FAZ 14.09.2026
11:14 Uhr

Business-Ticker: Lufthansa-Partner Air Baltic beantragt Gläubigerschutz


Hugo-Boss-Aufsichtsratschef legt Amt nieder +++ DAZN-Deutschlandchefin geht zum Jahresende +++ Chemiekonzern Evonik schließt Standort in Bitterfeld +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Lufthansa-Partner Air Baltic beantragt Gläubigerschutz

Novo Nordisk heißt künftig nur noch NovoDer dänische Pharmakonzern Novo Nordisk, Hersteller der Abnehmmedikamente Ozempic und Wegovy, ändert seinen Namen: Das Unternehmen heißt künftig nur noch Novo.  Käuferinnen und Käufer werden außerdem nicht mehr als Patienten angesprochen, sondern als Kunden, sagte Konzernchef Micke Doustdar dem dänischen Fernsehsender TV2 am Montag. \"Diejenigen, die Insulin verwenden, haben sich selbst nie anders als als Patienten gesehen. Aber in den letzten vier oder fünf Jahren ist eine immer größer werdende Gruppe aufgetaucht, die uns sagt: 'Ich bin kein Patient. Ich habe keine Krankheit. Ich möchte einfach nur abnehmen.'\"Novo Nordisk, gegründet in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, ist dank des Erfolgs seiner Abnehmmittel zu einem der wertvollsten Unternehmen Europas aufgestiegen. Wichtigster Markt sind die USA, wo die Konkurrenz insbesondere durch den US-Konzern Eli Lilly groß ist. Die von den Unternehmen entwickelten Medikamente gegen Fettleibigkeit ahmen ein vom Darm ausgeschüttetes Hormon nach. Sie können zur Gewichtsreduktion oder zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. (AFP)

Französischer IT-Konzern Capgemini verkauft US-FilialeNach der Kritik an seiner Zusammenarbeit mit der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE verkauft das französische IT-Beratungsunternehmen Capgemini seine US-Tochtergesellschaft. Mit dem US-Unternehmen ITC Federal sei eine Vereinbarung über den Kauf von Capgemini Government Solutions geschlossen worden, teilte Capgemini am Samstag mit. Das Geschäft werde voraussichtlich in den kommenden Wochen abgeschlossen. ITC Federal bietet Dienstleistungen für US-Bundesbehörden in den Bereichen Strafverfolgung, innere Sicherheit und Verteidigung an. Capgemini hatte den Verkauf im Februar angekündigt, nachdem publik geworden war, dass das Tochterunternehmen der US-Einwanderungsbehörde unter anderem eine Software zur Identifizierung und Lokalisierung von Ausländern zur Verfügung gestellt hat. Capgemini ist in rund 50 Ländern aktiv. Der Anteil der US-Tochter am gesamten Jahresumsatz des Konzerns hatte 2025 0,4 Prozent ausgemacht. US-Präsident Donald Trump hatte nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 ein deutlich verschärftes Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen irreguläre Migranten angeordnet. Tödliche Schusswaffeneinsätze von ICE-Mitarbeitern heizten im Januar die Proteste gegen Massenabschiebungen der Trump-Regierung an. (AFP)

DAZN-Deutschlandchefin Mascia geht zum Jahresende Alice Mascia wird ihren Job als Deutschland-Chefin von DAZN zum Ende des Jahres beenden. Die Italienerin hatte die Führung des Streamingdienstes vor vier Jahren von Thomas de Buhr übernommen. Ihr Nachfolger wird zum 1. Januar Felix Krause, der nach Angaben des Unternehmens bis dahin als „Deputy CEO“ arbeitet, wie die dpa berichtet. Für Krause ist es eine Rückkehr. Der Manager hatte schon ab Mitte 2018 mehr als sechs Jahre bei DAZN gearbeitet. Zuletzt war er rund anderthalb Jahre bei der ProSiebenSat.1 Media beschäftigt. Er ist der vierte Geschäftsführer seit dem DAZN-Markteinstieg in Deutschland vor zehn Jahren. Ihr Ziel sei es gewesen, „das Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten, nachhaltiges Wachstum voranzutreiben und den Weg zur Profitabilität zu ebnen“, sagte Mascia laut Mitteilung. „Heute können wir mit Stolz sagen, dass wir diese Ziele erreicht und DAZN in der DACH-Region grundlegend verändert haben.“ Für das weltweit tätige Unternehmen gilt Deutschland als einer der wichtigsten Einzelmärkte. DAZN hat ein großes Angebot an Sport-Rechten und zeigt die Bundesliga-Konferenz sowie die Spiele am Sonntag. Zum Angebot gehören auch der Großteil der Begegnungen der Champions League. Diese Rechte für den wichtigsten europäischen Fußball-Wettbewerb gelten allerdings nur noch ein Jahr, weil Paramount in der Ausschreibung DAZN überboten hatte. DAZN zeigt ab der kommenden Spielzeit die Europa und die Conference League. Vor rund einem Jahr sprach sie mit der F.A.Z. über den Rechtestreit mit der DFL, das Engagement von DAZN-Eigentümer Len Blavatnik – und ein potentiell „existentielles Problem für Ligen und Vereine.“ 

Uniper verkauft Beteiligung an Opal-PipelineDer Düsseldorfer Energiekonzern Uniper kann eine weitere EU-Auflage als erfüllt abhaken: Das Unternehmen gab am Montag bekannt, seine 20-prozentige Beteiligung an der Gaspipeline Opal an Hy24 zu verkaufen. Hy24 ist eine internationale Investmentplattform, die sich auf Infrastruktur für sauberen Wasserstoff spezialisiert. Die restlichen 80 Prozent gehörten dem Unternehmen GASCADE Gastransport. Die Opal-Pipeline erstreckt sich über eine Länge von rund 470 Kilometer von Lubmin in Deutschland bis nach Brandov in Tschechien. Als Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes wurde der nördliche Abschnitt Mitte Dezember 2025 umgestellt, der südliche Abschnitt soll bis Ende 2030 folgen. Der Verkauf, der noch unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, ist Teil der Verpflichtungen, die Uniper erfüllen muss, weil die EU-Kommission im Jahr 2022 die staatliche Rettung des Konzerns genehmigte, der in der damaligen Gaskrise ins Straucheln geraten war. Uniper gehört derzeit fast vollständig dem Bund.

Hugo-Boss-Aufsichtsratschef Sturm legt Amt nieder Vor der bevorstehenden Übernahme ​durch den britischen Einzelhändler Frasers muss ⁠sich der Modekonzern Hugo Boss einen neuen Aufsichtsratschef suchen. Stephan Sturm habe sich ‌entschieden, sein Mandat als Mitglied des Kontrollgremiums mit Wirkung zum 15. Oktober 2026 niederzulegen, ‌teilte ‌das Unternehmen am Montag mit. Die Entscheidung folge auf Gespräche vor dem Hintergrund der jüngsten ​Veränderungen in ⁠der Aktionärsstruktur von Hugo Boss. Mit der Suche nach einem ​Nachfolger werde umgehend begonnen.Anfang September hatte der ⁠britische Großaktionär Frasers angekündigt, ‌seinen Anteil an dem Metzinger Mode-Unternehmen auf über 50 Prozent aufstocken zu ⁠wollen. Zudem ⁠stellte der Einzelhändler, hinter dem der britische ⁠Milliardär ​Mike ⁠Ashley steht, seine Unterstützung für ​Aufsichtsratschef Sturm auf den Prüfstand. 

Digitalminister gegen Stopp der KI-Entwicklung in EuropaAngesichts der lauter werdenden Warnungen vor den Risiken Künstlicher Intelligenz (KI) hat das Bundesdigitalministerium die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit betont. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) unterstütze die Schaffung einer unabhängigen, internationalen KI-Aufsicht, sagte ein Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Deutschland wolle dieses Thema in Gespräche mit den USA und China im Rahmen der G7-Gruppe einbringen. Einen Stopp der KI-Entwicklung in Europa sehe das Ministerium hingegen „kritisch und als nicht gangbaren Weg“.Nach mehreren Vorfällen mit außer Kontrolle geratenen Systemen hatte der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, am Wochenende zu einer Drosselung der Entwicklung mächtiger Modelle aufgerufen. Er erhielt dabei Unterstützung vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk.Die Bundesregierung nehme Warnungen vor Gefahren durch KI ernst, betonte der Sprecher des Bundesdigitalministeriums. „Wenn KI-Systeme zunehmend in der Lage sind, aus Testumgebungen auszubrechen und unbekannte Schwachstellen selbstständig zu finden, haben wir es mit einem völlig neuen Bedrohungsszenario zu tun.“Auf nationaler Ebene treibe die Bundesregierung deshalb den Aufbau eines nationalen KI-Sicherheitsinstituts (AISI Deutschland) voran, sagte der Sprecher. Es solle Deutschland in die Lage versetzen, „sicherheitsrelevante Risiken frühzeitig zu identifizieren und evidenzbasierte Handlungsoptionen abzuleiten“. Das Institut arbeite bei der Analyse von KI-Modellen „eng mit vergleichbaren Instituten in Großbritannien und Frankreich zusammen“.Um die Risiken hochentwickelter KI frühzeitig zu erkennen, reiche aber „passive Regulierung nicht aus“, betonte der Sprecher. „Wir müssen KI-Technologien selbst aktiv einsetzen, erforschen und beherrschen, um Gefahren vorausschauend zu identifizieren und unsere eigenen Systeme deutlich sicherer zu machen.“

Chemiekonzern Evonik schließt Standort in BitterfeldDer Chemiekonzern Evonik schließt im kommenden Frühjahr seinen Standort in Bitterfeld. Hintergrund seien die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die Auslastung der Anlagen sei seit Längerem nicht ausreichend, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Verschiedene Optionen wie etwa eine Reduzierung der Kapazitäten hätte allesamt keine langfristig tragfähige Perspektive gezeigt.Am Standort in Bitterfeld sind laut Unternehmen 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk soll Ende April 2027 schließen. In Bitterfeld produziert das Unternehmen Chlorsilane, die als Rohstoff für Mikrochips und Glasfaserkabel genutzt werden. Neben dem Standort Bitterfeld will Evonik auch ein weiteres kleineres Werk in Hamburg schließen, in dem 50 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt sind. Die an den Standorten betriebenen Geschäfte würden aber weitergeführt und im Wesentlichen an größeren Standorten in Deutschland konzentriert.Die Schließung des Evonik-Standorts in Bitterfeld reiht sich in eine Serie von Rückschlägen für die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt ein. Ende 2025 meldeten drei deutsche Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals Insolvenz an. Auch der US-Konzern Dow hatte im Juli 2025 angekündigt, Teile seiner Anlagen in Schkopau und im sächsischen Böhlen bis Ende 2027 zu schließen. Branchenverbände warnen seither vor einem Dominoeffekt im Mitteldeutschen Chemiedreieck, in dem nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit insgesamt rund 100 Unternehmen mit etwa 10.000 Beschäftigten ansässig sind. 

OpenAI-Chef Altman: Börsengang nicht mehr in diesem JahrDer mit Spannung erwartete Börsengang des ChatGPT-Entwicklers OpenAI wird in diesem Jahr nach Angaben von Firmenchef Sam Altman nicht mehr über die Bühne gehen. Er verwies in einem Interview des Magazins „Fortune“ vor allem auf die aktuelle Debatte um die Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz. „Man wäre schlecht beraten, genau jetzt an die Börse zu gehen“, sagte Altman. Auf die Nachfrage, ob er sich auch den Verzicht auf einen Börsengang im kommenden Jahr vorstellen könnte, erwiderte Altman: „Ich würde sagen, nicht 2026.\"ChatGPT löste vor mehreren Jahren den aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz aus. OpenAI dürfte beim Börsengang nicht nur Dutzende Milliarden Dollar einnehmen, sondern auch eine sehr hohe Bewertung erzielen. Die Aktienplatzierung wird schon länger geplant.

Chef von Anthropic für verlangsamte Entwicklung der KINach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz fordert der Chef des großen KI-Labors Anthropic, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen. Er sei nun besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm von KI in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Dario Amodei in einem Blogeintrag.Binnen weniger Stunden bekam Amodei Zuspruch von einem zentralen Rivalen, dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Er sei auch der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle moderiert werden müsse, schrieb Sam Altman auf der Online-Plattform X.Amodei plädierte zwar für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic — ohne auf andere zu warten — in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde.

Verivox rechnet mit Gaspreisanstieg von bis zu 20 ProzentDas Vergleichsportal Verivox rechnet wegen des ​Irankriegs mit spürbar höheren Gaspreisen für private Haushalte. „Aufgrund der ⁠aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten ‌wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte“, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) laut einem Vorabbericht.Die Neukundenpreise für ‌Gas bildeten ‌die Großhandelspreise besonders schnell ab und hätten seit Februar um über ein Drittel angezogen, erklärte Storck weiter. Die Bestandskundentarife reagierten ​langsamer auf die Preisentwicklungen, würden ⁠aber früher oder später nachziehen. Beim aktuellen Preisniveau seien Preiserhöhungen zwischen zehn und ​20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.Der Großhandelspreis in Europa ist ⁠nach gegenseitigen Angriffen der ‌USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren geklettert. „Deutschland ist ⁠besonders anfällig für ⁠Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder ⁠von ​Erdgas ⁠abhängt“, sagte Malte Küper, Energieexperte ​des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der Zeitung. ‌Zudem seien Deutschland und die EU nahezu vollständig auf Gasimporte ​angewiesen. 

OpenAI-Software steuerte vor Angriff auf Hugging Face weitere Website anSoftware auf Basis von KI-Modellen des US-Unternehmens OpenAI hat vor dem bereits bekannten Angriff auf die Plattform Hugging Face eine weitere Programmierer-Website eigenmächtig angesteuert. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ von Freitag zielte die Software mittels Künstlicher Intelligenz bei einem Test auf die Programmierer-Website Rubygems ab. Demnach ereignete sich der Vorfall im Mai.Ein Sprecher von OpenAI sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass gemäß den Erkenntnissen des Unternehmens KI-Agenten Rubygems genutzt hätten, „um auf das Internet zuzugreifen, harmlose Aufgaben auszuführen und öffentlich zugängliche Informationen abzurufen“. Der Sprecher kündigte weitere Nachforschungen an. OpenAI untersucht den Vorfall gemeinsam mit Rubygems und den Forschern, die ihn entdeckt hatten.Rubygems erklärte in einem Blogeintrag, infolge des Vorfalls hätten neu angelegte Konten vorübergehend ausgesetzt werden müssen. Bislang sei nicht klar, ob Künstliche Intelligenz hinter dem Vorfall stecke. „Unser Schwerpunkt liegt darauf, eine missbräuchliche Nutzung zu erkennen und zu verhindern, unabhängig davon, ob er von Menschen oder automatisierten Werkzeugen ausgeht“, erklärte Rubygems.Nach dem Angriff auf Hugging Face im Juli hatte OpenAI bekannt gegeben, dass auch Konten bei vier weiteren „öffentlich zugänglichen Diensten“ geknackt worden seien. Die betroffenen Unternehmen nannte OpenAI nicht. Anfang September enthüllten Forscher, dass tausende KI-Agenten von OpenAI die deutschsprachige Programmierer-Website DSEwiki kaperten. Die EU-Kommission kündigte eine Überprüfung des Vorfalls an. 

Evonik schließt Standorte in Hamburg und BitterfeldDer Spezialchemiekonzern Evonik will ​zwei seiner Standorte in Deutschland schließen. Die ⁠Niederlassungen in Bitterfeld und Hamburg würden im kommenden Jahr zugemacht, teilte der Konzern am ‌Freitag mit. Die dort betriebenen Geschäfte sollten an größeren Standorten konzentriert werden. In Hamburg arbeiteten ‌derzeit 50 ‌Personen im Bereich Kosmetik- und Pflegeprodukte, in Bitterfeld produzierten 40 Menschen Chlorsilane. Für die Beschäftigten würden in ​den kommenden Monaten ⁠in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern möglichst sozialverträgliche Lösungen erarbeitet.Produktions-, Verwaltungs- ​und Laborstrukturen seien in einigen Bereichen zu stark ⁠fragmentiert, sagte Claus ‌Rettig, Interims-Vorstandsvorsitzender von Evonik. „Das führt zu unnötig hohen Kosten und schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb müssen ⁠wir Evonik auch ⁠räumlich stärker bündeln und unsere Strukturen gezielt ⁠konzentrieren, ​um ⁠effizienter zu arbeiten, Innovationen schneller ​voranzutreiben und so unsere Wettbewerbsfähigkeit zu ‌stärken.“ 

Russland startet 5G-Netz – iPhones vorerst außen vorRussland hat mit der Inbetriebnahme des lang angekündigten 5G-Netzes begonnen. „In 16 Städten sind 5G-Dienste gestartet, wodurch rund zehn Millionen Menschen Zugang zum schnellen mobilen Internet der fünften Generation erhalten“, erklärte das Digitalministerium in Moskau am Freitag. Allerdings können sich Nutzer von iPhones zunächst nicht in das Netz einwählen.Die russische Regierung hatte bereits 2019 Pläne für eine Umrüstung auf den neuen Mobilfunkstandard angekündigt. Doch laut russischen Medienberichten blockierte der einflussreiche Sicherheitsrat dieses Vorhaben aus Sorge, es könnte zu Überschneidungen mit von Militär und Sicherheitsbehörden genutzten Frequenzen kommen.„In aller Kürze werden Nutzer mit Android-Geräten in diesen Städten auf diese Dienste zugreifen können“, erklärte das Ministerium nun. „Der Zugang zu 5G für iPhone-Nutzer hängt von einer Entscheidung von Apple ab.“ Apple hatte sich nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 vom russischen Markt zurückgezogen. Dennoch hat fast jeder vierte russische Smartphone-Nutzer ein iPhone. Damit die Geräte eine 5G-Verbindung herstellen können, müsste sich der US-Konzern mit russischen Mobilfunkbetreibern abstimmen. 

2,6 Billionen Dollar versteckte Tech-Schulden durch KI-HochlaufDer Hochlauf Künstlicher Intelligenz (KI) wird einer Studie zufolge ​zunehmend mit versteckten Schulden finanziert. Die langfristige Verschuldung der acht führenden US-Technologiekonzerne stieg binnen ⁠eines Jahres um 86 Prozent, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Gleichzeitig stiegen ihre außerbilanziellen Verpflichtungen, vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und ‌KI-Infrastruktur, binnen eines Jahres von 573 Milliarden auf rund 2,6 Billionen Dollar. Werden diese bislang nur teilweise sichtbaren Verpflichtungen berücksichtigt, erhöht sich die tatsächliche Schuldenlast der Unternehmen ‌demnach im Durchschnitt um ‌fast 150 Prozent. Die Kreditqualität der Konzerne verschlechtere sich dadurch rechnerisch um ein bis zwei Ratingstufen.Die Kreditmärkte haben der Studie zufolge bereits reagiert. Die Risikoprämien, die ⁠sogenannten Spreads, für ‌Anleihen großer Technologieunternehmen hätten sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Allianz Trade geht jedoch davon aus, dass die Risiken damit erst teilweise eingepreist sind. „Trotz der steigenden Belastungen bleibt ⁠das unmittelbare Ausfallrisiko ⁠der Tech-Unternehmen gering“, erklärte Hirt. „Das größere Risiko liegt in einer fortgesetzten Spread-Ausweitung und damit einer schrittweisen ⁠Neubewertung ​der Bonität ⁠durch die Kapitalmärkte.“