FAZ 14.05.2026
19:12 Uhr

Krieg gegen die Ukraine: Russlands gut geplanter Angriff


Während sich Trump und Xi in Peking treffen, demonstriert Russland Stärke. Es hat die dreitägige Feuerpause genutzt, um seine Kräfte zu sammeln.

Krieg gegen die Ukraine: Russlands gut geplanter Angriff

Dass die russischen Angriffe in dieser Woche schlimm werden könnten, ahnten viele Ukrainer bereits. Sie haben mit Feuerpausen keine guten Erfahrungen gemacht. Und in diesen Tagen kam einiges zusammen. Da war die dreitägige brüchige Waffenruhe, die Russlands Herrscher Wladimir Putin über US-Präsident Donald Trump ausgehandelt hat. Er wollte eine ungestörte Parade zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai abhalten. Und offenbar traute er der eigenen Flugabwehr nicht zu, dies zu gewährleisten. Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zeigte Putin damit Schwäche. Großmütig „erlaubte“ er Russland, die Parade in Moskau abzuhalten. Im Kreml kam das gar nicht gut an. Pünktlich zum Treffen von Trump und Xi in Peking In Richtung Trump hatte Putin mit seinem Vorschlag hingegen das Signal gesendet, er sei zu Verhandlungen bereit. Gleichzeitig zog die russische Armee Kapazitäten zusammen, um die Ukraine massiv anzugreifen. Der Zeitpunkt ist dabei gut gewählt. Es ist kein Zufall, dass die Angriffe auf die Ukraine pünktlich zum Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping erfolgten. Putin will nach seiner abgespeckten Militärparade Stärke zeigen – und Trump abermals zeigen, wer die Oberhand in der Ukraine hat. Es ist das Spiel, das Putin seit Monaten mit Trump spielt: einerseits den US-Präsidenten davon überzeugen, dass die Ukraine militärisch am Ende sei. Andererseits vermeintliche Verhandlungsbereitschaft zeigen. Die Verlierer dabei sind die Ukrainer. Die Menschen, die in Kellern und Fluren ausharren. Deren Häuser nun in Trümmern liegen, darunter die Toten und Verletzten aus einer Nacht.