FAZ 25.03.2026
19:53 Uhr

Business-Ticker: IG Metall zieht wegen Tesla-Betriebsratswahl vor Gericht


Bundesarbeitsgericht fällt Grundsatzurteil: Keine Freistellung während der Kündigungsfrist +++ Mehr Geld für Beschäftigte in der Chemie- und Pharmabranche sowie der Landwirtschaft +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: IG Metall zieht wegen Tesla-Betriebsratswahl vor Gericht

Schwäche von VW und Porsche drückt Gewinn von Großaktionär Porsche SE  Der Gewinneinbruch bei seinen Kernbeteiligungen ​Volkswagen und Porsche hat das Ergebnis des VW-Großaktionärs ⁠Porsche SE schrumpfen lassen. Die von den Volkswagen-Eignerfamilien Porsche und Piech kontrollierte Holding erzielte im vergangenen Jahr ‌mit 2,9 Milliarden Euro rund neun Prozent weniger Nettogewinn. Dabei lieferten die zahlreichen kleinen Firmenbeteiligungen anders ‌als im ‌Vorjahr einen erklecklichen Gewinnbeitrag von 193 Millionen Euro. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich attraktive Beteiligungsopportunitäten identifiziert“, ​erklärte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch ⁠am Donnerstag. Das Netzwerk habe sich zu einem zentralen strategischen Asset ​entwickelt.Analysten hatten für das angepasste Konzernergebnis nach zwei Prognosesenkungen ⁠des Dax-Konzerns ‌nur 2,3 Milliarden Euro erwartet. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 soll auf 1,51 Euro je ⁠stimmrechtsloser Vorzugsaktie sinken, ⁠nach 1,91 Euro vor Jahresfrist. Für das laufende ⁠Jahr ​geht ⁠das Unternehmen von einem angepassten ​Konzernergebnis, das um Wertberichtigungen und Effekte aus ‌Beteiligungsveränderungen bereinigt ist, zwischen 1,5 und 3,5 Milliarden ​Euro aus. 

SpaceX will mit Börsengang offenbar 75 Milliarden Dollar einsammeln  Elon Musks Weltraumfirma SpaceX will bei ihrem Börsengang Medienberichten zufolge einen Rekorderlös von bis zu 75 Milliarden Dollar (rund 65 Milliarden Euro) einnehmen. Als Termin für die Aktienplatzierung werde der Juni angepeilt, schrieben die Website „The Information“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.SpaceX spielt mit seinen Raketen eine Schlüsselrolle für das amerikanische Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink. Musk brachte in SpaceX zuletzt auch sein KI-Start-up xAI samt der Online-Plattform X ein.Der neue Konzern wurde dabei laut Medienberichten insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. Bloomberg zufolge könnte SpaceX beim Börsengang eine Bewertung von mehr als 1,75 Billionen Dollar anstreben. Demnach würde zunächst nur ein kleinerer Teil der Aktien an die Börse gebracht. 

Grundsatzurteil: Keine Freistellung während der Kündigungsfrist  Arbeitgeber können Arbeitnehmer während ihrer Kündigungsfrist trotz Lohnfortzahlung nicht einfach von der Arbeit freistellen. Eine solche Freistellung sei unwirksam, weil sie den Arbeitnehmer unangemessen benachteilige, entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in einem Fall aus Niedersachsen (5 AZR 108/25). Das Urteil dürfte weitreichende Wirkung haben. Denn in vielen Arbeitsverträgen ist es eine Standardklausel, die es den Vorgesetzten bislang erlaubt, Beschäftigte mit Erklärung der Kündigung sofort freizustellen. Mitarbeiter haben dann keinen Zugang mehr zu ihrem Arbeitsplatz, der Kontakt zu Kunden und Geschäftspartnern ist ihnen untersagt. „Das grundrechtlich geschützte Interesse eines Arbeitnehmers an einer Beschäftigung bis zur Beendigung seines Arbeitsverhältnisses überwiegt das Interesse eines Arbeitgebers, den Arbeitnehmer im gekündigten Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist von seiner Pflicht zur Arbeitsleistung freizustellen“, erklärten die höchsten deutschen Arbeitsrichter. Verhandelt wurde der Fall eines Gebietsleiters im Vertriebsaußendienst. In seinem Arbeitsvertrag stand der Passus, dass er „bei oder nach Ausspruch einer Kündigung - gleich von welcher Seite“ unter Fortzahlung seiner Vergütung von der Arbeit freizustellen sei. Der Gebietsleiter hatte sein Arbeitsverhältnis fristgemäß gekündigt. Danach forderte sein Arbeitgeber auch die Rückgabe seines Dienstwagens. Er hatte sich durch die Instanzen geklagt, weil er die Auffassung vertrat, seine Freistellung sei zu Unrecht erfolgt. 

Instagram und Youtube in Prozess um Social-Media-Sucht verurteilt – drei Millionen Dollar Entschädigung an KlägerinIn einem Prozess um Social-Media-Sucht hat ein US-Gericht in Los Angeles die Onlineplattformen Instagram und Youtube verurteilt. Sie sollen der Klägerin eine Entschädigung von drei Millionen Dollar zahlen, wie die Geschworenen am Mittwoch mitteilten. Die heute 20-jährige Kalifornierin hatte den Unternehmen vorgeworfen, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben. 

IG Metall zieht wegen Tesla-Betriebsratswahl vor Gericht – Tesla will es aus der Presse erfahren habenDie IG Metall hat die Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide ​wegen unzulässiger Wahlbeeinflussung seitens des Arbeitgebers angefochten. Ein Antrag zur Feststellung der Unwirksamkeit ⁠der Wahl vom März 2026 sei beim Arbeitsgericht eingereicht worden, erklärte die Gewerkschaft am Mittwoch.Sie wirft dem US-Elektroautobauer vor, mit Drohungen und Einschüchterungen während des ‌Wahlkampfs gegen die Liste der IG Metall vorgegangen zu sein. „Der Eindruck, dass die Wahl bei Tesla durch Drohungen beeinflusst wurde, ⁠ist zu ⁠schwerwiegend, als dies nicht gerichtlich zu klären“, sagte die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane ⁠Benner.  Tesla stellt sich darauf ein, dass das Verfahren „nun seinen rechtsstaatlichen Gang“ gehen wird, teilt der Autohersteller der F.A.Z. am Mittwochabend mit. Weiter heißt es: „Wir haben von der Anfechtung der Betriebsratswahl durch die Gewerkschaft aus der Presse erfahren. Uns liegen die Unterlagen dazu noch nicht vor.“

Auftrag in Höhe von 16 Milliarden Dollar – China Eastern Airlines kauft bei AirbusDer europäische Flugzeugbauer Airbus ​hat einen milliardenschweren Auftrag aus China erhalten. Die ⁠Fluggesellschaft China Eastern Airlines kauft 101 weitere Airbus-Mittelstreckenjets. Wie China Eastern am Mittwoch in einer ‌Pflichtmitteilung an die Börse in Shanghai mitteilte, beläuft sich der Auftrag für die Maschinen vom ‌Typ A320neo ‌laut Listenpreis auf einen Wert von rund 15,8 Milliarden Dollar. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen dieser Größenordnung ​oft hohe Rabatte üblich. ⁠Die Flugzeuge sollen ab 2028 bis 2032 ausgeliefert werden. Mit den ​neuen Jets will China Eastern ihre bestehende Flotte ⁠modernisieren und die ‌Kapazitäten erweitern. Die Fluggesellschaft hatte bereits 2022 einen Vertrag mit Airbus über den Kauf ⁠von 100 A320neo-Jets ⁠unterzeichnet, deren Auslieferung für die Jahre 2024 ⁠bis 2027 ​geplant ⁠ist. 

Mehr Geld für 585.000 Menschen in Chemie- und Pharmabranche Für die rund 585.000 Beschäftigten der kriselnden deutschen Chemie- und Pharmaindustrie gibt es ​einen neuen Tarifvertrag. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hätten sich auf Entgelterhöhungen in zwei ⁠Schritten sowie Beiträge zur Beschäftigungssicherung bei einer Laufzeit von 27 Monaten geeinigt, teilten beide Seiten am Mittwoch nach zweitägigen Verhandlungen in Bad Breisig mit. Im Kern fließen in diesem Jahr 300 Euro pro Person in ‌die Beschäftigungssicherung, 2027 folgen eine Entgelterhöhung von 2,1 Prozent sowie weitere 300 Euro pro Kopf zur Beschäftigungssicherung. 2028 soll es eine weitere Entgelterhöhung um 2,4 Prozent geben.„Für diesen Krisen-Abschluss sind wir bis an ‌die Schmerzgrenze gegangen“, sagte der IGBCE-Vorsitzende ‌Michael Vassiliadis. BAVC-Präsidentin Katja Scharpwinkel ergänzte: „Der Tarifabschluss zeigt, dass wir in einer schwierigen Situation gemeinsam Verantwortung übernehmen.“Durch den Iran-Krieg habe sich die Lage der angeschlagenen Branche zugespitzt, erläuterte Vassiliadis. Die Beschäftigten gingen mit dem Abschluss in die Vorleistung. Nun ​sei die Politik am Zug, um die Rahmenbedingungen für ⁠die Branche zu verbessern. „Dauerhaft mehr zahlen die Arbeitgeber erst ab 2027 – und das zu krisengerechten Konditionen“, ergänzte BAVC-Verhandlungsleiter Matthias Bürk. Unternehmen, ​die nicht wesentlich von der Krise betroffen sind, könnten aber eine oder beide Stufen der Tariferhöhung um drei Monate vorziehen.Die IGBCE hatte in der Tarifrunde eine Erhöhung der Einkommen ⁠zur Stärkung der ​Kaufkraft sowie ⁠tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung in Deutschlands drittgrößter Industriebranche gefordert. ​Die Arbeitgeber hatten dagegen auf eine tiefe Branchenkrise verwiesen. Die Produktion liege ‌ein Fünftel unter dem Niveau von 2018, die Auslastung sei historisch schwach. In der vergangenen Tarifrunde hatten ​sich beide Seiten 2024 noch auf insgesamt 6,85 Prozent ​mehr Lohn verständigt. Die Erhöhung erfolgte damals in zwei Stufen. 

Löhne in der Landwirtschaft steigen in drei StufenMehr Geld für die etwa 500.000 Beschäftigten in der Landwirtschaft in Deutschland: Die Tariflöhne sollen in drei Stufen erhöht werden. Darauf einigten sich der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).Jeweils 3,3 Prozent mehr soll es zum 1. Mai 2026, zum 1. Januar 2027 und zum 1. Januar 2028 geben. Zusätzlich vereinbart wurde eine Einmalzahlung von 300 Euro im Juli des laufenden Jahres. Diese Empfehlung sei Grundlage für die jeweiligen Tarifverträge zwischen den regionalen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden und der IG BAU, teilten die Tarifpartner in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit vom 1. Januar 2026 bis zum 30. September 2028. 

Sony-Auto kommt doch nicht auf den Markt Die ambitionierten Autopläne des japanischen Elektronik-Riesen Sony sind nach einem Strategiewechsel des Partners Honda vorerst gescheitert. Erste Elektrofahrzeuge unter dem Markennamen Afeela sollten ursprünglich in diesem Jahr an Käufer in den USA gehen. Doch jetzt teilte die Gemeinschaftsfirma Sony Honda Mobility mit, dass der Erstling Afeela 1 nicht auf den Markt kommen und auch die Entwicklung eines zweiten Modells eingestellt werde.Honda hatte jüngst die eigenen Elektroauto-Pläne zurückgefahren und dabei auch zwei geplante neue Modelle gestrichen. Durch die Entscheidung werde man keinen Zugang zu einigen Technologien und Kapazitäten von Honda haben – und könne die Modelle nicht wie geplant auf den Markt bringen. Das Gemeinschaftsunternehmen werde aber im Gespräch mit Sony und Honda über zukünftige Pläne bleiben, hieß es.Sony hatte den Einstieg ins Autogeschäft Anfang 2020 bekanntgegeben und seitdem zusammen mit Honda an den Afeela-Fahrzeugen gearbeitet. Zum Konzept gehörte, die Stärken von Sony bei Elektronik, Entertainment und Gaming mit der Playstation in einen Zukunftsmarkt einzubringen, in dem Autos als Computer auf Rädern gesehen wurden. Noch vor wenigen Tagen hatten die Partner groß die Eröffnung eines Auslieferungszentrums in Kalifornien bekanntgegeben.Doch das Geschäft mit Elektroautos in den USA erlebte einen drastischen Rückschlag. Präsident Donald Trump sorgte dafür, dass Klimaschutz-Vorgaben gestrichen wurden und ließ auch eine Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf von Elektrofahrzeugen abschaffen. Die Stromer-Verkäufe brachen danach ein. Auch andere Unternehmen wie etwa die US-Autoriesen Ford und General Motors schraubten ihre Elektroauto-Projekte zurück.

Daimler Truck holt dritte Frau in den VorstandNeues Mitglied im Vorstand von Daimler Truck wird zum 1. Oktober Yvonne Bettkober. Sie folgt auf Personalvorstand Jürgen Hartwig, der das Unternehmen nach mehr als 30 Jahren auf eigenen Wunsch verlässt, wie der DAX-Konzern am Dienstag mitteilte. Bettkober kommt vom Autohersteller Audi, bei dem sie zuletzt als Chief Transformation Officer tätig war. Mit dem Wechsel hat der weltgrößte Hersteller von Lastwagen drei von sieben Vorstandsposten mit Frauen besetzt: Vorstandschefin ist seit Oktober 2024 die Schwedin Karin Rådström, das Finanzressort verantwortet seit knapp zwei Jahren Eva Scherer.  Daimler-Truck-Aufsichtsratschef Joe Kaeser nennt 52-jährige Bettkober eine „ausgewiesene Führungspersönlichkeit mit umfassender Erfahrung in Transformation und Performance Management“. In ihrer Zeit bei Microsoft und Amazon Web Services „hat sie zudem große Expertise in der Prozessoptimierung, der schnellen Neuausrichtung von Organisationen sowie in der Führung von Menschen durch Veränderungsprozesse erworben“, sagte Kaeser weiter. Bettkober übernimmt auch die Funktion der Arbeitsdirektorin. Ihre Amtszeit läuft bis zum 30. September 2029.  Jürgen Hartwig war seit September 2016 verantwortlich für Personal bei Daimler Trucks und seit Dezember 2021 Mitglied des Vorstands. „Jürgen war eine prägende Persönlichkeit für die Gestaltung unserer Unternehmenskultur bei Daimler Truck. Seine Führung war insbesondere während der Abspaltung und des Starts von Daimler Truck als eigenständiges Unternehmen von zentraler Bedeutung“, sagte Daimler-Truck-Chefin Rådström. „Jürgens großes Engagement für unsere Beschäftigten, seine besonnene Führung in Zeiten des Wandels und seine feste Überzeugung für unseren Purpose haben bei mir und im gesamten Unternehmen nachhaltig Spuren hinterlassen.“ Die Arbeitnehmervertreter schätzen die verbindliche und wertschätzende Art des Managers. „Jürgen Hartwig hat die Art und Weise, wie wir bei Daimler Truck zusammenarbeiten, in besonderer Weise geprägt“, sagt Gesamtbetriebsrat Michael Brecht. „Sein großes Engagement für die Beschäftigten, seine Fähigkeit zuzuhören und sein kontinuierlicher Anspruch, die Personalabteilung zu einem echten Partner der Belegschaft zu machen, haben ihm großen Respekt in der gesamten Organisation eingebracht.“ 

Jenoptik beruft neuen Vorstandsvorsitzenden Der Thüringer Technologiekonzern Jenoptik ist auf der Suche nach einem Nachfolger für den langjährigen Konzernchef Stefan Traeger fündig geworden. Der Aufsichtsrat hat Dominic Dorfner, derzeit Geschäftsführer des Leistungselektronikspezialisten Semikron Danfoss, zum künftigen Vorstandsvorsitzenden des TecDax-Konzerns berufen. Das teilte Jenoptik am Dienstag mit. Bis der promovierte Physiker den seit Mitte Februar verwaisten Stuhl an der Konzernspitze einnimmt, wird sich Jenoptik allerdings noch etwas gedulden müssen. Dorfner werde das Amt „spätestens zum 1. Oktober 2026 antreten“, heißt es in der Mitteilung. Bei Semikron Danfoss, eine Tochtergesellschaft der dänischen Danfoss A/S, verantwortet Dorfner Geschäft mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro und gut 4000 Beschäftigten, der Größenordnung nach vergleichbar mit Jenoptik. Daniela Mattheus, die Ende des vergangenen Jahres den Aufsichtsratsvorsitz von Jenoptik vom vorzeitig aus dem Kontrollgremium ausgeschiedenen Matthias Wierlacher übernahm, hatte im Februar angekündigt, bis Ende März die Nachfolge für Traeger zu klären. Das ist gelungen, auch wenn Finanzchefin Prisca Havranek-Kosicek und der bislang für das Geschäft mit der Halbleiterindustrie zuständige Ralf Kuschnereit zunächst alleine die operative Verantwortung weiter tragen. Dominic Dorfner trat 2021 in den Danfoss-Konzern ein. Zuvor war er mehr als acht Jahre für die Voith Gruppe in verschiedenen Management-Positionen tätig, unter anderem mit Verantwortung für globale Produktionsnetzwerke und Wertschöpfungsketten. Seine Laufbahn startete Dorfner in der Strategieberatung bei Roland Berger. Die Aktie von Jenoptik notierte am Dienstagnachmittag 0,2 Prozent schwächer als zum Handelsauftakt. Die Marktkapitalisierung liegt bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Am Mittwoch stellt Jenoptik die Zahlen zum zurückliegenden Geschäftsjahr vor.

Telekom verliert Technik-VorstandDie Deutsche Telekom muss sich einen neuen Vorstand für ihr Produkt- und Technikgeschäft suchen. Wie der Dax-Konzern am Montagabend in drei kurzen Absätzen mitteilte, verlässt der amtierende Vorstand Abdu Mudesir das Unternehmen schon zum Monatsende auf eigenen Wunsch. Mudesir wolle eine „neue berufliche Aufgabe im Ausland“ übernehmen, hieß es in der Mitteilung. Der Aufsichtsrat habe der „einvernehmlichen Auflösung“ seines Vertrags zugestimmt. Ursprünglich wäre sein Vertrag noch bis zum Jahr 2028 gelaufen. Die Personalie ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen scheidet Mudesir sehr kurzfristig aus dem Unternehmen aus. Am 1. April hält die Telekom ihre Hauptversammlung in Bonn ab, der Manager wäre dort wie alle anderen Vorstände auch Teil des Podiums gewesen. Zum anderen überrascht die enorm kurze Amtszeit des Technik-Vorstands. Mudesir hatte erst zum Oktober die Vorstandsposition angetreten. Der Manager, Jahrgang 1981, war auf Claudia Nemat gefolgt, die mehr als 14 Jahre für die Telekom gearbeitet hat und das Technologieressort seit 2017 verantwortet hatte. Mudesir war zuvor unter Nemat Chief Technology Officer, er war im Jahr 2018 vom chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei zur Deutschen Telekom gewechselt und hatte dort allerlei Technik-Rollen durchlaufen, unter anderem im Deutschlandgeschäft der Telekom. Die Telekom äußert sich auf Anfrage nicht weiter zum Ausscheiden Mudesirs, in der Mitteilung dankte sie ihm für seinen „Einsatz in den vergangenen acht Jahren“ garniert mit der in solchen Fällen üblichen Floskel zu guten Wünschen für den weiteren Weg. Einen Nachfolger kann der Dax-Konzern noch nicht präsentieren, Mudesirs Aufgaben übernimmt übergangsweise der Finanzvorstand Christian Illek. Weil der Technik- und Finanzbereich durch den Einkauf schon eng verbunden seien, sei Illek „heute schon sehr stark in Technikthemen eingebunden“. Nach Informationen der F.A.Z. hängt der plötzliche Abschied mit unterschiedlichen Vorstellungen über die Strategie zusammen. An den angestoßenen Entwicklungen will die Telekom aber offenbar nicht drehen, möglicherweise ging es dabei eher um Geschwindigkeit oder die grundsätzliche Vorstellung Mudesirs von seiner Rolle als Vorstand. „Die strategische Ausrichtung der Deutschen Telekom bleibt unverändert“, heißt es in der Mitteilung: „Die Umsetzung der Prioritäten im Bereich Produkt und Technologie wird nahtlos fortgeführt.“ 

Chip-Konzern SK Hynix vergibt Großauftrag an ASML  ASML hat einen Milliardenauftrag in mutmaßlicher Rekordhöhe eingeholt. Der niederländische Produzent von Chipmaschinen erhielt vom Halbleiterhersteller SK Hynix eine Order für seine modernsten Geräte im Volumen von knapp sieben Milliarden Euro, wie F.A.Z.-Redakteur Klaus Max Smolka berichtet. Die Information geht aus einer Mitteilung der Südkoreaner an die Börsenaufsicht hervor. Es ist die größte Einzelbestellung für ASML, die bisher jemals öffentlich bekannt geworden ist. Die Maschinen sollen bis Ende 2027 ausgeliefert sein. ASML äußerte sich am Dienstag dazu nicht. Analyst Janardan Menon von Jefferies vermutet, der Großteil des Auftrags sei schon in den vergangenen Quartalen platziert worden. Im vierten Quartal hatte das Unternehmen aus Veldhoven Neuaufträge in Rekordhöhe verbucht: im Volumen von 13,2 Milliarden Euro – doppelt so viel, wie Analysten im Durchschnitt ihrer Prognosen erwartet hatten. Der Konzern veröffentlichte die stark aktienkursrelevante Kennzahl in der Präsentation Ende Januar zum letzten Mal, weil der Vorstand sie für zu schwankungsanfällig hält. Der Hynix-Auftrag gilt Maschinen, die Chips mit der besonders fortgeschrittenen EUV-Technologie herstellen – das Kürzel steht für Extrem Ultraviolettes Licht. ASML sieht sich als einziger Anbieter von EUV-Maschinen auf der Welt, der Stückpreis kann deutlich über 300 Millionen Euro liegen. 

Bayer-Aktie fällt nach Ausstieg von aktivistischem InvestorDer Ausstieg des aktivistischen Investors Inclusive Capital macht Bayer zu schaffen. Die Aktien ​des Leverkusener Agrar- und Pharmakonzerns rutschten am Dienstag in der Spitze um 3,7 Prozent auf ⁠37,05 Euro ab und gehörten damit zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex Dax, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Fonds des aktivistischen Investors Jeffrey Ubben hatte über Nacht seine restlichen 8,5 Millionen Bayer-Aktien zum Preis von je 37,45 ‌Euro bei anderen institutionellen Aktionären platziert, wie die damit beauftragte Bank mitteilte. Das war ein Abschlag von 2,6 Prozent zum Xetra-Schlusskurs vom Montag. Inclusive Capital erlöst damit 318 Millionen Euro, dürfte ‌mit seinem Engagement aber Verlust eingefahren ‌haben.Inclusive Capital war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der Investor war Anfang 2023 bei Bayer eingestiegen und hatte die Absetzung von Vorstandschef Werner Baumann mit vorangetrieben. Damals hatten die 8,18 Millionen Aktien, die der ​Fonds kaufte, einen Wert von 407 Millionen ⁠Euro. Die Bayer-Aktie hat seither rund 25 Prozent an Wert verloren, weil der Rechtsstreit über die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat ​hohe Kosten verursacht.Ein Händler sagte, der Schritt könne ein Zeichen dafür sein, dass Ubben das Kurspotential für ausgereizt halte. ⁠Aktivistische Investoren hätten ‌bei Bayer für mehr Zug gesorgt. „Und wenn der aussteigt, ist das entsprechend schlecht.“ Jeffrey Ubben sitzt seit 2024 auch im Aufsichtsrat von Bayer; sein Mandat läuft noch bis 2028. Im November 2023 hatte er allerdings ⁠Investoren mitgeteilt, dass ⁠er einige Fonds auflösen und Kapital zurückgeben wolle, wie Reuters von zwei Insidern erfahren hatte. Ubben wolle Inclusive ⁠Capital Partners ​drei Jahre ⁠nach der Gründung schließen.Ubben, einer der bekanntesten ​aktivistischen Investoren an der Wall Street, hatte eine Aufspaltung von Bayer ‌gefordert. Der seit Juni 2023 amtierende Vorstandschef Bill Anderson baut die Führungsstruktur um, hat eine strategische Überprüfung, die ​zu einer Aufspaltung hätte führen können, jedoch ausgesetzt.