FAZ 12.05.2026
08:16 Uhr

Business-Ticker: Bayer überrascht dank Agrarsparte positiv zum Jahresstart


Thyssenkrupp: Sparprogramm greift, Umsatz geht zurück +++ Bund verlängert Garantie für Raffinerie Schwedt +++ Kühne kauft Aktien der Lufthansa zu +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Bayer überrascht dank Agrarsparte positiv zum Jahresstart

Siemens Energy kauft um eine Milliarde mehr Aktien zurückDer Energietechnikkonzern Siemens Energy verzeichnet Auftragseingänge in Rekordhöhe. Dafür ist vor allem die Nachfrage für Gaskraftwerke und Stromnetze, insbesondere in den Vereinigten Staaten verantwortlich. Der Vorstand will deshalb die Aktienrückkäufe in diesem Jahr beschleunigen. Nun sollen eigene Titel im Volumen von bis zu drei Milliarden Euro zurückgekauft werden. Ursprünglich war ein Volumen von zwei Milliarden Euro vorgesehen. Davon sind bislang schon 1,8 Milliarden Euro ausgeschöpft worden. Zusammen mit der Dividende in einem Volumen von 0,6 Milliarden Euro hat Siemens Energy an die Aktionäre schon 2,4 Milliarden Euro ausgeschüttet. Wie das Unternehmen am 23. April schon vorab mitgeteilt hat, wird aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Geschäftshalbjahr der Ausblick für das Geschäftsjahr2025/26 (per 30. September) angehoben, was hauptsächlich auf eine stärker als erwartete Entwicklung in der Netztechniksparte zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse sollen nun in einer Bandbreite von 14 bis 16 Prozent zulegen nach zuvor prognostizierten 11 bis 13 Prozent. Der Vorstand um den Vorsitzenden Christian Bruch rechnet mit einem Gewinn nach Steuern von rund vier Milliarden Euro. Zuvor war eine Spanne von drei bis vier Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Der freie Mittelzufluss vor Steuern (Free Cash-flow) wird nun bei rund acht Milliarden Euro gesehen nach zuvor vier bis fünf Milliarden Euro. Im zweiten Quartal sorgte die Nachfrage durch Rechenzentren für Rekorde beim Auftragseingang und damit auch im Auftragsbestand. Der Auftragseingang erhöhte sich zum Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand lag mit 154 Milliarden Euro so hoch wie noch nie und um acht Milliarden Euro höher als zum Jahresanfang. Ein Viertel des Auftragsbestands entfällt nach Angaben von Bruch auf Gasturbinen.  Das Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten stieg um 28,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Erholung der Windkraftsparte Gamesa kommt voran: Der Verlust sank im zweiten Quartal auf 44 Millionen Euro. Zwölf Monate zuvor lag der Fehlbetrag noch bei 249 Millionen Euro. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass Gamesa in diesem Jahr die Gewinnschwelle wie geplant erreicht. 

Thyssenkrupp: Sparprogramm greift, Umsatz geht zurückDem Industriekonzern Thyssenkrupp machen weiter eine maue Nachfrage im Automobilgeschäft sowie niedrigere Stahlpreise zu schaffen. Der Umsatz ging daher im zweiten Geschäftsquartal (per Ende März) um zwei Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Dies war etwas besser als von Marktexperten angenommen. Wegen des anhaltend schwierigen Umfeldes senkte Thyssenkrupp seinen Umsatzausblick um jeweils einen Prozentpunkt und geht für 2025/26 nun von einer Entwicklung von minus drei Prozent bis zu Erlösen auf Vorjahresniveau aus. An der Ergebnisprognose hält der Konzern dagegen fest.Dort macht sich das Spar- und Restrukturierungsprogramm weiter positiv bemerkbar. So legte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 19 auf 198 Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Die Stahlsparte lieferte dabei neben dem Materialgeschäft den größten Ergebnisbeitrag, auch dank gesunkener Kosten für Rohstoffe und Energie sowie geringerer Personalkosten.Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Dieser legte dank Großaufträgen beim Marineschiffbauer TKMS um knapp ein Drittel auf 10,6 Milliarden Euro zu. Gedämpft blieb das Neugeschäft hingegen im Autozulieferergeschäft sowie in der Stahlsparte. 

Chinas Automarkt bricht wegen Irankrieg einDer derzeit schwierige chinesische Automarkt ist im April weiter abgerutscht. Die Autoverkäufe sackten im Jahresvergleich um 21,5 Prozent auf 1,4 Millionen Auslieferungen ab, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Montag in Peking mitteilte. Das waren die niedrigsten Verkäufe in einem April seit 2022, als Covid-Lockdowns den Markt belasteten. Vor allem die in den Vormonaten gefragten Verbrenner sackten infolge des Ölpreisanstiegs wegen des Iran-Kriegs in der Käufergunst stark um ein Drittel ab. Die in China als New Energy Vehicles (NEV) bezeichneten Antriebsarten – sie umfassen reine Elektroautos als auch Hybridantriebe – gaben um fast 7 Prozent nach.Zusammengestrichene Förderungen für Elektroautos hatten auch in den vergangenen Monaten deren Verkäufe gedrückt. Auch die scharf anziehenden Ölpreise konnten den Elektroautos in diesem Umfeld nicht wieder zu Wachstum verhelfen. Der Einbruch bei Verbrennern sei verhältnismäßig stark und unerwartet deutlich ausgefallen, sagte PCA-Generalsekretär Cui Dongshu. Der Ölpreisanstieg habe einen spürbaren Effekt auf den Markt gehabt.

Bericht: Softbank soll Milliarden in Frankreich investierenDer japanische Technologie-Investor Softbank liebäugelt einem Medienbericht zufolge mit einer milliardenschweren Investition in Frankreich. Die Beteiligungsfirma des Unternehmers Masayoshi Son wolle bis zu 100 Milliarden Dollar ausgeben, unter ‌anderem für den Bau von KI-Rechenzentren, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf Insider. ‌Die Projekte würden ‌voraussichtlich in den kommenden Wochen offiziell vorgestellt. Details stünden jedoch nicht fest, daher könnte sich das Investitionsvolumen noch verändern. Softbank war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.Weltweit bauen Staaten und Unternehmen für mehrstellige Milliardenbeträge neue Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Softbank ist gemeinsam ‌mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und dem SAP-Rivalen Oracle am US-Projekt „Stargate“ beteiligt, in dessen Rahmen KI-Infrastruktur im Volumen von 500 Milliarden Dollar gebaut werden soll. Daneben hat sich der japanische Investor für 30 Milliarden Dollar bei OpenAI eingekauft.

Kühne stockt bei Lufthansa aufEinen Tag vor der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa hat deren Großaktionär, der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, weitere Aktien des Konzerns erworben. Wie aus den Angaben auf der Konzernseite zur Aktionärsstruktur hervorgeht, hält die Gesellschaft Kühne Aviation GmbH nun leicht mehr als 20 Prozent der Lufthansa-Anteile. Schon zuvor war Kühne größter Aktionär des Flugkonzerns, allerdings mit einem Anteil von 15,01 Prozent, der in dieser Höhe seit dem Sommer 2022 bestand. Das Lufthansa-Management muss an diesem Dienstag auf der Konzernhauptversammlung den Anteilseignern Rede und Antwort stehen. Die Herausforderungen durch den wegen des Irankriegs gestiegenen Kerosinpreis, die andauernde Sanierung der zwischenzeitlich defizitären Kernmarke Lufthansa, Verzögerungen in der Flottenmodernisierung und bei Einführung der neuen Allegris-Einrichtung, um Passagieren auf Langstreckenflügen mehr Komfort zu bieten, werden Themen sein. 

Bundeswirtschaftsministerin Reiche: „Gute Gespräche mit Polen“ zur PCK RaffinerieBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich bei einem Besuch der PCK Raffinerie in Schwedt zuversichtlich zur Versorgung der Raffinerie mit zusätzlichen Rohölmengen über den Hafen Danzig geäußert. „Wir sind in guten Gesprächen mit der polnischen Regierung“, sagte Reiche über die laufenden Verhandlungen mit Warschau, die auch am Wochenende fortgesetzt wurden. Die zusätzlichen Mengen für die PCK Raffinerie über Danzig werden gebraucht, weil Russland Anfang Mai den Transit von Öl aus Kasachstan über die Pipeline Druschba nach Schwedt gestoppt hat. Die PCK gehört mit einer Verarbeitungskapazität von knapp zwölf Millionen Tonnen Rohöl zu den größten Raffinerien in Deutschland und versorgt weite Teile von Ostdeutschland, Berlin und den Hauptstadtflughafen BER mit Kraftstoff. Rosneft Deutschland, der Mehrheitseigentümer der Raffinerie, sucht nach einer Alternative für den Transport von jährlich zwei Millionen Tonnen Rohöl, die über die Druschba Pipeline angeliefert wurden. Im Hafen Danzig gibt es dafür Kapazität. Eine Belieferung der deutschen Tochtergesellschaft des russischen Ölkonzerns Rosneft hat Polen bisher aber ausgeschlossen, auch wenn Rosneft Deutschland seit mehr als drei Jahren unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur steht. „Wenn Marktkräfte vorhanden sind, wird das Öl seinen Weg dahin finden, wo es gebraucht wird“, sagte PCK-Geschäftsführer Ralf Schairer beim Antrittsbesuch der Bundeswirtschaftsministerin in der Raffinerie. In den Gesprächen zwischen Berlin und Warschau wirken allerdings auch politische Kräfte. Über Details aus den Verhandlungen und zum weiteren Fahrplan äußerte sich Reiche am Montag nicht. Man könne nur „dankbar sein für die europäische Solidarität“, sagte sie zum bisherigen Verlauf der Gespräche. Den rund 1200 Beschäftigten der PCK Raffinerie sicherte Reiche eine Verlängerung der bestehenden Beschäftigungsgarantie zu. 

Bund verlängert Garantie für Raffinerie Schwedt Der Bund verlängert die Beschäftigungsgarantie für die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt um ein halbes Jahr ab Juli. „Mit der Verlängerung der Beschäftigungsgarantie geben wir Perspektive und Sicherheit“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wollen Schwedt langfristig stärken, industrielle Wertschöpfung sichern und neue Perspektiven für die Region schaffen.“ „Die Beschäftigten der PCK leisten täglich einen entscheidenden Beitrag dazu, die Energieversorgung im Nordosten Deutschlands sicherzustellen - unter Bedingungen, die weiterhin herausfordernd bleiben. Deshalb ist klar: Bund und Land stehen an der Seite des Standorts“, so die Wirtschaftsministerin. Die Sorgen um die Zukunft der Raffinerie bei den rund 1.200 Beschäftigten sind groß. Die Anlage versorgt weite Teile des Nordostens Deutschlands und Berlins mit Sprit, Heizöl und Kerosin. 

Eon will mit Übernahme in Großbritannien wachsenDer in Essen ansässige Energieversorger Eon kauft in Großbritannien zu und vergrößert damit sprunghaft seinen britischen Kundenkreis. Das Unternehmen habe eine Vereinbarung zur Übernahme des britischen Energieanbieters Ovo geschlossen, teilte der Konzern am Montag mit und gab bekannt, dass die Zahl der dortigen Kunden damit von jetzt 5,6 Millionen auf 9,6 Millionen steigen werde. So würde einer der größten britischen Versorger entstehen. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde Eon in Großbritannien einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge einen Marktanteil von etwa 27 Prozent im Bereich der privaten Stromversorgung erreichen und damit Octopus Energy überholen.Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Allerdings war schon im Vorfeld bekannt, dass Ovo auf der Suche nach Investoren war, um seine Finanzen zu stärken und regulatorische Mindeststandards einzuhalten. Die amerikanische Bank JPMorgan hatte daher mit einem „relativ günstigen Kaufpreis\" gerechnet. „Großbritannien ist für Eon ein wichtiger Wachstumsmarkt, insbesondere für Flexibilitäts- und kundenorientierte Energielösungen“, ließ sich Eon-Vertriebsvorstand Marc Spieker zitieren. Die britische Wettbewerbsbehörde muss der Transaktion noch zustimmen. Ein Abschluss werde in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres erwartet, teilte Eon weiter mit.

Kritischer Delivery-Hero-Großaktionär Aspex stockt Anteil aufDer kritische Delivery-Hero-Aktionär Aspex Management stockt seine Beteiligung an dem Essenslieferdienst ​auf rund 15 Prozent auf und verstärkt damit den Druck auf Vorstandschef Niklas Östberg. Der ⁠Großaktionär des Berliner Unternehmens, der niederländische Finanzinvestor Prosus, hat ein Aktien-Paket von fünf Prozent für rund 335 Millionen Euro an Aspex verkauft, wie der Prosus-Großaktionär Naspers am Montag mitteilte. Der Vermögensverwalter ‌aus Hongkong zahlt 22 Euro je Aktie, das sind zehn Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag. Prosus muss wegen der Übernahme des Rivalen Just Eat Takeaway seine Beteiligung ‌an Delivery Hero auf ‌Geheiß der EU-Wettbewerbshüter bis zum Spätsommer auf weniger als zehn Prozent abbauen.In einem ersten Schritt hatte Prosus ein Aktienpaket von 4,5 Prozent für 270 Millionen Euro an den US-Fahrdienst Uber verkauft, der mit „Uber ​Eats“ ebenfalls große Ambitionen als Essenslieferant hat. ⁠Mit dem Paketverkauf an Aspex kommt Prosus noch auf 16,8 Prozent der Anteile, mindestens sieben Prozent müssen also noch ​losgeschlagen werden.Mit der Aufstockung der Beteiligung bekommt Aspex auch mehr Gewicht auf der Hauptversammlung von Delivery Hero am ⁠23. Juni. Prosus ‌darf dort nicht selbst abstimmen, ihre Anteile werden von einem Treuhänder verwaltet.Aspex hatte sich angesichts des sinkenden Aktienkurses von Delivery Hero auf den Vorstand um Firmengründer Niklas Östberg eingeschossen. 

Sächsischer Minister liebäugelt mit Chinesen als Partner für VW-Werk in ZwickauDer sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter schlägt chinesische ​Autobauer als Partner in der Produktion im Volkswagen-Werk in Zwickau vor. \"Es ist besser, industrielle ⁠Kompetenz bei VW in Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als auf verlorenem Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren. Wir müssen mit der Zeit gehen. Deswegen: ‌China ist eine Chance für Zwickau\", sagte der SPD-Politiker der \"Bild\"-Zeitung.Ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Volkswagen und einem chinesischen Hersteller sei eine Möglichkeit. Diese könnten eine ‌oder mehrere derzeit nicht ‌ausgelastete Produktionslinien nutzen und Fahrzeuge in Sachsen fertigen. Voraussetzung seien klare europäische Regeln und Standards. \"Unser Maßstab ist nicht Ideologie, sondern industrielle Zukunftsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze bei VW in Sachsen.\" In Zwickau ​baut VW ausschließlich vollelektrische Autos wie den ⁠ID.3 oder den Audi Q4 e-tron. Nach Unternehmensangaben waren in dem Werk Ende 2025 8000 Menschen beschäftigt.

US-Autobranche an Trump: Kein Marktzugang für chinesische RivalenKurz vor der China-Reise des amerikanischen Präsidenten Donald Trump appelliert ​die US-Autoindustrie, keine Aufweichungen der Handelsbeschränkungen zuzulassen. Trump dürfe China keinen Zugang zum US-Automarkt ⁠gewähren, hieß es in Appellen von Branchenverbänden, Gewerkschaften und Abgeordneten. Sie warnen davor, dass chinesische Hersteller mit massiver staatlicher Unterstützung, einem Technologievorsprung bei Elektroautos und extrem niedrigen Preisen ‌die heimische Industrie zerstören könnten.Trump hatte im Januar erklärt, er fände es großartig, wenn chinesische Autobauer Werke in den USA errichten und Amerikaner beschäftigen würden. Trump ‌wird diese Woche Gespräche mit ‌Chinas Präsidenten Xi Jinping in Peking führen und wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Aramco-Chef: Auf dem Weltmarkt fehlen rund eine Milliarde Barrel ÖlDem ​Weltmarkt fehlen nach Einschätzung des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco wegen des ⁠Irankriegs rund eine Milliarde Barrel Öl aus den vergangenen zwei Monaten. Selbst wenn die Lieferungen wieder anliefen, werde es dauern, bis sich die ‌Energiemärkte stabilisierten, sagte Aramco-Chef Amin Nasser am Sonntag. Die weltweite Energieversorgung ist durch die iranische Blockade der Straße von Hormus stark eingeschränkt ‌worden, was das Angebot verknappt ‌und die Preise in die Höhe getrieben hat.„Unser Ziel ist einfach: den Energiefluss aufrechtzuerhalten, auch wenn das System unter Druck steht“, erklärte Nasser. Zuvor ​hatte Aramco für das erste ⁠Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 25 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar gemeldet. Die Wiederöffnung ​der Routen sei nicht gleichbedeutend mit einer Normalisierung eines Marktes, dem rund eine Milliarde ⁠Barrel Öl entzogen ‌worden seien, sagte Nasser. Jahrelange Investitionsdefizite hätten die Belastung der ohnehin niedrigen weltweiten Lagerbestände zudem verschärft.Um die Straße von Hormus zu umgehen, nutzt ⁠Aramco verstärkt seine ⁠Ost-West-Pipeline und transportiert Rohöl von seiner Ostküste am Persischen Golf zum Roten Meer. „Unsere Ost-West-Pipeline, ⁠die ​ihre ⁠maximale Kapazität von sieben Millionen Barrel ​Öl pro Tag erreicht hat, hat sich ‌als entscheidende Versorgungsader erwiesen und hilft dabei, die Auswirkungen eines weltweiten Energieschocks abzumildern“, erklärte ​Nasser.

Flughafenverband befürchtet Flugausfälle, die Millionen Passagiere betreffen könntenBis zu 20 Millionen Passagiere könnten ​dem Flughafenverband ADV zufolge an deutschen Flughäfen im Sommer ⁠wegen der anhaltenden Kerosinkrise von Flugstreichungen betroffen sein. Dies berichtete die Zeitung „Welt am Sonntag“ in einem Vorabbericht ‌vom Samstag unter Berufung auf den Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Ralph Beisel. „Das Best-Case-Szenario für 2026 ist eine Stagnation bei ‌der Passagierentwicklung. Im ‌Worst-Case-Szenario droht an manchen Flughäfen ein Kapazitätseinbruch von zehn Prozent. Hochgerechnet auf alle Flughäfen wären 20 Millionen Fluggäste betroffen“, sagte Beisel ​der Zeitung. Die Kerosinpreise ⁠seien seit mehr als zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Krieg. ​Selbst wenn Treibstoff verfügbar sei, könnten Fluggesellschaften viele Verbindungen zu diesen ⁠Preisen nicht wirtschaftlich ‌anbieten.Weitere Streichungen seien vor allem bei Billigfliegern und touristisch weniger bedeutsamen Zielen zu befürchten, erklärte der ADV-Chef weiter. ⁠Einige Ziele würden ⁠dann gar nicht mehr angeflogen, andere seltener und zu höheren ⁠Preisen. ​Beisel forderte ⁠staatliche Hilfen, um die Folgen ​der Krise abzumildern. „Kurzfristig braucht es ‌eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer, mittelfristig zumindest eine Halbierung“, forderte Beisel gegenüber ​der „Welt am Sonntag“. 

Bahn kündigt Direktverbindung von Berlin nach Oslo an Reisende sollen ab Sommer 2028 mit der Bahn von Berlin direkt bis in die norwegische Hauptstadt Oslo fahren können – über Hamburg, die dänische Hauptstadt Kopenhagen sowie Malmö und Göteborg in Schweden. „Wir bringen gleich drei Hauptstädte über die Schiene zusammen“, sagt Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand der Bahn, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Für die Direktverbindung wird die Deutsche Bahn mit den beiden Staatsbahnen in Norwegen und Dänemark zusammenarbeiten. Die Fahrt soll nach Angaben der Deutschen Bahn 14 bis 15 Stunden dauern. Die Verbindung wird rund 1000 Kilometer lang sein und damit eine der längsten Strecken in Europa. Zwei Zugpaare werden die Strecke demnach täglich fahren. Auf der neuen Verbindung soll der neue ICE L eingesetzt werden. Die Direktverbindung gehört zu zehn Pilotprojekten der EU-Kommission, die den grenzüberschreitenden Verkehr ausbauen will.