Die Straße von Hormus verläuft zwischen Iran und dem Oman. UKMTO erklärte, Schiffe sollten die Meerenge mit Vorsicht durchfahren und „verdächtige Aktivitäten“ melden.

Trump kündigt für heute neue Gespräche mit Iran anUS-Präsident Donald Trump hat nach der vorläufigen Absage weiterer Angriffe auf Iran eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern der Islamischen Republik angekündigt. Die Verhandlungen sollten am Montag stattfinden, sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Flug von New Jersey nach Washington. Wo die Gespräche geführt werden sollen, ob sie auf mehrere Tage angelegt sind und wer genau daran beteiligt ist, ließ er offen.Trump bekräftigte auch seine Darstellung, dass das US-Militär nur auf Bitten von Saudi-Arabien, der Vereinigten Arabischen Emirate, Qatars und Irans quasi in letzter Minute von einer neuen Welle vernichtender Angriffe auf Iran abgesehen habe. „Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden, und er wäre für sie verheerend gewesen“, sagte Trump. Abgeblasen habe er den Angriff nur, weil die Verbündeten ihm gesagt hätten, dass eine Einigung wohl kurz bevorstehe. Auch Iran habe gesagt, es wolle einen „Deal“ schließen.

Peseschkian: USA müssen sich an Rahmenabkommen haltenDer iranische Präsident Massud Peseschkian sieht das Rahmenabkommen mit den USA eigenen Angaben zufolge als künftigen Schwerpunkt der Außenbeziehungen seines Landes. „Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat“, schrieb Peseschkian auf der Plattform X. Die Sicherheit Irans, der Region und der Verbündeten Teherans werde durch diese Absichtserklärung gestärkt.Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen Iran abgesagt, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gab es aus Iran zunächst keine Bestätigung. (dpa)

Iran: Verhandlungen mit Oman zu Straße von Hormus in EndphaseDie Verhandlungen zwischen Iran und dem Oman über die Schifffahrt in der Straße von Hormus befinden sich iranischen Angaben zufolge in der Endphase. Außenminister Abbas Araghtschi habe die Mitglieder des Kabinetts zu Beginn seiner Sitzung am Sonntag entsprechend informiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Iran: Haben nicht um einen Stopp der Angriffe gebetenIranische Militärvertreter haben die Darstellung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zurückgewiesen, Teheran habe Washington um einen Verzicht auf neue Angriffe gebeten. Diese Aussage sei „nichts als eine neue Lüge“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag die  Militärvertreter. „Unsere Streitkräfte befinden sich in höchster Alarmbereitschaft und sind auf jede Eventualität vorbereitet“, hieß es weiter.Trump hatte am Samstag erklärt, die USA und Israel verzichteten vorerst auf geplante Angriffe gegen Iran. Teheran und weitere Staaten der Region hätten Washington darum gebeten, weil sich eine neue Vereinbarung abzeichne.„Auf Grundlage dieser Bitte habe ich zugestimmt, (...) den Angriff abzusagen“, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Das Land Israel schließt sich mir bei dieser Zusage an.“ Voraussetzung sei allerdings, dass ein Abkommen mit Iran schnell zustande komme.

Saudischer Kronprinz ruft Trump zu Deeskalation aufIm Konflikt mit Iran hat Saudi-Arabiens Kronprinz und Ministerpräsident Muhammad bin Salman den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in einem Telefonat zur Deeskalation aufgerufen. Der Kronprinz und faktische Herrscher des einflussreichen Königreichs habe Dialog angemahnt, um eine weitere Eskalation zu verhindern, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Es müsse alles unternommen werden, um die Lage zu beruhigen und den Weg für diplomatische Lösungen zu ebnen. Ziel sei es, die Sicherheit und Stabilität der Region zu wahren und ein Abrutschen in einen größeren Konflikt mit regionalen und internationalen Folgen zu verhindern.Zuvor hatte bereits die Nachrichtenseite Axios über das Telefonat berichtet. 

Trump: Neue Angriffe auf Iran vorerst ausgesetztDie USA verzichten nach Angaben von Präsident Donald Trump vorübergehend auf weitere Angriffe auf Iran. Das US-Militär stehe mit all seiner Macht zum Angriff bereit, aber Iran und andere Länder in der Region hätten darum gebeten, von einer Attacke abzusehen, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gehöre die komplette Öffnung der Straße von Hormus und „ein Ende der von Iran ausgehenden atomaren Bedrohung“, schrieb Trump. Auch Israel werde sich an die Vereinbarung halten, Iran vorerst nicht wieder anzugreifen.

Iran: Werden bei neuen US-Angriffen entschlossen reagierenIrans Außenminister Abbas Araghchi hat in einem Gespräch mit seinem saudi-arabischen Gegenüber Faisal bin Farhan vor einer neuen militärischen Eskalation im Krieg mit den USA gewarnt. Die schlagkräftigen Streitkräfte seines Landes würden auf jeden Akt der Aggression entschlossen reagieren, schrieb Araghchi auf der Plattform Telegram. Im Falle neuer Angriffe müssten die USA, Israel sowie beteiligte Staaten in der Golfregion die volle Verantwortung dafür tragen, warnte er. Angesichts von US-Medienberichten über einen geplanten neuen Großangriff auf Ziele in Iran hat Teheran bereits mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Staaten am Persischen Golf gedroht. Die von US-Präsident Donald Trump erwogene neue Angriffswelle könnte den Berichten zufolge auch Attacken auf Irans Energieinfrastruktur umfassen. 

Hamas-Zivilschutz: Sieben Tote bei israelischen Angriffen im GazastreifenBei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes sieben Menschen getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien bei den Angriffen im Verlauf des Samstag verletzt worden, sagte ein Zivilschutz-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens erklärte, bei den Angriffen seien auch mehrere Lager für Medikamente zerstört oder beschädigt worden.Die israelische Armee sprach von Einsätzen gegen Waffenlager der Hamas. Eines der Waffenlager habe sich neben einem Krankenhaus befunden und habe als Versteck für „Hamas-Terroristen“ gedient. Israel wirft der Hamas immer wieder vor, zivile Einrichtungen zu nutzen, um Kämpfer und Waffen zu verstecken.Die Angriffe vom Samstag erfolgten nur einen Tag, nachdem die Hamas einer Entwaffnung zugestimmt hatte. Hamas-Vertreter hatten am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, dass eine Einigung „in der Frage der Waffen“ erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas“, über die auch Israel „sehr glücklich“ sei.Eine offizielle Bestätigung von israelischer Seite steht noch aus. Dass die Hamas schrittweise ihre Waffen abgibt, ist ein Teil der zweiten Phase des von Trump initiierten Friedensplans für den Gazastreifen.

Israel tötet nach eigenen Angaben mehrere Hizbullah-Kämpfer in SüdlibanonDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz im Süden Libanons getötet. Diese „Terroristen“ hätten sich in der „Sicherheitszone“ im Gebiet des Gebirgskamms Ali al-Taher befunden und seien in der Nacht „eliminiert“ worden, teilte die Armee am Samstag mit. Bei dem Einsatz sei auch ein israelischer Soldat verletzt worden. Eine Reaktion der pro-iranischen Schiitenmiliz lag zunächst nicht vor. Die Hizbullah hatte Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Irankrieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon, die von der Hizbullah aber nicht anerkannt wird.Ein im vergangenen Monat unterzeichnetes und von den USA vermitteltes Abkommen sieht vor, dass die libanesische Armee die Hizbullah entwaffnet. Zudem soll sich die israelische Armee aus „Testgebieten“ zurückziehen, in denen anschließend libanesische Soldaten stationiert werden sollen. Die Hizbullah lehnt auch die Verhandlungen Beiruts mit Israel ab.

Kuwait meldet DrohnenabschussKuwait ⁠hat nach eigenen Angaben am Samstag feindliche Drohnen in seinem Luftraum zerstört. Die kuwaitische Armee sprach von einem iranischen Angriff, bei dem eine Regierungseinrichtung ‌im Norden des Landes und ziviles Eigentum eines Unternehmens auf der Insel Bubiyan getroffen worden seien. Herabfallende Trümmer hätten Sachschäden verursacht. Opfer habe es ‌nicht gegeben.