FAZ 08.05.2026
17:29 Uhr

Krankenhausreform: Nach Rückgang der Fallzahlen: Hospital gibt Geburtshilfe auf


Das Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt stellt seine medizinischen Schwerpunkte neu auf: Im August sollen Gynäkologie und Geburtshilfe schließen. Rund 60 Beschäftigte sind betroffen.

Krankenhausreform: Nach Rückgang der Fallzahlen: Hospital gibt Geburtshilfe auf

Das Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt kündigt die Schließung der Gynäkologie und der Geburtshilfe für August an. Etwa 60 Mitarbeiter sind am Freitag über diesen Schritt informiert worden. Für sie sollen berufliche Perspektiven im Haus, etwa in der Notfallversorgung, der Psychosomatik und der Schmerzklinik, gefunden werden. Der Schritt sei notwendig, um sich „im Zuge der aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen im deutschen Krankenhauswesen strategisch neu und zukunftsfähig“ aufzustellen, heißt es in einem Schreiben.  Es gehe darum, sich stärker zu spezialisieren. Deshalb soll das psychiatrische und psychotherapeutische Leistungsspektrum weiter ausgebaut werden. Geschäftsführer Manuel Zelle will mit diesem Schritt das Haus langfristig wirtschaftlich aufstellen. Geplant sei, die allgemeinpsychiatrische Versorgung sowie die Behandlung von Suchterkrankungen weiter auszubauen. Außerdem sollen tagesklinische Strukturen sowie eine psychiatrische Institutsambulanz aufgebaut und das bestehende psychosomatische Leistungsspektrum ergänzt werden. Der Entschluss, die Geburtshilfe zu schließen, sei gefallen, nachdem seit einiger Zeit ein Rückgang der Fallzahlen verzeichnet worden sei. „Angesichts ausreichend vorhandener Versorgungsangebote im Frankfurter Stadtgebiet werden die Leistungen künftig an anderen Frankfurter Krankenhäusern konzentriert“, heißt es in der Mitteilung. Erst im Juli 2024 hatte das Hospital zum Heiligen Geist zusätzlich die Geburtshilfe des Krankenhauses Sachsenhausen übernommen, die dort nach mehr als 100 Jahren ebenfalls wegen rückläufiger Fallzahlen geschlossen worden war.