Politischer Paukenschlag in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden: Bei der Auszählung der Kommunalwahl ist eine Vielzahl der Stimmzettel zu Unrecht für ungültig erklärt worden. In der Summe führten die notwendigen Korrekturen zu gravierenden Folgen für die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung: Die CDU verliert einen Sitz, der Lukas Haker von der Satirepartei Die Partei zugesprochen wird. Haker gehörte schon bislang der Stadtverordnetenversammlung an. Weil er zuletzt in der Grünen-Fraktion mitarbeitete, kommt das bisherige Linksbündnis aus Grünen, SPD, Linkspartei und Volt nun rechnerisch auf 41 der 81 Sitze und die knappe Mehrheit. Die CDU gewinnt 21 Mandate und verliert den einen Sitz, den sie erst nach Auszählung des 247. und damit letzten Stimmbezirks hinzugewonnen hatte. Das revidierte Ergebnis hat der Wiesbadener Wahlausschuss am Freitag auf Basis der bisherigen Prüfungen beschlossen. Bei der Ortsbeiratswahl des Briefwahlbezirks in Wiesbaden-Nordost liegen darüber hinaus so große und laut Pressestelle „nicht aufklärbare“ Unstimmigkeiten im Wahlergebnis vor, dass der Wahlausschuss empfiehlt, eine Wiederholungswahl anzuordnen. Die politischen Folgen für Wiesbaden sind noch nicht absehbar, nachdem sich die Fraktionen auf die neue Lage eingerichtet hatten, dass das Linksbündnis keine Mehrheit mehr hat und dass die CDU die neue Stadtregierung anführt. Die Abwahl von Dezernenten könnte damit vom Tisch sein.
