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08.09.2026
16:45 Uhr
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Französisches KI-Startup Mistral erhält Milliarden-Finanzspritze +++ EU genehmigt Millionen für Insulinfabrik von Sanofi +++ Deutsche Exporte sinken im Juli um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Betreiber der Preisvergleichsapp Smhaggle schlittert in die InsolvenzDie My-Valueshopping Germany GmbH aus dem hessischen Idstein hat einen Antrag gestellt, um ein Insolvenzverfahren zu starten. Der Preisvergleichsapp Smhaggle droht damit das Aus. Darüber hat als Erstes bild.de berichtet. Mithilfe der Plattform konnten Nutzerinnen und Nutzer gegen hochgeladene Kassenbons bares Geld in Form von Cashback sparen. Die Kassenbons wiederum waren die Grundlage für Preisvergleiche. Auf diese Daten hat in der Vergangenheit auch die F.A.Z. zurückgegriffen.In jüngster Vergangenheit kam es immer wieder zu Beschwerden von Nutzern über Smhaggle, manche sprachen von ausbleibenden Cashback-Zahlungen. Vor zwei Monaten schaltete Smhaggle-Chef Sven Reuter die Website nach eigenen Angaben wegen eines Hackerangriffs ab. Dieser habe ihm klargemacht, dass sein Geschäftsmodell keine Zukunft mehr habe. „Es ist mir nicht gelungen, Investoren zu gewinnen, daher habe ich vor ein paar Tagen Insolvenz angemeldet\", sagte Reuter bild.de.
EU genehmigt Millionen für Insulinfabrik von Sanofi Um die Versorgung mit Insulin zu stärken, darf Deutschland den Arzneimittelhersteller Sanofi mit 400 Millionen Euro unterstützen. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt könne damit für seine Nettokosten entschädigt werden, teilte die EU-Kommission mit. Sie prüft staatliche Beihilfen wie diese, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden.Die Sanofi-Aventis Deutschland GmbH verpflichtet sich nach Angaben der Brüsseler Behörde im Gegenzug dazu, bis Ende 2032 eine neue Insulinfabrik an ihrem Standort im Frankfurter Stadtteil Höchst aufzubauen. Dort sollen demnach bis Ende 2042 jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin hergestellt werden. Der Arzneimittelhersteller muss zudem eine Tonne pharmazeutischer Insulinwirkstoffe bevorraten und im Fall eines Engpasses bei der Insulinversorgung die europäischen Märkte bevorzugt versorgen.Ohne die Gelder würde Sanofi laut Mitteilung der EU-Kommission seinen deutschen Standort schließen. Es sei die einzige Produktionsstätte für Humaninsulin im Europäischen Wirtschaftsraum und eine von nur zwei Insulin-Produktionsstätten im Gebiet. „Da einige Produkte wie menschliches Insulin nicht mehr im EWR hergestellt würden, wäre Europa von Einfuhren aus Drittländern abhängig“, so die Behörde.Humaninsulin wird zur Behandlung von Diabetes mellitus verwendet. Die Stoffwechselstörung führt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Insulin sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Der französische Pharmakonzern Sanofi hatte 2024 angekündigt, bis 2029 rund 1,3 Milliarden Euro in den Bau einer modernen Insulinproduktionsanlage an seinem Standort in Frankfurt zu investieren. Mehrere hundert Fachkräfte sollen dort künftig arbeiten. Die Investition von Sanofi wird demnach durch die Unterstützung der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung sowie der Stadt Frankfurt ermöglicht. Das grüne Licht aus Brüssel war die letzte Hürde. Am Standort in Frankfurt arbeiteten nach Unternehmensangaben zuletzt etwa 6.500 Menschen.
Französisches KI-Startup Mistral erhält Milliarden-FinanzspritzeDer französische KI-Entwickler Mistral hat bei einer Finanzierungsrunde drei Milliarden Euro eingesammelt. Damit steige die Bewertung auf etwa 21 Milliarden Euro, teilte das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Start-up am Dienstag mit. Zu den neuen Investoren zählten der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung und der Scaleup Europe Fund der Europäischen Union (EU).Das Geld solle unter anderem zur Weiterentwicklung von KI-Modellen genutzt werden, sagte Mistral-Finanzchef Johan Bergqvist der Nachrichtenagentur Reuters. Die vor drei Jahren gegründete Firma gilt als europäische Antwort auf OpenAI und Anthropic, deren Bewertungen jedoch bei umgerechnet jeweils rund 900 Milliarden Euro liegen. Beide US-Start-ups wollen in den kommenden Monaten an der Wall Street debütieren. Für Mistral sei ein Börsengang zwar prinzipiell eine Option, der Zeitpunkt hierfür jedoch völlig offen, sagte Bergqvist. „Derzeit führen wir keine Gespräche über dieses Thema.“Mistral sei auf gutem Weg, bis Ende 2026 den jährlich wiederkehrenden Umsatz auf eine Milliarde Euro zu steigern, fügte der Manager hinzu. Die Kunden kämen nicht nur aus Europa, sondern verstärkt auch aus Asien und Nordamerika. Die Anwender können die KI-Modelle des Start-ups auf ihre eigenen Server herunterladen und an ihre jeweiligen Bedürfnisse anpassen.
Deutsche Exporte sinken überraschendDie Erfolgsserie der deutschen Exporteure ist im Juli wegen der schwächeren Nachfrage aus Europa und China gerissen. Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge sanken die Ausfuhren erstmals wieder. Sie gaben um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 138,2 Milliarden Euro nach, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Mini-Wachstum vom 0,1 Prozent gerechnet. Verglichen mit Juli 2025 zogen die Exporte aber um 6,1 Prozent an.In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli Waren im Wert von 78 Milliarden Euro und damit 1,6 Prozent weniger als im Vormonat exportiert. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro geliefert und damit 19,1 Prozent mehr als im Vormonat. Das deutsche China-Geschäft brach um 9,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro ein.Auch die Importe gingen im Juli zurück, und zwar um 5,7 Prozent zum Vormonat auf 116,9 Milliarden Euro. Die deutsche Handelsbilanz - Exporte minus Importe - wies ein Plus von 21,3 Milliarden Euro auf.Für die kommenden Monate zeichnet sich aber eine Belebung ab: Ein starkes Europageschäft und der KI-Boom lassen die deutschen Exporteure so optimistisch nach vorn blicken wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen stieg im August deutlich auf plus 9,6 Punkte, von minus 2,8 Zählern im Juli. Dies ist der höchste Wert seit Februar 2022, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Unternehmensumfrage herausfand. Damals begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es ist zugleich der kräftigste Anstieg seit mehr als sechs Jahren. „Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Digitalisierung und KI-Boom helfen demnach der heimischen Industrie, da für den Bau von Rechenzentren in vielen Bereichen deutsche Technik gefragt ist.
Stimmung in Elektroindustrie so gut wie seit 2023 nicht mehrDie Stimmung in der deutschen Elektroindustrie ist wegen der starken Auslandsnachfrage so gut wie seit über drei Jahren nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im August auf 16,0 Punkte, von 10,0 Punkten im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Mai 2023. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die Geschäftserwartungen, die deutlich optimistischer ausfielen. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen zwar etwas zurückhaltender als im Vormonat, aber weiterhin klar positiv.„Die Elektroindustrie gehört derzeit zu den wenigen Bereichen der Industrie, in denen die Geschäfte gut laufen“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Zuletzt hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt zwar ebenfalls verbessert, die Elektroindustrie war aber bereits vorher deutlich optimistischer.“ Zu der Branche gehören Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen.Getragen wird die Zuversicht vom Auslandsgeschäft: Die Exporterwartungen sprangen in dieser Branche von minus 7,6 auf plus 24,7 Punkte. Generell entwickelt sich die Auftragslage sehr gut: Die Zahl der Neuaufträge nimmt den Angaben zufolge kontinuierlich zu. Entsprechend wollen die Unternehmen ihre Produktion ausweiten und ihr Personal aufstocken. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt planen die Firmen dagegen weiterhin, Stellen abzubauen.
Rückschlag für Chemiepark LeunaDem Chemiepark Leuna droht die Schließung eines der größten Werke am wichtigsten Chemiestandort in Sachsen-Anhalt. Die Suche nach einem Investor für die insolvente Leuna Polyamid GmbH sei gescheitert, teilte das Unternehmen am Montag mit. „Mit dem heutigen Tag beginnen die Planungen für einen geordneten Abfahrbetrieb der Anlagen“, heißt es weiter. Rund 400 Arbeitsplätze sind direkt betroffen. Das Aus für Leuna Polyamid, die Vorprodukte von anderen Unternehmen am Standort bezieht, schwächt den gesamten Chemiestandort mit insgesamt mehr als 10.000 Beschäftigten.Die für September geplante Produktion werde noch umgesetzt werden, damit alle Vertragskunden die bestellte Ware erhalten, heißt es in der Mitteilung. Mit der für Anfang Oktober erwarteten Eröffnung eines Insolvenzverfahrens würden die Anlagen langsam heruntergefahren. „Anschließend werden umfangreiche Maßnahmen zum Entleeren und Reinigen der Anlagen notwendig. Hierfür werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer fachlichen Expertise und dem Engagement weiterhin gebraucht“, heißt es in der Mitteilung.Leuna Polyamid hatte das Werk Anfang April vom insolventen Betreiber Domo Caproleuna übernommen. Die Tochtergesellschaft der belgischen Domo Gruppe hatte über die Weihnachtsfeiertage überraschend Insolvenz angemeldet. Daraufhin war zunächst das Land Sachsen-Anhalt für die Finanzierung eines Notbetriebs der Anlagen eingesprungen, um die Suche nach einem Investor zu ermöglichen. Als diese erfolglos blieb, gründeten der Chemieparkbetreiber Infraleuna und das im Chemiepark ansässige Unternehmen Leuna Harze die Auffanggesellschaft Leuna Polyamid, und übernahmen den Betrieb. Im Juni stellte die Auffanggesellschaft einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung und startete erneut die Investorensuche. „Wir müssen leider akzeptieren, dass die Marktbedingungen eine auskömmliche Produktion am Standort verhindern\", teilte das Unternehmen am Montag mit. Als Grund nennt die Geschäftsführung gestiegene Rohstoffpreise „insbesondere in der Golfregion“, sowie Vorkasseforderungen von Lieferanten, die den Liquiditätsbedarf überstiegen.
Xiaomi und Huaweil präsentieren Falt-Handys vor AppleWenige Tage vor der alljährlichen Vorstellung der neuen iPhone-Generation verschärfen Xiaomi und Huawei den Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt. Die beiden chinesischen Hersteller präsentierten mit dem „18 Fold“ und dem „Mate XT2“ am Montag hochpreisige Falt-Handys. Apple wird bei der für Mittwoch geplanten Veranstaltung voraussichtlich das erste faltbare iPhone vorstellen.Das Xiaomi Fold hat im zugeklappten Zustand die Größe eines Reisepasses und kann im geöffneten Zustand drei Apps nebeneinander anzeigen. Angetrieben wird das Gerät von einem selbst entwickelten Prozessor. Die Speicherbausteine stammen vom chinesischen Spezialisten CXMT. Huawei setzt für das doppelt faltbare Mate XT2 ebenfalls auf Chips aus eigener Herstellung. Ausgeklappt erreicht der Bildschirm dieses Smartphones die Größe eines Tablets.Die Preise für die neuen Geräte beginnen bei 1540 Dollar (Xiaomi) beziehungsweise 2980 Dollar (Huawei). Beide Unternehmen betonten bei der Produktvorstellung den hohen Kostendruck durch die in den vergangenen Monaten rasant gestiegenen Preise für Speicherchips. Mit hochpreisigen Falt-Handys wollen Smartphone-Anbieter ihre Gewinnmargen verbessern. Bislang dominiert Samsung mit Modellen wie dem Galaxy Z Fold8 und dem Z Flip8 diesen kleinen, aber wachstumsstarken Markt. In China erreicht Huawei den Experten des Branchendienstes Smart Analytics Global zufolge in dieser Produktkategorie jedoch einen Marktanteil von 68 Prozent.
Markenstreit um „Twitter“ – Teilerfolg für Start-upDas Start-up Bluebird aus Virginia liegt schon länger mit Elon Musk, dem Eigentümer der Plattform X, über Kreuz. Grund dafür sind unterschiedliche Auffassungen zu den Markenrechten des früheren Netzwerks Twitter, das Musk im Jahr 2022 für 44 Milliarden US-Dollar mit weiteren Investoren gekauft und später in „X“ umbenannt hatte. Bluebird möchte sich bei den Nutzern sozialer Netzwerke etablieren und dabei neben dem alten Namen „Twitter“ auch das Verb „to tweet“ sowie einen gefiederten Vogel als Logo nutzen. Letzteres ähnelt dem früheren Twitter-Symbol.Ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware hat in der vergangenen Woche seine Entscheidung in einem vorgelagerten Verfügungsverfahren des Markenstreits getroffen. Nach aktueller Einschätzung des Gerichts wird X die Markenrechte an „Twitter“ auch in einem späteren Hauptverfahren behalten. Richter Colm Connolly erließ eine Verfügung, die Musks Unternehmen schützt, da Bluebird bestimmte Markenrechte verletzt und verwässert hat, wodurch X möglicherweise einen Schaden erleiden wird.Dennoch erreichte Bluebird zwei wichtige Erfolge. Das Start-up kann weiterhin mit seinem Logo arbeiten und das Verb „to tweet“ für das Absetzen von Nachrichten nutzen. Der Nachweis, dass X mit der Umfirmierung die „ernsthafte Nutzung“ dieser Marken eingestellt habe, werde im Hauptverfahren wohl gelingen, so Richter Connolly. Seiner Auffassung nach wurde auch hinreichend dargelegt, dass X nicht die Absicht hat, die frühere Nutzung wieder aufleben zu lassen. Zuerst berichtete „Heise“ über die Entscheidung. Der Rechtsstreit in Delaware trägt das Aktenzeichen 1:25-cv-01510-CFC.
Deutsche Unternehmen drosseln Produktion überraschendDie deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli überraschend so stark gedrosselt wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,1 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das ist das größte Minus seit August 2025, zu dem eine Delle in der Autoindustrie in den Sommerferien und Probleme mit der Rheinschifffahrt beitrugen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni revidierten Angaben zufolge eine Stagnation gegeben hatte (bisher: +0,2 Prozent).Die schwache Entwicklung geht maßgeblich auf die Automobilindustrie zurück: Hier brach die Produktion um 9,2 Prozent ein. „Ausschlaggebend dürfte unter anderem eine mehrwöchige Produktionspause sein“, erklärten die Statistiker dazu. In der Industrie insgesamt schrumpfte die Erzeugung um 2,2 Prozent. Die Bauproduktion wuchs dagegen um 0,9 Prozent. Die Energieerzeugung legte sogar um 4,7 Prozent zu. „Der Anstieg in diesem Bereich ist dabei insbesondere auf die Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik zurückzuführen“, hieß es.„Kurzfristig könnte die seit Mitte Juni eingeschränkte Rheinschifffahrt in den Sommermonaten die Produktion gedämpft haben“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Das sehen auch Ökonomen so. „Bremseffekte dürften auch vom Niedrigwasser im Rhein ausgegangen sein“, sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. „Manches Unternehmen hatte die Produktion deshalb gedrosselt.“Für die Industrie stehen die Chancen auf eine Belebung in den kommenden Monaten nicht schlecht: Die Auftragsbücher sind mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015. Die deutsche Wirtschaft insgesamt ist im ersten Halbjahr trotz der Belastungen durch den Irankreieg robuster gewachsen als erwartet. Wirtschaftsforschungsinstitute haben deshalb ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr angehoben, bis auf 1,4 Prozent.
Kfw-Umfrage: Zunehmende Zahl von Mittelständlern plant Verlagerung ins AuslandEine zunehmende Zahl mittelständischer Unternehmen plant einer Umfrage zufolge die Verlagerung ins Ausland: Zwölf Prozent der im Ausland aktiven Mittelständler gaben an, sie planten das für die kommenden fünf Jahre, im Verarbeitenden Gewerbe sogar 29 Prozent, wie die Förderbank KfW am Sonntag mitteilte. „Für Wachstum und Wohlstand in Deutschland ist das eine bedenkliche Entwicklung“, erklärte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.In den vergangenen fünf Jahren hätten nur vier Prozent aller auslandsaktiven Mittelständler eine Verlagerung ins Ausland geplant. Aktuell würden zwar nicht alle Unternehmen ihre Pläne auch umsetzen, erklärte Schumacher. „Geht man davon aus, dass nur jedes zweite Unternehmen den bestehenden Plan durchführt, so hieße das dennoch, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre rund sieben Prozent der mittelständischen Industriebetriebe einen Teil ihrer Produktion ins Ausland verlagern könnten.“Schumacher forderte die Bundesregierung auf, „alle vorhandene Gestaltungsmacht“ zu nutzen, „um einer Deindustrialisierung entgegenzuwirken“. Wichtigste Stellschraube sei die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland durch Bürokratieabbau, eine Senkung der Energie- und Arbeitskosten sowie eine Reduktion der Steuern und Abgaben.
Panamakanalbehörde reduziert wegen El Niño Anzahl der täglich erlaubten SchiffeWegen des Klimaphänomens El Niño hat am Freitag die Reduzierung des Schiffsverkehrs im Panamakanal begonnen. Die Zahl der Schiffe, welche die Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik durchqueren dürfen, wird bis Mitte September schrittweise von 36 auf 32 pro Tag gesenkt, wie die Panamakanalbehörde mitteilte. Als Grund für die Entscheidung nannte die Behörde die niedrigen Wasserstände in den beiden künstlichen Seen, aus denen der Kanal gespeist wird.Panama hat wegen El Niño den landesweiten Notstand ausgerufen. Das Wetterphänomen entwickelt sich über dem Pazifik und sorgt weltweit für Veränderungen bei Wind, Luftdruck und Niederschlag sowie für höhere Temperaturen. Üblicherweise tritt das Phänomen El Niño alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an. Der aktuelle El Niño scheint besonders ausgeprägt zu sein.
Nach Vorfall auf Air-India-Flug: Positiv auf Drogen getesteter Pilot entlassenNach einem Vorfall auf einem Air-India-Flug, bei dem mehrere Passagiere verletzt wurden, ist der Flugkapitän der Maschine entlassen worden. Er sei positiv auf psychoaktive Substanzen getestet worden, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten vorläufigen Bericht der indischen Flugsicherheitsbehörde. Demnach gab es während des Fluges einen vorübergehenden Ausfall der Hydrauliksysteme.Der Airbus A320 mit 137 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern an Bord hatte Anfang August auf dem Weg von der thailändischen Insel Phuket nach Neu Delhi plötzlich an Höhe verloren. 24 Menschen wurden verletzt, bevor sich das Flugzeug wieder stabilisierte. Indiens Zivilluftfahrtministerium stufte den Vorfall als „schwerwiegenden Zwischenfall“ ein.In dem Bericht hieß es, das Flugsteuerungssystem habe einen Ausfall von drei Hydrauliksystemen über mehrere Sekunden festgestellt. Zunächst sei die Maschine um 113 Meter gestiegen und dann um 89 Meter abgesunken. Der Hydraulikausfall habe dazu geführt, dass sich der Autopilot abschaltete und eine zwei Sekunden lange Strömungsabrisswarnung auslöste, bevor sich die Systeme wieder stabilisiert hätten und das Flugzeug zum Normalbetrieb zurückgekehrt sei.Die Untersuchung des Vorfalls habe zudem ergeben, dass der Pilot „nicht negativ auf psychoaktive Substanzen“ getestet worden sei. Die Bestätigung des Konsums psychoaktiver Substanzen gebe Anlass zu „ernsthafter Sorge“, hieß es in dem Bericht. Ein Sprecher von Air India erklärte, der Pilot sei mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Air India hatte im vergangenen Monat eine obligatorische Drogenkontrolle aller ihrer Piloten angekündigt.
Henkel-Chef stellt weitere Zukäufe in AussichtDer Konsumgüterkonzern Henkel plant weitere Zukäufe. „Wir haben in den vergangenen Monaten Unternehmenskäufe im Wert von zusammen rund fünf Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen“, sagte Henkel-Chef Carsten Knobel der „Rheinischen Post“. Damit stärke das Unternehmen seine beiden Bereiche Adhesive Technologies und Consumer Brands. Zwar sehe man für beide Sparten großes Potenzial, aus eigener Kraft zu wachsen, jedoch prüfe der Konzern zudem, wie er sich durch Zukäufe weiter verstärken könne. Wichtig seien dabei der strategische Fit, die Verfügbarkeit und die finanzielle Attraktivität. „Wenn das gegeben ist, greifen wir auch zu“, erklärte der Manager.Die hohen Ölpreise treffen derweil auch Henkel. Der Konzern sei zwar nicht so energieintensiv wie klassische Chemieunternehmen und nutze Rohöl nicht als direkten Rohstoff, sagte Knobel. Dennoch spüre das Unternehmen den deutlichen Kostenschub bei Energie sowie eingekauften Rohstoffen und Vorprodukten. Preiserhöhungen bei Konsumgütern wie Persil seien zunehmend schwierig, da Verbraucher diese nur bei konkreten Innovationen akzeptierten. Bei Industriekunden ließen sich höhere Preise für Klebstoffe zwar durchsetzen, diese erwarteten bei einer Entspannung der Rohstoffpreise jedoch wieder Senkungen. Die Schwankungen in der aktuellen Lage seien daher eine Herausforderung.
IG-Metall-Chefin zu VW-Jobabbau: Zahlen „nicht in Stein gemeißelt“IG-Metall-Chefin Christiane Benner hat die geplanten Stellenstreichungen bei Volkswagen als „schmerzhaft“ bezeichnet. Zugleich äußerte sie am Freitagabend im ZDF die Hoffnung, den Jobabbau in Deutschland zu begrenzen. „Es geht hier um 50.000 Stellen weltweit, die Hälfte davon in Deutschland“, sagte Benner im „heute journal“. „Wir werden alles tun, damit wir an allen möglichen Schrauben drehen, beziehungsweise ich erwarte das vom Vorstand, dass der das auch macht, um natürlich dafür zu sorgen, dass diese Zahl 25.000 nicht in Stein gemeißelt ist.\" Es sei in den Verhandlungen um den Sanierungsplan „akribisch um einen Kompromiss gerungen“ worden. „Und das ist schon schmerzhaft“, sagte sie mit Blick auf den geplanten Stellenabbau. „Die Menschen haben eine Perspektive verdient“, betonte die IG-Metall-Chefin.Der Aufsichtsrat von Volkswagen hatte am Donnerstag beschlossen, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen zu streichen - zusätzlich zu dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen. Vier Werke stehen zudem auf der Kippe, darunter Emden und Hannover im Bundesland Niedersachsen.