Der einsame Flughafen tief in der spanischen Provinz ist ein globales Krisenbarometer. Auf der windigen Hochebene bei Teruel landen seit Tagen Großraumflugzeuge vom Golf. Die Fluggesellschaft Qatar Airways hat laut dem Portal Flightradar 24 schon rund 20 Maschinen vor dem Irankrieg dort in Sicherheit gebracht – offenbar rechnet man am Golf nicht mit einem schnellen Ende des Konflikts. In einer Pressemitteilung der Fluggesellschaft ist von „außergewöhnlichen Umständen in der Region“ und einer „vorübergehenden Maßnahme“ die Rede, weshalb man einen Teil der Flugzeuge außerhalb Qatars stationiere. Das Drehkreuz von Qatar liegt in Doha, mitten in der Krisenregion. Im spanischen Aragón parken unter anderem ein Airbus A380, der aus London kam, dazu Maschinen des Typs A350 und Boeing 787. Parkgebühren können sich in einem Jahr auf mehr als eine halbe Million Euro summieren. Für bis zu 250 große und kleinere Maschinen ist in Teruel Platz; momentan sind nach Angaben der Firma rund 70 Parkplätze belegt. Während der Pandemie drängten hier 130 Maschinen Zuletzt war es in Teruel während der Corona-Pandemie eng geworden. Zeitweise drängten sich dort mehr als 130 Maschinen. Auf Europas größtem Flugzeugparkplatz wartete damals auch ein großer Teil der Lufthansa-Flotte auf das Ende der Pandemie. Auf mehr als Tausend Metern Höhe und mit mehr als 250 Sonnentagen bietet Teruel dafür ideale Bedingungen; der Flughafen liegt zudem näher als die anderen Ausweichmöglichkeiten in der amerikanischen Wüste. Zwei Monate kann es dann dauern, eingemottete Maschinen aus dem „deep storage“ zu holen und wieder flugbereit zu machen. Knapp tausend Menschen arbeiten auf dem Flughafen in der strukturschwachen Gegend. Nach den Pandemie-Parkern rückte zuletzt das Recycling in den Vordergrund. So war im vergangenen Jahr in Teruel für die Konrad Adenauer Endstation. In dem Langstreckenflugzeug vom Typ A340-300 reisten bis 2023 Angela Merkel und Olaf Scholz. Die Maschine, die durch zahlreiche Pannen auf sich aufmerksam gemacht hatte, war seit dem Jahr 2011 im Dienst der Flugbereitschaft der Bundeswehr. In Teruel wurde sie zerlegt. In Spanien werden Trieb- und Fahrwerke, Monitore sowie Cockpitgeräte ausgebaut; Hunderte Teile lassen sich dadurch wiederverwerten, auch das Aluminium.
