FAZ 25.03.2026
07:23 Uhr

Liveblog Irankrieg: Berichte: USA verlegen 3000 Fallschirmjäger in den Nahen Osten


Iran antwortet offenbar auf 15-Punkte-Plan +++ USA legen Berichten zufolge Plan für Ende des Irankriegs vor +++ Reiche warnt vor Treibstoffmangel im Falle eines langen Krieges +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Berichte: USA verlegen 3000 Fallschirmjäger in den Nahen Osten

Israel warnt Bürger vor erhöhter Terrorgefahr im Ausland Wegen des Krieges mit Iran sind Israelis im Ausland nach Einschätzung ihres nationalen Sicherheitsrates einer erhöhten Gefahr terroristischer Anschläge ausgesetzt. Insbesondere für die bevorstehenden Pessach-Feiern rief die Behörde am Mittwoch Israelis im Ausland auf, keine Veranstaltungen zu besuchen, die nicht gesichert sind oder an öffentlichen Orten stattfinden.Es sei zu erwarten, dass Iran seine Bemühungen verstärke, Anschläge gegen israelische und jüdische Ziele weltweit zu verüben. Bereits in den vergangenen Wochen seien mehrere Anschläge vereitelt worden, darunter von durch Iran inspirierten Einzeltätern, so der Sicherheitsrat in seiner Warnung. Er rief Israelis weltweit zu erhöhter Vorsicht auf.Insbesondere für Irans Nachbarländer, etwa die Türkei und Georgien, werde dringend vom Besuch von Orten abgeraten, „die mit Israel oder dem Judentum in Verbindung stehen“. Von einem Besuch der Halbinsel Sinai in Ägypten wird gänzlich abgeraten. Als weitere Vorsichtsmaßnahme empfiehlt die Behörde, keine Echtzeit-Informationen zum jeweiligen Aufenthaltsort oder Reiseplänen in Sozialen Netzwerken zu teilen. 

Israel meldet neuen Raketenbeschuss aus Iran Iran hat am Vormittag israelischen Angaben zufolge abermals Raketen auf das Land gefeuert. Israels Polizei meldete mehrere Einschläge im Land. Bislang gebe es keine Berichte über Opfer, teilten die Polizei sowie der Rettungsdienst Magen David Adom mit. In mehreren Landesteilen gab es Raketenalarm, in der Küstenmetropole Tel Aviv heulten am Vormittag gleich zweimal hintereinander die Warnsirenen. Iran bestätigte die Raketenwelle laut staatlichem Rundfunk. 

Iran warnt USA vor Invasion mit Bodentruppen Iran hat die USA vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen gewarnt. „Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere Truppenverlegungen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. „Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht auf die Probe“, fügte der frühere General hinzu.

Irak: Sieben Soldaten bei Luftangriff getötetBei einem Luftangriff im Westen des Irak sind staatlichen Angaben zufolge sieben Soldaten getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte das irakische Verteidigungsministerium mit. Der Angriff traf demnach eine Militärklinik und eine technische Abteilung eines Armeestützpunkts in der Provinz Anbar. Es gab keine Angaben dazu, von wem der Angriff stammen könnte. Es handle sich um „einen eklatanten und schwerwiegender Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen, die Angriffe auf medizinische Einrichtungen verbieten“, erklärte das Ministerium.

Bericht: Tote Zivilisten nach neuem Angriff auf IranBei einem Luftangriff im Nordwesten Irans sind einem Bericht zufolge sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, wurden in den frühen Morgenstunden in der Millionenmetropole Tabris Dienstwohnungen von Bahnmitarbeitern Ziel der israelisch-amerikanischen Angriffe. Unter den Trümmern suchen Helfer demnach nach weiteren Opfern. Bereits in der Nacht zu Dienstag wurde die Stadt bombardiert. 

Iran greift mehrere Golfstaaten und Israel anMehrere Golfstaaten haben am Mittwoch neue Drohnenangriffe aus Iran auf ihre Territorien gemeldet. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait wurde ein Treibstofftank getroffen, wie die kuwaitische Zivilluftfahrtbehörde mitteilte. Bei dem Angriff wurde demnach ein Feuer ausgelöst, aber nur „begrenzter“ Schaden verursacht, niemand sei verletzt worden. Saudi-Arabien erklärte unterdessen, mindestens vier Drohnen im Osten des Landes abgefangen zu haben.Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch, dass sie Raketen und Drohnen auf den Norden und das Zentrum Israels abgefeuert hätten, darunter auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv. Zudem seien Raketen und Drohnen zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte in Kuwait, einen in Bahrain und einen weiteren in Jordanien gestartet worden, berichtet der iranische Staatssender Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarden.Die kuwaitische Nationalgarde teilte mit, sie habe sechs Drohnen abgefangen. Die kuwaitische Armee erklärte, die Flugabwehr „reagiert auf feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“.Bahrains Innenministerium erklärte, die Luftschutzsirenen seien aktiviert worden. Die jordanische Behörde für öffentliche Sicherheit meldete, in der Nähe der Hauptstadt Amman seien Trümmerteile niedergegangen. Das habe jedoch weder Verletzte noch Schäden zur Folge gehabt. Die israelische Armee erklärte, die Luftverteidigung des Landes habe auf neue iranische Raketensalven reagiert. In weiten Teilen des Zentrums des Landes seien Luftschutzsirenen aktiviert worden. Später teilte die israelische Armee mit, dass sie zwei Produktionsstätten für Marschflugkörper in Teheran angegriffen habe, die dem iranischen Verteidigungsministerium unterstehen. Die Anlagen seien zur „Entwicklung und Herstellung von Marschflugkörpern großer Reichweite genutzt worden, die in der Lage sind, Ziele auf See und an Land rasch zu zerstören“. 

Ölpreis sinkt leichtDie Ölpreise sinken wieder, nachdem die Sorte Brent am Dienstag abermals über die 100-Dollar-Marke geklettert war. Am Mittwochmorgen kostete das Nordsee-Öl 99,22 Dollar je Barrel und damit fünf Prozent weniger als am Vorabend. 

Deutsche LNG-Terminals laufenTrotz des Kriegs in Iran, gestörter Lieferketten und stark gestiegener Preise läuft der Umschlag von Flüssigerdgas (LNG) an den norddeutschen Terminals nahezu uneingeschränkt weiter. Denn der Großteil der deutschen LNG-Importe stammt bislang aus den USA. 2025 machten diese Transporte nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rund 94 Prozent aus.„Lieferungen aus der Golf-Region hatten wir seit Anfang 2023 nur sehr vereinzelt. Absagen von Cargos liegen an den DET-Terminals momentan nicht vor“, teilt ein Sprecher der bundeseigenen Deutsche Energy Terminal Gesellschaft (DET) auf Anfrage mit. Die Gesellschaft betreibt die Terminals Wilhelmshaven 1 und 2 sowie das Terminal in Brunsbüttel. Für das erste Halbjahr 2026 seien alle Kapazitäten komplett vermarktet, hieß es. 

Cafés und Geschäfte in Ägypten schließen früher – auch Urlaubsorte betroffen Der Irankrieg hat in Ägypten Folgen für die Betreiber von Cafés, Restaurants und Geschäften. Ab kommenden Samstag müssen diese wie auch Einkaufszentren im ganzen Land um 21.00 Uhr schließen und damit teils mehrere Stunden früher als gewöhnlich. In zentralen Gegenden von Kairo und in beliebten Urlauberorten schließen viele Geschäfte, Bars und Restaurants erst gegen 1.00 oder 2.00 Uhr nachts. Auch die Beleuchtung an Straßen und Werbetafeln soll nun reduziert werden.Grund sind die steigenden Energiepreise. Ägypten erzeugt mehr als 80 Prozent seines Stroms mit Erdgas, das vielfach importiert wird. Der wichtigste Gaslieferant Israel hatte die Exporte nach Ägypten beim Kriegsbeginn vor mehr als drei Wochen bereits gestoppt.Ziel sei, die benötigte Menge an Strom und Treibstoff besser einzuteilen, sagte Ministerpräsident Mustafa Madbuli vor einigen Tagen. Die Maßnahme soll zunächst einen Monat dauern und je nach Kriegsverlauf möglicherweise verlängert werden. Ausnahmen der Regelung gelten nur am Donnerstag- und Freitagabend und damit am ägyptischen Wochenende, wo Öffnungen bis 22.00 Uhr erlaubt sind. Die Arbeitswoche in Ägypten beginnt regulär am Sonntag.  Die Entscheidung sorgt auch unter Ägypten-Urlaubern für Diskussionen. Denn auch in beliebten Badeorten wie Hurghada und Scharm el Scheich müssen sich die Menschen ab Samstagabend auf kürzere Öffnungszeiten einstellen. 

„WSJ“: Iran kontert nach US-Vorstoß mit MaximalforderungenDas „Wall Street Journal“ berichtet über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den 15-Punkte-Plan der USA. Diese soll zahlreiche Forderungen umfassen, denen Washington kaum nachkommen dürfte - darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormus eine Mautgebühr zu kassieren. 

Libanon: Staatsmedien melden sechs Tote bei israelischen Angriffen in SidonBei israelischen Angriffen in dem Gebiet Sidon im Süden Libanons sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adloun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden.Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram.

Israel startet neue Angriffswelle auf TeheranDie israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven Irans auf Israel gemeldet.Die israelische Armee kündigte außerdem an, sie werde weiterhin Irans Fähigkeit, Raketen zu produzieren und abzufeuern, ins Visier nehmen. „Wir treffen jedes Glied in der Raketenkette, von den Fertigungsanlagen über die Abschussvorrichtungen bis hin zu den Raketen selbst“, sagte der israelische Armeesprecher Effie Defrin in einer Fernsehansprache. 

UNO: Iran öffnet Straße von Hormus für „nicht-feindliche Schiffe“Iran hat nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) die bislang gesperrte Straße von Hormus für „nicht-feindliche“ Schiffe geöffnet. Schiffe, die „weder an Aggressionshandlungen gegen Iran teilnehmen noch diese unterstützen“ und gewisse Sicherheitsvorschriften einhielten, dürften „in Abstimmung mit den zuständigen Behörden“ fortan wieder die wichtige Meerenge passieren, hieß es in einer am Dienstag von der IMO veröffentlichten Erklärung Teherans.Nach Angaben der UN-Organisation sei die Erklärung am Sonntag vom iranischen Außenministerium veröffentlicht worden. Die IMO sei damit beauftragt worden, diese zu verbreiten. Iran ist Mitglied der IMO, aber nicht im Rat der Organisation vertreten.