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30.07.2026
11:36 Uhr
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Bis zu 39 Grad und schwere Gewitter in Deutschland erwartet +++ Größtes Sturmrisiko im Raum Hannover +++ Laut RKI schon fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Lauterbach fordert MaßnahmenDer frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fordert mehr Hitze-Maßnahmen. „Jetzt kommt es drauf an, zu retten, was noch zu retten ist“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Rheinischen Post“. „Es geht um Tausende Menschenleben.“Laut Robert-Koch-Institut sind im laufenden Jahr bis zum 19. Juli schätzungsweise 9.800 Menschen aufgrund von Hitze gestorben. „Die Konzepte, die schnell umgesetzt werden können und sich bewährt haben, müssen flächendeckend eingeführt werden“, sagte Lauterbach.Er nannte Hitzeportale, auf denen Menschen sich über Maßnahmen gegen Hitze informieren können, sowie Hitzetelefone, „damit gezielt bei gefährdeten Menschen nachgefragt werden kann, ob sie genug trinken oder ob es ein medizinisches Problem gibt“. Weitere Beispiele seien Wassersprühanlagen und Kälteräume.Lauterbach forderte einen langfristigen Umbau der Städte. „Flächen müssen entsiegelt werden und dafür wesentlich mehr begrünt werden“, so der Politiker. Für Familien und Ältere empfahl er Klimaanlagen. „Der Nutzen der Anlagen überwiegt den doch recht geringen CO2-Ausstoß.“
Mit Magneten kühlenHeute hält diese Technik Milchreis kühl, eines Tages vielleicht Wohnungen, Krankenhäuser und Schulen: Mein Kollege Piotr Heller hat sich das sogenannte Festkörperverfahren angeschaut. Sieht so die Klimaanlage der Zukunft aus?
Zu trocken, zu heiß, zu sonnigDer Juli ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der fünfte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfällt als im vieljährigen Mittel. „Der Monat war vergleichsweise niederschlagsarm, die Sonnenscheindauer ist überdurchschnittlich hoch“, schreibt der Wetterdienst in Offenbach. Weitere Details gibt er im Laufe des Tages in seiner Juli-Bilanz bekannt.Zum Monatsende wird es am Donnerstag in Deutschland noch einmal richtig heiß. Die Meteorologen erwarten im Tagesverlauf bis zu 39 Grad – das dürfte der Spitzenwert in der aktuellen Hitzewelle werden. Ein Rekord wie Ende Juni wird nicht erwartet. Allerdings drohen wieder heftige Gewitter.Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 sei der Juli wärmer gewesen, hieß es. „Nach derzeitigem Stand und unter Berücksichtigung der aktuellen Prognosen wird sich der Monat voraussichtlich unter den 10 wärmsten Juli-Monaten einreihen.“ Den bislang wärmsten Juli gab es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 2006 mit im Mittel 22 Grad. Im vergangenen Jahr lag der Wert bei 18,4 Grad. In der Referenzperiode lag das Juli-Mittel bei 16,9 Grad.Bereits der Juni 2026 war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste Juni gewesen, den es jemals gab. Die Temperatur habe im Mittel bei 19,5 Grad gelegen, teilte der DWD in einer vorläufigen Auswertung damals mit. Nur 2019 sei es mit im Schnitt 19,8 Grad noch wärmer gewesen.
Niedrigwasser: Frankfurter Binnenschiffer setzen auf Lastwagen Das Niedrigwasser im Rhein bereitet auch den Frachthäfen in Frankfurt Probleme. Weil es im Rhein nicht weitergeht, hat das Logistik-Unternehmen Contargo seine Container-Transporte mit Binnenschiffen stark eingeschränkt. Stattdessen transportiert es die Waren mit Lastwagen nach Neuss oder Emmerich, wo anders als auf dem Mittelrhein noch Containerschiffe fahren können.
München verlängert Bewässerungsverbot nichtDie bis einschließlich 1. August dauernde Allgemeinverfügung zur Wassernutzung in München wird nicht verlängert. Das teilten die Stadtwerke und Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) mit. Der Wasserverbrauch sei gesunken. Zwar dürfte es angesichts der erneuten Hitzewelle weitere Verbrauchsspitzen geben, die aber durch die anstehenden Sommerferien und einen damit verbundenen Rückgang abgefedert werden dürften, hieß es.Aufgrund der langen Trockenheit und des hohen Wasserverbrauches hat die Stadt Mitte Juli ein Bewässerungsverbot erlassen. Das bedeutet unter anderem, dass Gartenpflanzen und Rasen nicht mehr gegossen und private Pools nicht mehr befüllt werden dürften. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Nationaler Waldbrand-Notstand in Spanien zu EndeIm Zuge der Entspannung bei den verheerenden Waldbränden rund um Madrid hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben. Angesichts einer neuen Hitzewelle mit extremen Temperaturen rief er die Bevölkerung zugleich zu besonderer Vorsicht auf. Mehrere der schwersten Brände seien durch Unachtsamkeit verursacht worden. „Solche Handlungen werden nicht ungestraft bleiben“, betonte Sánchez bei einem Besuch des Einsatzkommandos im Ort Navaluenga in der Provinz Ávila rund hundert Kilometer westlich der Hauptstadt.Die drei Brände in der Sierra Oeste im Westen der Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt oder völlig unter Kontrolle und breiten sich nicht mehr aus. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen, von denen insgesamt rund 90.000 Menschen betroffen waren, sind dort aufgehoben.
Niedrigwasser am Rhein nähert sich RekordtiefWegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit sinken die Wasserstände des Rheins weiter und nähern sich historischen Tiefstwerten. Am wichtigen Nadelöhr Kaub in Rheinland-Pfalz lag der Pegelstand am Donnerstag nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bei 29 Zentimetern. Bis Montag könnte der Wert auf 26 Zentimeter fallen, teilte die Behörde mit. Damit bliebe der Pegel jedoch knapp über dem bisherigen Rekordtief von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Trotz der schwierigen Bedingungen wird die Frachtschifffahrt auf dem Fluss fortgesetzt. Um voll beladen fahren zu können, benötigen Schiffe in Kaub in der Regel einen Pegel von 1,50 Metern. Der Pegelstand ist ein Referenzwert für die Schifffahrt, der Rhein ist in Kaub tatsächlich noch gut einen Meter tiefer.Das Niedrigwasser zwingt die Binnenschiffer dazu, ihre Frachter nur noch teilweise zu beladen. Aktuell seien die Schiffe nur zu etwa 20 Prozent ausgelastet, sagte Roberto Spranzi, Vorstand der Schifffahrtsgenossenschaft DTG, die rund 100 Frachtschiffe betreibt. Um die üblichen Frachtmengen zu transportieren, würden derzeit vier- bis fünfmal so viele Schiffe benötigt. Das treibt die Kosten für die ohnehin um eine Erholung ringende deutsche Industrie in die Höhe: Rohstoffhändlern zufolge stiegen die Preise für den Transport mit Tank-Binnenschiffen von Rotterdam nach Karlsruhe am Donnerstag auf 145 bis 150 Euro pro Tonne. Ende Juni hatten sie noch bei 45 Euro gelegen.
Größtes Sturmrisiko im Raum HannoverAuf die Hitzewelle folgt laut Deutschem Wetterdienst am Nachmittag eine Kaltfront mit großem Sturmrisiko für den Raum Hannover. Das Tief nähere sich von Westen und entwickele sich heute zu einer markanten Sturmfront, teilte der DWD mit. Abseits von Schauern und Gewittern müsse verbreitet mit stürmischen Böen und Sturmböen gerechnet werden. Zusätzlich erwarten die Meteorologen, dass sich im Norden und Nordwesten eine Gewitterlinie ausbildet, die sich von Nordrhein-Westfalen und Nordhessen über Südniedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Rügen verlagert. „Innerhalb dieser Linie sind schwere Sturmböen bis hin zu einzelnen Orkanböen möglich“, sagte Christian Herold von der DWD-Wettervorhersagezentrale.Insbesondere der Raum Hannover liegt nach der Prognose im Bereich des größten Sturmrisikos. An der Grenze zu Südniedersachsen werde die Sturmfront gegen 15.00 Uhr erwartet, die Region Hannover müsse sich ab etwa 16.00 Uhr darauf einstellen. Zudem soll es sich spürbar abkühlen.
Das Lösch-ParadoxDie Behörden, die Planer und die Einsatzkräfte löschen mehr, unterdrücken mehr Feuer, sind besser organisiert, sie nutzen nachweislich auch mehr Löschflugzeuge und Löschfahrzeuge, schreibt mein Kollege Joachim Müller-Jung. Und doch fliegen ihnen im zweiten Rekordjahr in Folge die Flammen förmlich um die Ohren:
Die Clooneys fliehen vor den Waldbränden in SüdfrankreichDie Brände im Süden Frankreichs haben auch George Clooney und seine Familie vertrieben. Der Hollywoodstar, der mit seiner Ehefrau Amal sowie den neun Jahre alten Zwillingen Ella und Alexander seit dem vergangenen Jahr bei Brignoles lebt, musste seine Farm in der ländlichen Region im Hinterland der Côte d’Azur zumindest vorübergehend verlassen. „Wir wissen nicht, ob unser wunderschönes Zuhause diese fürchterliche Zeit übersteht. Aber unabhängig von dem, was passiert: Wir sind Teil des Dorfes und werden zurück sein, um es zu heilen“, schrieb Clooney an Bürgermeister Didier Brémond. Der 64 Jahre alte Oscar-Preisträger („Syriana“) hatte Los Angeles im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt, um seine Kinder fernab von der Filmindustrie aufwachsen zu lassen. Wie Clooney der Zeitschrift „Esquire“ sagte, wollte er Ella und Alexander Erfahrungen mit Paparazzi sowie Vergleiche mit den Kindern anderer Prominenter ersparen.
Zwei Hunde bei Hitze aus Auto befreitPolizeibeamte haben zwei Hunde aus einem überhitzten Auto in Niederbayern gerettet. Der Wagen war am Mittwochnachmittag auf einer Rastanlage in Passau geparkt, wo den Beamten die bereits gesundheitlich angeschlagenen Tiere auffielen, wie die Polizei mitteilte. Die Polizisten hätten die Seitenscheibe eingeschlagen, die Hunde mit Wasser versorgt und dann einem Tierheim übergeben. Gegen die 25 und 43 Jahre alten Hundehalter sei ein Ermittlungsverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet worden.Die Polizei warnt eindringlich davor, Kinder und Hunde auch nur kurzzeitig in abgestellten Fahrzeugen zu lassen. Bei höheren Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung könnten schon nach wenigen Minuten Werte von mehr als 40 Grad im Innenraum erreicht werden, hieß es in einer Mitteilung.
Wo sollten Klimaanlagen eingebaut werden?Christine Lemaitre führt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Mein Kollege Jan Hauser hat mit ihr über die richtigen Baumaterialien, unnötige Gebäudetechnik und den Sinn teurer Sanierungen gesprochen:
18.700 ADAC-Einsätze in Rheinland-Pfalz im SommerWegen der hohen Temperaturen bleiben nach Angaben des ADAC in Rheinland-Pfalz aktuell mehr Autos liegen als sonst. Im Juni und Juli sei die Straßenwacht zu über 18.700 Einsätzen im Bundesland ausgerückt, teilte der ADAC Mitteilrhein mit. Das seien fast 5 Prozent mehr Fahrten als im gleichen Zeitraum 2025 gewesen.Defekte in der Kühlung und Klimaanlage kommen demnach im Sommer in etwa doppelt so häufig vor wie im Rest des Jahres: Sie machen laut ADAC rund 13 Prozent der Sommer-Pannen aus. Das liege zum einen natürlich daran, dass Klimaanlagen häufiger genutzt würden, wenn es draußen warm sei. Der Klimakompressor müsse besonders bei Hitze aber auch deutlich mehr leisten. „Passiert dies über einen längeren Zeitraum – etwa bei längeren Fahrten – kann ein älterer Kompressor überlastet ausfallen“, so der ADAC.Die Hauptursache bei Pannen ist aber auch im Hochsommer die Batterie, bei bundesweit über 40 Prozent aller Einsätze ist sie der Auslöser. Motor-Probleme landen den Angaben zufolge mit etwa einem Viertel auf Platz zwei.
Neue Brände und Evakuierungen in SpanienDrei neue Waldbrände halten die Feuerwehren in Spanien in Atem. Die Feuer seien im Nordwesten des Landes in der Provinz León ausgebrochen, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Rund 300 Bewohner aus der Umgebung der Ortschaft San Cipriano hätten ihre Häuser verlassen müssen. Sie seien vorübergehend in Schulen und Turnhallen untergebracht worden.Rund 180 Kilometer südwestlich war zuvor bereits ein weiterer Brand in einem Naturpark in der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal ausgebrochen. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner wurden bis Donnerstagmorgen zwölf Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt, meldete der Rundfunk. Rund 1000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit. León und Zamora, beide in der Region Kastilien-León gelegen, hatten schon im vergangenen Jahr schwere Brände erlebt, die Zehntausende Hektar Wald und Buschland zerstörten. Die neuen Feuer fallen mit der vierten Hitzewelle des Jahres zusammen, die mindestens bis Sonntag anhalten soll. Temperaturen von mehr als 40 Grad und starker Wind erschweren vielerorts die Löscharbeiten. Im benachbarten Portugal sind auch mehrere Brände aktiv.
Weiter Vorsicht in FrankreichWeitere 84.000 Menschen an der französischen Atlantikküste können in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohnerinnen und Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause zurück. Da die Waldbrände noch nicht vollkommen unter Kontrolle sind, wurden die Menschen allerdings aufgefordert, ihre Mobiltelefone für mögliche Anweisungen der Behörden eingeschaltet zu lassen und für eine mögliche abermalige Evakuierung vorbereitet zu bleiben. Insgesamt 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren.Außerdem werde in der betroffenen Region bei Bordeaux die seit Tagen gesperrte wichtige Autobahn A63 ab 14 Uhr wieder in beide Richtungen für den Verkehr freigegeben, kündigte die Präfektin an.Wie der regionale Feuerwehrkommandant, Matthieu Jomain, zuvor erklärt hatte, entwickele sich die Lage positiv, aber man müsse weiterhin vorsichtig bleiben. Er berichtete, dass „die Nacht sehr ruhig verlaufen ist“, wobei die Brandfläche weiterhin bei 42.000 Hektar liege, „aber dennoch sechs neue Brandherde bekämpft wurden“. Regenfälle in der Region erleichterten die Löscharbeiten der Feuerwehr.