Wie gut Achtklässler mit digitalen Medien umgehen können, hängt von ihrem kulturellen Umfeld ab – und die Unterschiede zwischen verschiedenen sozialen Schichten haben sich innerhalb von zehn Jahren deutlich verstärkt. Dies ist das Fazit einer Analyse des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung sowie der Universitäten Frankfurt und Paderborn. Die Forscher werteten Daten einer Studie aus, die von 2013 bis 2023 untersucht hat, wie sinnvoll, kritisch und verantwortungsbewusst die Kinder mit digitaler Technik und digitalen Informationen umgehen. Die Ergebnisse wurden mit der besuchten Schulart, dem sozio-ökonomischen Status der Eltern, der digitalen Ausstattung im Haushalt und der Zahl der dort vorhandenen Bücher in Beziehung gesetzt. Hatte der Kompetenzunterschied zwischen stärker und weniger privilegierten Schülern 2013 noch 43 Punkte betragen, so hatte er sich zehn Jahre später auf 66 Punkte erhöht. Die Differenz zwischen Kindern mit 25 und weniger Büchern im Elternhaus und solchen mit mehr als 200 Büchern stieg von 66 auf 86 Punkte. Ebenfalls um 20 Punkte gewachsen ist die Kluft zwischen Gymnasiasten und Kindern, die andere Schulformen besuchen. Eine mögliche Erklärung ist für die Forscher die Corona-Pandemie: Mit dem Zwang zum Heimunterricht kamen Schüler aus privilegierten Familien wahrscheinlich besser zurecht.
