FAZ 25.03.2026
16:10 Uhr

Liveblog Irankrieg: Bericht: Iran weist amerikanischen Vorschlag zurück


Fernsehsender berichtet von „negativer“ Reaktion +++ USA verlegen offenbar 2000 Fallschirmjäger in den Nahen Osten +++ Reiche warnt vor Treibstoffmangel +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Bericht: Iran weist amerikanischen Vorschlag zurück

Iran: Oberste Führung prüft Vorschläge der USAIran führt nach Angaben von Außenminister Abbas Araghchi keine direkten Verhandlungen mit den USA. Zwar sende Washington über verschiedene Vermittler Botschaften, dies bedeute jedoch keine Verhandlungen, sagt Araghchi. Die oberste Führung in Teheran prüfe derzeit die vorliegenden Vorschläge. Iran strebe keinen Krieg an, fordere aber ein dauerhaftes Ende des Konflikts sowie Entschädigungen für die Zerstörungen, erklärt der Minister weiter. Die USA haben nach ​seinen Worten ihre Kriegsziele wie einen schnellen Sieg und einen Regimewechsel verfehlt. Araghchi ruft zudem die Nachbarstaaten auf, auf Distanz zu den USA zu gehen. 

Selenskyj: Russland versucht USA im Irankrieg zu erpressenRussland versucht nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die USA zu erpressen. Die Regierung in Moskau biete an, den Austausch von militärischen Geheimdienstinformationen mit Iran zu stoppen, sagt Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gegenzug solle Washington der Ukraine keine Geheimdienstdaten mehr zur Verfügung stellen. Dies gehe aus Berichten der ukrainischen Geheimdienste hervor, erklärt er weiter. Zudem enthalten Selenskyj zufolge einige iranische ​Drohnen, die bei Angriffen auf US-Ziele im Nahen Osten eingesetzt werden, russische Bauteile. Russland weist eine Unterstützung Irans im Krieg gegen die USA und Israel zurück. 

Kretschmer: Irankrieg völkerrechtswidrigCDU-Parteivize Michael Kretschmer hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Rücken gestärkt für dessen Analyse, dass der Irankrieg völkerrechtswidrig sei. „Der Bundespräsident hat total Recht: Das ist ein völkerrechtswidriger Krieg“, sagte der sächsische Ministerpräsident beim Talk „Ostdeutschland zum Mitreden“ von „Sächsischer Zeitung“, „Leipziger Volkszeitung“, „Ostsee-Zeitung“ und „Märkischer Allgemeiner Zeitung“ am Mittwochabend in Berlin. „Und die Reaktion vom Iran ist auch unsäglich und ist auch völkerrechtswidrig. Jetzt muss damit Schluss sein.“

Iran droht ungenanntem Land in der Region mit AngriffenGeheimdienstinformationen deuten nach den Worten des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf darauf hin, dass „Feinde“ die Besetzung einer iranischen Insel planen. Dies solle mit Unterstützung eines namentlich nicht genannten Landes aus der Region geschehen, teilt Ghalibaf auf X mit. „Die iranischen Streitkräfte beobachten die Bewegungen des Feindes“, schreibt er weiter. Sollten diese aktiv werden, werde Iran die lebenswichtige Infrastruktur ​in dem unterstützenden Land mit ständigen und unerbittlichen Angriffen überziehen. 

Trump warnt Iran droht mit „beispiellosen Angriffen“US-Präsident Donald Trump warnt Iran mit Blick auf das US-Verhandlungsangebot davor, sich nicht wieder zu verkalkulieren, und droht mit beispielloser Härte. Falls Iran seine Niederlage nicht anerkenne, sei Trump bereit, Iran „härter als jemals zuvor“ zu treffen, sagt die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, vor Journalisten. 

Arabische Staaten fordern von Irak Stopp von AngriffenKuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Qatar und Jordanien fordern den Irak auf, umgehend Maßnahmen gegen Angriffe von seinem Staatsgebiet auf Nachbarländer zu ergreifen. Der Aufruf diene dem Erhalt der „brüderlichen Beziehungen“ und solle eine weitere Eskalation vermeiden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der sechs arabischen Staaten. Seit Beginn des ​Krieges der USA und Israels gegen Iran bekennen sich von Iran unterstützte irakische Milizen zu Angriffen auf mehrere US-Stützpunkte in der Region. 

Iran pocht auf Kontrolle der Straße von HormusIran beharrt auf einer vollständigen Kontrolle über die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Ein Sprecher des Zentralkommandos der Streitkräfte erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, die Lage in der Meerenge werde nicht zum vorherigen Zustand zurückkehren: „Es wird geschehen, was wir wollen.“ Allen Schiffen mit Verbindungen zu den USA oder Israel bleibe die Passage untersagt, so der Sprecher. „Die Entscheidung über die Erteilung einer Transitgenehmigung liegt bei uns.“Der Sprecher betonte die Bedeutung der Straße von Hormus für den globalen Energiehandel: „Das Feuer unter dem Ölpreis lodert seit einiger Zeit; wie hoch die Flammen schlagen, liegt in unserer Hand.“ Durch die Straße von Hormus verlaufen in Friedenszeiten rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransporte.Laut der iranischen UN-Vertretung dürfen Schiffe, die nicht als feindlich gelten und keine militärischen Aktionen gegen Iran unterstützen, den Seeweg nutzen ‒ sofern sie sich an alle iranischen Sicherheitsvorschriften halten und die Passage mit den zuständigen Behörden abstimmen. 

Israels Außenminister fordert von UN die Einstufung der Hizbullah als TerrororganisationIsraels Außenminister Gideon Saar hat in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat gefordert, die Angriffe der Hizbullah gegen sein Land zu verurteilen und die proiranische Miliz als Terrororganisation einzustufen. Seit dem 2. März habe die Hizbullah mehr als 3500 Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert, schrieb Saar auf der Plattform X. Der UN-Sicherheitsrat solle von der libanesischen Regierung die Entwaffnung der Hizbullah und anderer bewaffneter Gruppen verlangen, schrieb Saar weiter. Außerdem solle er die Rolle Irans als Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region thematisieren. In Libanon wurden bisher nach Angaben der Katastrophenschutzeinheit der Regierung 3646 israelische Angriffe gemeldet. Mehr als 1000 Menschen wurden nach Behördenangaben seit Ausbruch der jüngsten Eskalation im Land bereits getötet. 

Wadephul fordert Iran auf, sich auf Verhandlungen einzulassenAußenminister Johann Wadephul hat Teheran aufgefordert, sich auf Verhandlungen mit den Vereinigten Staatenüber ein Ende des Irankriegs einzulassen. Es sei begrüßenswert, dass der amerikanische Präsident Donald Trump sein Ultimatum gegenüber der iranischen Führung zunächst um einige Tage aufgeschoben habe und nun Verhandlungen anstrebe, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einem Treffen mit seinem tunesischen Gegenüber Mohamed Ali Nafti. „Irans Regime ist gut beraten, jetzt darauf einzugehen.“Irans Militärführung hatte Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Kriegs indes zurückgewiesen und scharf gegen die amerikanische Regierung ausgeteilt.Wadephul fügte hinzu: „Wenn es also ein Fenster für Diplomatie gibt, sollten wir Gesprächen unbedingt eine Chance geben.“ Deutschland stehe bereit, einen Beitrag zu leisten. Wie genau dieser aussehen könnte, sagte der Minister nicht. Bei einer Krisenreise in die Golf-Region hatte er kürzlich Vermittlungshilfe angeboten. „Ich möchte das aber auf das Engste abstimmen mit unseren amerikanischen Partnern“, sagte er nun. 

Guterres sieht größeren Krieg heraufziehenUN-Generalsekretär António Guterres hat den französischen Diplomaten Jean Arnault zu seinem persönlichen Gesandten für den Konflikt im Nahen Osten ernannt. Der Konflikt sei außer Kontrolle geraten. Die „Welt steht vor einem größeren Krieg“, sagt Guterres gegenüber der Presse. ​Er stehe in engem Kontakt mit vielen Akteuren in der Region und weltweit. Es gebe eine Reihe von Initiativen für Dialog und Frieden. 

Ägypten bietet sich als Gastgeber für Verhandlungen an Ägypten hat sich als Austragungsort für jegliche Gespräche zu Iran angeboten, solange sie der Deeskalation dienten. Ägypten unterstütze die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, Verhandlungen mit dem Iran aufzunehmen, sagte Außenminister Badr Abdelatty. Zu der ​Reaktion Irans auf den US-Plan fügte er hinzu: „Wir müssen unsere Bemühungen fortsetzen, es kommt ganz auf Diplomatie und Verhandlungen an.“ 

Wadephul: Hoffentlich wird Gesprächen Chance auf Erfolg zugestandenAußenminister Johann Wadephul begrüßt das Bestreben von US-Präsident Donald Trump, Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit Iran aufzunehmen. Er hoffe, dass den Gesprächen eine Chance auf Erfolg eingeräumt ​werde, sagt Wadephul bei einem Besuch seines tunesischen Amtskollegen Mohamed Ali Nafti in Berlin. „Es ist lobenswert, dass der US-Präsident sein Ultimatum an das iranische Regime um einige Tage verschoben hat und nun Verhandlungen anstrebt“, sagt Wadephul. „Das iranische Regime wäre gut beraten, jetzt darauf zu reagieren. Wenn es also eine Chance für Diplomatie gibt, sollten wir den Gesprächen ⁠auf jeden Fall eine Chance geben.“ 

Libanons Armee: Iranische Raketenteile im Libanon abgestürzt In Libanon sind nach ersten Militärangaben Teile einer iranischen Rakete abgestürzt. Die libanesische Armee teilte auf der Plattform X mit, dass das eigentliche Ziel außerhalb des libanesischen Territoriums gelegen haben müsse. Die Rakete sei in großer Höhe explodiert. Als mögliche Ursachen würden eine technische Fehlfunktion oder der Abschuss durch eine Abfangrakete in Betracht gezogen, hieß es weiter. Der Vorfall ereignete sich am gestrigen Dienstagnachmittag.