FAZ 15.05.2026
09:16 Uhr

Gipfel USa-China: Trump meint, „viel Gutes“ erreicht zu haben


Donald Trump reckt bei der Abreise die geballte Faust. Doch nicht jeder Plan der USA ging auf. Auf die Warnungen Präsident Xi Jinpings bezüglich Taiwans ging der US-Präsident nicht ein.

Gipfel USa-China: Trump meint, „viel Gutes“ erreicht zu haben

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Besuch in China nach eigenem Bekunden „fantastische Handelsabkommen“ mit der Volksrepublik abgeschlossen. Unter anderem habe der chinesische Präsident Xi Jinping dem Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen zugestimmt, sagte Trump am Freitag in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender Fox News. Xi äußerte nach Trumps Darstellung zudem die Bereitschaft, bei der Öffnung der von Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus zu helfen. Bei seinem Besuch in China sei „viel Gutes“ erreicht worden, sagte Trump bei einem Gang durch die Gärten von Zhongnanhai nahe der sogenannten Verbotenen Stadt in Peking. Dies sei „großartig für beide Länder“. Trump hält sich seit Mittwoch zu einem mehrtägigen Besuch in China auf. Vor seinem Abflug aus den USA hatte er den Handel zwischen beiden Ländern als Schwerpunkt der Reise bezeichnet. In einem Interview mit Fox News sagte Trump nun, China habe Interesse am Kauf von Erdöl aus den Vereinigten Staaten bekundet. Die Volksrepublik hatte kleinere Mengen Öl aus den Vereinigten Staaten eingeführt, bevor Trump im vergangenen Jahr Zölle verhängte. China ist ein wichtiger Abnehmer von Erdöl aus Iran. Leichte Entspannung im Handelsstreit? Laut Trump bekundete China auch Interesse an der Einfuhr von Sojabohnen aus den USA. Im Handelsstreit mit den USA hatte China die Einfuhr von Sojabohnen stark zurückgefahren und wandte sich stattdessen vermehrt Brasilien zu. Zudem stimmte Staatschef Xi laut Trump dem Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen zu. Der US-Präsident sagte dazu, dies werde viele Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten sichern. Fox News zufolge geht es um Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737. Die Investmentfirma Jefferies war im Vorfeld von bis zu 500 zusätzlichen Flugzeugen für China ausgegangen. An der Wall Street gab der Aktienkurs von Boeing deshalb zeitweise um mehr als vier Prozent nach. Im Handelsstreit mit China um Trumps Sonderzölle hatte Boeing im vergangenen Jahr zunächst angegeben, die Volksrepublik habe die Annahme neuer Maschinen verweigert. Später lieferte der US-Konzern aber wieder Flugzeuge nach China aus. Einig, wenn es um die Waffenruhe in Iran geht Nach den Worten von Trump stellte China auch Hilfe bei der Öffnung der Straße von Hormus für Öl- und Gastransporte in Aussicht. In dem Interview mit Fox News sagte er laut vorab verbreiteten Auszügen, Xi habe ihm mit Blick auf die Meerenge zugesichert: „Wenn ich in irgendeiner Weise helfen kann, würde ich gerne helfen.“ Die Straße von Hormus ist von Teheran seit Beginn des Irankriegs weitgehend blockiert. Das US-Militär sperrt seinerseits die iranischen Häfen an der Schifffahrtsstraße. Das chinesische Außenministerium rief zu einer schnellstmöglichen „umfassenden und dauerhaften“ Waffenruhe im Irankrieg auf. Zudem sollten die Schifffahrtswege „so schnell wie möglich“ wieder freigegeben werden. China als wichtiger Abnehmer iranischen Öls dringt auf eine rasche Öffnung der Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte verläuft. Am Donnerstag hatte die Taiwan-Frage das Gipfeltreffen von Trump und Xi geprägt. Wenn diese „falsch gehandhabt“ werde, könnten China und die USA „sogar in einen Konflikt geraten“, sagte Xi. Darauf ging Trump zunächst nicht ein. Weitere Themen waren an diesem Tag der Iran- und der Ukraine-Krieg sowie der Handel. Am Freitagmorgen deutscher Zeit machte sich Trump wieder auf den Rückweg in die USA. Der Republikaner stieg auf dem Hauptstadtflughafen in Peking in die Air Force One und reckte zur Verabschiedung noch eine geballte Faust in die Luft.