FAZ 28.03.2026
16:00 Uhr

„Generation Deutschland“: AfD-Jugend gründet hessischen Landesverband


In Fulda wird ein Landesverband der „Generation Deutschland“ gegründet und Nafiur Rahman sein Vorsitzender. Die Proteste vor dem Versammlungslokal bleiben friedlich – und überschaubar.

„Generation Deutschland“: AfD-Jugend gründet hessischen Landesverband

Jetzt hat auch Hessen einen Landesverband der „Generation Deutschland“ (GD): Am Samstag ist in Fulda die regionale Organisation der AfD-Jugend gegründet und der 27 Jahre alte Nafiur Rahman zu ihrem ersten Vorsitzenden gewählt worden. Während im Saal im Stadtteil Johannesberg 50 Delegierte tagten, protestierten vor dem Bürgerhaus laut Polizei ungefähr 1000 Menschen gegen AfD und GD. Im Gegensatz zur Gründung des Bundesverbands der Generation Deutschland im November in Gießen, bei dem es zu Auseinandersetzungen von Demonstranten und Polizei gekommen war, ist in Fulda alles friedlich geblieben. War es in Gießen noch zu Blockaden von Zufahrtsstraßen gekommen, um die Mitglieder der Jung-AfD an der Teilnahme an der Versammlung zu hindern, hat das Treffen am Samstag in Fulda pünktlich begonnen. Nach Angaben der Polizei ist alles ruhig verlaufen. So hatte es der Organisator der Kundgebung, der Verein „Fulda stellt sich quer“, angekündigt und sich erhofft. Zunächst hatte es einen Demonstrationszug zum Versammlungsort gegeben, an dem sich rund 500 Menschen beteiligten, dann trafen sich laut Polizei um die 1000 Menschen vor dem Bürgerhaus. Die Veranstalter nannten später im Gegensatz dazu und zum Augenschein eine Zahl von bis zu 2000 Teilnehmern. Ruhige Versammlung, ruhiger Protest Die Gründungsversammlung selbst verlief betont sachlich und gemäßigt. Jean-Pascal Hohm, der Bundesvorsitzende der GD sprach von einer „Erfolgsgeschichte“ der neuen AfD-Jugendorganisation, die in Hessen nun ihren 15. Landesverband gründe – nur Baden-Württemberg fehle noch. Die GD solle bei aller Loyalität zur Mutterpartei zum „Innovationsmotor“ der AfD werden, aber in der Gesellschaft verwurzelt sein: „Bleibt normal“. AfD-Landessprecher Robert Lambrou forderte die GD dazu auf, mit „jungen Menschen Ansprechpartner für andere junge Menschen“ zu sein. Nafiur Rahman, einziger Bewerber für das Amt des Landesvorsitzenden, sprach in seiner Vorstellungsrede von Hessen als dem „wachstumsstärksten Bundesland“ der GD, wobei allerdings mit laut Mutterpartei 170 Mitgliedern in Hessen die Zahl noch überschaubar ist. Rahman, Ingenieur mit familiären Wurzeln in Bengalen, gehört auch dem Bundesvorstand der Generation Deutschland an, kommunalpolitisch engagiert er sich in seiner Heimatstadt Bad Vilbel. Dort ist er Stadtverordneter und Mitglied des Kreistags des Wetteraukreises. Seine Wahl war Formsache: 47 der 50 Delegierten stimmten für Rahman. Zu seinem Stellvertreter wurde der Landtagsabgeordnete Pascal Schleich aus dem Vogelsberg gewählt. „Mehr als zufrieden“ mit dem Verlauf der Gegendemonstration zeigte sich Andreas Goerke vom Verein „Fulda stellt sich quer“, der von bis zu 2000 Teilnehmern sprach. Der Verein hatte die Kundgebung angemeldet und dabei noch eine etwas höhere Teilnehmerzahl genannt. Allerdings schwand die Zahl der Teilnehmer nach der Auftaktkundgebung im Schneeregen deutlich. Hinter dem Verein hatte sich ein Bündnis von 90 Personen und Organisationen versammelt, von der Partei Die Linke bis hin zu katholischen Jugendorganisationen. Die Generation Deutschland ist die Nachfolgeorganisation der „Jungen Alternative“. Diese hatte der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. Im Frühjahr hatte sich die Organisation aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Die „Generation Deutschland“ ist im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin in die Parteistrukturen der AfD eingebunden.