FAZ 21.09.2026
09:27 Uhr

Deutsche Bahn: Modernisierung des Knotens Stadion liegt im Zeitplan


Beim Ausbau des Bahnknotens Frankfurt-Stadion beginnt die nächste Phase. Noch sechs Jahre sollen die Bagger rollen, parallel fahren auch die Züge immer weiter.

Deutsche Bahn: Modernisierung des Knotens Stadion liegt im Zeitplan

Wer mit dem Zug von Mainz, Mannheim oder Köln nach Frankfurt fährt, soll künftig schneller am Hauptbahnhof ankommen. Dafür baut die Deutsche Bahn den Knoten Frankfurt-Stadion aus. Am Tag der Schiene zeigte Projektleiter Marcel Poths interessierten Bürgern und Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) die Baustelle. Bisher liegt das Projekt im Zeitplan, und alles wird für den 23. Oktober vorbereitet. Dann geht das Projekt in die nächste entscheidende Phase. Am Ende, 2032, sollen zwei weitere Gleise zwischen dem Bahnhof Stadion und dem Hauptbahnhof liegen. Zwei Gleise nur für die ICE-Züge. Noch liegt keines der Gleise. Aber die Voraussetzungen werden geschaffen. „Das passiert alles unter rollenden Rädern. Hier fahren immer Züge entlang“, sagte Poths. Die bestehenden vier Gleise, zwei für die S-Bahn und zwei, die sich Fern-, Regional- und Güterverkehr teilen, wurden nacheinander auf dem Bahndamm einige Meter Richtung Westen versetzt. Die eingleisige Forsthauskurve, die von Niederrad in Richtung Stadtwald führt, wurde ebenfalls verlegt. Nun ist östlich der bestehenden Gleise genug Platz, um den Damm für die ICE-Gleise zu erweitern. Die Betonbrücke über die Golfstraße wurde neu gebaut und vergrößert. „Am Ende bauen wir funktional“, sagte Poths und zeigte auf die Brücke. „Für Optik gibt es kein Geld.“ Graffitikünstler seien aber beauftragt worden, die Brücke künstlerisch zu gestalten. Strecke im Oktober teilweise gesperrt Sportfeld, Niederrad, Golfstraße: Projektleiter Poths kennt das nicht erst, seitdem er Projektleiter ist. Er ist in Zeppelinheim aufgewachsen. „Ich bin mit der S-Bahn gefahren, hier bin ich mit dem Fahrrad zur Schule gefahren, hier bin ich mit meinen Eltern spazieren gegangen“, berichtete er. Das helfe ihm heute, wenn er die Baustelle koordiniere. Da die neuen ICE-Gleise parallel zu den bestehenden vier Gleisen Richtung Stadion verlaufen, werden sie die Forsthauskurve kreuzen, die Richtung Stadtwald führt. Dafür muss der Bahndamm der Kurve an einer Stelle durch eine Brücke ersetzt werden, unter dieser fahren die ICE-Züge künftig hindurch. Die Brücke wird derzeit unmittelbar neben ihrem späteren Standort zusammengebaut. Zwischen dem 23. Oktober und 2. November wird die Kurve dann gesperrt, der Damm abgetragen und die Brücke an ihren Standort geschoben. Im selben Zeitraum werden auch zwei der vier Bestandsgleise gesperrt. Denn sie liegen noch auf einer Hilfsbrücke, die über die Golfstraße führt. Direkt darunter liegt bereits die fertiggestellte Betonbrücke, auf die die Gleise dann gesetzt werden. Bis die neuen ICE-Gleise verlegt werden können, fehlt vom 2. November an noch der fertige Bahndamm und eine neue Mainbrücke. Diese soll 2028 an ihren Platz geschoben werden. Mansoori lobte die Arbeit an der Baustelle: „Das ist eine Operation am offenen Herzen.“ Die Baustelle zeige, dass ein Infrastrukturprojekt auch gut laufen könne. Aber er mahnt an: „Bei der Modernisierung unseres Landes müssen wir schneller werden.“ Die Landesregierung unterstütze die Bundesregierung bei jedem Vorhaben, das dabei helfe. „Wir wären 2029 fertig“, sagt Projektleiter Poths, „wenn wir nicht noch die zweite Mainbrücke ersetzen müssten.“ Diese Brücke steht seit 1882, und ihr Stahl ist ermüdet. Sie wird neu gebaut, wenn die neue dritte Mainbrücke in Betrieb genommen wurde. 2032 sollen dann alle Bauarbeiter den Bahnknoten verlassen.