FAZ 26.05.2026
10:52 Uhr

Hitzewelle in Europa: Frankreich und England erleben historische Hitze im Mai


Frankreich beklagt sieben Tote, die mit den außergewöhnlich hohen Temperaturen in Verbindung stehen sollen. Auch in Großbritannien wurden tagsüber Rekorde jenseits der 30-Grad-Marke gemessen.

Hitzewelle in Europa: Frankreich und England erleben historische Hitze im Mai

Infolge der aktuellen Hitzewelle sind in Frankreich nach Regierungsangaben offenbar bislang sieben Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen starben beim Sporttreiben, fünf weitere ertranken, wie Regierungssprecherin Maud Bregeon am Dienstag dem Sender TF1 sagte. Die Todesfälle stünden „direkt oder indirekt“ mit den außergewöhnlich hohen Temperaturen in Verbindung. Am Montag hatte Frankreich den bislang heißesten Mai-Tag seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Für Dienstag wurden noch höhere Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet. Für acht Départements im Westen des Landes galt die Warnstufe Orange – das erste Mal überhaupt in einem Monat Mai. Die Hitzewelle soll bis Ende der Woche anhalten. Am Dienstag neue Höchstwerte erwartet Auch in Großbritannien hat die Hitzewelle ein historisches Ausmaß. In der Nacht zu Dienstag fiel die Temperatur im Londoner Vorort Kenley nicht unter 21,3 Grad Celsius – damit war es nachts so warm wie noch nie im Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Montag waren tagsüber in gleich mehreren Orten Rekordwerte für diese Zeit des Jahres jenseits der 30-Grad-Marke gemessen worden. Am wärmsten war es im Südwesten Londons (34,8 Grad Celsius). Am Dienstag werden für weite Teile Südenglands und von Wales neue Höchstwerte im Bereich von 35 Grad Celsius erwartet, wie der Wetterdienst Met Office mitteilte. Am Nachmittag steigt die Gewittergefahr. Der vorherige Rekord für den Mai mit 32,8 Grad Celsius war in den Jahren 1922 und 1944 gemessen worden. Für die Briten kamen die hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen zum perfekten Zeitpunkt: Tausende Menschen nutzten das lange Wochenende zum sogenannten „Spring bank holiday“ für Ausflüge. Bilder und Videos zeigen unter anderem überfüllte Strände am Ärmelkanal im südenglischen Bournemouth – aber auch volle Autobahnen. Höhepunkt der Hitzewelle in Deutschland erreicht Für Spanien werden für den späteren Nachmittag Temperaturen weit über 30 Grad erwartet. Das betrifft vor allem Städte in der Extremadura wie Badajoz (36 Grad) und in Andalusien wie Sevilla und Córdoba (35 Grad). Auch im Großraum Madrid, in Saragossa und im Baskenland kann das Thermometer auf Werte um die 35 Grad steigen. Für Mallorca werden 28 Grad genannt. Das ist zwar schon recht heiß, aber für Ende Mai in Spanien nicht extrem ungewöhnlich. Während in London bereits Rekordwerte für diese Jahreszeit gemessen wurden, dürfte der deutsche Temperaturrekord für Mai von 36,6 Grad aus dem Jahr 1922 laut Deutschem Wetterdienst (DWD) nicht erreicht werden. Die Hitzeperiode in Deutschland habe ihren Höhepunkt erreicht, teilte der DWD in Offenbach mit. Bis Ende der Woche sind vor allem im Süden noch Temperaturen um 33 Grad möglich. Im Norden und Osten sorgt eine Kaltfront aus Skandinavien dagegen für etwas Abkühlung, örtlich könne es dort nachts sogar Bodenfrost geben. Ab Freitag steigt zudem die Gewittergefahr. Nach Angaben des DWD liegt West- und Mitteleuropa derzeit unter einer Art Hitzeglocke, bei der die Sonne die Luft durch einen weitgehend wolkenfreien Himmel immer weiter aufheizt. Zudem sei heiße und trockene Luft unterwegs, die mit Saharastaub aus Nordafrika angereichert sei. Dies erkläre die derzeit ungewöhnlich hohen Temperaturen, teilte der DWD mit.