FAZ 03.10.2026
03:34 Uhr

Konflikt mit Südkorea: Nordkorea feuert abermals ballistische Rakete ab


Südkorea hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nach einer Explosion an der Grenze zu Gesprächen aufgefordert. Doch statt auf Verhandlungen setzt das Regime in Pjöngjang auf neue Waffentests.

Konflikt mit Südkorea: Nordkorea feuert abermals ballistische Rakete ab

Rund zehn Tage nach einer Explosion im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea mit drei verletzten südkoreanischen Soldaten hat Nordkorea nach Angaben aus Seoul mindestens eine ballistische Rakete abgefeuert. Am Samstagmorgen „hat unsere Armee eine ballistische Rakete entdeckt, die aus dem Gebiet um Wonsan in Nordkorea in Richtung Ostmeer abgefeuert wurde“, teilte der Generalstab in Seoul unter Verweis auf das auch als Japanisches Meer bekannte Gewässer mit. „Südkorea, die USA und Japan halten eine starke Verteidigungsbereitschaft aufrecht, indem sie in engem Informationsaustausch über nordkoreanische ballistische Raketen stehen“, hieß es aus Seoul weiter. Südkorea hatte die Regierung in Pjöngjang nach der Explosion aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bei dem Vorfall im Grenzgebiet waren am 21. September drei südkoreanische Offiziere schwer verletzt worden. Nach Angaben aus südkoreanischen Militärkreisen ist davon auszugehen, „dass nordkoreanische Landminen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Explosion verursacht haben“. „Klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens“ Die Regierung in Seoul warf dem Norden einen Bruch des Waffenstillstands vor und kündigte Konsequenzen an. Die Explosionen seien „eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, und da Nordkorea die Verantwortung trägt, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen“, sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin-chul am Dienstag. Der südkoreanische Generalstab forderte am Mittwoch eine Entschuldigung Nordkoreas. Nordkorea wies die Anschuldigungen zurück. Die Behauptung sei „zu niederträchtig und schmutzig“, erklärte Kims Schwester Kim Yo-jong laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem offiziellen Friedensvertrag. Beide Länder trennt die entmilitarisierte Zone. In der Mitte dieses verminten Streifens verläuft die Demarkationslinie. Es handelt sich um eine der am stärksten befestigten und verminten Grenzen der Welt.