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02.10.2026
10:03 Uhr
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Open AI feuert drei Mitarbeiter nach KI-Enthüllungen +++ Polen führt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Bauhaus darf acht Standorte der insolventen Hellweg-Gruppe übernehmenNach der Insolvenz der Baumarktkette Hellweg darf der Konkurrent Bauhaus acht Standorte übernehmen. „Das Zusammenschlussvorhaben ist wettbewerblich unbedenklich“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Freitag in Bonn. Betroffen sind die Standorte in Backnang, Beckum, Berlin-Köpenick, Dahlwitz-Hoppegarten, Dortmund-Hacheney, Essen-Rellinghausen, Iserlohn und Potsdam.Das Unternehmen Hellweg betrieb zuletzt unter den Marken Hellweg und BayWa Bau & Garten 113 Bau- und Gartenmärkte in Deutschland. Das Unternehmen hatte im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bauhaus ist eine der führenden Baumarktketten in Deutschland. Das Unternehmen betreibt rund 290 Standorte in Deutschland sowie im europäischen Ausland.
Bundesregierung hebt wohl Wachstumsprognosen kräftig anDie Bundesregierung folgt den Wirtschaftsforschungsinstituten und wird ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre deutlich anheben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach wird nun mit einem Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und 1,1 Prozent im kommenden Jahr gerechnet. Erst 2028 wird das Bruttoinlandsprodukt spürbar langsamer zulegen, mit dann geschätzten 0,6 Prozent.Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Herbstprojektion nächste Woche vorstellen. Seit dem Frühjahr hatte die Regierung aus Union und SPD für 2026 mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet, 2027 dann von 0,9 Prozent. Doch der Nahost-Krieg hat die deutsche Wirtschaft anders als befürchtet nicht so stark gebremst.Der Aufschwung wird vor allem durch die schuldenfinanzierten Investitionen des Staates in die Infrastruktur und die Aufrüstung der Bundeswehr befeuert. So gehen von den Konsumausgaben der öffentlichen Hand vor allem 2026 wesentlich stärkere Impulse als von den privaten Haushalten aus. 2027 dürfte der Unterschied zwar kleiner werden, aber immer noch deutlich sein. Die schwarz-rote Koalition hat sich nach den hohen Schulden in vielen Politikfeldern auch Strukturreformen vorgenommen. Bei der Umsetzung stockt es aber immer wieder.Der Export dürfte ein Treiber der Wirtschaft bleiben. Hier rechnet die Regierung laut dem Entwurf der Herbstprojektion mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent. 2027 und 2028 dürften es dann noch 2,1 und 1,1 Prozent sein. Die Baubranche dürfte 2027 die Wende schaffen. Nach Jahren mit rückläufigen Investitionen wird kommendes Jahr mit einem Plus gerechnet, 2028 ebenfalls.Der Nahost-Krieg trifft viele Verbraucher über die Inflation, vor allem die stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Die Regierung rechnet dem Insider zufolge 2026 mit einer Teuerungsrate von 2,7 Prozent, 2027 dann von 3,0 Prozent. 2028 dürften es noch 2,2 Prozent sein. Die Europäische Zentralbank strebt als optimalen Wert für die Wirtschaft zwei Prozent an. Bei höheren Werten steuert sie in der Regel mit höheren Zinsen dagegen.Die führenden Forschungsinstitute hatten ihre gemeinsame Prognose zuletzt ebenfalls nach oben geschraubt. Sie erwarten auch ein Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und 1,1 Prozent im nächsten Jahr. Für 2028 sind die Ökonomen aber skeptischer und rechnen nur mit 0,4 Prozent.
Julius Bär kündigt Aktienrückkauf über 600 Millionen Franken anDie Schweizer Privatbank Julius Bär will eigene Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Franken zurückkaufen. Das Programm solle in den kommenden Wochen starten und innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, teilte das Institut am Freitag mit. Der Rückkauf solle über eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX erfolgen. Zudem überarbeite die Bank ihre Ausschüttungspolitik. Demnach wolle Julius Bär die Dividendenausschüttungsquote zwischen 40 und 60 Prozent des Konzerngewinns beibehalten, strebe jedoch eine progressive Dividende je Aktie an. Die harte Kernkapitalquote (CET1) solle weiterhin bei 15 Prozent liegen.Kürzlich hatte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma ein Untersuchungsverfahren gegen Bär abgeschlossen und damit auch Aktienrückkäufe wieder möglich gemacht. „Der Verwaltungsrat ist erfreut über die Fortschritte, die Stefan Bollinger und das Führungsteam bei der Bewältigung von Altlasten erzielt haben, sowie über den offenen und transparenten Dialog, der während des gesamten Prozesses mit der Aufsichtsbehörde gepflegt wurde“, erklärte Verwaltungsratspräsident Noel Quinn. Überschüssiges Kapital werde an die Aktionäre zurückgezahlt, während gleichzeitig die finanzielle Stärke für die Ziele des Zyklus von 2026 bis 2028 gewahrt bleibe.
Polen führt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne einUm die Preise für Benzin und Diesel senken zu können, führt Polen eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein. Er habe ein entsprechendes Gesetzesprojekt unterschrieben, sagte Präsident Karol Nawrocki in einer Ansprache am Donnerstagabend. „Jeder Zloty, der dank dieses Gesetzes eingenommen wird, muss für die Senkung der Treibstoffpreise ausgegeben werden.“Die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk will mit den Einnahmen aus der Übergewinnsteuer eine Neuauflage des Spritpreispakets finanzieren. Finanzminister Andrzej Domanski rechnet damit, dass die Treibstoffpreise noch bis Ende dieser Woche um umgerechnet 23 Cent je Liter fallen werden. In Polen kostet Superbenzin gegenwärtig im Schnitt umgerechnet 2,05 Euro je Liter und Diesel 2,06 Euro je Liter.Um das Gesetz zur Einführung der Übergewinnsteuer hatte es in Polen politisches Gezerre zwischen der Regierung und dem rechtskonservativen Präsidenten gegeben. Einen ersten Anlauf der Regierung hatte Nawrocki im Sommer per Veto gekippt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit unterzeichnete er das Gesetz nun zwar, beauftragte aber gleichzeitig das Verfassungsgericht mit der Überprüfung.Auch in Deutschland wird seit Monaten über eine Übergewinnsteuer diskutiert. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) lehnen sie ab, die SPD von Vizekanzler Lars Klingbeil ist dafür. Ein Vorstoß des Finanzministers auf EU-Ebene wurde von EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis vorläufig abgelehnt. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) forderte, die Steuer notfalls national einzuführen.
OpenAI feuert drei Mitarbeiter nach KI-EnthüllungenNach der Aufregung um eigenständige Hacking-Aktivitäten von Künstlicher Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI hat die Firma drei an der Aufarbeitung beteiligte Experten entlassen. Sie hätten gegen interne Regeln zum Umgang mit vertraulichen Informationen verstoßen, teilte OpenAI zur Begründung mit. Zugleich betonte die KI-Firma, niemand sei gefeuert worden, weil er Sicherheitsbedenken geäußert habe. Das Fehlverhalten sei über das Teilen von Informationen mit einer externen Analysefirma hinausgegangen, hieß es ohne nähere Details.Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor unter Berufung auf informierte Personen die Namen der drei entlassenen Mitarbeiter genannt. OpenAI sprach nur von zwei Sicherheitsforschern und einem Programm-Manager, wollte die Namen auf Anfrage aber nicht bestätigen. Auch die drei von der Zeitung genannten Personen äußerten sich zunächst nicht. OpenAI zufolge war das für die Beschäftigung nötige Vertrauen nicht mehr gegeben.
Impfstoffhersteller Moderna ersetzt Warner Bros Discovery im Nasdaq 100Der Impfstoffhersteller Moderna rückt nach Angaben des Börsenbetreibers Nasdaq für Warner Bros. Discovery in den Aktienindex Nasdaq 100 auf. Der Wechsel werde am 9. Oktober wirksam, teilte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die Aktien von Moderna haben sich in diesem Jahr mehr als versechsfacht. Der Börsenwert des Unternehmens stieg damit auf rund 75 Milliarden Dollar. Warner Bros. Discovery wird zudem aus den Indizes großer Anbieter wie MSCI und S&P gestrichen. Hintergrund ist die Fusion des Medienkonzerns mit Paramount Skydance. Der Zusammenschluss wird nach monatelanger Verzögerung voraussichtlich am 6. Oktober abgeschlossen.
Französischer Supercomputer-Bauer verdoppelt Produktion für europäische KI-ProjekteDer französische Supercomputer-Hersteller Bull AI hat seine Produktionskapazitäten für europäische KI-Projekte verdoppelt. Das Unternehmen habe am Donnerstag ein erweitertes Werk im westfranzösischen Angers wiedereröffnet, teilten Führungskräfte der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die Produktion steige damit von sechs auf zwölf Server-Racks pro Monat. Die Fertigung könne im kommenden Jahr bei anhaltender Nachfrage auf 24 Einheiten erhöht werden. Der Ausbau der einzigen auf Supercomputer spezialisierten Fabrik in Europa kostete den Angaben zufolge 80 Millionen Euro. Die Europäische Union (EU) will mit Investitionen von sieben Milliarden Euro bis 2027 zu den USA und China bei der Rechenleistung aufschließen.
Nike verschärft SparprogrammDer Adidas-Rivale Nike greift zu einem verschärften Sparkurs, um aus seiner teilweise hausgemachten Krise zu kommen. Das Sanierungsprogramm soll über die kommenden Jahre Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar bringen, kündigte der Sportartikel-Konzern bei der Vorlage von Quartalszahlen an. Zu den Maßnahmen wird auch Stellenabbau gehören, sagte Nike-Chef Elliott Hill in einer Telefonkonferenz mit Analysten.Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Unterm Strich sank der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar. Die Verbraucher seien zurückhaltend bei ihren Ausgaben, sagte Hill. Für das noch bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr stellte Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel zeitweise um rund vier Prozent.
Universal Music: mehr Verantwortung für Frank BriegmannDer bisherige Europa-Chef des weltgrößten Musikkonzerns übernimmt die Leitung weiterer Märkte. Wie Universal Music am Donnerstag mitteilte, verantwortet Frank Briegmann künftig auch die Geschäfte in Australien, Neuseeland und Kanada. Zudem gehört fortan auch Frankreich zu seinem Aufgabenbereich. Für den Markt war Briegmann bislang nicht zuständig. Die neue Struktur solle Künstlerinnen und Künstlern noch mehr internationale Möglichkeiten eröffnen, die Agilität erhöhen und eine engere Zusammenarbeit ermöglichen, hieß es in der Mitteilung. Großbritannien, Spanien und Portugal sollen weiterhin von einem separaten Team geführt werden. Der 59 Jahre alte Betriebswirt ist seit 2004 für Universal Music tätig. Gestartet als Deutschland-Chef, kam 2013 die Verantwortung für Nord- und Osteuropa hinzu, 2016 folgten Italien, Griechenland und die Benelux-Länder. Briegmann fungiert zudem als CEO des Klassiklabels Deutsche Grammophon. Er berichtet weiterhin direkt an Universal-Chef Lucian Grainge.
300 Millionen Euro für LenzingDer österreichische Faserkonzern Lenzing braucht für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten strebt das Unternehmen 300 Millionen Euro an. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro je Aktie festgelegt, teilte Lenzing am Donnerstag mit. Dies entspreche einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte auf Basis des Schlusskurses vom Mittwoch. Die Eigentümer wollen die Kapitalmaßnahme mittragen.Die Großaktionäre bestehend aus der B&C-Gruppe und der brasilianischen Suzano S.A. haben sich verpflichtet, alle Bezugsrechte auszuüben. Darüber hinaus habe sich auch die Oberbank AG verpflichtet, alle ihre Bezugsrechte auszuüben, heiß es in der Aussendung. Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Damit sind Aktionäre beziehungsweise Inhaber von Bezugsrechten berechtigt, für jeweils 10 bestehende Aktien beziehungsweise die entsprechende Anzahl an Bezugsrechten 9 neue Aktien zu beziehen. Die Bezugsfrist beginnt voraussichtlich am 6. Oktober und endet am 20. Oktober.Anleger reagierten mit einer Flucht aus dem Papier. Der Kurs sank am Donnerstag in der Spitze um 14,6 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit 2009. Anlegervertreter üben Kritik an dem niedrigen Bezugspreis. „Die Lenzing-Kapitalerhöhung setzt die Altaktionäre unter Zugzwang. Ein Bezugspreis von 8,65 Euro gegenüber einem letzten Börsenkurs von 20,80 Euro bedeutet einen kräftigen Abschlag – auch auf den Kurs ohne Bezugsrecht\", argumentiert Florian Beckermann, Präsident des Interessenverbands für Anleger. Wer die Bezugsrechte nicht ausübe, werde erheblich verwässert. Positiv sei, dass die Großaktionäre B&C und Suzano sowie die Oberbank voll mitziehen und die Kapitalerhöhung garantiert sei. \"Das schafft Stabilität\", sagte Beckermann.Das von der B&C-Gruppe und Suzano gebildete Syndikat hält aktuell rund 52,25 Prozent an dem Faserhersteller. Rund 3,87 Prozent gehören der Oberbank.Lenzing verfolgt die neue Strategie, das Fließstoffgeschäft auszubauen und im Textilgeschäft auf Premium-Marktsegmente wie Tencel zu setzen. Auch das Zellstoff- und Bioraffineriegeschäft soll gestärkt werden. Gleichzeitig zieht sich der Konzern aus dem Geschäft mit Standardfasern für Textilanwendungen zurück. In England läuft sie 2027 aus. Weltweit gehen in Folge rund 2.000 Stellen und damit ein Viertel des Personalstandes verloren.
Kone will offenbar Europa-Geschäft von TK Elevator verkaufenDas Europa-Geschäft des Düsseldorfer Aufzugs- und Rolltreppenherstellers TK Elevator (TKE) soll Insidern zufolge bei der Übernahme von TKE durch den finnischen Rivalen Kone zum größten Teil verkauft werden. Kone wolle noch im Herbst einen Verkaufsprozess für die TKE-Sparte lostreten, die für mehr als ein Viertel des Umsatzes der ehemaligen Thyssenkrupp-Tochter steht, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Insider sagte, der Prozess solle im November beginnen. Analysten der US-Investmentbank Citi schätzen, der Verkauf des Europa-Geschäfts könnte 2,1 Milliarden Euro bringen.Die Finnen wollen mit dem Teilverkauf die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter ausräumen, die die Fusion der Nummer drei und vier auf dem stark konzentrierten Markt für Aufzüge kritisch sehen. Kone und TKE zusammen setzen in Europa rund 7,2 Milliarden Euro um, das ist mehr als ein Drittel des weltweiten Umsatzes. Kone ist vor allem in Europa und Asien stark, TKE in Amerika.Kone hatte die Übernahme von TKE für 29,4 Milliarden Euro im April angekündigt. Kone und TKE würden zusammen die Marktführer Otis aus den USA und Schindler aus der Schweiz überholen. Thyssenkrupp hatte die Aufzugsparte 2020 für 17,2 Milliarden Euro an ein von den Investoren Advent und Cinven geführtes Konsortium verkauft, hält aber indirekt noch gut 16 Prozent an TK Elevator. Advent, Cinven und TK Elevator wollten sich zu den Informationen nicht äußern.Kone erklärte am Donnerstag, man arbeite eng und konstruktiv mit den Wettbewerbsbehörden zusammen. „Wir haben immer klar gesagt, dass die Trennung von Geschäftsbereichen in einigen Weltregionen nötig sein könnte, um die Zustimmung der Regulierer zu bekommen. Wir bleiben zuversichtlich, dass wir alle nötigen Genehmigungen bekommen, ohne den strategischen Sinn hinter dem Zusammenschluss zu gefährden.“ Es bleibe bei dem Ziel, mit der Fusion 700 Milliarden Euro an Synergien zu realisieren. Kone-Finanzchef Ilkka Hara hatte bereits im Juni gesagt, Verkäufe in einzelnen Regionen seien von Anfang an einkalkuliert worden.
Boehringer-Abnehmspritze erzielt weniger Gewichtsverlust als KonkurrenzDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat mit seinem Abnehmmedikament Survodutid in einer entscheidenden Studie einen zweistelligen Gewichtsverlust erzielt, bleibt damit aber hinter den eigenen Ergebnissen bei Patienten ohne Diabetes zurück. In einer Phase-III-Studie verloren übergewichtige Diabetiker mit der Abnehmspritze nach 76 Wochen Behandlung im Schnitt bis zu 13,1 Prozent ihres Körpergewichts, wie das Familienunternehmen am Donnerstag mitteilte. Zwar gilt die Gewichtsabnahme bei Diabetikern medizinisch als schwieriger, doch in einer im April vorgestellten Studie mit Probanden mit Adipositas hatte der Gewichtsverlust mit dem Mittel bei 16,6 Prozent gelegen.Die neuen Daten untermauern die Einschätzung von Analysten, dass Boehringer bei der reinen Gewichtsreduktion nicht an die Spitzenwerte von Konkurrenten wie Eli Lilly heranreicht. Die Aktien des dänischen Entwicklungspartners Zealand Pharma brachen im frühen Handel um neun Prozent ein.In der Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt, lag der Gewichtsverlust bei 3,1 Prozent. Neben dem Gewicht reduzierte Survodutid auch den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) signifikant um bis zu 1,21 Prozentpunkte. Wie bei anderen Medikamenten dieser Klasse traten als häufigste Nebenwirkungen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Diese führten bei 18 Prozent der mit Survodutid behandelten Patienten zum Abbruch der Therapie, verglichen mit 1,2 Prozent in der Placebo-Gruppe.
Mindestlohnerhöhung bedeutet keinen Ausschluss vom InflationsausgleichWer von einer Mindestlohnerhöhung profitiert, kann deshalb von seinem Arbeitgeber nicht von einer freiwilligen Sonderzahlung, wie etwa zum Inflationsausgleich, ausgeschlossen werden. Arbeitnehmer profitieren in solchen Fällen vom arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, teilte das Bundesarbeitsgericht (BAG) am Donnerstag in Erfurt mit. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hatte ursprünglich eine Vollzeit-Servicekraft aus Sachsen geklagt, deren Mindestlohn infolge einer Gesetzesänderung im Oktober 2022 auf zwölf Euro pro Stunde anstieg. Deren Arbeitgeber führte ab November 2022 eine Inflationspauschale von monatlich etwa 115 Euro ein, die über 26 Monate ausgezahlt werden sollte. Angestellte, die von einer Mindestlohnerhöhung profitierten, erhielten demnach nur eine Einmalzahlung von 250 Euro.Laut BAG argumentierte der Arbeitgeber damit, dass Beschäftigte, die ohnehin einen höheren Mindestlohn erhielten, die regelmäßige Inflationspauschale nicht im gleichen Rahmen benötigten wie andere Angestellte. Dagegen wehrte sich die Servicekraft vor Gericht.Nachdem die Klage in der Vorinstanz gescheitert war, entschied das BAG nun zugunsten der Servicekraft. Arbeitnehmer dürfen demnach bei der Verteilung von freiwilligen Leistungen nicht aus willkürlichen Gründen ausgeschlossen werden. Entscheidet sich der Arbeitgeber, bei der Vergabe von Leistungen zu differenzieren, müssen dafür sachliche und einleuchtende Gründe angegeben werden, so das BAG. Ein Ausschluss von Mindestlohnempfängern von freiwilligen Sonderzahlungen entspricht demnach nicht den Wertevorstellungen des Mindestlohngesetzes. Der Mindestlohn sei dazu gedacht, einen Mindestschutz zu garantieren und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Studie: Nur 17 Prozent der Ostdeutschen behielten nach der Wende ihren BerufDas Ende der DDR hat für die meisten Ostdeutschen einen radikalen beruflichen Neuanfang bedeutet. Nur 17 Prozent der Beschäftigten aus der ehemaligen DDR übten im Jahr 1992 noch denselben Beruf aus wie 1989. Das geht aus einer Studie der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) hervor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. „Zwischen 1989 und 1992 erlebten DDR-Beschäftigte eine berufliche Umwälzung in einem Ausmaß, das Westdeutsche schlicht nicht kannten\", sagte die stellvertretende Leiterin von RFBerlin und Professorin an der Humboldt-Universität Berlin, Alexandra Spitz-Oener. In Westdeutschland arbeiteten demnach im selben Zeitraum 70 Prozent der Männer weiter in ihrem Beruf und 63 Prozent der Frauen.Die Umwälzung brachte für die Ostdeutschen sowohl Chancen als auch Risiken. Die Wahrscheinlichkeit eines beruflichen Aufstiegs war bei Männern aus der DDR mit rund 23 Prozent deutlich höher als bei ihren westdeutschen Altersgenossen. Zugleich war jedoch auch das Risiko eines Abstiegs um 15 Prozentpunkte höher. Bei den Frauen aus der DDR überwogen die Aufstiegschancen die Abstiegsrisiken in allen untersuchten Jahrgängen.