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23.03.2026
09:31 Uhr
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Auch Börsen in Asien reagieren mit Kursstürzen +++ Explosionen in Teheran nach israelischen Angriffen +++ Israelischer Ministerpräsident fordert andere Staaten zur Beteiligung auf +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Dominik Krause feiert mit der Grünen Jugend in der Muffathalle. Catherina Hess
Hizbullah beansprucht mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich Die von Iran unterstützte Hizbullah-Miliz in Libanon hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich beansprucht. Hizbullah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit. Die ausgeweiteten Angriffe auf Israel seien auch eine Antwort auf dessen „systematische Angriffe auf wichtige Straßen und Brücken“ in Libanon. Die israelische Armee greift in dem Land seit mehreren Tagen wichtige Brücken, Straßen und Tankstellen an. Israel wirft der mit Iran verbündeten Hizbullah vor, über die Brücken Waffen zu schmuggeln. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden drei von fünf wichtigen Brücken, die über den Litani-Fluss führen, zerstört. Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach von einem Versuch Israels, die Region im Süden vom Rest des Landes „abzuschneiden“ und eine Pufferzone entlang der Grenze aufzubauen.
EU-Rüstungskommissar fordert massive Investitionen in Luftverteidigung Angesichts der Raketenangriffe Irans auf Ziele im Nahen Osten und darüber hinaus hat EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius massive Investitionen in der Luftverteidigung der europäischen Staaten gefordert. „Wir müssen unsere Produktion zur Raketenabwehr massiv hochfahren“, sagte Kubilius der „Augsburger Allgemeinen“ vom Montag. Er sorge sich um die europäische Luftverteidigung, dies gelte insbesondere für die Ukraine, fügte der frühere litauische Ministerpräsident hinzu. „Wir reden von den Patriot-Systemen, die die Ukrainer dringend brauchen, die gerade aber am Golf sehr gefragt sind“, sagte er.Es werde dauern, bis die entstandene Lücke geschlossen ist, so Kubilius weiter. „Deshalb müssen wir über europäische Raketenabwehr-Systeme nachdenken.“ Hier könne die europäische Verteidigungsindustrie mit der Ukraine zusammenarbeiten. Kiew suche nach Partnern in Europa. „Sie sind sehr schnell und innovativ in der Entwicklung geworden“, fügte Kubilius hinzu.Europa müsse auch bei der möglichen Bedrohung durch Russland vom Beispiel Ukraine lernen, sagte der EU-Kommissar. „Sollten wir 2029 oder 2030 eine russische Aggression erleben, treffen wir auf eine kampferprobte Armee, die stärker ist als 2022 und in der Lage ist, Millionen von Drohnen einzusetzen“, warnte Kubilius. Hier habe die Ukraine anders als die europäischen Staaten Kriegserfahrungen, sowohl industriell als auch auf dem Schlachtfeld. Der EU-Kommissar forderte die Mitgliedsstaaten auf, rasch die Milliardenhilfe für die Ukraine freizugeben: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es für Europa viel teurer wird, wenn die Ukraine sich nicht gegen Russland behauptet.“
Irans Revolutionsgarden drohen mit Angriffen auf israelische KraftwerkeDie iranischen Revolutionsgarden drohen mit Vergeltungsangriffen auf Kraftwerke in Israel und auf solche, die US-Stützpunkte in der Region mit Strom versorgen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Erklärung hervor. „Wenn ihr die Elektrizität trefft, treffen wir die Elektrizität\", hieß es darin. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, sollte Teheran nicht binnen 48 Stunden die Straße von Hormus für die Schifffahrt öffnen. Zugleich dementierten die Garden, Wasserentsalzungsanlagen in der Region angreifen zu wollen.
Asiens Märkte nach Trump-Ultimatum im MinusDie drohende Eskalation im Nahen Osten macht die Märkte nervös. Japans Leitindex Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi rutschten nach der feiertagsbedingten Handelspause am Freitag zur Eröffnung der Woche zeitweise um rund fünf Prozent ab. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong sank der Index Hang Seng um etwa 2,8 Prozent, während in China der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem Festland abbildet, zum Start zeitweise 1,4 Prozent nachgab.Auch auf den Ölpreis haben die Entwicklungen im Irankrieg starke Auswirkungen. Der Preis für Rohöl der für Europa maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent pendelte weiter deutlich über der 100-Dollar-Marke bei etwa 112 US-Dollar pro Fass (159 Liter) und lag damit mehr als 50 Prozent im Plus gegenüber dem Preisniveau vor Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran.
Schah-Sohn Pahlavi appelliert: Keine Kraftwerke zerstörenSchah-Sohn Reza Pahlavi schrieb am Sonntagabend auf der Plattform X, US-Präsident Donald Trump solle zwar weiterhin gezielt die Strukturen des iranischen Machtapparats angreifen, nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Landes nach dem Krieg unverzichtbar sei. „Das Regime muss demontiert werden, Iran selbst aber geschützt bleiben“, forderte Pahlavi, den monarchistische Gruppen als politischen Anführer der Opposition betrachten. Sowohl er als auch die monarchistische Opposition im Exil waren bislang weitgehend auf einer Linie mit Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Israel greift abermals Ziele in Teheran anAus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet. In Teheran stationierte Reporter des arabischen Senders Al Jazeera berichteten kurz darauf von „beispiellosen“ Explosionen, vor allem in den östlichen Vierteln der Stadt. Die Luftabwehr sei im Dauereinsatz.
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt wegen des Irankrieges die Freigabe weiterer Ölreserven. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und Europa, sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Falls nötig, werden wir das natürlich tun.“ Die IEA-Mitgliedstaaten hatten bereits am 11. März die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl beschlossen.
Israels Außenminister kritisiert deutschen Botschafter scharfDer israelische Außenminister Gideon Saar hat den deutschen Botschafter in Israel, Steffen Seibert, mit harscher Kritik bedacht. Dem Botschafter „fällt es sehr schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne dabei die Palästinenser zu erwähnen“, kommentierte Saar am Sonntag auf der Plattform X einen vorherigen Eintrag Seiberts. Darin hatte der deutsche Diplomat von einem „Tag voller Empörung und Trauer“ geschrieben und verschiedene gewaltsame Vorfälle des Sonntags aufgezählt: „im Norden ein Bauer von der Hizbullah getötet, im Süden und in der Mitte Hunderte durch iranische Raketen verletzt. Und in einer Parallelwelt: gewalttätige Ausschreitungen von Siedlern in palästinensischen Dörfern nach dem tragischen und noch zu untersuchenden Tod eines der ihren“. Am Samstag war ein 18 Jahre alter Bewohner eines Siedlungsaußenpostens gestorben, nachdem sein Quad-Fahrzeug von einem Auto mit palästinensischem Nummernschild angefahren worden war. Seibert habe eine „Fixierung auf die in Judäa und Samaria (dem Westjordanland, d. Red.) lebenden Juden“, behauptete Saar und schrieb, diese hindere den Botschafter daran, „auch nur den Tod eines Juden durch einen Palästinenser zu verurteilen“. Es sei gut, zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter eintreffen werde, „der die deutsch-israelischen Beziehungen stärken wird“. Seibert, der in wenigen Monaten in den Ruhestand tritt, hat in seiner Zeit als Botschafter seit Sommer 2022 immer wieder sowohl Gewalt von Palästinensern gegen Israelis als auch von Israelis gegen Palästinenser verurteilt. Unter vielen Israelis ist der frühere Regierungssprecher hochangesehen, weil er sich – anders als die meisten Mitglieder der israelischen Regierung – während des Gazakriegs regelmäßig mit Angehörigen der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln getroffen hat. Seibert reagierte auf Saars Tweet, indem er hervorhob, dass er die „willkürlichen Angriffe“ Irans auf israelische Zivilisten und den „kriminellen Einsatz von Streubomben“ öffentlich verurteilt habe. Deutschland vertrete eine klare Haltung, schrieb er: „Wir stehen in diesem Krieg an der Seite Israels.“ Ebenso bereite der Bundesregierung die Gewalt durch Siedler große Sorge, fügte der Botschafter hinzu und verwies darauf, dass auch Israels Präsident Izchak Herzog und andere führende Politiker sich zu diesem Thema geäußert hätten.
Libanons Präsident: Israel richtet Pufferzone für Bodenoffensive einLibanons Präsident Joseph Aoun wertet die israelischen Angriffe auf die Infrastruktur seines Landes als Auftakt für eine Bodenoffensive. Die gezielte Zerstörung von Brücken über den Fluss Litani sei ein Versuch, die geografische Verbindung vom Süden zum Rest des libanesischen Staatsgebiets zu kappen, erklärte er. Er verdächtigt Israel, eine Pufferzone einrichten zu wollen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte Israels Vorgehen zuvor mit dem Modell im Gazastreifen verglichen, wo das Militär durch die Räumung und Zerstörung von Gebäuden in Grenznähe Pufferzonen geschaffen hatte.
Iran droht mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus Iran droht nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde dann vollständig gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist infolge des Irankriegs bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Trump hatte dem Land mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte es nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig wieder öffnen. Andernfalls würden die USA iranische Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Merz telefoniert mit TrumpBundeskanzler Friedrich Merz hat sich nach der Absage einer Beteiligung an Militäraktionen mit US-Präsident Donald Trump ausgetauscht. „Ich habe heute Nachmittag mit US-Präsident Donald Trump die Situation in Iran, Israel und in der Ukraine besprochen. Wir haben verabredet, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Unser Austausch wird bald fortgesetzt“, schrieb der Kanzler auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten teilte die Bundesregierung nicht mit.Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitag in Bad Dürkheim hatte Merz ein Gespräch mit Trump an diesem Wochenende angekündigt und auch gesagt: „Er ist im Augenblick nicht ganz so gut auf mich zu sprechen.“ Trump hatte die NATO-Partner unter Druck gesetzt, bei der Sicherung der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus mitzuhelfen, aber viele Absagen erhalten, auch von Merz. Der US-Präsident sprach von einem „törichten Fehler“. US-Senator Lindsey Graham, ein enger Vertrauter des Präsidenten, schrieb auf X, er habe mit Trump darüber gesprochen und ihn noch nie so wütend gehört. Merz sagte, trotz aller Meinungsverschiedenheiten werde er sich weiter für gute Beziehungen mit den USA einsetzen. „Ich möchte diese transatlantische Partnerschaft nicht aufgeben“, betonte Merz.
Britischer Minister spricht über Irans Angriff auf MilitärstützpunktIran hat britischen Angaben zufolge den US-britischen Militärstützpunkt mit Raketen angegriffen. „Nach unserer Einschätzung haben die Iraner zweifellos Diego Garcia ins Visier genommen“, sagte der britische Wohnungsminister Steve Reed am Sonntag dem Sender BBC. Diego Garcia ist eine Insel im Indischen Ozean mit dem US-britischen Stützpunkt. Die Raketen richteten laut Reed jedoch keinen Schaden an. Der Minister sprach von einem Angriff mit zwei Raketen. „Nach unserem Verständnis ist eine Rakete zu kurz geflogen und hat ihr Ziel verfehlt, die andere wurde abgefangen und gestoppt“, sagte Reed, der in britischen Nachrichtensendungen vom Sonntag für die gesamte Regierung sprach. Er glaube nicht, „dass es eine Überraschung ist, dass dies passiert ist“, sagte Reed über den Angriff auf Diego Garcia. Er verwies darauf, dass Iran „rücksichtslos Raketen in der Region abfeuert“.Allerdings liegt Diego Garcia nicht in der Golfregion, sondern rund 4000 Kilometer von Iran entfernt. Die anderen iranischen Raketen- und Drohnenangriffe im Zuge des seit rund drei Wochen andauernden Krieges mit den USA und Israel richteten sich gegen Ziele in Israel und der Golfregion. Diego Garcia gehört zu den Stützpunkten, deren Nutzung Großbritannien den USA für den Krieg nach anfänglichem Zögern genehmigt hat. Diego Garcia ist die größte Insel des Chagos-Archipels.
Israel zerstört Brücke in SüdlibanonDie israelische Armee hat nach libanesischen Angaben eine wichtige Brücke angegriffen, die Südlibanon mit dem restlichen Teil des Landes verbindet. Die Brücke al-Kasmijeh sei beschossen worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Die israelische Armee teilte kurz zuvor mit, es habe eine Angriffswelle gegen Hizbullah-Infrastruktur im Süden Libanons begonnen. Es gab zunächst keine Informationen über Verletzte. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Vormittag angekündigt, man habe die Armee angewiesen, „sofort alle Brücken über den Litani-Fluss zu zerstören, die Terroraktivitäten dienen“. So solle verhindert werden, dass Mitglieder der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hizbullah-Miliz und Waffen in den Süden gelangen. Außerdem solle das Militär die Zerstörung von Häusern im libanesischen Grenzgebiet zu Israel beschleunigen, um eine Bedrohung israelischer Grenzorte zu verhindern. Dabei folge man dem „Modell“ der Grenzgebiete im Gazastreifen.