FAZ 27.03.2026
13:53 Uhr

Helaba-Gewinnrückgang: Aufholpotenzial im Immobilienrisiko


2026 wird für die Landesbank Hessen-Thüringen ein Übergangsjahr. Wie realistisch ist es, dass darauf wie vom Helaba-Vorstand prognostiziert ein starker Gewinnanstieg folgt?

Helaba-Gewinnrückgang: Aufholpotenzial im Immobilienrisiko

Während die heimischen Wettbewerber Deutsche Bank, DZ Bank und Commerzbank im Jahr 2025 Rekordergebnisse einfuhren, musste die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), nach drei Rekordjahren einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Auch den größeren Konkurrenten in der Sparkassengruppe, der Bayern LB und der LBBW, ist die Helaba nicht näher gekommen, während die kleine Nord LB ihr auf die Fersen rückt. Und wenn Bankchef Thomas Groß mit seiner Prognose recht behält, wird sich die Helaba 2026 mit einem weiteren Gewinnrückgang noch weiter von seinem Ziel „mittelfristig eine Milliarde Euro Vorsteuergewinn“ entfernen. Die Helaba steckt also in einem Übergangsjahr, auf das dann ein deutlicher Gewinnanstieg folgen soll. Doch woher könnte der kommen? Natürlich schielt die Helaba wie auch Deutsche und DZ Bank auf Firmenkunden der Commerzbank, die sich wegen der drohenden Übernahme durch Unicredit dort nicht gut betreut fühlen könnten. Die Tochtergesellschaften Frankfurter Sparkasse und Bankgesellschaft wirken zudem gut in Schuss. Aber besonderes Aufholpotential könnte ausgerechnet im Immobiliengeschäft liegen. Dort ist sage und schreibe nahezu jeder zehnte Kredit am Wackeln. Aber, und das ist wohl entscheidend, der Risikovorsorgebedarf nimmt ab. Womöglich hat die Helaba schon die hohen Risiken gerade in US-Büros ausreichend abgeschirmt, die manche Wettbewerber womöglich erst noch treffen werden.