Die katalanische Polizei hat am Dienstag den ältesten Sohn des Gründers des Modekonzerns Mango wegen Verdachts auf Totschlag in seinem Wohnhaus vorübergehend festgenommen. Der 71 Jahre alte Milliardär Isak Andic war im Dezember bei einer Bergwanderung mit seinem Sohn Jonathan in der Nähe des Montserrat-Klosters in den Tod gestürzt. Zunächst waren die Ermittler von einem Unfall ausgegangen. Der Wanderweg war vom Regen durchweicht. Doch später ergaben sich Widersprüche bei der Aussage seines Sohns Jonathan, der mit seinem Vater gestritten haben soll, wie dessen Lebenspartnerin angab. Jonathan Andic soll in der Nähe seines Vaters gewesen sein, als dieser in den Tod stürzte. Zuvor hatte er angegeben, er sei ihm ein Stück vorausgegangen. Die Familie Andic hatte sich überzeugt gezeigt, dass sich die Unschuld von Jonathan erweisen werde. Er habe eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet. Gegen Andic wird offenbar wegen des Vorwurfs des Totschlags ermittelt. Laut der Zeitung „La Vanguardia“ schürte „das Fehlen von Defensivverletzungen Zweifel an einem Sturz“. Demnach fanden die Ermittler keine Wunden an Händen oder Unterarmen, die mit einem instinktiven Versuch vereinbar waren, sich zu schützen. Nach einem Gerichtstermin in Martorell bei Barcelona kam Jonathan Andic am Dienstag gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Euro unter Auflagen frei. Jonathan Andic war schon länger Chef der Linie Mango Man und gehörte wie seine beiden Schwestern dem Verwaltungsrat an. CEO ist seit 2020 Toni Ruíz. Die Ermittlungen zeigten angeblich, dass es zwischen Vater und Sohn zu Konflikten wegen Jonathans Rolle in der Unternehmensführung gekommen sein soll. Mango betreibt mehr als 800 Filialen und mehr als 2000 Verkaufsstellen. Isak Andic wurde 1953 als Sohn einer jüdischen Familie in Istanbul geboren, die 1969 nach Spanien auswanderte. Laut „Forbes“ war der Selfmadeunternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 4,5 Milliarden Euro der reichste Mann Kataloniens. Nach seinem Tod soll es zu einem Erbstreit zwischen seinen Kindern und seiner Frau gekommen sein.
