FAZ 03.06.2026
14:04 Uhr

Condor investiert in Frankfurt: Spatenstich für neuen Wartungshangar


Mit der neuen Halle schafft die Fluglinie Condor erstmals eigene Wartungskapazitäten für große Langstreckenflieger. Damit will das Unternehmen seine Abhängigkeit von externer Infrastruktur reduzieren.

Condor investiert in Frankfurt: Spatenstich für neuen Wartungshangar

Condor baut in Frankfurt seine technischen Kapazitäten aus: Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Fluggesellschaft in dieser Woche offiziell den Bau eines neuen Wartungshangars in der Cargo-City Süd des Frankfurter Flughafens begonnen. Die Leichtbauhalle mit rund 6400 Quadratmeter Fläche soll Anfang 2027 fertiggestellt sein und Platz für Wartungsarbeiten an einem Airbus A330 oder zwei Maschinen der A32X-Familie (A318 bis A321) bieten. Damit kann die Fluggesellschaft künftig erstmals am Hauptstandort in Frankfurt große Langstreckenmaschinen der A330er-Reihe warten, deren Flotte das Unternehmen in jüngster Vergangenheit erneuert hatte. Bislang werden dafür externe Kapazitäten zugekauft. Der neue Hangar ist „auf Basis der aktuell geltenden vertraglichen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen“ als temporäre Leichtbauhalle konzipiert. Was das genau heißt, ob es nur eine befristete Genehmigung oder gar eine Rückbaufrist gibt, weil der Hangar nur als Zwischenlösung genutzt wird, ließ das Unternehmen offen. Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam mit Spantech International SA als Hangarbauer, KAP Architektur Development, WPV Baubetreuung sowie dem Flughafenbetreiber Fraport. Hoch qualifizierte Arbeitsplätze sollen langfristig gesichert werden „Moderne Flugzeuge brauchen eine moderne technische Infrastruktur. Mit dem neuen temporären Hangar schaffen wir zusätzliche Wartungskapazitäten für unsere Flotte, stärken unsere technische Eigenkompetenz und gewinnen mehr Flexibilität am Standort Frankfurt“, sagte Heiko Holm, Technikvorstand von Condor und Managing Director der Condor Technik GmbH. Die Condor Technik GmbH ist seit 2008 als Tochter von Condor der Instandhaltungsbetrieb der Airline. Sie beschäftigt rund 450 Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München. Hintergrund der Investition ist der Flottenumbau der Ferienfluggesellschaft: Condor hat die Erneuerung der Langstreckenflotte 2024 abgeschlossen und betreibt inzwischen 18 Airbus A330 neo. Bis 2031 sollen weitere sieben dazukommen, die dann auch gewartet werden müssen. Parallel erneuert das Unternehmen seine Kurz- und Mittelstreckenflotte und erwartet bis 2029 insgesamt 43 Maschinen der A32X-neo-Familie. Mit dem Ausbau der Instandhaltungskapazitäten will Condor das Wachstum aus eigener Kraft begleiten und die technische Kompetenz festigen. Zudem sollen hoch qualifizierte Arbeitsplätze in Frankfurt langfristig gesichert werden. Condor befördert nach eigenen Angaben jährlich rund zehn Millionen Passagiere zu mehr als 70 Zielen und betreibt mit mehr als 5000 Mitarbeitern eine Flotte von rund 60 Flugzeugen. Der frühere Ferienflieger setzt seit kurzer Zeit auch auf die Langstrecke, Inlandsflüge und Geschäftsreisen. „Bleisure“, eine Kombination aus „Business“ und „Leisure“, hat Condor-Chef Peter Gerber das einmal genannt. Weil die Langstrecke nicht ohne Zubringersystem funktioniert und Lufthansa die Partnerschaft mit Condor 2021 gekündigt hatte, baut Condor dafür auch ein eigenes Zubringernetz auf.