FAZ 18.08.2026
17:09 Uhr

Hälfte der Fälle endet tödlich: Schon mehr als 5000 bestätigte Ebola-Fälle in Kongo


Die Zahl der an Ebola erkrankten Personen in Kongo steigt immer weiter, wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilt. Gegen den Erreger gibt es weder Impfstoff noch Therapie.

Hälfte der Fälle endet tödlich: Schon mehr als 5000 bestätigte Ebola-Fälle in Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo sind seit dem Ebola-Ausbruch Mitte Mai mehr als 5000 Menschen an dem gefährlichen Fieber erkrankt.  Das teilte das Regionalbüro Afrika der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit. Demnach wurden seit Mai 5021 Menschen als infiziert gemeldet. Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden sind 2378 Patienten an der hochsteckenden Infektionskrankheit gestorben. Das entspricht einer Sterbefallquote von 47,4 Prozent. Mehr als 1000 Patienten gelten als genesen. Mit dem aktuellen Ausbruch tritt Ebola schon zum siebzehnten Mal in dem zentralafrikanischen Land auf. Ausbruch womöglich schon im Februar begonnen Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC wies darauf hin, dass die Zahl der Fälle zu diesem Zeitpunkt noch höher hätte sein können. Studien deuteten darauf hin, dass der Ausbruch etwa im Februar begann, sagte Direktor Jean Kaseya im jüngsten Bericht der Behörde. „Wir haben keine Ahnung, was zwischen Februar und Mai passiert ist.“ Alle Daten zu Fallzahlen umfassten lediglich die Zeit von Mai an. „Wir behaupten nicht, dass diese Daten korrekt sind“, sagte Kaseya. Hinzu kommt: Fast zwei Drittel der bestätigten Ebola-Todesfälle werden nicht in Krankenhäusern und Isolierstationen verzeichnet, sondern aus Dörfern und Gemeinden gemeldet. Solange Erkrankte mit Symptomen nicht isoliert sind, können sie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Schweiß oder Speichel die Krankheit übertragen, etwa beim Waschen eines Patienten oder beim Essen. Schon vor Wochen hatte Africa CDC gewarnt, dass womöglich nicht alle Krankheitsfälle den Behörden gemeldet würden. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Angesichts der Schwere des Ausbruchs soll zudem abgeklärt werden, ob der Erreger womöglich mutiert ist.