FAZ 19.09.2026
11:33 Uhr

Familientipp: Riesige Murmelbahn aus Holz


Die Holzkugelbahn im Wald bei Weilrod im Taunus ist ein gutes Ziel für eine Wanderung mit Kindern. Wer will, kann nebenan auch Minigolf spielen.

Familientipp: Riesige Murmelbahn aus Holz

Wer eine Holzkugel kullern lassen will, braucht eine Zwei-Euro-Münze oder Finderglück. Der rote Automat steht am Fuß der Holzkugelbahn. Ist das Geldstück in den Schlitz gesteckt und der Metallknauf gedreht, plumpst kein Kaugummi herunter, sondern eine Kugel aus hellem Holz, die etwas größer ist als ein Golfball. Manchmal bekommt man die auch ohne Bargeld. Dann liegt eine Kugel in der Nähe der Holzkugelbahn auf dem Waldboden, die ein anderer Besucher verloren hat. Damit ausgestattet, müssen die Ausflügler, die es nach Neuweilnau im Taunus verschlagen hat, erst einmal ein Stück bergauf steigen. Denn die Bahn ist natürlich abschüssig, damit die Kugeln rollen. Auch sie selbst besteht aus Holz, genauer gesagt vor allem aus Baumstämmen, in die Rinnen und Tunnel geschnitten sind. Das sieht aus wie eine überdimensionale Murmelbahn und funktioniert auch genau so. Ganz oben wird die Kugel losgelassen, dann sucht sie sich klackernd den Weg ins Tal. Bis sie unten angekommen ist, dauert es keine Minute. Es sei denn, die Murmel aus Holz fliegt aus der Bahn. Das kann an einer Stelle besonders schnell passieren: Dort muss ein aufgesetztes Plastikrohr in passender Position gehalten und dann so gekippt werden, dass die Kugel weiterrollen kann. Eine Minigolfbahn liegt gleich nebenan Die Kugelbahn war vor einiger Zeit ein Projekt der Gemeinde Weilrod, zu der Neuweilnau gehört. Für die Bahn allein lohnt der Ausflug ins Weiltal nicht, aber um einer Wanderung mit kleineren Kindern ein Ziel zu geben, ist sie durchaus attraktiv. Vielleicht kommen die Mädchen und Jungen dann auch auf die Idee, die Zeit zu stoppen, wie lange ihre jeweilige Kugel braucht. So wie es an den Rutschen in manchen Schwimmbädern mit automatischer Anzeige geschieht. Bei der Bahn gibt es keinerlei Elektronik, fast alles daran ist aus Naturmaterial, das im Wald gewachsen ist: Bäumen eben. Wer möchte, kann vor oder nach dem Kullernlassen noch Minigolf spielen. Das geht direkt nebenan auf einem Platz, den es schon seit 1964 gibt und der vor wenigen Jahren renoviert worden ist. Außer den beiden Anlagen am Talweg betreibt der Pächter dort auch die Gaststätte „Zum Louis“ mit regionalen und saisonalen Speisen.