FAZ 12.05.2026
06:15 Uhr

Koalition in Offenbach: „Größere Schnittmenge als erwartet“


In Offenbach löst ein Bündnis aus SPD und CDU die Ampelkoalition der vergangenen Wahlzeit ab. Dem haben jetzt die Mitglieder beider Parteien zugestimmt.

Koalition in Offenbach: „Größere Schnittmenge als erwartet“

Am Montag haben in Offenbach die Parteivorsitzenden Christian Grünewald für die SPD und Andreas Bruszynski für die CDU den Koalitionsvertrag unterzeichnet. Zuvor hatten am Wochenende die Mitglieder der beiden Parteien für die 47 Seiten umfassende Vereinbarung votiert: einstimmig bei der CDU, mit drei Gegenstimmen von mehr als 60 Teilnehmern bei der SPD. Das Bündnis der beiden Parteien löst in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung somit die Ampelkoalition der vergangenen Wahlzeit ab. Wirtschaft, Wohnen, Bildung und Sicherheit – diese vier Themen haben die beiden Parteien als Schwerpunkte ihrer Vereinbarung ausgemacht, die 57 Tage nach der Kommunalwahl geschlossen worden ist. Vier Wochen haben nach den Sondierungsgesprächen die eigentlichen Koalitionsverhandlungen gedauert. Laut Grünewald war es ein „sehr intensiver und sehr guter Prozess“. CDU-Politiker Andreas Bruszynski wird Bürgermeister Das sieht sein Pendant bei der CDU ebenso, auch er verweist auf das Tempo der Einigung. „Wir hatten viel größere Schnittmengen, als es unsere Fachleute zuvor erwartet haben“, sagte der CDU-Vorsitzende. Geeinigt hat man sich auch auf die künftige Besetzung des hauptamtlichen Magistrats und den Zuschnitt der Dezernate. Künftig wird Bruszynski als Bürgermeister der zweite Mann im Rathaus hinter dem direkt gewählten Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sein. Er wird unter anderem für die Themen Bauen, Mobilität und Sicherheit zuständig sein, Bildung, Jugend, Umwelt und Wohnen zählen zu den Zuständigkeiten der Sozialdemokratin Helena Wolf. Kämmerer und Sozialdezernent bleibt für die SPD Martin Wilhelm. Für Bruszynski und Wolf müssen Paul-Gerhard Weiß (FDP) und Sabine Groß (Die Grünen) ihre Ämter verlassen. Dass in Offenbach als erster hessischer Großstadt nach der Kommunalwahl eine Koalition steht, erklären sich die beiden Partner mit der Konzentration auf die „Probleme in Offenbach“. In deren Analyse sind sich SPD und CDU einig: Die Wirtschaftskraft der Stadt muss gefördert, Wohnraum für Offenbacher müsse geschaffen, Schulen und Ganztagsbetreuung ausgebaut werden. Für ihre Ankündigung suchten sich die Parteien einen symbolträchtigen Ort aus: die Halle am alten Güterbahnhof. Dort entsteht gerade das „Quartier 4.0“ unter anderem mit Wohnungen, Gewerbeflächen und einer neuen Schule.