Der mutmaßliche Mörder der englischen Politikerin Ann Widdecombe wird nun auch wegen der Vorbereitung eines Terrorakts gegen Nigel Farage angeklagt, den Anführer der rechtspopulistischen Partei Reform UK. Die britische Innenministerin Shabana Mahmood drückte Farage und seiner Familie ihr Mitgefühl aus. In einem Beitrag auf der Plattform X am Freitagabend gab sie an, ein Angriff auf einen Politiker sei „ein Angriff auf uns alle“. Der Fall werfe ernste Fragen zur Sicherheit „jener auf, die im öffentlichen Leben stehen“. Widdecombe war am 9. Juli in ihrem Haus in Devon erschlagen worden. Sie gehörte mehr als zwei Jahrzehnte lang für die Partei der Konservativen dem Unterhaus an. Vor drei Jahren trat sie der Partei Farages. Schon kurz nach ihrem gewaltsamen Tod hatte der Anführer von Reform UK Verbindungen zwischen der Bluttat und Bedrohungen gegen ihn selbst gezogen. Das Thema seines Schutzes erhielt weitere Brisanz dadurch, dass zu jener Zeit bekannt wurde, dass ein privater Spender ihm fünf Millionen Pfund (rund 5,75 Millionen Euro) überwiesen hatte. Den Betrag deklarierte Farage nicht als Spende, da er seinen Angaben nach allein dem Zweck dienen solle, die Kosten seiner persönlichen Sicherheit zu tragen. Der mutmaßliche Täter schweigt Die Anti-Terror-Einheit der Polizei, welche nach Widdecombes Tod die Ermittlungen führte, nahm im Juli den 28 Jahre alten Joshua K. aus dem nordenglischen Rotherham als mutmaßlichen Täter fest. Ihm wird vorgeworfen, sein Opfer mit mehr als 20 Hammerschlägen getötet zu haben. K. sitzt seither in Untersuchungshaft, und hat bei seiner Vorführung vor den Haftrichtern (Magistrates Court) keinerlei Angaben zu den Motiven oder dem Hergang seiner Tat gemacht. Nächsten Mittwoch soll er zudem wegen der Vorbereitung einer Terrortat unter Anklage gestellt werden. Die stellvertretende Leiterin der polizeilichen Spezialeinheit Vicky Evans sagte, die neue Anklage gegen Kerry sei das Resultat „sehr intensiver und vielfältiger Ermittlungen“. Das gesamte Netzwerk der Anti-Terror-Einheiten sei eingebunden gewesen. Man habe „vielfältige Spuren verfolgt“. Die Ermittler bestätigten nicht, ob die neuen Vorwürfe gegen K. mit einem Brandanschlag in Zusammenhang stehen, der im vergangenen Jahr gegen den privaten Wohnsitz Farages in London verübt wurde. Damals wurde der Angriff von der Polizei als „versuchter Einbruch“ bewertet. Im Zuge der Ermittlungen nach dem Tod Ann Widdecombes griff die Anti-Terror-Polizei jedoch auch Nachforschungen zu diesem Vorfall wieder auf. Der stellvertretende Reform UK Vorsitzende, Richard Tice, sagte am Samstag, seinem Eindruck nach werde der Bedrohung von Politikern nicht nur seiner Partei inzwischen mit größerer Aufmerksamkeit begegnet. Auch sein Leben habe sich in den vergangenen Monaten dadurch verändert. Öffentliche Auftritte müssten nun sorgfältiger vorbereitet werden.
