Intern und extern habe Delivery Hero nach Nachfolgern suchen wollen, hieß es, als Geschäftsführer Niklas Östberg im Mai seinen Rücktritt erklärt hatte. Bis März 2027 wollte der Schwede bleiben und die Übernahme durch die US-Plattform Uber begleiten. Der deutsche Lieferdienst verkündete am Donnerstag die interne Nachfolgelösung: Der Neue ist der Alte. Die Ankündigung kam überraschend, war der Druck von aktivistischen Investoren und einem Misstrauensantrag gegen den Chef von Delivery Hero vor der Hauptversammlung doch zu groß für den Gründer geworden. Östberg hat in den vergangenen 15 Jahren aus einem Berliner Start-up einen Milliardenkonzern gemacht, der inzwischen in 65 Ländern aktiv ist und bis vor vier Jahren im Dax notiert war. Delivery Hero schrieb nie schwarze Zahlen Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kristin Skogen Lund, sagte laut Mitteilung: „Niklas hat Delivery Hero aufgebaut und kennt das Unternehmen besser als jeder andere. Angesichts der laufenden Transaktionen mit Uber und SSW freuen wir uns sehr, dass Niklas das Unternehmen auch in der nächsten Phase weiterhin leiten wird.“ Der US-Konzern will die deutsche Firma für insgesamt bis zu 13 Milliarden Euro übernehmen. Die Mehrheit der Anteile hat sich Uber nach eigenen Angaben bereits gesichert. Neben dem bisherigen Delivery-Hero-Großaktionär Prosus hat sich nach Informationen der F.A.Z. auch der Hongkonger Vermögensverwalter Aspex zur Abgabe seiner Anteile verpflichtet. Aspex war die treibende Kraft hinter der angekündigten Ablösung Östbergs. Der Investor hatte wiederholt die im Branchenvergleich geringe Ertragskraft von Delivery Hero kritisiert und einen umfassenden Umbau des Unternehmens gefordert. Wie die gesamte Branche hat Delivery Hero ein starkes Wachstum verzeichnet, das durch die Corona-Pandemie noch beschleunigt wurde, schrieb jedoch nie schwarze Zahlen. „Ich gehe jetzt mit mehr Energie als je zuvor daran, das Unternehmen weiterhin in die nächste Phase zu leiten“, sagt Östberg laut Mitteilung. Sein Berliner Büro wird er so schnell nicht räumen müssen, denn Uber hat sich verpflichtet, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der dortigen Belegschaft vorzunehmen. In Deutschland selbst ist der Lieferdienst seit Jahren nicht mehr aktiv.
